Hallo Andreas (A76),
wenn ich mir den Plan von Trambahner (Beitrag 2) ansehe, ergeben sich für mich folgende Betriebszustände:
1. blaue und rote Leitung leer und Druckbehälter leer ==> Bremse offen, Zug kann von Hand verschoben werden
2. blaue Bremsleitung wird befüllt, in allen Vorratsbehältern baut sich der Leitungsdruck auf, ab dem Steuerdruck des 3/2-Ventils wird der Bremszylinder an die rote Bremsleitung geschaltet. Bis zum Umschalten wird der Bremszylinder mit geringem Druck angelegt.
3. Wird Druck auf die rote Bremsleitung gegeben, geht der Bremszylinder in Arbeitsstellung und legt die Bremse an. (Leer = Bremse gelöst)
4. die rote Bremsleitung reißt ==> keine Bremsfunktion; entlastet man nun aber die blaue Bremsleitung, Notbremse, egal ob auf Lok oder irgend wo im Zug, steuert das 3/2-Ventil um und die im Druckbehälter des Wagens bevorratete Luft legt die Bremse an.
5. die blaue Bremsleitung reißt. Da jetzt die blaue Bremsleitung drucklos steuert steuert das 3/2-Ventil federbelastet um und die im Druckbehälter des Wagens bevorratete Luft legt die Bremse an.
Über das Drossel-/Rückschlagventil kann keine Luft aus dem Vorratsbehälter in die blaue Bremsleitung entweichen (Rückschlagventil-Funktion), die Drosselfunktion dient nur dem langsamen Befüllen, je nach Einstellung sind nahezu alle Wagen eines "festgekuppelten Zuges" immer gleich schnell wieder betriebsbereit.
Die von dir in #11 am 12.Oktober gezeigte Betriebssituation ist gar nicht möglich, da technisch Drossel und Rückschlagventil in Reihe geschaltet sind, nur in Zeichnungen werden die Funktionen parallel dargestellt. Die Rückschlagfunktion verhindert also das Entweichen der Luft über die blaue "offene" Leitung.
Volker