Kessel mit Zertifikat

  • Hallo,

    bin auf der Suche nach einer Firma die einen Stahlkessel ( kein Edelstahl!!) mit Zertifikat erstellen kann. Der Kessel würde zwar erst in 2026 aktuell werden ein ungefährer Preis wäre aber schon jetzt interessant.

    Danke

    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    Stahlkessel kann dir eigentlich jeder Fachbetrieb für Druckbehälterbau herstellen. Musst halt nur komplette Pläne incl. den erforderlichen Materialangaben liefern.

    Stahlkessel sind bei uns entweder Eigenbau oder kamen von Zimmermann, einziger mir bekannter Lieferant in Deutschland.
    Anbieter für Stahlkessel findest du eventuell in UK, obwohl die meist in Kupfer bauen. Ob Station Road Steam auch Auftragskessel baut? Frage doch mal W. Bornath von ZKB, Frankfurt, er vertritt Station Road Steam.
    Volker

  • Moin Wolfgang,

    [quote)... Der Kessel würde zwar erst in 2026 aktuell werden ein ungefährer Preis wäre aber schon jetzt interessant.[/quote]

    da wirst Du keine "seriöse" und vor allem belastbare Auskunft bekommen, weil Unternehmen in aller Regel mit Tagespreisen arbeiten und auf deren Grundlage kalkulieren. Neben dem Materialpreis fließen aber noch einige andere Faktoren (Energiepreise beispielsweise) in den "Verbraucherpreis" hinein.

    Zur Verdeutlichung möge die folgende Grafik dienen.

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    Viele Grüße
    Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

  • Hallo Wolfgang,

    meinst du 2026 soll schon Hochzeit sein bei der 96? Dann würde ich aber doch schon jetzt ordern. Selbst ein Standardkessel braucht ja mittlerweile beim Bratprofi 1,5 Jahre. Im Handwerk oder Kleinindustrie wartet in diesem Land kein Dienstleister mehr auf Aufträge, alle arbeiten schön der Reihe nach, solange sie denn seriös und solide sind. Und 12 Monate sind im Projektgeschäft nicht unbedingt Langläufer, wie geschrieben. Was ist denn mit dem Trabbifahrer aus dem Bergischen, hat der etwa abgewunken?

    Glückauf

    Axel

  • Moin Axel,

    nein er hat nicht abgewunken. Wir hatten am Montag ein längeres Gespräch mit einem Mitarbeiter des TÜV Nord der nur Druckkessel prüft, ok nicht solch kleinen wie bei uns aber die gesetzlichen Regeln gelten ja auch für uns. Da wir vier neue Kessel bauen wollen ( alle unterschiedlich) und mit den Loks auch auf öffentlichen Fahrtagen fahren wollen, sollen (müssen) die Kessel nach geltenden Regeln und Zertifikaten gebaut werden.

    Zur Hochzeit: wenn das Fahrwerk mit Druckluft läuft kümmere ich mich um den Kessel....

    Zur Zeit bin ich an den Zylindern, läuft alles sehr gut. Die für mich komplizierten Teile ( bewegliche Dampfverbindungen) kommen erst noch......

    Glück Auf

    Wolfgang

  • Wolfgang,

    suche dir im Web die Druckgeräterichtlinie 2014/68. Da steht alles drin. Wichtig, da manche Prüfer gerne über das Ziel hinausschießen. (Ein Kollege (aus Luxemburg) sollte den Kessel für die Kaltwasserdruckprobe abbauen). Es ist auch ein Unterschied ob ein Kessel kommerziell gefertigt wird oder du ihn für dich privat baust. Natürlich musst auch die zulässigen Materialien und Regeln einhalten. Ein guter Ratgeber ist das kesselbaubauch des DBC-D.
    Wenn du erst, wenn die Lok unter Druckluft läuft, den Kessel in Auftrag geben willst rechne mit etwa 1 - 1,5 Jahren Baustillstand.
    Es ist übrigens ein gewaltiger Unterschied ob eine Lok mit Druckluft oder Dampft getestet wird. Hat ein Kollege leidvoll erfahren. Mit Druckluft perfekt mit Dampf 5m und das Triebwerk blockierte. Tolleranzen zu gering wegen der materialausdehnung bei der Wärme des Dampfes.

    Volker

  • Hallo Marc,

    diese Prüfbestimmung ist veraltet und nicht mehr anzuwenden. Außerdem betrifft sie unbeheizte Druckbehälter, ich glaube en Lokkessel ist beheizt.
    Suche im Web nach der Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU, das ist die derzeit gültige Vorschrift.
    Wenn du z.B. das AD2000-Regelwerk anwenden willst musst du den Nachweis erbringen dass dies mit der 2014768/EU harmoniert und im schlimmsten Fall kann gefordert werden dass dies eine notifizierte Stelle prüft.
    Wie Thomas schon sagt, wenn das Produk aus gesamtem Kesselinhalt x Nenndruck < 200 ( z.B. 24,9 Liter bei 8 bar) ist, kann so ein Kessel von einem Schweißbetrieb mit entsprechenden Schweißerzertifikaten gebaut werden.

    Volker

  • Hallo zusammen,

    das Gespräch mit dem TÜV Ingenieur war schon etwas besonderes. Unsere Grundlage war das Kesselbaubuch des DBC-D und keiner unserer Kessel kommt über die 200 hinaus.

    Zum Kesselbauen: Hauptsache man (wir) haben nach der Fertigstellung eine Zertifikat genauso oder ähnlich dem das die Fa.Erle ausstellt ....

    Gruß

    Wolfgang

  • Grüße in die Runde,

    schon lange her wo ich dasselbe Thema in der Praxis miterleben musste. Verbessert mich bitte - damals wurde die Kesselprüfung mit Kaltwasser vorgenommen um zu sehen wo Wasser entweicht. Damals wurde gesagt dass dies gemacht wird um bei möglichen Defekten keine Verletzungsgefahr für die anwesenden Personen zu verursachen. Zudem ist eine Druckabweichung sofort am sinkenden Druck zu erkennen.


    In der Verordnung die verlinkt ist steht auch nichts was im Kessel drin sein muss.

    Erfahrung sammeln durch selber machen

  • Hallo Bernd,

    Dampfkessel und auch Druckluftbehälter werden, wie du richtig sagst, mit Kaltwasser abgedrückt.

    Dabei gilt dass der Kessel mit 1,43 x Nenndruck für etwa 1/2 Stunde belastet wird. Der Kessel muss dabei komplett mit wasser gefüllt sein, keiner Luftblasen. Kesseldruck darf dabei maximal 0,2bar fallen. Hintergrund der Wasserprüfung, Wasser ist inkompressibel, d.h. das Volumen ändert sich nicht wenn es mit Druck belastet wird (solange sich die Temperatur nicht ändert). Sollte es wirklich zu einem Riss oder Leck am zu prüfenden kessel kommen reicht bereits das Volumen von ca. 1 Zuckerwürfel um den Druck auf Null abzubauen. Anders bei Heißdampf oder Druckluft, Bei 8 bar Dampf werden 1l Wasser zu 1,7m3 Dampf.

    Volker