Neues aus der Lokwerkstatt Teil 2

  • Mahlzeit!

    Nun sind schon wieder ein paar Wochen ins Land gegangen und es lohnt sich einen kleinen Bericht zu schreiben.

    Der erste Schnee war zwar nur zu einem kurzen Gastspiel vorbeigekommen, doch wurde von Arthur ausgiebig die Winterfestigkeit seiner Feldbahn geprüft:

    Er hatte sichtlich Spaß dabei...

    Die Schienenbiegemaschine hat nun noch eine Handkurbel bekommen und wurde gleich für die Produktion von gebogenen Gleisjochen eingesetzt.

    Die Joche mit 3,5 m Radius wurden für die nächste Streckenverlängerung benötigt. Hier das Aufspannen auf dem Schweißtisch.

    Nun liegt das Gleis schon bis hinter das Gartenhaus.

    Der Bogen ist mit seinem Halbmesser etwas großzügiger als die 2,30 m am Apfelbaum, der Platz gibt es diesmal her. Leider hat der einsetzende
    Bodenfrost den Gleisbau erstmal beendet, da die notwendigen Erdarbeiten nicht mehr ausgeführt werden konnten.

    Um auch in den arbeitsreichen Wintermonaten etwas Behaglichkeit in der Werkstatt zu schaffen wurde ein Ofen angeschafft und
    aufgestellt. Die Reste einer Zwischenwand wären später sowieso abzureissen gewesen...

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Mahlzeit!

    Nun noch ein paar Bilder von der Streckenerweiterung:

    Nachdem noch ein kurzes gebogenes Joch angefertigt war, konnte das Gleis bis hinter das Gartenhaus vorgestreckt werden. Der Erbauer hatte zum Glück
    ausreichend Platz bis zur Grundstücksgrenze vorgesehen, sonst hätte ich das Häuschen umsetzen müssen...

    Mit einem Bauzug wurden dann Rasenbordsteine herangeschafft, um das Planum zum Zaun hin zu begrenzen.

    Nach dem Setzen der Steine konnte es an das Auffüllen des Gleisbettes gehen.

    Dafür wurde ein Zug am Zwischenlager mit Erde beladen.

    Das nunmehr aufgefüllte Planum. Das Gleis muss noch provisorisch gerichtet und gestopft werden. Im nächsten Jahr wird es noch
    ein wenig angehoben und bekommt eine Kiesbettung.

    Im letzten Schein der Abendsonne ist die Ns 1 am neuen Streckenende angekommen. Für den Weiterbau in Richtung Haus müssen im Frühjahr erstmal wieder einige Thujas ausgegraben und Gleisjoche gefertigt werden. Derzeit beträgt die Gleislänge der Bahn rund 80 m.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo Sven,

    hätte nicht gedacht daß du dieses Jahr noch solche Fortschritte verzeichnen kannst.
    Um so mehr freue ich mich natürlich über die neuen Bilder.

    Auch bei mir wird sich im neuen Jahr was in Richtung Gleisbau im Garten machen, aber leider nur auf 45mm Gleis. Dafür in Echtdampf.

    Grüße, Gerd

  • Mahlzeit Gerd,

    das hätte ich auch nicht gedacht, aber es hat nun doch noch alles zeitlich zusammengepasst.
    Bis es bei mir mit Echtdampf losgeht, wird es noch ein paar Jahre dauern. Für das nächste Jahr würde ich mir
    den Bau eines Kipplorenzuges wünschen...

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Morgen Sven,

    es ist ja bald Weihnachten - da darf man sich auch mal was Wünschen.
    Und wenn du Unterstützung brauchst, egal ob Kipploren- oder Gleisbau, sag Bescheid :D
    Wo sonst kann man heute noch (fast echte) Feldbahn bauen und mit anpacken 8)

    Grüße vom Gerd

  • Mahlzeit!

    Während die Vorbereitung für den Transport der Fräsmaschine läuft habe ich mal zwei kleine Filme hochgeladen.

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    Nun ich die Feldbahn schon ein Jahr auf dem neuen Grundstück und verfügt über rund 80 m Gleis, zwei Weichen, eine Diesellok und 3 Loren.
    Bei der Ausführung verschiedener kleinerer Bauprojekte und natürlich bei der Gartenarbeit leistete die Feldbahn gute Dienste, rund 80 t Material wurden 2013 damit transportiert. Für 2014 ist die Erweiterung der Gleisanlage und der Bau neuer Fahrzeuge geplant. Mehr dazu gibt es natürlich zu gegebener Zeit auch hier.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Mahlzeit!

    In den vergangenen Wochen wurde hauptsächlich an der Neugestaltung der Werkstatt gearbeitet. So wurden die beiden Horizontalfräsmaschinen und die Knuth-Drehmaschine verkauft, um Platz für die große Fräsmaschine zu schaffen, die demnächst eintreffen wird. Aus dem gleichen Grunde wurde die bisher lose aufgestellte UNION-Drehmaschine versetzt, neu ausgerichtet und in ein Maschinenfundament eingegossen.

    Versetzen der Maschine mittels unterlegten Flacheisen und Montiereisen.

    Aufbocken nach Feldbahnerart: mit Schienenstücken.

    Ausnivellieren mit Rahmenwasserwaage und Stellfüßen.

    Gießen des Maschinenfundaments.

    Das fertige Fundament nach dem Ausschalen. Im Anschluss erfolgte noch eine Beschichtung mit Flüssigkunststoff.

    Das Drehen an der Maschine macht nun richtig viel Spaß, das Fundament hat neben der genauen Ausrichtung und
    Schwingungsableitung auch eine verbesserte Arbeitshöhe mit sich gebracht.

    Trotz Schnee wurde hin und wieder etwas Brennholz gefahren.

    Die neue Fräsmaschine steht noch beim Vorbesitzer und wird für den Transport zerlegt werden müssen.

    Wenn die Maschine in die Werkstatt geschafft wurde, soll es mit dem Bau von Kipploren weitergehen.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Mahlzeit!

    In den vergangenen Monaten war die Bahn für diverse Transporte immer mal wieder im Einsatz, große Baufortschritte gab es wegen anderer Projekte jedoch nicht.

    Die meiste Zeit hat der Bau eines großen Vordaches am Haus in Anspruch genommen, welches auf Vorschlag der Hausherrin gleichzeitig den vorbeiführenden Weg mit überdacht, in dem später mal die Strecke um das Haus herum eingepflastern werden soll. Dieser "Bahnhof" in Holzbauweise hat mich auf dem zugegebenermaßen nicht sonderlich beliebten Gebiet der Zimmermannskunst ziemlich herausgefordert, war doch der eigene Anspruch alles ohne Hochverbinder und Lochbleche zu bauen recht hoch. Doch ich bin mit dem bislang Erreichten recht zufrieden, kann aber mittlerweile Zapfenverbindungen nicht mehr sehen...

    "Nicht schlecht für einen Maschinenbauer" meinte mein Nachbar :D

    Arthur hat sich derweil der Weichenprüfung angenommen, seit Weihnachten hat er endlich seinen eigenen Werkzeugkoffer...

    An der Drehmaschine wurde nun die letzte große Baustelle in Angriff genommen und der Getriebekasten komplett zerlegt. Ursprünglich wollte ich nur die Hauptspindellager nachstellen, um von den 15 Hunderstel Rundlaufabweichung wegzukommen, beim Öffnen des Getriebedeckels zeigte das darin befindliche Öl jedoch dringenden Erneuerungsbedarf. Da hat schon Jahrzehnte keiner mehr reingeguckt.

    Die Wellen wurden nacheinander ausgebaut, was sich in Ermangelung jeglicher Dokumentation über die Maschine als rechtes Abenteuer herausstellte und zwei Tage gedauert hat. Alle Teile mussten sorgfältig gereinigt und einige der Wälzlager ersetzt werden. Das Öl ließ sich erst nach dem Durchstoßen der Ablaßbohrungen entfernen.

    Nach einem weiteren Tag Arbeit war der Kasten wieder gut mit Wellen und Zahnrädern gefüllt. Beim Ölhändler um die Ecke wurde mir dann auch noch das passende Öl herausgesucht, nach einem Telefonat mit einem erfahrenen Außendienstmitarbeiter, der sich nach Alter der Maschine, Art der Verzahnung, Drehzahlen, Schmierungseinrichtungen, Bauart der Schaltkupplungen usw. erkundigte, wirklich ein seltener Spezialist!

    Nachdem Öl aufgefüllt und die Lager gestellt waren, zeigte die Messuhr noch nichtmal ein Hundertstel Rundlaufabweichung, für eine 60 Jahre alte Maschine akzeptabel!

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Mahlzeit!

    Nun bin ich endlich wieder ein Stück weitergekommen, so dass sich ein ausführlicher Baubericht lohnt. Über die Osterfeiertage war Familienurlaub angesagt, aber davor konnte einiges an der Gartenbahn erledigt werden.

    Für verschiedenste Transportaufgaben kam die Feldbahn zum Einsatz, wie hier beim Transport von Rasenabschlusssteinen.

    Nachdem die letzten Thujabäumchen der ehemals mehr als 30 m langen Hecke verkauft worden waren, konnte nun an den Weiterbau der Strecke gedacht werden.

    Bisher war der Gleisbau nur als Provisorium ohne großen Unterbau erfolgt, da sich die Gleislage noch verändern würde. Ab hier ist jedoch der Verlauf schon endgültig, so dass etwas mehr Aufwand bei der Gleisverlegung betrieben werden kann.

    Zunächst galt es die Grundstückgrenze mit Betonborden und Pflanzringen zu befestigen. Auch hier wurde das Material gleisgebunden transportiert.

    Mit Holzpflöcken wurde dann die Trasse abgesteckt: nach 3 geraden Jochen wird die Strecke mit einer S-Kurve weitergeführt.

    Für den Gleisbau waren genug S5-Schienen vorhanden, für die Schwellen wurde sehr preisgünstig 60 lfm U80 beschafft, dass zunächst im Baustofflager abgeladen wurde.

    Nach dem Ablängen der Schwellen wurden sie mit den Schienen zu 2 Meter langen Jochen verschweisst.

    Für die Schienenprofile wurden eigens Laschen aus Flacheisen 30x5 angefertigt, die für den richtigen Sitz in der Laschenkammer mit dem Winkelschleifer und Fächerscheibe 25°-Fasen erhielten. Das ging besser als gedacht, eine Lasche benötigte inklusive Bohren knapp 8 min Fertigungszeit.

    Für den Übergang von leichteren U-Profil auf S5-Schienen wurden Übergangslaschen angefertigt. Diese gleichen Seiten- und Höhenversatz, sowie den unterschiedlichen Lochabstand aus. Dabei wurde von jeden Typ eine Lasche auf der Handhebelschere halbiert, angeschraubt, geheftet und dann in der Werkstatt fertiggeschweißt.

    Das Gleisbett wurde 10 cm tief ausgekoffert und mit Unkrautvlies bedeckt, bevor die Joche verlegt werden konnten. Die Bettung soll aus Kies 8/16 bestehen. Über die Wirksamkeit von Unkrautvlies streiten sich die Gelehrten, deshalb will ich eigene Erfahrungen sammeln ;)

    Die Gleisjoche werden zunächst provisorisch auf Kanthölzern gelagert, um eine ausreiche Kiesschicht einbringen zu können. Nach dem Richten ist das Gleis für Bauzüge schon befahrbar.

    Blick auf den Streckenvorbau aus der Gegenrichtung.

    Der erste Bauzug auf dem neuen Abschnitt. Die Durchbiegung der vergleichsweise schweren Joche hält sich auch bei der 450 kg schweren Lok in Grenzen.
    @Gerd: erkennst du dein Joch wieder?

    Im Rahmen eines Großeinsatzes im Garten wurde am Samstag die komplette Rasefläche gemäht, so dass die Gleisanlage wieder sichtbar wurde.

    Auch am späteren "Bahnhof" gehen die Arbeiten voran. Die Dachschalung samt Unterdeckbahn und Konterlattung ist bereits fertig.

    Nun wo es abends länger hell ist, kann man auch nach dem Abendessen noch etwas mehr im Freien machen. Gestern wurde ein weiteres Gleisjoch gebaut und verlegt, nun beträgt die Länge des Neubauabschnittes schon 6 m. Als nächstes kommen die gebogenen Joche dran.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Moin Sven,

    na mein Gleisjoch mit den Stummelschwellen ist nur schwer zu übersehen :)
    Das sind tolle Fortschritte. Ich werde mir das im Sommer mal wieder live anschauen. Ob man dann wohl schon im Kreis fahren kann?

    Grüße aus der anderen Lokschmiede, Gerd

  • Mahlzeit Gerd,

    ich freue mich schon auf deinen Besuch. Im Kreis wird man noch nicht fahren können, da müssen noch etwa 80 m Strecke und vorallem viele Weichen gebaut werden. Vielleicht gibt es bis dahin jedoch schon den Kipploren-Prototyp.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Mahlzeit!

    Nun ist die Bauwoche daheim schon wieder vorbei und ich möchte im Folgenden darüber berichten.

    Zunächst wurde die Grasnarbe entlang der abstecken Trasse abgestochen.

    Der weitere Streckenverlauf wurde noch mit dem Rechteckverfahren vermessen und abgesteckt.

    Von oben lässt sich die Trasse schon gut erkennen.

    Nun ging es in der Werkstatt weiter zum Biegen der Schienen für die gebogenen Gleisjoche. Nach dem Biegen der ersten Außenschiene und der Kontrolle des Radius über die Pfeilhöhe wurden gleich die Schienen für die beiden kompletten Gegenbögen hergestellt.

    Anschließend ging es an das Schweißen der Gleisjoche. Für die Schwellen wurden alte Gleisjoche aus Winkeleisen verwendet, die abgelängt und zu U-Profilen aus je zwei Winkeleisen verschweißt wurden. Einzelne Schwellen wurden noch aus Restbeständen von zerschnittenen Leitplankenpfosten gewonnen.

    Nach dem Auslegen der gebogenen Gleisjoche wurde das gerade Zwischenstück vor Ort gebaut. Die zugeschnitten Schienen wurden angelascht und mit Spurzwingen fixiert.

    Die Schwellen konnten nun angeschweißt werden.

    Nach dem Richten des Gegenbogens erfolgte die erste Probefahrt mit der Lok.

    Am Freitag wurden dann 5t Kies 8/16 angeliefert und mit tatkräfiger Unterstützung meiner Freundin in den bereitstehenden Lorenzug geladen.

    Im Viertelstundentakt wurden an diesem Tag rund 3t Kies zur Gleisbaustelle gefahren. Jede Lore fasst 1/8m³.

    Nach dem Einschottern wurde auch gleich gestopft und gerichtet.

    Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, fast schon zu gut für Feldbahnverhältnisse.

    Nachdem der erste Abschnitt fertiggestellt war, wurden die nächsten geraden Gleisjoche geschweißt und zum Transport an die Baustelle verladen.

    Neben dem nächsten Streckenabschnitt mussten einige Rasengittersteine am Himbeerbeet verlegt werden, die ebenso mit der Feldbahn transportiert wurden.

    Blick auf die Gleisbaustelle am Wochenende.

    Um auch die restlichen 2t Kies aus der Garagezufahrt verschwinden zu lassen, war dann doch die Schubkarre wieder notwendig, da der Vorrat an Gleisjochen zunächst aufgebraucht war. Auch Arthur wollte unbedingt beim Beladen mithelfen.

    Am späten Abend konnte der Streckenabschnitt abgeschlossen und probeweise befahren werden.

    Ein Blick auf den fertigen Bauabschnitt am Sonntagmorgen.

    Am Nachmittag gab es dann noch ausgiebige Fahrten mit Arthur und den Nachbarskindern.

    Trotz der starken Steigung ist der Streckenabschnitt erstklassig geworden und macht viel Spaß.
    Nun müssen erst wieder gebogene Gleisjoche gefertigt werden. Dann kann es mit
    dem Streckenbau weitergehen.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo Sven,

    das sieht ja super aus, Gratulation! Wie viele Bauetappen, bzw. Meter Gleis fehlen noch, bis Du im Kreis fahren kannst?

    Schöne Grüße aus Brünn

    Kristian

    PS: Habe jetzt noch nach oben geblättert und die Antwort gefunden: 80 m - na da hast Du ja noch genug zum Austoben :)

  • Hallo Kristian,

    da ist noch einiges an zu tun, nach weiteren 6 m kommt die erste Weiche auf dem Streckenabschnitt. Um die zu bauen brauche ich aber die Fräsmaschine...
    Es bleibt also spannend...

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo Sven,

    ich sehe, da haben wir ein gemeinsames Problem: Meine Maschinen stehen auch noch beim Verkäufer :( Ich hab aber wenigstens ein Foto von der Fräsmaschine auf meinem Arbeitstisch liegen, um mich daran ab und zu mal aufzubauen und nicht restlos zu verzweifeln...

    Kristian

  • Mahlzeit!

    Wieder hat sich einiges getan, von dem ich nun berichten möchte:

    für den weiteren Streckenbau habe ich diesmal als Alternative zur Übergangslasche die Variante der Übergangsschiene ausprobiert. Die S5-Schiene mit 50 mm Profilhöhe wurde mittels Trennschleifer keilförmig eingeschnitten, der Fuß an den Steg angelegt und neu verschweißt. Dabei wurden erstmals die neu beschafften Carbo RR6-Elektroden mit großem Erfolg eingesetzt.

    Anschließend wurde ein Stück U-Profil angeschweißt, die Nähte verschliffen.

    Nach dem Einbau des Übergangsjoches wurden die nächsten gebogenen Joche geschweißt und verlegt.

    Am nächsten Tag erfolgte die Anfertigung des geraden Zwischenstückes.

    Nach dem Richten, Einschottern und Stopfen ergab sich dieses Bild der Neubaustrecke. Weiter kann es an dieser Stelle erst nach dem Bau einer Weiche gehen.

    In Vorbereitung der Fräsmaschinentransportes wurden am alten Standort, Frästisch und Winkelkopf abgebaut. Letzter wurde daheim erstmal zerlegt, der Vorbesitzer sprach von Lagerschäden. Bei genauerer Untersuchung wurde festgestellt, dass das obere Axiallager lose und die Spindel beschädigt war. Offensichtlich war die Anzugsstange samt Gegenmutter nicht mehr vorhanden und wurde provisorisch durch eine Gewindestange mit angeschweißter Mutter ersetzt. Zum Lösen wurde dann einfach mit dem Hammer auf die Stange geschlagen, wobei die Mutter das Innengewinde der Spindel beschädigte.

    Da zu dieser Maschine keine Unterlagen vorhanden sind, musste ich zunächst einige Zeit mit der Recherche ähnlicher Konstruktionen verbringen. Nachdem Klarheit über das ursprüngliche Konstruktionsprinzip geschaffen war, wurde die Spindel in die Drehmaschine eingespannt, mit der Lynette abgestützt und ausgerichtet. Nun konnte das beschädigte Gewinde nachgeschnitten werden. Da die Gegenmutter sowieso neu gedreht werden musste, war es dabei auch kein Problem, dass der Gewindedurchmesser nun 5/10 mm größer wurde. Nach dem Drehen der Anzugstange kann die Spindel montiert werden.

    Der Maschinentransport konnte kurzfristig durch die großzügige Unterstützung eines Freundes organisiert werden. Zunächst musste sie mit einem Hubwagen durch etwa 150 m Kellergänge in einer ehemaligen Kaserne geschleppt werden. Anschließend wurde sie mit Hilfe meines Transporters eine steile Rampe zum Kasernenhof hinaufgezogen, bevor die Maschine auf den LKW verladen werden konnte. Nach etwa 2 Stunden stand die Maschine dann zur Abfahrt bereit.

    Daheim wurde sie mit dem Ladekran des Sattelschleppers in die Einfahrt gestellt. Anschließend erfolgte der Transport in die Werkstatt mit dem Hubwagen.

    Einige Reinigungsarbeiten wurden noch erledigt, so die Leerung der Vorratsbehälter für des Kühlschmiermittels im Maschinenfuß.

    Damit bin ich dem Traum von einer eigenen Fräsmaschine ein ganzes Stück näher, ein wenig Arbeit bleibt natürlich noch. Ein tolles Gefühl nach der langen Vorbereitung die Maschine in der eigenen Werkstatt zu haben! Über den Maschinenhändler Hahn & Kolb, an den die Maschine 1955 geliefert wurde, versuche ich an Unterlagen zu kommen.

    Am kommenden Wochenende will ich sie zusammen mit Gerd aufstellen und zusammenbauen.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Mahlzeit!

    Aus dem Bauwochenende mit Gerd ist leider nichts geworden, mein Sohn musste nach einem Unfall ins Krankenhaus, ist zum Glück nun auf dem Wege der Besserung.
    In den vergangenen Tagen habe ich jeweils die Abendstunden genutzt, um an der Fräsmaschine zu arbeiten. Von der anfänglichen Vorstellung, die Maschine nach einer kleinen Durchsicht und einigen Reinigungsarbeiten in Betrieb nehmen zu können, musste ich mich sehr schnell verabschieden. Die Maschine wurde lange Zeit wenig bis gar nicht gewartet, die Kugelöler mit Fett statt mit Öl befüllt, Ölkanäle entsprechend verstopft und verkrustet. Diese Mängel waren jedoch erst bei der Zerlegung der Maschine sichtbar.

    Zunächst habe ich mich mit dem Vertikalfräskopf beschäftigt. DIeser stammte ursprünglich von einer anderen Maschine und wurde notdürftig durch Umarbeiten der 4 Befestigungsbohrungen zu Langlöchern angepaßt. Zudem fehlt ein Adapterring zur Zentrierung am Maschinengestell. Nach der Zerlegung wurden die Einzelteile in Petroleum eingeweicht und etwa ein halbes Kilo ausgeblutetes Fett aus dem Gehäuse gekratzt.

    Nachdem die letzten Farbreste entfernt waren, wurde mit Aceton entfettet und es folgte die Grundierung. Nach der Trocknung wurden 3 Schichten Lack aufgebracht.
    Die Frässpindel mit der Mk3-Aufnahme wurde auf der Drehmaschine auf Rundlauf gesprüft. Da die Anzugstange und die zugehörige Sicherungsmutter fehlten, hatte der Vorbesitzer eine M12 Gewindestange mit einer angeschweißen Mutter als Ersatz eingesetzt, dabei jedoch das Feingewinde für die Sicherungsmutter stark beschädigt. Immerhin ließ sich noch die Gewindesteigung ermitteln. Da keine Unterlagen aufzutreiben waren, musste ich nach intensiver Recherche die fehlenden Teile neu konstruieren und anfertigen. Die Axiallager der Spindel wurden sämtlich erneuert.

    Weiter ging es mit dem Hauptgetriebe der Maschine. Nach dem Ablassen des Altöls wurde der Getriebekasten gereinigt, die Lager auf Ihren Zustand geprüft, die Spiele der Wellen gemessen und ggf. nachgestellt. Insgesamt betrachtet bot das Hauptgetriebe einen sehr guten Eindruck, es mussten keine Lager getauscht werden.

    Die Ölpumpe des Getriebes nach dem Ausbau des Vorschubschaltgetriebes. Auch hier wurde mit Petroleum gespült und gereinigt.

    Das ausgebaute Vorschubschaltgetriebe brauchte ebenfalls nur gereinigt werden.

    Nun ging es weiter mit der Demontage des Tischschlittens, der wegen der Fettschmierung in wesentlich schlechterem Zustand war.

    Die fehlenden Zeichnungen machten die Arbeit sehr schwierig, da viele Paßstifte und Schrauben unter dem Gemisch aus Fett und Spänen nicht immer gleich
    zu erkennen waren und der Aufbau an vielen Stellen zunächst unklar war. Hinter der Abdeckplatte befindet sich die Mechanik zum Einklinken des Längsvorschubs, der durch mechanische Endlagentaster auf der linken Seite automatisch ausgeschaltet wird. Die Konstruktion läuft normalerweise im Ölbad, doch auch hier war nur altes Fett, Kühlmittel, Rost und Späne vorhanden.

    Der Austaster im Deckel war sehr feldmäßig mit einer abgesägten Schraube, einer angepunkteten Mutter und einer HV-Scheibe mitsamt Gummikappe repariert worden, die verwendete Feder war zudem viel zu straff, als dass man sie mit einem Finger noch überwinden konnte. Auch hier war also einiges zu tun.

    In der Zwischenzeit war neues Dichtmittel angekommen und das Vorschubschaltgetriebe konnte montiert werden. Der Getriebekasten kann nun mit neuem Öl befüllt werden, welches durch die Beschaffung von 20L Getriebeöl für die Drehmaschine noch reichlich vorhanden ist. Das Tischkonsol war bis auf die letzten zwei Wellen ausgeräumt, auch hier gab es einiges zu tun. Weiter davon im nächsten Bericht.

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Und weiter geht es mit der Aufarbeitung der Malick & Walkows Fräsmaschine.

    Nachdem der Tischkasten abgebaut und sämtliche Wellen entfernt waren präsentierte sich das Konsol voller Schmutz und Späne.

    Die hintere Lagerbuchse der Längsvorschubwelle fehlte ganz und musste aus Rg 7 neu angefertigt werden.

    Nach der Aufarbeitung sämtlicher Wellen, Erneuerung der Lagerbuchsen und Axiallager erfolgte ein erster Zusammenbau.

    Wie auch an diesem Deckel mussten die Dichtflächen von altem Dichtungsmittel, Rost und Spänen befreit werden.

    Nach dem Zusammenbau der Vorschubkomponenten wurden diese nochmal auf Funktion geprüft und eingestellt, die Handradspindel rechts
    musste nachgearbeitet und neu gelagert werden. Zum Glück ist der Buntmetallhändler gleich um die Ecke und die Wälzlager liefert ebay innerhalb kürzester Frist.

    Nachdem der Deckel montiert und auf Dichtigkeit geprüft wurde, konnten auch die Taster wieder eingebaut und angeschlossen werden.
    Auch die Z-Spindel wurde nochmal demontiert und gereinigt.

    Nun ging es an die Aufarbeitung des Tischgetriebekastens, ein äußerst komplexes Gussteil mit vielen Hohlräumen und Anbauteilen.

    Die Unterseite war wiederum mit altem Fett und Schmutz versehen. Links sind die Anschläge für die Endlagentaster zu sehen. Über die an der Vorderseite eingeschlagenen Kugelöler werden sowohl die Bettbahnen oben und unten, als auch die Spindelmuttern und diverse Wellenlager geschmiert. Die Ölbohrungen und -kanäle mussten teilweise aufgebohrt werden.

    Nach der Reinigung wurde auch noch die Schiene für die Endanschläge ausgebaut, eine der Stufenbohrungen für die beiden Befestigungsschrauben war ausgebrochen und musste neu an anderer Stelle gebohrt werden.

    Die Einschlag-Kugelöler nach DIN 71412 konnte ich nach einigem Suchen bei ebay neu beschaffen, die alten waren zum Teil beschädigt, einige fehlten und waren teils durch Paßstifte (!) ersetzt worden.

    Nun geht es an die Anfertigung einer neuen Spindelmutter für den Quervorschub des Tisches. Ein Stück Rotguss für die 70 mm lange Mutter mit Trapezgewinde 30x6 ist bereits beschafft. Da solch lange Muttern auf der Drehmaschine recht schwierig zu fertigen sind, weil man bei der Länge den Meißel im hinteren Abschnitt nicht mehr richtig beobachten kann, wollte ich versuchen, einen Gewindebohrer dafür aufzutreiben. Neue sind unbezahlbar und auch bei ebay sind die Preise nicht so hobbyfreundlich Glück hatte ich dann bei einem Flohmarktbesuch für 35€.

    Soweit für heute.

    Gruss Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D