Krauss-Maffei KM ML4000CC

  • Die spinnen, die Briten!

    Sagte schon Asterix!

    Für England kenne ich nur die Farbkarte BS 381C mit "Light Brunswick Green", "Middle Brunswick Green" und "Deep Brunswick Green".

    Bei Grau kennen Sie nur 2 Farben: "Light Weatherwork Grey" und "Dark Weatherwork Grey". Ein "Weatherwork Blue" gibt es nicht, bei Blau unterscheiden sie nur verschiedene "French Blue"...........

    Für so kleine Mengen wie für die Nase Deiner Lok hab ich auch schon selbst Farben abgetönt. Ist hochinteressant, weil die Vorstellung, was wie färbt, mit der Realität nicht immer übereinstimmt. Geht aber nur, wenn es sich um ein einmaliges Ereignis handelt, Nachmischen selbst mit einer genauen Laborwaage habe ich nie geschaftt!

    Die NCS-Farben sind übrigens im Baumarkt nicht im Regal vorrätig, sondern gibt es nur bei denen mit Mischstation. Dort liegen immer die Farbkarten rum, und an den Bezeichnungen wie S0585/Y40R erkennt man den NCS-Code.

    Erstaunlich, daß die Lok im Original mit amerik. Farbtönen lackiert wurde, soviel Flexibilität habe ich Krauss-Maffei gar nicht zugetraut!

    Grüße Michael

  • @ Michael
    Bzgl. amerikanischer Farbtöne und der DRGW-Lackierung:
    Aspen Gold ist die Bezeichnung der DRGW für ihr Farbschema - ich könnte mir denken, dass Krauss-Maffei da auch die RAL-Karte genommen /gespielt hat und mit dem Zielfarbton der Rio Grande verglichen hat...da sind sie vielleicht auch auf RAL 1007 gestossen.
    Würde zudem erklären, warum es bei mir auch so gut paßt ;)

    Lackierung ist ein interessantes (und manchmal frustrierendes) Thema im Modellbau - ich fühle jedes mal die (An-)Spannung, wenn ich die Abklebung bei Lackierungen entferne - ist's was geworden? Abklebung unterlaufen? Pellt sich die Farbe mit ab?
    Meine Modelle habe ich bisher alle mit Acryl-Farben lackiert, da ja noch die Beschriftungs-Decals daruf müssen (z.T. selbst auf einem Tintendrucker erstellt) - den selbstgemachten Decals traue ich bzgl. des Überlackierens mit Kunstharz nicht so ganz über den Weg.

    Für die nächsten Modelle werde ich wohl eher auf einen professionellen Decal-Hersteller vertrauen - da werde ich wohl zu Kunstharz wechseln.

    Gruß
    Norman

  • Hallo Norman!

    Ääääh, Kunstharzlack habe ich nur angesprochen, weil es ihn in NCS-Farben im Baumarkt gibt!

    Ich bin kein Freund davon und nehme eigentlich immer 2-K-Lack, entweder Autolack oder neuerdings aus Kostengründen PU-Industrie-Lack. Den schmiert die DB auf die Loks und Airbus auf die Flieger (sind allerdings unterschiedliche Qualitäten!).

    Es gibt von 3M ein super Konturenband (Vinyl Tape 471), das sich sehr gut anschmiegt, sehr gut in gebogene Linien ziehen läßt und auch nach mehrmaligen Abziehen zu Korrekturzwecken nicht den Lack drunterlaufen läßt. (Guckst Du "PROSOL" = Lackhändler in München)

    Die drunterliegende Farbe hat sich bei mir noch nie beim Abziehen abgepellt, wohl aber hatte ich bei anderen Gelegenheiten Probleme mit der Haftung.

    Vielleicht bist Du zu ungeduldig und der untere Lack ist noch nicht richtig hart? Dann besteht die Möglichkeit, daß der Kleber des Bandes sich mit dem Lack verbindet.

    Oder der Füller ist nach dem Naßschleifen nicht richtig getrocknet. Hatte ich mal bei einem Urmodell, das Wachs zum Formabnehmen wollte daher nicht so richtig haften.

    Manchmal ist auch ein zu feines Schleifen des Füllers nicht so hilfreich. Hatte ich auch mal bei obiger Gelegenheit, ich höre daher immer mit Körnung 360, allerhöchstens 500 naß auf. Unterstützt auch meine Faulheit!!!

    Grüße Michael

  • Hallo an alle!
    Was das Lackieren und Abkleben angeht, ich habe da kürzlich einiges Dazulernen dürfen.
    Dadurch das meine Freundin in einer Lackiererei arbeitet und ich, dadurch mehr oder weniger, direkt an der Quelle sitze, was Material und
    Verarbeitungsfragen angeht, habe ich mich kürzlich daran getraut meinen VW Golf neu zu lackieren, ok Modelle hab ich ja schon lackiert, aber so ein 1:1 Golf ist ja schon was recht großes.

    Zum Abkleben: wir haben Abklebband der Firma Schüller verwendet, klebt echt super und ist in jeden Farbenfachhandel zu haben, beim abkleben das Band im Verlauf nach dem Auftragen nochmal mit einer sogenannten Chinaspachtel andrücken, ergiebt wunderbar scharfe Kanten.
    Wenn eine Kontur entstehen soll, mit einem Bleistift oder Kuli anzeichnen und anschließend mit einem Skalpell oder Tepichmesser das Abklebband schneiden und den Verschnitt ablösen, anschließend das Band wieder mit der Chinaspachtel andrücken, aufpassen das, dass Messer schön scharf ist und der Schnitt scharfkanntig ist, darf nicht ausgefrannst sein sonst läuft der Lack darunter.
    Mit dem abziehen, sollte man solange warten bis der Lack trocken ist, bei Autolack ca 15 bis 20 min, mehr als 30min auf keinen Fall, kann sein das der Lack sonst ins Band einzieht, oder durch das Band durchsickert.

    Wir verwenden entweder Lack auf Nitro bzw Lösemittelbasis von DeBeer, oder Standox, bekommt man bei DuPont zu kaufen, die haben, zumindest bei uns, ein paar Filialen, ist zwar nicht der billigste Lack aber super zu verarbeiten.

    Pistolen, tun es zwar die aus dem Baumarkt auch, aber die haben so ihre Macken, entweder kann man die Füllmenge nich fein genug dosieren, oder die Lufmenge geht zu grob einzustellen, meistens lässt sich die Düsengeometrie garnicht feinjustieren, kann auch sein das der Farbbehälter bzw die Überwurfmutter der Düse lecken und dadurch hat man dann so hässliche Farbspritzer oder Tränen auf der Fläche.

    Eine gute Alternative sind Pistolen von SATA zb Minijet kostet ca 120€, oder eine von Devilbiss kosten zwischen 90€ und 400€ wobei eine
    GTi Pro Clear oder GTi Pro Digital zahlt sich schon aus, kein vergleich zu einer Baumarktpistole, das Arbeiten ist ein Traum!
    Ich selbst habe die Minijet und eine GTi Pro Clear, Düsen habe ich 0,8 ; 1,3 ; 1,4 ; 1,7 und 2,0mm wobei 1,7 Super für sehr große Flächen gut ist, und 2,0 verwende ich für Rostgrund oder Speziallacke wie zb Eisenglimmer oder Zinkfarbe.
    Einwegfarbbehälter sind sehr zu empfelen! :thumbup:

    Zum Lackieren selbst, blankes Blech selbst leicht anschleifen, Rostschutzgrund auftragen, diesen nach dem austrockenen , 24h !, mit Schleifpapier oder Schleifscheibe Körnung 380 anschleifen und eventuelle Dellen auskitten, gekittete Stellen mit Körnung 400 bearbeiten.
    Wenn nötig Füllern, bei Autos auf jeden Fall, bei Traktoren, Baumaschinen oder Modell nicht unbedingt nötig, mit Nassschleifpapier Körnung 1000 bis 1200 anschleifen.
    Zu lackierende Fläche mit Siliconeentferner reinigen und anschließend Lackieren.
    2K Lacke, egal auf Wasserbasis oder Nitro etc. sind meist im Verhältniss 2:1 mit ca 10 bis 20% Verdünner anzumischen, aber Achtung, zu dünn neigt der Lack zum Verlaufen oder Tränenbildung.

    Wenn dann doch mal was passieren sollte, mit Schleifpasste und Lackreiniger lässt sich einiges wieder Wegmachen, auch Lackiernebel lässt sich so leicht entfernen.
    Soll dann noch Klarlack darauf, wenn nötig Abkleben, mit Nassschleifpapier 1000 leicht anschleifen, wieder mit Siliconeentferner reinigen und Lackieren.
    Ach ja, auch wenn der Lack nach 15 bis 20min Trocken ist, ja nicht schleifen oder fest drüberfahren, er benötigt 24h zum aushärten, ansonsten ist sofort das Schleifpapier total verklebt, die Oberfläche ist hinüber und man kann von neuen beginnen, achja man zieht in diesem Fall den Lack unter dem Abklebband auch sehr leicht mit ab.

    Es wäre noch zu sagen, mit 2K Lack kann man auf 1K Lack drauflackieren, umgekehrt bekommt man dann so eine hässliche Haut auf der Lackierten fläche. Man kann auch 1K Rostschutzgrund auf Wasserbasis verwenden und dann mit 2K Nitrobasis drübergehen, nur umgekehrt gibts probleme.

    Dann noch einen Tipp, man kann auch mit einer Rolle sehr gute ergebnisse erziehlen, man nehme eine Hartschaum oder Neoprenrolle, den Lack nicht zu dünn anmachen, sonst hat man überall so kleine Bläschen drinnen, bei Hartschaumrollen darauf achten das sie nicht aufgehen, sobald man da was merkt, sofort Rolle tauschen ansonsten löst sie sich auf und man hat überall die Schaumstückchen im Lack.
    Wenn der Lack ausgedrocknet ist mit Nassschleifpapier Körnung 800 glattschleifen und mit 1200er oder noch feiner anschleifen, anschließend mit Klarlack lackieren, fast niemand wird den Unterschied zu einer lackierten Fläche sehen.

    Dann noch etwas zum Lackverbrauch, wenn die Pistole richtig eingestellt ist, kann man sehr mit der Farbe sparen, ich habe für den gesamten Golf nur ca. 600g Farbe benötigt, bin aber zweimal drüber gegangen!
    Drei Liter habe ich gekauft, jetzt könnt ich gleich noch ein paar Autos machen. :D

    Hoffe es ist für den ein oder anderen etwas Brauchbares dabei.

    Achja bevor ich es vergesse, die Maschine sieht echt voll super aus! Will auch haben :thumbup: .
    MFG Michael

  • Michael:
    Für das nächste Projekt werde ich schauen, Deinen Ratschlägen zu folgen bzgl. Farbwahl, Anmischung, Sprühpistole etc.
    Danke für die Tips...

    Zum Projekt:
    In Hinblick auf die Teilnahme an der US-Convention in Adliswil letzte Woche hat sich ein gewisser Fortschritt an diesem Projekt eingestellt:

    Gruß
    Norman