Scho wieder ein Drehgestell für 5"

  • Hallo Gerd,

    Bei der Shay -- da muss man hin und wieder auch auf der Bergstrecke mit offener Feuertür und laufendem Injektor fahren um die Sichheitsventile geschlossen zu halten.

    als Getriebelok dürfte die Shay am Berg ohnehin kein Problem haben, oder sehe ich das falsch.

    In diesem Zusammenhang würde mich interessieren ob in Karlsruihe eine gewisse Mindestgeschrindigkeit gefordert oder zumindest erwartet wird, um nicht als nerviges Hindernis angesehen zu werden. Winfried hat mir da nun ein wenig Angst gemacht. Zwar kann ich eine geringe Leistung durch eine entsprechend geringere Übersetzung kompensieren aber ich möchte auch nicht, dass sich jemand über meine langsame Lok ärgert. Vorbildgerecht wären für mein Modell übrigens 3-4 km/h. Ich lese hier aber oft von 10 km/h.

    Viele Grüße
    Werner

  • Das Getrieb (2:1) ist auch kein Wunderwerk bei der Shay. Es ist hilfreich das Drehmoment und die Zugkraft der Dampfmaschine zu erhöhen, aber zaubern kann es dennoch nicht. Wenn der Kessel eng kalkuliert ist, also sagen wir genau die Menge Dampf liefern kann, die maximal nach Berechnung von der Dampfmaschine benötigt wird, dann kann der Kessel das nur bei vollem Feuer, exaktem Wasserstand und dem entsprechenden Kesseldruck.

    Fahre ich statt mit 5,5bar Kesseldruck nur mit 3,5bar in die rechte lange Steigung, dann kann es oben raus schon mal eng werden, da der Kessel bei 3,5bar nur um die 70% seiner berechneten Leistung bringen kann. Das sind die Feinheiten die bei den Berechnungen oft übersehen werden und weswegen eine 5"T3 schwieriger in der Handhabung ist, als eine vergleichbare Schmalspurlok mit größerem Kessel und Reserven.

    Wenn ich mir der Forney mit 3 statt 5,5bar in die Steigung gehe wirds richtig eng. Bei der Shay ist es kein Problem was aber nicht am Getriebe liegt, sondern an der überdimensionierung des Kessels.

    Übrigens kann die Shay bei vollem Kesseldruck (ca 6bar) ihre Kraft am Berg mit schwerem Zug hat nicht mehr ans Gleis bringen, da sie trotz 75kg Gewicht zu leicht ist und schleudert. Bei 4bar ist es kein Problem, da zieht sie durch.

    Klar sind da Erfahrungen aus der Dampftraktion, aber elektro ist da nicht viel anders. Bedenke bei den Berechnung auch immer, dass du von vollen Akkus ausgehst und dir an der dritten Rundr nur noch ein Teil der Leistung zur Verfügung steht. Ähnlich wie beim Dampfkessel dessen Dampfverbrauch bzw bereitstellunsfähigkeit ja auch verändert.

    Von daher sollte man bei statischen Berechnungen immer vorsichtig sein. Das reale Leben hat da so seine Tücken.

    Ich muss aber zur Warnung noch unbedingt darauf hinweisen dass ich sowohl von Antriebsberechnung, Dampftechnik, Dampfberechnung und so weiter keine studiert/fundierte Ahnung habe so wie manch anderer hier und nur aus logischen Zusammenhängen und persönlicher Erfahrung aus 20 Jahren 5"‐Bahnerei berichten kann.

    Man möge mir also verzeihen wenn sich meine Ausführungen nicht mit irgendwelchen Textaufgaben oder Excelblättern deckt.

    Einmal editiert, zuletzt von Waldbahner (9. August 2024 um 10:49)

  • Hallo Werner,

    es sollten immer Reserven in der Geschwindigkeit Richtung 10km/h vorhanden sein. Die Vereine finanzieren die Unterhaltung der Anlage, da reichen die Mitgliedsbeiträge bei weitem nicht aus, auch aus den Einnahmen der Publikumsfahrten. Wenn nun ein Gastfahrer mit seiner Lok über die Strecke schleicht und damit die Publikumszüge behindert, macht er sich schnell sehr unbeliebt. Wenn Platz vorhanden ist kann man auch mal mit 1km/h schleichen, kein Problem. Bedenke auch, auf diesen Anlagen fahren Dampfloks die durchaus mit Abdampf, darin ist auch Öl enthalten, Schienen versauen können und dann sinken die Reibungswerte.

    Deiner Annahme, dass du mit einem Reibungskoeffizienten von 0,25 oder sogar höher rechnen kannst muss ich widersprechen. Dies mag vielleicht nach 4 Wochen Betriebsruhe und leicht angerosteten Schienen vielleicht stimmen, aber spätestens wenn sie blank gefahren sind solltest du mit maximal 0,2 rechnen (ich rechne sogar bei Stahl auf Stahl mit 0,18), sobald deine Lok ins Schleudern kommt bist du bei der Gleitreibung von 0,12.

    Für Karlsruhe ergeben sich durch die 3% Steigung folglich 91W/5km/h und 180W/10km/h. und ein Mindestgewicht von 36kg. Dabei sind Kurven und eine Haftreibung von 0,18 berücksichtigt.

    Bei Motoren sollte man auch immer einen genauen Blick ins Datenblatt werfen, die Watt-Angabe bezieht sich nach Norm auf die an der Welle abgegebene Leistung, leider findet man aber auch immer wieder, meist auf den Plattformen der Handelshäuser, Angaben die der zugeführten Leistung entsprechen.

  • Hallo Andreas,

    kannst Du bitte noch ein paar Bilder Deines Drehgestells/Lok einstellen, um einen Überblick der gewählten Konstruktion zu erhalten?

    Bei meiner Überschlagsrechnung für meine Anlage mit 5-6% Steigung und 400kg Zuggewicht sind 700W Motorleistung schon am Limit. Da gibt es keine Reserve. Bei 3% Steigung ist es kein Problem.

    Jorge

  • Hallo Jorge,

    leider hab' ich nur noch ein weiteres Bild von der anderen Seite:

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    Der Hilfsrahmen ist im Prinzip ein "U". Der ursprüngliche Erbauer hat das aus Blechplatten und Winkeln zusammengeschweisst. Die beiden Teile sind an der nicht sichtbaren Seite mit einem Flacheisen verschweisst. Der Hilfsrahmen wird dann mit den Befestigungsblöcken verschraubt (Langloch). Die Zusatzgewichte sind optional und mit dem Verbinder verschraubt. Auf dem Verbinder sind unter der Quertraverse zur Abstützung Messingstücke verschraubt.

    Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen.

    Viele Grüße

    Andreas

  • Hallo,

    hier ein Drehgestell in 7,25-Zoll das mit 2x 250W motorisiert ist.

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    Volker

  • Hallo Jorge,

    nein, Die Motoren sind angeschraubt, in beiden Bildern sieht man am linken Motor unten die beiden Schrauben und die Langlöcher. Jeder Motor ist mit 4 Schrauben, die Motoren haben ja in den Flanschen Gewindebohrungen verschiebbar, zum Kette spannen, befestigt. Die Achsen sind starr gelagert.

    Volker

  • Hallo,

    auf Grund unserer Diskussionen hier, habe ich meine Entwürfe überarbeitet. Das Drehgestell wird etwas größer und mit 8mm Seitenteile auch schwerer.:

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    Ein Problem habe ich noch und zwar sollte das Kettenspannrad mit Federn auf die Kette drücken, da sich das Laufrad ja bewegt. Wie man die Federn am besten anbringt weiß ich noch nicht.

    Die Befestigung der Motore soll über die am Gehäuse vorhandenen M6 - Gewinde erfolgen. Die Grundplatte zur Befestigung kann dann abgeschnitten werden.

    Mit diesem Drehgestell könnte die Lok dann so aussehen:

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    Es stellt sich noch die Frage, wo die Puffer angebracht werden sollen. Entweder am Drehgestell oder an der Bodenplatte des Lokaufbaus. Es soll hier keine echte Lok nachgebaut werden, sondern ein kräftiges Modell zum Spielen. Die Aufbauten werden so einfach wie möglich gebaut, ohne Schmick-Schnack.

    Die zwei alten Drehgestelle sind ein guter Grundstock für einen neuen Wagen.

    Jorge

    Einmal editiert, zuletzt von jorge (12. August 2024 um 19:42)

  • Hallo Jorge,

    heutige Loks haben die Puffer am Lokrahmen, die Br44 und 44.5 hatten die Puffer am Drehgestell, die Drehgestelle waren in diesem Fall über eine Mittelkupplung direkt verbunden. Erfordert dann aber in einem Drehgestell einen in Längsrichtung verschiebbaren Drehzapfen. Schmalspurloks mit Mittelpuffer auch meist am Drehgestell.
    Die Federspannung des Kettenspannrads musst du so auslegen dass wenn das Lasttrum sich auf der Seite Ritzel Rad - Spannrad - Motorritzel befindet bei voller Motorleistung immer noch die Kette gespannt wird. Befindet sich das Lasttrum auf der Seite Ritzel Rad - Motorritzel ist die Kette am Spannrad lastfrei und es ist nahezu keine Federkraft erforderlich. Bei wechselnder Kettenlaufrichtung benötigt man eigentlich 2 Kettenspanner oder, sofern es der Abstand der beiden Kettenräder erlaubt, einen Rollring.

    Volker

  • Hallo Jorge

    Bei der kurzen Kette kannst dir die Spannrolle sparen. Bau die Motoren so ein, dass du die Möglichkeit hast die Kette über die Motoren zu spannen. Im Prinzip so wie die Kettenspanner beim Fahrrad...nicht zu viel und nicht zu wenig, gerade so das die Kette nicht springen kann.

    Gruß Ingo 8)

  • Hallo Ingo,

    Jorge will die Motoren nicht am Fußflansch sondern an den M6 Gehäusegewinden befestigen. Da ist eine verschiebbare Befestigung, Langlöcher liegen auf einer Kreislinie, etwas komplexer wie auch die Montageplatte im Drehgestell.

    Volker

  • wenn du den Motor noch etwas nach unten drehst mit dem Antriebsritzel kommst du auf die höhe der Achse und der Abstand der beiden Kettenräder ändert sich beim federn kaum merklich.

  • Hallo Jorge

    Auf den Kettenspanner kannst du komplett verzichten, wenn du deinen Motor auf einer Seite auf der Achse abstützt.

    Das ist dann ein Tatzlagerantrieb. Die Kette wird durch verschieben des Motors gespannt. Da sich die Motorgrundplatte auf der Achse abstützt, ändert sich der Abstand der Ritzel beim Einfedern nicht.

    So sieht das bei mir aus:

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    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Hallo Jorge,

    der gezeigte Tatzlagerantrieb von Thomas müsste 7,25-Zoll Spurweite haben. Ein Kollege hat konstruktiv ähnlichen Antrieb in 5-Zoll gebaut. Unterschied ist dass wegen der kleineren Radscheiben bei 5-Zoll Spurweite er den Motor auf der anderen Seite der Montageplatte (wo im Bild die Schwingelemente angeordnet sind) platziert hat und der Motor so höher steht.

    Es gab auch mehrere kommerzielle Anbieter die 5-Zoll Tatzlagerantriebe mit Zahnrädern Modul 1 in 1 und 2 MotorVersion anboten /100W bzw. 200W)

    Volker

  • Hallo Jorge

    Die Spurweite ist 7 1/4“.

    Da du bei 5“ keine 25mm Achsdurchmesser hast, werden dafür die Lager für die Abstützung auch kleiner.

    Da muss man mal ein wenig im Normteile Katalog suchen, um passende Teile zu finden.

    Das Foto zeigt, das diese Kontruktion gegenüber der mit dem Kettenspanner einige Teile spart und hilft, Probleme zu vermeiden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas