Bevor wir mit dem eigentlichen Bericht beginnen, möchte ich kurz den Werdegang erklären, wie es zum jetzigen Punkt gekommen ist:
Als Mensch, der zuvor kaum her wirkliche Erfahrung im Echtdampf- bzw. generell im Modellbauwesen erlangt hatte, habe ich eins über die drei Jahre meiner Teilnahme an diesem Hobby gelernt: Ich hab irgendwie vom falschen Ende her begonnen ^^'
Normalerweise beginnt man doch mit irgend einer Art fundiertem Vorwissen, jedoch muss ich wahrhaft eingestehen, ich hatte keine dergleichen. Ich wusste nichts vom Gleisbau oder dem Bau von Rollmaterial jeglicher Art, hatte keinen direkten Kontakt zu Besitzern von Miniaturbahnen (Zumindest war das mein damaliger Wissensstand), und ich hatte keine Werkstatt, Anlage in der Nähe oder sonstiges, das mich dem Hobby näher brachte. Nur einen Wunsch: Eine Dampflok besitzen.
Zurückblickend hätte ich da wahrlich anders an die Sache heran gehen sollen. Mit meinem Mangel an Wissen eher das Fachgespräch mit Forumsmitglieder suchen sollen. Stattdessen orderte ich mir bei Maxitrak in England eine 1'B Heißdampflok in 7 1/4 Zoll Spur. Und damit kam der Stein ins Rollen.
Ich lernte in der Zeit, wo ich auf die Auslieferung meiner kleinen Dame wartete, das Schweißen, bzw. das zusammenheften von Metal mittels Schweißgerät in einer Art die wahrscheinlich jeden gelernten Arbeiter zur mittleren Krise führen würde, aber die Hauptsache war, es hielt. Ich tratt diesem Forum bei, mir durch das erlesen der Beiträge Wissen anzueignen, und Möglichkeiten des Fahrzeugbaus zu finden, aber all dies Wissen endete bei einem Hauptproblem: Mit weniger als 150 Quadratmeter Wohnfläche, ist nicht viel zu machen. Im Herzen Thüringens erst recht nicht, und vor allem, nicht ohne passenden fahrbaren Untersatz!
Die Wahl fiel also auf eine "Wanderbahn", eine Ortsunabhängige Strecke, die ich aufbauen könnte, wo man mir erlaubt zu bauen und zu fahren. Ein, für den Anfang, adquates Fahrzeug wurde beschaffen, und, nachdem meine kleine Dame endlich eingetroffen war, gingen die ersten Einsätze los. Schon bald jedoch, lehrte mich die Erfahrung mehrere Lektionen:
1. Mein Wissen im Bezug auf die Reparatur einer in England gebauten Innensteuerungsmaschine mit mehrheitlich Zölligen Maßen war deutlich begrenzt
2. Meine Werkstattkapazitäten waren mit "Dürftig" noch deutlich wohlwollend beschrieben
3. Obgleich die "Wanderbahn" die freuden der Echtdampfbahn in viele Ecken des Thüringer Beckens brachte, so war der Wunsch nach einer Dauerhaften Anlage doch ungebrochen, allein schon deswegen weil die 45-60 Minuten Aufbauzeit, je nach Ort und Untergrund, doch etwas belastend sein könnten.
Wobei wir nun endlich beim eigentlichen Punkt und Grund für diesen neuen Forumseintrag wären!
Nach knapp zwei Jahren Suche, fanden wir ein wunderbar passendes Haus, welches für unsere Zwecke durchaus passend sein würde. Kurz vor Weihnachten 2025 konnten wir den Kaufvertrag unterzeichnen und seit Februar 2026 sind wir im Apoldaer Vorort Herressen ansässig.
Seitdem sind nun gut 3 Monate vergangen, das Wetter wurde besser und man konnte endlich wahre Arbeit im Garten verrichten. Sprich: Die Vorbereitungen für die ortsfeste, dauerhafte 7 1/4 Zoll Bahn konnten beginnen!
Zunächst ging es an die existierende Materie. Zwei alte Hochbeete standen dem künftigen Streckenverlauf im Weg. Das erste, im oberen Bild zu sehen, wurde mit relativ wenig Arbeit dem Erdboden gleich gemacht. Die noch vorhandene Erde wurde gleich zur ersten Auffüllung des "Grabens", welcher den hinteren Teil des Gartens bildet, verwendet.
Das zweite Hochbeet war aus einem wahrlich anderen Holz geschnitzt. Genauer gesagt, aus alten Bahnschwellen gebaut. Doch auch diesem wurde in kräftiger Zusammenarbeit von mir (Links im Bild) und meinem Vater (Rechts im Bild) zur Leibe gerückt. Die größten Blockadepunkte waren damit beseitigt. Die Bahnschwellen, die nicht schon zu Erde verfault waren, wurden gleich dem nächsten Zweck zugeführt, dem Bau der nördlichen Begrenzung des aufzufüllenden "Grabens".
Die Vorbereitungen des Gleisbaus waren somit so gut wie abgeschlossen, bis auf das wichtigste: Die Nivellierung des Geländes selbst. Trotz der recht günstigen Position des Geländes, ist das Gefälle in nördlicher Richtung doch recht deutlich. Der vorher schon angesprochene "Graben", sowie ein doch ziemlich heftiger Absatz auf dem Weg durch den Garten zur Grundstücksgrenze verstärken das Problem nur noch mehr. Der Garten selbst ist ebenfalls recht uneben, so dass meine Mutter doch ihre Probleme hat, gefahrlos durch diesen zu laufen, ohne das Risiko einzugehen, umzuknicken.
Die Entscheidung fiel darauf, den Garten in gänze zu begradigen. Mit hilfe eines Minibaggers soll in den nächsten Wochen die erhöhte Seite im Süden abgetragen, und im Norden im "Graben" verteilt werden, um diesen auf das Niveau des restlichen Gartens zu heben. Da bis zu diesem Zeitpunkt der genaue Streckenverlauf allerdings nur wage zu schätzen gewesen war (Der Originale Plan, mit den 6m Radius Gleisen, welche ich auch bis Dato mit meiner "Wanderbahn" nutze, wurde verworfen, als ich durch gute Fügung in den Besitz von etwas über 100m Gleis mit 4m Radius kam), war es Grund genug, die schon seit mehreren Monaten gelagerten Gleisjochen endlich in Position zu bringen.
Das Ergebnis sieht man im Bild oben: Ein... tja, wie genau nennt man nun diese Form? Oval, im weitesten Sinne, würde ich sagen. Im Westlichen Teil der Strecke (Im Bild oben), ist eine der beiden mitgelieferten Weichen geplant. Das davon abgehende Abstellgleis soll dem dortigen Holzlager, sowie Misthaufen dienen. Der Hintergedanke für die Bahn war und bleibt immer die einer Fahrstrecke zur persönlichen Erheiterung (Sowie der Erheiterung der Gemeinde), aber auch die einer nutzbringenden Bahn für die Arbeiten in und um den Garten. Im Bild links ist die zweite Weiche zu erkennen. Diese zweigt von der Hauptstrecke ab, und verschwindet in Richtung des erst kürzlich errichteten Gartenschuppens, welcher in der Zukunft einen Anbau mit Lokremise bekommen wird.
Besagter Gartenschuppen. Der genaue Gleisplan ist noch in der Debattenphase. Ich persönlich würde ihn am liebsten vom Blickwinkel rechts des Schuppens haben, mein Vater ist der Meinung, links davon wäre eine bessere Position, obgleich dafür noch ein Baum gefällt werden müsste. In dieser Hinsicht bleibt dieser Bauabschnitt noch recht spannend.
Letztlich noch zwei Bilder, die einen gewissen Einblick auf die jetzige Höhenlage der Gleise und des noch existierenden Weges geben.
Innerhalb von drei Monaten hat sich auf unserem Grundstück viel getan. Mein Vater ist wahrlich überrascht, wie weit wir wirklich bis jetzt gekommen sind, er hatte mit so viel Fortschritt in so kurzer Zeit wahrlich kaum gerechnet. Ich bin ebenfalls überrascht, jedoch reichlich positiv, dass ich es trotz meiner Arbeit als Lokführer bei DB Cargo geschafft habe, so viel mitzuhelfen ^^' Ich hoffe, dass die letzten drei Monate nicht nur ein kurzer Sprint im Vergleich zum verbliebenen Marathon darstellten. Es gibt noch reichlich zu tun, bevor der erste Zug auf unserer kleinen Bahn fahren wird. Auf jeden Fall werde ich von nun an versuchen, so oft wie möglich die Fortschritte beim Bau unserer Bahn hier zu teilen. Wer weiß, vielleicht haben wir beim nächsten Baubericht bereits einen Namen zu vermelden? ![]()