Stehkessel aus Messing

  • Hallo zusammen

    Könnte man ein Kohlekessel für Spur G ,die Feuerbüchse Rauchrohre aus Kupfer herstellen,und den Stehkessel aus Messing? Ging das?

    Kupfer ist ja ein guter Wärmeleiter ..da wo man sieh braucht. Kommt ja dann keine Kohle an Messing.

    Ist nur so eine Information für mich.

    Was meint ihr?

    Gruss

    Bernd

  • Hallo Bernd!

    Bei Messing besteht die Gefahr der Entzinkung, womit das Material seine Ferstigkeit verliert. Unter welchen Umständen??????

    Es wurden und werden zwar Kessel aus Messing hergestellt (Wilesco, Regner usw.). Nach der Druckgeräterichtlinie wird bis 2Ltr Kesselgröße lediglich "eine gute Ingenieurspraxis" gefordert, was immer man darunter verstehen mag. Als "Macht doch was Ihr wollt"-Regel sollte man das nicht sehen, da im Schadensfall dann die "anerkannten Regeln der Technik" ins Spiel kommen können. Dann würde man auf die Bestimmungen für größere Kessel sehen wo die uns i.d.R. zugänglichen Messingsorten als Kesselbaumaterial nicht zugelassen sind.

    Aus diesen Grund bau ich meine Kessel komplett aus Kupfer. Meine VII K und Kittel DTW von Regner haben Ersatzkessel aus Kupfer von mir erhalten. Lediglich meine IV K hat einen Messingkessel von Reppingen, den ich besonderes im Blick habe (öfter zwischendurch Wasserdruckproben).

    Das meine Ansicht dazu.

    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose

    2 Mal editiert, zuletzt von gerd23029 (3. Januar 2020 um 14:16)

  • Da die kleinen Messingkessel maximal 1,5 Bar aushalten müssen in einer stationären Blechspielzeug - Anlage ist das ok, a b e r sonst, bei höherem Druck, empfehle ich auch unbedingt hartgelötetes Kupfer oder geschweißten Kesselstahl aus den oben schon erwähnten Gründen !

    explosionsfreien Gruß

    Joe

    • Offizieller Beitrag

    Moin zusammen,

    " explosionsfreien Gruß "

    Technisch nicht in Ordnung, ein Kessel zerknallt, weil keine Explosivstoffe beteiligt sind......

    Gruss
    Hinrich

    Wie soll ich wissen was ich denke bevor ich höre was ich sage ?(

  • Wenn du es so genau nimmst , öffnet sich die schwächste Naht an einer durch Lötung oder Schweissung im Metallgefüge geschwächten Stelle relativ ruckartig um dann den Druck innerhalb kürzester Zeit ab zu lassen (Hiermit schalte i c h den Besserwissermodus wieder ab !)

    vorsichtigen Gruß

    Joe

  • Hallo

    danke für die Info.

    Ihr habt mehr Erfahrung mit Kupferkessel zu löten als ich.

    Um so ein Kessel zu löten,was habt ihr für Gasbrenner? Meiner ist vom Baumarkt der stärkste den die haben .

    Vilt hat jemand paar Fotos für mich?

    Wie viel KW haben die Brenner ?

    Gruß Bernd

  • Hallo Bernd!

    Ich hab von Rohtenberger den großen Indstrial-Satz aus dem Baumarkt. Damit habe ich, etwas grenzwertig einen 2Ltr. Kessel gerade noch gelötet bekommen. Besser ist hier einen 2. Person mit einem 2. Brenner. Vorsichtshalber löte ich nur mit Propan ohne Sauerstoff, da der das Material verändern könnte. Ich wollte mal einen defekten Teil eines Kessel mit Atzetylen und Sauerstoff herauslöten. Das Teil war dann eher herausgebrannt.

    Wenn Du vorher noch selten gelötet hast, erstmal an kleinen Teilen üben bevor Du an den großen Kessel gehst.

    Wichtig dabei, den Zusammenbau so zu planen daß nicht zuviel Material erwärmt werden muß, was mehr Energie benötigt. Also erst die Innenteile und zuletzt außen an den Rändern. Auch helfen Schamottsteine um den Kessel die Abstrahlwärme abzufangen.

    Die Lötthemperatur des Lotes spielt auch eine Rolle. Mit dem Fontargen A314 hhttps://www.sonderlote.de/epages/6217341…2SSTBA%20314%22, welches mit ~660°eine relativ geringe Lötthemperatur hat und läßt sich mit dem F300 Flußmittel gut verarbeiten.

    Tipp zum Link; eine hohe Stückzahl (VE) verringert den Einzelpreis pro Stab erheblich. Vorrat kann nie schaden.

    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose

  • Je stärker der Brenner ist , um so besser a b e r es kommt auch auf die Größe der zu verbindenden Metallteile an: Eine kräftige Flamme kann das Material schneller auf Temperatur bringen als eine kleine Funzel. Die oben erwähnte Änderung des Metallgefüges findet auf jeden Fall statt, daher ist auf ausreichende Wandstärke des zu verarbeitenden Materials zu achten, jedoch hilft eine kurze Bearbeitungszeit, den "Stress" für das Metall (Änderung der Molekülstruktur durch Wärmezufuhr) zu verringern. Es ist jedoch hilfreich eine zweiten kleinen Brenner für sehr feine Lötungen am Start zu haben

    Gruß Joe

  • Hallo

    Die Gefüge Veränderung, die beim Hartlöten auftritt ist eine Entspannung des Kristallgefüges. Das Kupfer wird weich.

    Grössere Teile aus Kupfer oder Messing lassen sich nur mit Sauerstoff/Propan ordentlich löten. Baumarkt Brenner haben da zu wenig Leistung.

    Das schwächste Glied bei langen Lötzeiten durch zu schwache Brenner ist nicht die Metallveränderung, sondern das Flußmittel, das seine Wirkung verliert.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas