Der Erkönig für Eisenbahner...

    • Offizieller Beitrag

    Der "Eisenbahner"-Erlkönig

    Wer rollt so gemütlich mit Rückenwind,
    den Schnellzug am Haken, die Frontscheibe blind,
    es ist der D 0815, mit Diesel bespannt,
    ist drei Stunden später, doch er fährt noch durchs Land.

    Es ist fast ein Wunder, denn von den Motoren
    hat einer beim Anfahren zwei Pleuel schon verloren.
    Der andere hat Wasser und arbeitet hydraulisch,
    doch im großen und ganzen, die Fahrt ist erbaulich.

    Das Strömungsgetriebe, das poltert und kracht,
    der Steuerölwächter hat sich auf und davon gemacht.
    Den Ölstand kann man mit Müh noch erkennen,
    und auch ein Magnetventil bekommt schon das Rennen.

    Zwei Leistungsschutzschalter, die fielen schon raus.
    auch der Kraftstoff ist bald aus.
    Am hinteren Schaltschrank, da brennen die Lampen.
    und selbst die Spannung fängt an zu schwanken.

    Mein Beimann, was birgst du so bang im Gesicht ?
    Siehst du, Meister die Rauchfahne nicht ?
    Da ist bestimmt eine Leitung gerissen,
    warum wir noch fahren, das möchte ich wissen !

    Die Drehzahl sinkt, der Öldruck wird kleiner,
    von den Scheibenwischern geht nur noch einer,
    aus dem Lager pfeift es wie aus einem Vogelnest,
    am hinteren Drehgestell ist die Bremse fest.

    Sie erreichen das Endziel mit Müh und Not,
    starten können sie nicht mehr, die Batterie ist tot,
    und doch sind sie glücklich, es war ihr letzter Kampf,
    ab morgen fahren sie beide, laut Dienstplan mit Dampf.

    Quelle unbekannt

  • ... zumindest ab und an ... .

    Ich kenne die "Dampf-Erlkönig-Geschichte";
    und sie erinnert mich an - inhaltlich ähnliche - Erzählungen von einem ehemaligen PLAN-Lokführer der ÖGEG'schen Reko 01;
    seinerzeit in Saalfeld {01 533}.
    Eine Zeit lang war der Dienst auf den vertrauten und zuverlässigen DAMPFern durchaus weniger stressig als auf den ...
    ... NEUEN Diesel-Loks - hat Ralf mal erzählt .....

    DANKE Klaus, für's Einstellen dieser - für jeden "DAMPF-Fan" - höchst erquicklichen und durchaus NICHT "frei erfundenen" Geschichte ;) ... !

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

  • Hallo die Runde
    War ein bißchen Suchen und hab noch ein Gedicht gefunden.

    Leise rieselt der Schnee,
    langsam erfriert mir mein Zeh,
    und du siehst weit und breit
    keine S-Bahn zur Zeit.

    Auch der Lautsprecher schweigt,
    während die Stunde sich neigt,
    plötzlich es doch noch erschallt:
    "Freu dich, die S-Bahn kommt bald".

    Bald fährt sie auch dann ein,
    nur, du kommst da nicht rein,
    Massen steh'n bis an die Tür,
    bleib nur draußen und frier'.

    Ja, Frühling, Sommer, Herbst und Winter
    sind der S-Bahn böse Kinder,
    Leise rieselt der Schnee,
    das tut der S-Bahn so weh,
    doch aus dem Lautsprecher schallt:
    "Freu dich, die S-Bahn kommt bald".


    (c) Rosemarie Haar, Berlin, Dez. 2010


    Ein weiteres gefunden.

    Eine verflixte Fahrt

    Fährt man Züge heut`zu Tage
    hat man öfters seine Plage.
    Denn wie`s meistens dann so ist,
    stößt man auf ein Hindernis.
    Ärger gibt`s von allen Seiten
    oftmals wegen Kleinigkeiten.
    So wird zum Beispiel unbestritten,
    die Fahrzeit immer mehr beschnitten.
    Bei den Gleisen dieses Rennen
    muß man wirklich Wahnsinn nennen.

    So hatt` ich nämlich eine Tour,
    wir fuhren nicht, wir schwitzten nur.
    Denn uns`re V-Lok war entzwei
    da gab`s `ne Dampflokschweinerei.
    Der Feuerschirm ein Trümmerhaufen,
    unterwegs dann Rohre laufen
    und mein Heizer löffelt nur,
    doch von Druck war keine Spur.
    Achte schon am Manometer,
    immer weiter runter geht er.

    Dann das Schleudern ! Ich gab Sand
    Da platzte noch der Wasserstand.
    Vor lauter Dampf war nichts zu sehn`,
    jetzt bleibt auch noch die Pumpe steh`n.
    Trotz des Klopfens oben, unten,
    ihre Treibkraft blieb verschwunden.
    Auf dem Tacho meine Mütze,
    unten ein Wasserpfütze.
    Keine Luft! Kein Wassertropfen!
    Ausgeglüht der Bleischmelzpfropfen!

    Scheinbar lags am Rückenwind,
    daß wir noch gefahren sind.
    Und schließlich in der Bahnhofshalle,
    wo die Schiene endlich alle,
    warf ich rum das Bremsgewicht,
    doch die Bremse bremste nicht.
    Der Prellbock wurde wegrasiert,
    die Pufferbohle leicht lädiert.
    Und des Kessels Vorderwand
    im Wartesaal am Biertisch stand.

    Ein Bierfaß unter`m Drehgestelle
    brachte dann den Zug zur Stelle.
    Verloren waren auch die Schwingenbolzen
    und die Achsen ausgeschmolzen.
    Die Schieber nicht mehr ölten,
    alle Hängeeisen fehlten.
    Auch die Stangen waren krumm,
    schließlich fiel der Heizer um.
    Und ich weiß nicht, was alles noch,
    aber pünktlich war`n wir doch.

    Kunst kommt von Können, weil wenn es von wollen käme hies es Wunst.

    Einmal editiert, zuletzt von Arno Brucke (27. April 2012 um 01:54)

  • Hallo die Runde
    War ein bißchen Suchen und hab noch ein Gedicht gefunden. ...


    DANKE für's Einstellen :thumbup: !!!!!

    OB er wohl den Regler "beigezogen" hat ... BEVOR er "Luft gab" ;( .....

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

  • Hallo Panki,

    Den Urheber des Erkönigs kann ich dir sagen, die Jüngeren hier im Forum werden ihn vielleicht aus dem
    (Eisenbahn-)Geschichtsunterricht kennen, denn es ist: Johann Wolfgang von Mehdorn
    der hier->

    Aber bevor ich euch den II.Teil präsentiere, hier noch die VT-Version des I.Teils (etwas Spannung muss sein :D )

    Der Erlkönig
    nach Johann Wolfgang von Mehdorn

    Wer rollt so gemütlich mit Rückenwind,
    die Klimaanlage defekt, die Frontscheibe blind,
    es ist der 642 044, mit Graffiti verziert,
    ist drei Stunden später, die Fahrgäste irritiert.

    Es ist fast ein Wunder, denn von den Motoren
    hat einer beim Anfahren stark Leistung verloren.
    Mit Störungen ist das Display randvoll,
    die Flachstellen sind auch ganz toll.

    Im Brauchwasserbehälter herrscht stille,
    dafür ist das WC voll bis zur Brille.
    Eine Tür ist seit Tagen verschlossen,
    und der Lack in der Sonne verschossen.

    Das Getriebe, das poltert und kracht,
    das Kühlwasser hat sich auf und davon gemacht
    Den Ölstand kann man mit Müh noch erkennen,
    und auch ein Magnetventil bekommt schon das Rennen.

    Zwei Leistungsschutzschalter, die fielen schon raus,
    der Kraftstoff, wen wundert's, ist auch bald aus.
    Im Schaltschrank, da brennen die Störungslampen,
    und selbst die Spannung fängt schon an zu schwanken.

    Mein Beimann, was bist du so bang im Gesicht?
    Siehst du, Meister die Rauchfahne nicht?
    Da ist bestimmt eine Leitung gerissen,
    Warum wir noch fahren, das möchte ich wissen.

    Die Drehzahl sinkt, der Öldruck wird kleiner,
    von den Scheibenwischern geht nur noch einer,
    aus dem Lager pfeift es wie aus'nem Vogelnest,
    am hinteren Drehgestell ist die Bremse fest.

    Sie erreichen ihr Endziel mit Müh und Not,
    starten können sie nicht mehr, die Batterie ist tot,
    und doch sind sie glücklich, es war ihr letzter Kampf,
    ab morgen fahren sie beide laut Dienstplan mit Dampf.

    II.Teil:
    Der nächste Tag, der rückt heran
    Die 01 Kohle dampft am Wasserkran.
    Der 0815 schon am Bahnsteig steht,
    ein heißer Hauch ins Gesicht ihr weht.
    und nun sind sie glücklich, sie fahren auf Dampf.

    Die Ausfahrt frei, der Regler zischt,
    der Heizer den Schweiß vom Gesicht sich wischt.
    Der Zeiger steht kurz vor dem roten Strich.
    Die beiden denken nun nicht mehr an die Dieselgeschicht.
    Die Schaufel fährt knirschend Kohle hinab.
    er braucht dazu keinen Zauberstab.

    So fahren sie dankbar durch die Nacht,
    von vorne ein anderer Dampfer entgegenkracht.

    Der Abdampfschlag zuckt aus dem Schornstein heraus.
    der Dampf reicht solange noch aus.
    Der Zielbahnhof naht, die Fahrt ist vorbei.
    Die Ablösung da, die beiden sind frei.


    Und noch eins über den Verbrennungstriebwagen, kurz VT.

    Warum eigentlich Verbrennungstriebwagen?
    Guckst du: VT brennt

    Hier qualmt's zwar auch im Bahnhof, ist aber kein Grund, die 112 zu rufen:
    Qualm im Bahnhof Oranienbaum am 26.05.2006


    Da kam mir dieses weihnachtlich angehauchte Gedicht in den Sinn:

    Der Verbrennungstriebwagen

    Advent, Advent, ein VT brennt.
    Erst einer, dann zwei, dann drei, dann vier,
    dann fährt die zwoachtzehn wieder nach Trier.
    Und wenn von den Dingern dann noch mehr brennen,
    werden auch 01 und P10 wieder durch die Eifel rennen.


    Ihr lacht?
    Werktags im 643er-Umlauf fährt früh morgens und abends wieder eine 218 zwischen Euskirchen, Köln und Overath,
    wegen hohem Schadbestand bei den VT's.

    Und wenn unsere Finanzzocker mit unserem Wirtschaftssystem fertig haben, werden wir bald
    entweder gar nicht mehr fahren, oder mit Dampf ;)


    Gruß Dirk

    M.A. Verick:
    Die gefährlichsten Massenvernichtungswaffen sind die Massenmedien. Denn sie zerstören den Geist, die Kreativität und den Mut der Menschen, und ersetzen diese mit Angst, Misstrauen, Schuld und Selbstzweifel.

  • ... :) ... :thumbup: ... :thumbup: !!!!!

    Genialer Beitrag bzw. "Gedichterln" !!!
    DANKE !

    Zwar sind, soweit ich weiß, KEINE "abgebrannt" - ABER die HSB fuhr im Selketal vor kurzem auch eine zeitlang mit DAMPF anstatt "VT";
    eben w/"Triebwagen-Mangel" :rolleyes: .....

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

  • ... DASS Qualm - jedenfalls in dieser Ausprägung - absolute FEHL-Bedienung bzw. FALSCHE(!) "Feuer-Führung" voraussetzt (und obendrein PURE Energie-VERSCHWENDUNG bedeutet!);
    hält sich meine "Begeisterung" für solche "ÄKTSCHN" in engen Grenzen bzw. ist offengestanden gar NICHT vorhanden :thumbdown: !!!!

    Hier qualmt's zwar auch im Bahnhof, ist aber kein Grund, die 112 zu rufen:
    Qualm im Bahnhof Oranienbaum am 26.05.2006

    WAS aber natürlich NIX an meiner Freude über das Posting an sich bzw. die GEDICHTE ändert :) .

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

  • [quote='GeGa','index.php?page=Thread&postID=46124#post46124']... DASS Qualm - jedenfalls in dieser Ausprägung - absolute FEHL-Bedienung bzw. FALSCHE(!) "Feuer-Führung" voraussetzt (und obendrein PURE Energie-VERSCHWENDUNG bedeutet!);
    hält sich meine "Begeisterung" für solche "ÄKTSCHN" in engen Grenzen bzw. ist offengestanden gar NICHT vorhanden :thumbdown: !!!!

    Und diese "Äktschn" nennt man dann noch autentischen Betrieb, doch was ist wirklich autentischer Betrieb?

    Hier mal einige Beispiele, wieviel Qualm wirklich bei autentischem Betrieb in Bahnhöfen und Wohngebieten erlaubt ist:





    Das "WWW" ist voll von solchen Bildern, was aber viele heutige Museumspersonale nicht zu interessieren scheint,
    sie nützen der Dampflok dadurch wenig, da die Aktzeptanz bei den Mitmenschen abnimmt, je mehr man
    diese unnütz belästigt.
    Ist doch mit andere Dingen nicht anders, wenn z.B. jemand in der Nachbarschaft einen Hund hat, ist mir das eigentlich
    egal, solange ich nichts davon merke, z.B. in Form von Tretmienen, oder dass die die Tiere ohne Leine herumflitzen und
    zur unkalkulierbaren Gefahr z.B. für Radfahrer werden.

    In diesem Sinne
    Dirk

    M.A. Verick:
    Die gefährlichsten Massenvernichtungswaffen sind die Massenmedien. Denn sie zerstören den Geist, die Kreativität und den Mut der Menschen, und ersetzen diese mit Angst, Misstrauen, Schuld und Selbstzweifel.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    als ich das Gedicht gelesen habe hat mich das gleich an dieses hier erinnert, welches ich mal von einem Bahnerfreund geschickt bekommen habe. Auch die Aufmachung finde ich dabei sehr lustig und "bahngerecht"... ;)

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    liebe Grüße Jonas