Geared

  • Kristian,

    ja gemacht, im Prinzip. Zum Beispiel haben Steuerungen mit Kolbenschiebern die Dampfkanäle in die
    Schieberbuchse eingetieft/gebohrt (s. Baurückschau Bericht 15/3). Aber wie von Dietrich erwähnt,
    Voraussetzung ist 'genügend Fleisch am Knochen'. Die Shay Zylinderanordnung ist sehr eng,
    stärkere Zylinderwandungen wären hier nicht möglich.

    Gruss. Ted

  • Hallo Ted,

    Kolbenschieberbuchsen sind ja wohl gang und gäbe, mir ging es um Erfahrungen mit Zylindern, die ja wohl stärker beansprucht werden - da hätte ich Angst, eine vielleicht 2-3 mm starke Einsatzbuchse aus Grauguss mit z.B. 60 mm Innendurchmesser einzuschrumpfen (von der Herstellung mal abgesehen). Deshalb frage ich danach...

    Kristian

  • Dietrich,

    @Kreuzkopfbolzen. Die Sache findet wohl kaum Beachtung. Ein Shay Triebwerk ist ja irgendwie abartig für
    Experten 'anständiger' Dampfloks. Bei denen tritt dieses Problem so nicht auf, weil der dem Bolzen entsprechende
    Kurbelzapfen mit seiner Lagerung - dem Treibrad - unbeweglich verbunden ist. Dagegen kann sich ein frei drehbarer
    Kreuzkopfbolzen einer Shay Bewegungen wie die der Welle einer Freilaufsperre aneignen. Nicht nur das
    leichter ersetzbare Pleuellager, sondern auch Kreuzkopf und Bolzen leiern so aus.

    Danke für den Hinweis. Mein Bolzen ist auf der Kopfseite gegen Verdrehen gesichert,
    das Pleuellager hat eine Bronzebüchse.

    Gruss. Ted

  • Review_14.4 Zylinder, Finish

    Alle Dampfkanäle eingebracht.

    Abschliessend wurde der Bereich um die Bohrlöcher ausgefräst, damit der Flansch des Zylinderdeckels
    den Durchgang Dampfkanal-Zylinderbohrung nicht behindert. Links im Bild ist die Öffnung für die
    Zylinderentwässerung sichtbar. Der Kolben soll die Ränder dieser Ausfräsungen nicht überfahren.
    Die Tiefe ist dentsprechend gewählt, nicht an beiden Zylinderenden gleich (Zylinderflansch).

    Lichtest. Auch einmal 'untertags', so wie wohl der Kolben den Dampfeintritt erlebt.

  • Review_14.5 Zylinder Setup

    Zylinderköpfe. Inox Material ist bekanntlich zäh, besonders feine
    Gewinde können zum Problem werden. Falls - und die Festigkeit dies zulässt -
    können plus 5/ bis 10/100 Kerndurchmesser helfen.

    Weiche Backen spannen die dünnen Flansche zuverlässig und ohne Beschädigung.

    Der erste Setup dient zum Kontrollieren/Übereinstimmen der Zentren von Schieber-Welle und -Kreuzkopf Führung
    (Materialstärke Dichtung berücksichtigen).

    Ich beabsichtige Zylinderköpfe und Schieberkasten mit 0.4mm Dichtungspapier abzudichten.

    Frage: Kann jemand aus der Anwendung beurteilen, ob diese 0.4mm etwa zweckmässig sind?
    Danke vorweg.

    • Offizieller Beitrag

    Hi Ted,

    der Drilling steht ja sauber da. Ich mag deine Maschinenarbeit sehr.
    Ich kann dir hitzebeständige und dauerelastische Dichtmassen empfehlen, einfach
    auftragen und anschrauben, keine Probleme.So wie hier zu sehen....

    http://www.dampfbahn-zimmermann.de/gartenbahn/de/…e_objectTID=444


    ...oder massig Angebote von anderen Herstellern im Netz.

    Klappt prima, wenn man die Deckel mal abgebaut hat, die Masse mit einem Messer entfernen,
    Flächen säubern und erneut auftragen. Einfach schnell und problemlos.

    Viele Grüße,
    Christian

  • Zu Deiner Frage, Ted, hab ich eine Gegenfrage...

    Hast Du mal an ein Product wie LOCTITE 565 gedacht?
    Wenn ich dessen Doku recht verstehen, dann ist dies das flüssige Equivalent von Teflon Band. Es kann bei Hydraulic, Pneumatic, Gas, Wasser und Dampf bis 5000 psi eingestzt werden. Die Verbindung kann leicht wieder gelöst werden, es lösen sich aber keine Krümel ab etc.

  • Hallo Ted,

    ob die von Dir genannten 0,4 mm "Dichtungsstärke" in Ordnung sind, kann ich so schlecht sagen, weil ich nicht weiß, mit wieviel "Luft" Du in den Zylindern konstruierst.

    Ich bin bei den Dichtungen eher etwas "altmodisch" und verwende ABIL in den Stärken 0,25 und 0,5 mm. Diese Blattstärken reduzieren sich im montierten Zustand etwas, so dass das ausgefüllte Spaltmaß dann um 0,15 / 0,4 mm beträgt.

    Von flüssigen Dichtungsmitteln halte ich wenig, weil ich sehr oft gesehen habe, was nach "etwas wohlwollender" Dosierung denn in Schieberkästen und Zylindern so zu finden war. Außerdem hat eine ABIL-Dichtung nach meinen Erfahrungen eine deutlich höhere Standfestigkeit als die flüssigen Varianten.

    Viele Grüße
    Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

  • Hallo Ted

    Das ganze Gefummel mit Papierdichtungen ist doch was für Anfänger und macht ständig neue Probleme.
    Wenn ich sehe, wie professionell du arbeitest, sollte doch der Einstich einer exakten Ringnut für dich kein Problem sein.

    Dann einen O-Ring einlegen und es ist Ruhe!

    Jederzeit demontierbar, kein Gegammel auf den Dichtflächen und keine Inkontinez mehr.
    Ausserdem ist das exakt Masshaltig.

    mfg

    Thomas

  • Hallo,

    bei meiner Shay-Damfmaschine hatte ich auch Teile mit Flüßigdichtung geteste. Das ende vom Lied waren Leckagen weil's nicht dicht war und, noch schlimmer, verklebte Schrauben im Zylinderblock die sich nicht mehr lösen ließen... Seit dem bin auch ich wieder beim Abil angekommen. Einfach, Sicher, paßt...

    Allerdings sollte man beim Bau die "Dicke" der Dichtung schon ein wenig berücksichtigen, damit Gleitbahnführungen und so weiter auch sauber fluchten.

    Grüße, Gerd

  • Ich bedanke mich für die Hinweise und Ratschläge.

    Eigenlich versuche ich die Oberflächen so zu bearbeiten, dass sie
    metallisch dicht sind/wären. Zusätzliches Dichtungsmaterial dient
    also nur dazu, von der Theorie abweichende Unebenheiten zu
    füllen. Die Frage nach der Papierdicke war also etwas schlicht formuliert.
    Es ging mir eher darum, welche Stärke lässt sich noch handhaben (zu dünn?),
    schwindet dickeres Material (Schrauben nachziehen), etc.

    Christian. Das Zimmermann Produkt war mir nicht bekannt. Überlege
    mir einen Versuch, insbesondre auch wenn ich annehme, dass du es aus der eigenen Anwendung kennst.

    @Johannes. Bei meiner 64er dichtet Loctite #574 die Zylinderdeckel bisher einwandfrei ab. Ich nehme mal an, Marketing lässt sich da immer wieder
    neue Nummern einfallen, aber für Laien Anwendungen sind die Produkte etwa gleichwertig. Aber: Was mir nicht gefiehl, war das 'Geschmiere', darum
    die Frage nach Papier.

    @Dietrich. Du nimmst ein Schwundmass von 1/10 an, also Schrauben (einmalig) nachziehen. Ich habe zwar nicht Abil, aber wird so etwa
    hinkommen.

    Thomas. Ich weiss nicht wie du das überall schaffst, bei mir ist meist zu wenig Platz für eine Ringnut. Auf dem letzten Foto sieht man
    (Dampfein/-auslass), dass nur Platz für ein O-Ring war. Den anderen Flansch werde ich wohl klebe-dichten.

    @Gerd. Wie oben gesagt, meine Erfahrung mit Loctite war in der Anwendung 'klebrig', aber das Resultat passt.

    So wie's aussieht, wird's wohl von allem etwas werden. O-Ringe: Dampfdom, Flansche Dampfleitungen. Klebe/Flüssigdichtung: Schieberkasten, masshaltig um das Fluchten der Steuerungsteile sicherzustellen. Papier: Zylinderköpfe, Deckel, für ev. Wartungszugang. Bloss keine Inkontinenz.

    Gruss. Ted

  • Review_16 Slide Valve Tuning

    Die Schiebersteuerung wird nach den gegebenen/berechneten Werten gefertigt
    und erstmalig eingebaut. Es ist anzunehmen, dass die Einstellung der 3 Schieber
    einer Shay nicht auf Anhieb optimal ist. Feinabstimmen/Tuning sollte
    also möglich sein. Das Forum gibt dazu Anweisungen.

    Abstimmen heisst, die wirksame Länge der Schieberstange verändern.
    Kozo Hiraoka (Building the new Shay) und andere schlagen dazu vor, die Muschel
    mittels einer Art Spindelmutter entlang der Schieberstange verschiebbar zu machen.
    Offensichtlich ist der mittlere Schieberkasten einer 3 Zylinder Shay und damit die
    Spindelmutter aber nur zugänlich, nachdem der Frontzylinder demontiert wurde,
    was Kozo vorschlägt.

    Weil zu umständlich ist eine Lösung gesucht, die ein Abstimmen ohne Zugang zur
    Schieberkasten ermöglicht. Denkbar wäre ein Rechts-resp. Linksgewinde in Spindelmutter
    resp. Kreuzkopf. Linksgewinde Werkzeuge sind aber weniger verbreitet und daher teuer.

    Die gewählte Lösung benützt zwei Rechtsgewinde: In der Spindelmutter M5, im Kreuzkopf
    MF5x0.5. Eine Umdrehung der Schieberstange verschiebt die Steuerkante der Muschel dabei
    also um 0.3mm. Der schwierige Zugang zum Schieberkasten erübrigt sich somit.

    Das Prinzip ist nicht Shay spezifisch, liesse sich also auch für andere
    Feineinstellungen nutzen.

  • Hallo Ted,

    Zitat

    Die gewählte Lösung benützt zwei Rechtsgewinde: In der Spindelmutter M5, im Kreuzkopf

    MF5x0.5. Eine Umdrehung der Schieberstange verschiebt die Steuerkante der Muschel dabei

    also um 0.3mm.

    das merk ich mir :thumbup: :thumbup: und werde es an meinem "MARTIN" bei nächster Gelegenheit umsetzen. Das erspart mir dann die Demontage der Schieberkästen und der Schieberschubstange in der Umsteuerschwinge, wenn die Schieber nachgestellt werden müssen.

    Beim Betrachten des Fotos ist mir übrigens aufgefallen, dass Du den Schieberstein recht schmal gemacht hast, so dass der nur auf etwa der halben Breite der Mitnehmer trägt und sich da einarbeiten kann. Was hältst Du davon, ihn etwas breiter zu machen? Die Kraft zu seiner Betätigung bleibt gleich, aber die Flächenpressung auf den Mitnehmern wird geringer.


    Weiterhin frohes Schaffen
    Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

  • Hmm....

    Also erstmal finde ich die Lösung gut ausgedacht mit den beiden unterschiedlichem Gewinden. Die hat wirklich etwas, auf daß ich jetzt auch nicht gekommen wäre.
    Aber eines verstehe ich nicht so ganz.

    Du möchtest eine Nachstellmöglichkeit haben für die Schiebermuschel.. soweit klar. Aber du mußt doch den Deckel so oder so öffnen, damit zu weißt wo und wie die Muschel steht. Oder magst du das rein über Gehör und Gefühl machen? An diesem Punkt kann ich dem ganzen nicht wirklich folgen.

    Ansonsten wie immer großes Kino und saubere Bauausführung. Da dürfte ja dem Anheizen im nächsten Jahr wenig im Weg stehen wenn das so weiter geht...

    Grüße vom Gerd, der "geared Steam" gerade nur in kleineren Maßstäben bastelt...

  • Dietrich, Gerd,

    Dank euerem feedback weiss ich jetzt, dass ich nicht als Einziger die
    Verwendung zweier Gewindesteigungen nützlich finde.

    @Dietrich, >>schmaler Schieberstein. Magst recht haben, überlegs mir.
    Wollte Gewicht sparen (vertikal Bewegung), vielleicht am falschen Ort
    und unerheblich in der Wirkung.

    @Gerd, >>Muschel einstellen. Klar, erstmalig nach Plan und Sicht
    bei offenem Schieberkasten. Später bei Bedarf und geschlossenem
    Schieberkasten, in Stichworten und 'Shay Sprache': Piston dead center,
    cylinder cocks, bubbles. Details dazu zB. auch im Forum unter 'Steuerung'.

    Gruss. Ted

  • Review_20.3

    Shay Class C Engine 7 1/4"
    On Air, passed 29.12.2014

    Drucklufttest. Anlaufdruck vor - und rückwärts irgend etwas kleiner als 0.3 bar.
    Bisher rund 2 Std. Testzeit, mit Drehzahlen bis 800 U/min. Kein nachträgliches Tuning.

    Ich hatte meine Erwartung an eine Maschine mit 3 Zylindern. Die erfreuliche runde
    Laufruhe hat trotzdem überrascht. Insbesondre in Anbetracht dessen, dass
    die Schwungmasse - im wesentlichen nur bestehend aus den 6 balancierten
    Kurbelwangen - relativ klein ist im Verhältnis zur Masse der Treibräder
    bei einem konventionellen Stangen Triebwerk.

    ...there isn't a flywheel to help smooth out the motion.