Neues aus der Lokwerkstatt Teil 2

  • Mahlzeit Kristian,

    die Bohrungen in den Schwellen haben 12 mm Durchmesser, die Gewindestäbe M10 Gewinde. Das Spiel sollte also ausreichen, um die Temperaturschwankungen auszugleichen.
    Ich muss bei den derzeitigen Temperaturen nur darauf achten, dass die Stoßlücken nicht zu klein werden. Bei den 2,5 m langen Schienen sind Längenänderungen von rund 2 mm möglich.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Mahlzeit!

    Nach dem Jahreswechsel hier nun mal der aktuelle Stand vom Ausbau der Feldbahn.

    Nachdem die ersten Schienen im Dezember an die Schwellen auf der Rampe geschweißt worden waren, wurde schon mal mit dem Stirnbordwagen probegefahren.

    Da meine Werkstatt keine Möglichkeit bietet, die Schienen hochkant zu biegen, wurde sie zum Anpassen an den Neigungswechsel vom Fuß bis unter den Kopf eingeschnitten und vor Ort zurechtgebogen.

    Im Anschluss wurden die Schnitte wieder sauber verschweißt. Auf der Werkbank sind Laschenrohlinge zu sehen.

    Da die Witterung immer ungemütlicher wurde, war nach dem Anlaschen und Schweißen von zwei Schienen erstmal wieder Schluss.

    Über die Weihnachtsfeiertage wurde dann der Rest des Rampengleises in Angriff genommen und die Schienen abgelängt, gebohrt und eingebaut.
    Eine Probefahrt mit der Lok durfte natürlich nicht fehlen.

    Bei trockener Schiene schafft es die Lok ohne Probleme auch im zweiten Gang die Rampe hinauf.

    Auch mit dem kompletten Zug war es zu schaffen, bei Nässe war etwas Sand erforderlich.

    Sogleich wurde dann das Planum für die drei Kompostboxen hergestellt.

    Nun konnte die Erde endlich wieder schienengebunden transportiert werden.

    Nach und nach wurde der ehemalige wilde Komposthügel abgetragen und zum Teil als Böschungsmaterial seitlich der Rampe verwendet.
    Die Steinreihe am Fuß der Böschung markiert den späteren Trassenverlauf der Strecke nach endgültigen Umverlegung. Dann wird am Rampenfuß eine Linksweiche eingebaut werden, von der die Strecke in Richtung Apfelbaum abzweigt.

    Die Kompostanlage umfasst nun drei Boxen für Erdaushub, normalen Grünschnitt und Hächselgut.

    Als Gleisendabschluss entstand aus Restmaterial dieser Prellbock.

    Er wird durch Flacheisen quer unter dem Gleis bzw. an der letzten Schwelle befestigt.

    Nach dem verputzen der Nähe wurde noch grundiert...

    ...und später erfolgte die Lackierung in Schwarz. Die Stoßschwelle wurde mit Holzschutzöl konserviert.

    Zum Jahresabschluss mal ein Blick auf die derzeitige Gleisanlage. Sie umfasst derzeit rund 110 m Gleis und drei Weichen.

    Ein wenig Schnee gab es auch, der wurde gleich mal zu einer Winterfahrt genutzt.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo Sven,
    einfach klasse :thumbup: ! Feldbahn nicht nur zum Spielen sondern mit echtem Einsatz im Garten. Hut ab und weiter so.
    Schöne Grüße
    Reinhold

    Dr.B
    ...und immer 'ne handbreit Wasser über der Feuerbüchse!

  • Moin Sven,
    das ist ja echt eine super Ausführung um die Gartenabfälle zu entsorgen und später einmal den umgewandeltet Kompost wieder auf das Grabeland zu befördern!

    Echt cool diese Anlage von Dir, mach bitte weiter so ich schaue mir das gerne an, den Du arbeitest mit dem Feldbahnzug richtig wie im Orginal!!!

    Bis bald
    Gruß
    Karsten

    Einmal editiert, zuletzt von oldsmoky1 (16. Januar 2015 um 19:58)

  • Servus Sven!

    Ja genau das ist das was ich auch machen möchte bzw. an was ich gerade drann bin.

    Leider konnte ich von Deinen Wagen keine Maße finden.
    Wenn es nicht zu umständlich oder ein Geheimnis ist,
    würde ich Dich darum bitten!!!

    Vlg Willy

    Viele Grüße
    Willy

  • Mahlzeit!

    @Karsten: bei dem großen Gartengrundstück muss man sich die anfallende Arbeit schon so angenehm, wie möglich machen;)

    Willy: Welche Maße von welchem Wagen möchtest du denn wissen?

    Chris: Bei der derzeitigen Planung wird die Gleisanlage einmal 230 m Gleis, 15 Weichen, eine Kreuzung und eine Drehschreibe umfassen. Natürlich gibt es dafür noch keinen Zeitplan, nur die Streckenführung steht schon fest, damit dort nichts andere in den Weg gebaut werden kann ;)

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Servus Sven!

    Einmal zu den Gestellen, sind die alle gleich lang und gleich breit?
    Vom Aufbau her der Wagen 2 die Höhe und Breite.
    Die Achsen hast Du wie befestigt(spezielle Halterung?), Räder mit Gleitlagerung?
    Danke vorerst einmal!

    Vlg Willy

    Viele Grüße
    Willy

  • Mahlzeit!

    @Kristian, wenn es nach mir ginge, dann würden noch viel mehr Gleise gebaut, aber ab und zu muss man ja wenigstens ein wenig vernünftig sein ;)

    Willy: schau dir am besten mal meine allerersten Beiträge vom Lorenbau aus dem Buntbahnforum an, da werden sicherlich die jetzigen und kommende Fragen eher beantwortet:

    http://www.buntbahn.de/modellbau/view…ight=maschinist

    http://www.buntbahn.de/modellbau/view…ight=maschinist

    http://www.buntbahn.de/modellbau/view…ight=maschinist

    http://www.buntbahn.de/modellbau/view…ight=maschinist

    Die Loren sind alle unterschiedlich, beim Wagen 2 muss ich erstmal messen, der wurde noch ohne jegliche Skizzen und Zeichnungen gebaut. Losräder sind nur bei dem kleinen Stirnbordwagen ohne Nummer verbaut, wegen seiner Entgleisungsfreudigkeit wird er aber später noch auf größere Räder umgebaut. Ansonsten bevorzuge ich Radsätze.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Mahlzeit!

    Nun ist das neue Jahr schon wieder drei Wochen alt und damit wird es Zeit, einen Baubericht zu schreiben.

    Die Kompostrampe wurde gleisseitig fertig angeschlossen.

    Die letzten Schwellen wurden befestigt und die Schienen angeschweißt.

    Da die Gartensaison irgendwann auch losgehen wird, war es Zeit sich über den Bau eines neuen Fahrzeugs Gedanken zu machen.
    Bereits vor längerer Zeit wurden die Zeichnungen für das Sinnbild der Feldbahn schlechthin erstellt: Die Kipplore.

    In diesem Falle wurde mit dem Bau einer ungebremsten Kipplore mit 0,75m³ Fassungsvermögen (95L im Modell) begonnen. Die Rahmen wurden bereits vor zwei Jahren gebogen, nun wurden die anderen Rahmenteile angefertigt.

    Zunächst wurde ein Längsträger aus U50x38 zugeschnitten und mit Aussparungen für die Kuppeldorne versehen. Er dient zur Aufnahme der Stoßkräfte und verhindert damit ein Aufbiegen des Rahmens zur Seite hin. Bei leichteren Loren, die nicht für den Lokbetrieb vorgesehen waren, entfielen diese zumeist.

    Da von Anfang an eine "moderne" Lore in weitgehend geschweißter Ausführung vorgesehen war, wurde auch der Träger eingeschweißt.

    Im nächsten Arbeitsschritt wurden die Pufferkappen hergestellt. Im Original sind das recht aufwendig im Gesenk gepresste dickwandige Blechteile, beim Modell habe ich sie aus drei Laserteilen von 5 mm Stärke zusammengesetzt. Reichlich dimensionierte Schweißnähte halten sie zusammen, verschliffen kaum vom Original zu unterscheiden.

    Komplettiert werden die Puffer durch einen genormten Kupplungsdorn, der im Orignal ein Gesenkschmiedeteil war. Für die Umsetzung im Modell wurden aus 15er Blech der Schaft herausgelasert und der Kopf von einem befreundeten Modellbauer geschmiedet. Beide Teile wurden miteinander verschweißt.

    Zuvor war der Schaft noch an zwei Seiten abzufräsen, um in die untere kleinere Aussparung in der Pufferkappe zu passen.

    Dies geschah auf meiner nun mit "Flutlicht" ausgestatteten Fräsmaschine im Handumdrehen.

    Anschließend wurden die Kanten noch reichlich beschliffen, um genau die richtige Form zu bekommen und die Köpfe angeschweißt.
    Danach konnten die fertigen Kuppeldorne eingepasst und von unten versplintet werden. Auch die Pufferkappen wurden nun verputzt.

    Im nächsten Schritt wurde noch ein Querträger aus U40x20 in Rahmenmitte eingeschweißt und mit dem Bau des ersten Abrollbockes begonnen.

    Der Grundrahmen des Abrollbockes wurde aus einem Winkel L30x4 geschnitten, gebogen und verschweißt. Weitere Zubehörteile werden als Laserteile demnächst angefertigt.
    Bis dahin soll es mit den Radsätzen weitergehen. Die Radscheiben mit 130 mm Durchmesser liegen schon bereit. Für diesen Prototyp möchte ich diese kleinen Radscheiben verwenden, um zusammen mit den schweren Stehlagern eine brauchbare Kupplungshöhe zu bekommen.

    Diese geteilten Lager mit Deckel habe ich vor 15 Jahren aus einer verlassenen Fabrikanlage geborgen. Im Gehäuse wird ein Kegelrollenlager Platz finden.

    Soweit für heute.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

    Einmal editiert, zuletzt von Maschinist (26. Januar 2015 um 21:39)

  • Mahlzeit Willy,

    was heißt leider...? Du fängst gerade erst an und ich mache das seit 15 Jahren :)

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Servus Sven!
    15 Jahre werden mir nicht mehr bleiben!
    Außerdem habe ich kein Möglichkeit mir ein passende Werkstadt einzurichten.
    Nur Wohnung und kleine Keller.

    Viele Grüße
    Willy

  • 15 Jahre werden mir nicht mehr bleiben!


    Hallo Willy,

    so darf man nicht denken! Vor fast genau einem Jahr habe ich meine Drehmaschine gekauft und bezahlt, und immer noch habe ich kein Spannfutter drauf, weil der Futterflansch erst vor 10 Tagen ankam und ich bis heute nicht dazu kam, die notwendigen Feinarbeiten daran zu machen. Und das erste, immer noch nicht fertige Teil für meine Herzensdame habe ich erst kurz vor dem EDHT angefertigt. Wenn ich diese Schneckengeschwindigkeit meiner Fortschritte ernsthaft extrapolieren sollte, bräuchte ich trotz meines niedrigeren Alters gar nicht erst anzufangen.

    Und: Auch ich hatte vor einem Jahr nur Wohnung und (unbrauchbare) Kellerbox! Jetzt habe ich eine Werkstatt, die um die Hälfte größer ist als meine Wohnung. Solltest Du Lust und Muße haben, schau mal in meine Themen Werkstatt, Weiler, Maschinensuche (vereinfacht angeführt). Und als Praxisübung für Dich setze ich jetzt keine Links drunter, sondern schicke Dich auf mein Profil (durch Anklicken meines Fotos links), dort rechts oben auf die Lupe klicken und darunter "Themen" wählen - dort findest Du alles, was ich hier so von mir gegeben habe, vielleicht interessiert Dich auch was anderes davon ;)

    Schöne Grüße...

    Kristian

  • Hallo Kristian!

    Du bist aber auch um Jahrzehnte jünger als ich!!! ;)
    Klar sagst Du jetzt, das macht nichts, aber wenn Du dann selber einmal so alt bist redest Du sicher anders! :/

    Viele Grüße
    Willy

    3 Mal editiert, zuletzt von Willy (27. Januar 2015 um 22:21)

  • Hallo Willy,

    elf Jahre sind in diesem Altersbereich natürlich recht viel, aber dabei kommt immer noch ins Spiel, wie alt man sich selber fühlt und was man sich zutraut. Irgendwann zu Anfang meiner Präsenz hier, als ich die Leutchen hier noch mit Fragen zur Wahl geeigneter Maschinen löcherte, schrieb mir einer "Fang endlich mit irgendetwas an!", woraufhin ich ins Bahnmuseum fuhr und die ersten Aufnahmen von meiner Herzensdame machte. Und dann ergab sich langsam eins nach dem anderen. Mittlerweile bin ich zum Standpunkt gelangt "Der Weg ist das Ziel" und möchte einfach nur vor mich hin basteln, und vielleicht wird eines Tages was Schönes daraus.

    Jetzt will ich Dich natürlich nicht überreden, Dir eine Werkstatt einzurichten, und ich zweifle nicht im Geringsten daran, dass der Zusammenbau gekaufter Komponenten und der Bau der geplanten Gleisanlage ausreichend erfüllend und befriedigend ist und höchstwahrscheinlich eher zum Ziel führen wird als mein "Projekt". Nur hat mich Deine Feststellung eben irgendwie zu meiner Reaktion inspiriert.

    Was aber das Wichtigste ist: Letztendlich geht es uns (beiden und wohl allen hier) um das selbe: Freude am Werkeln zu haben und irgendwann mit Zufriedenheit und Stolz auf ein vollbrachtes Werk zurückschauen zu können, oder zumindest auf irgendwelche Etappen davon, sollte unsere Lebenszeit früher ablaufen.

    In diesem Sinne: Ran an die Arbeit und Spaß haben!

    Kristian