Hallo zusammen,
beim letzten Insidertreffen in Schackendorf kam es bei meinem Zug infolge einer Spurerweiterung zu einer Entgleisung mit darauf folgender Zugtrennung. Die plötzliche Verringerung der Geschwindigkeit von Vmax auf Null hat den vordersten Zughaken des ersten Wagens überbeansprucht und das Gewinde am Zughakenende ist abgerissen. Der Zughaken war ein Kaufteil der früheren Fa. Reinhard und Schmitz CNC-Technik, die sich aber inzwischen aufgelöst hat. Der Haken war aus einer quadratischen Messinglegierung mit einem 3 mm Loch für einen Splint. Aus früheren schlechten Erfahrungen mit Splinten habe ich dieses nicht genutzt und statt dessen lieber ein Gewinde auf den Vierkant geschnitten. Aus mir heute nicht mehr bekannten Gründen hatte ich mich für M 4 entschieden. Und genau hier lag der Fehler, das Gewindestück ist abgerissen worden. Ich hätte auf das Querloch als Sollbruchstelle getippt, aber es lohnt sich, eine Querschnittberechnung durchzuführen. Hinterher ist man immer schlauer als zuvor.
Die Flächen über und unter der Querbohrung haben in Summe einen Querschnitt von 18 mm2.
Die Spannungsquerschnittsfläche einer M 4 Schraube beträgt nach dem Tabellenbuch Metall DIN 13-1 nur 8,78 mm2, also 10 mm2 weniger.
Wieder zuhause angekommen und die Werkstatt in Reichweite wurde ein neuer Zughaken aus Niromaterial "aus dem Vollen" geschnitzt. Leider war in meiner 6 mm Restkiste kein genügend großes Reststück verfügbar, deshalb wurde der neue Haken aus diversen Reststücken zusammengesetzt.
Dem Ratschlag des Echtdampfanfängers folgend, habe ich darauf verzichtet, auf das Vierkantende das Gewinde zu schneiden. Statt dessen habe ich lieber eine fertige Schraube angeschweißt.
Die Enden wurden angefast und mit Zusatzdraht zusammengeschweißt.
Der Haken selber wurde an der Bohrerschleifmaschine in Form gebracht.
Nach dieser Reparatur wird bestimmt weder der Haken noch das Gewinde aufgeben, wahrscheinlich reiße ich beim nächsten Mal die gesamte Pufferbohle ab.![]()
Gruß Wolfgang