Kugellager im Eisenbahnbau

  • Hallo,


    Um Christians Beitrag zu seinem Projekt J zu ergänzen, möchte ich hier etwas zum Anfang der Verwendung von Kugellagern im Eisenbahnbau schreiben.
    In Europa begann die Ausstattung von Wagenachsen im Jahr 1911 in Schweden und Finnland. Die Schweden haben ja unter anderem auch die Pendelrollenlager erfunden und diese wurden bei SKF (Aktiebolaget Svenska zu Gothenburg, jetzt Göteburg) gebaut.

    Diese ersten Versuche fielen sehr günstig aus, die Lager funktionierten sehr gut, es waren sogar im Jahr 1913 Schlafwagen damit ausgestattet, die auf der Linie Stockholm-Berlin liefen. Die Einsparung von Schmiermitteln und der Aufwand für das Abschmieren war für die Wirtschaftlichkeit von erheblicher Bedeutung. Dazu kam der leichtere Lauf der Kugellager und damit eine erhebliche Verringerung der notwendigen Zugkraft. Die Lager wurden auch an den Wagen für die Eisenerzbeförderung eingesetzt und haben sich sehr gut bewährt, da diese Züge relativ langsam mit gleichmäßigem Tempo fuhren.

    Im Jahr 1913 wurde eine 2 C 1 Heißdampf-Vierzylinder-Verbund-Schnellzuglokomotive Typ Litt. F. der kgl. Schwedischen Staatsbahn auf der Baltischen Ausstellung in Malmö vorgestellt, deren Laufachsen und Tenderdrehgestelle mit Kugellagern gebaut waren. Jedes Lager bestand aus zwei Radiallagern für die Gewichtsbelastung, das jeweils maximal 6600 kg bei 550 U/min zu tragen konnte. Außerdem war ein Lager für den Seitendruck vorhanden.

    Das dürfte die erste Lokomotive in Europa sein, die mit Kugellagern ausgestattet war.
    Wann das erste Mal dann für die Stangen und Steuerung solche Lager verwendet wurden, habe ich noch nicht gefunden.

    Den leichteren Lauf von Kugel- bzw. Wälzlagern gegenüber Lagerschalen und Buchsen hat ja Christian gerade an seinem Projekt J sehr anschaulich vorgeführt.

    Schönen Sonntag noch
    Michael

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Mike,

    wie immer interessanter Stoff den Du lieferst! Danke.

    Die Firma Timken hatte Absatzprobleme , um wieder mehr Lager zu verkaufen schafften sie sich eine Dampflok an um damit zu demonstrieren , was die Wälzlager der Eisenbahn für Vorteile bringe.
    Es wurde eine erfolgreiche Zusammenarbeit, so wurden viele Superpower Lokomotiven erst so richtig erfolgreich mit den Timken Lagern und den Timken Gestängen.
    Um den ,auf ein 1/20tel reduzierten Rollwiederstand, im Gegensatz zu Loks mit Gleitlagern, zu demonstrieren , hat man drei Damen auf Highheels gebeten die Lok mit der Nummer 1111 mit Hilfe eines Seils zu ziehen, dies gelang den Damen....

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    Viele Grüße
    Christian

    Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein !!! :D Ich bin der Fräser Eilig, was ich nicht fräs das feil ich.... Genitiv ins Wasser weil es Dativ ist :pinch:

    Einmal editiert, zuletzt von Steamchris (19. März 2017 um 11:40)

  • Noch eine kleine Tatsache :
    Die Lok 2000 (Re 460 / 465) darf niemals (!) ungebremst irgend wo stehen !

    Durch die Verwendung von Kolektor losen, und somit berührungs losen, Drehstrommotoren, rollt die 84 Tonnen schwere Lok, bei der geringsten Neigung im Gleis, gleich weg !