Waggonbau in Karlsbad

  • Hallo liebe Kollegen,

    ich wollte auch mein Projekt mit euch teilen, vielleicht findet das man interessant und vielleicht habe ich was übergesehen.

    In unserem Verein bauen wir zur Zeit ein Prototyp von 4-Achsiger Flachwagen für 7 1/4 Zoll Spur, auf welchem man ein Sitzbank anmontieren kann. Das Vorbild heißt ČSD Smmp. info hier

    Ich habe ein CAD Modell gemacht und jetzt montieren wir die erste Teile zusammen.

    Může jít o obrázek vlak, železnice a text

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  • jplomer 29. Januar 2024 um 23:32

    Hat den Titel des Themas von „Wagonbau im Karlsbad“ zu „Waggonbau in Karlsbad“ geändert.
  • Hallo Jan,

    der Flachwagen ist super. Meiner Ansicht nach aber als Basis für Personentransport völlig ungeeignet. Aus eigener Erfahrung, fahre oft genug als Lokführer Personenbeförderung, sollte die Unterkannte der Aufstandsfläche für die Füße nicht mehr als 3cm über der Schienenoberkante sein.
    Die Fahrgäste treten einseitig beim Aufsitzen auf die Aufstandsfläche, bei Erwachsenen kippelt dann der Aufbau und wenn dann ein Kind/Erwachsener "dummerweise" seinen Fuß unter der Aufstandsfläche hat kann dies sehr schmerzhaft enden.

    Auch fahren wir, aus Sicherheitsgründen wegen der nie vermeidbaren Entgleisungen, unsere Züge für Personenbeförderung mit Jakobsdrehgestellen zwischen den Wagen. So ist sichergestellt dass kein Wagen komplett umkippen kann und der Zugverband ist eine stabile Einheit.

    Volker

    Edit: Das Bild zeigt ein 7,25 Zoll Drehgestell für Personenbeförderung (derzeit Umbau von Lauf-zu Bremsdrehgestell) mit diesen Drehgestellen fahren wir auf mobilen Anlagen absolut entgleisungssicher. Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    3 Mal editiert, zuletzt von Volker Schulze (30. Januar 2024 um 08:26)

  • Hallo Jan,

    ich möchte Volkers Aussage unterstützen. Besonders, weil du ja wohl vereinsmäßig und damit irgendwie öffentlich fahren willst. Zwar kippt es in 7 1/4 Zoll viel weniger als in 5 Zoll, aber das Aus- und Einsteigen bleibt kritisch. Wenn du kannst, ziehe doch die Fuß-Aufstandsfläche seitlich runter bis auf kurz über Schienenkante. Kann allerdings sein, dass dann die Sitzfläche für kleine Kinder zu breit oder zu hoch wird (dafür wird es dir Opa und so mancher Bauchträger danken), also vorher mal an nem Pappmodell testen.

    Oder mache zumindest aussen eine Abstützleiste bis auf diese Höhe, auf die der Wagen beim seitlichen Kippversuch dann aufliegt. Wenn du diese dann noch an den Enden etwas schlittenförmig gestaltest, bleibt auch ein Kippversuch während der Fahrt ohne abrupte Folgen.

    Je tiefer und breiter, desto besser. Schau dir dabei aber auch die Weichenhebel gut an, die stehen manchmal hinterlistig nah am Gleis........

    Ich habe bei meinen 5 Zoll- Publikumswagen auch Kipp-Lehrgeld bezahlt, zu hoch und zu schmale Basis. Als Lösung habe ich sie dann vorne und hinten gekröpft angeschuht und mit Jakobsgestellen ausgestattet. So nach dem Motto: Tieferlegen geht nicht nur bei einem Manta ;)

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    Und übrigens: Ein schöner Wagen, den du da bastelst!

    Grüsse von Toni

  • Hallo Toni,

    deine Jakobsdrehgestelle ähneln sehr stark meiner Ausführung, und die Kröpfungen der beiden Wagen scheinen einen gemeinsamen Drehzapfen zu nutzen. Wegen eigener schlechter Erfahrung rate ich dazu immer den vorderen Wagen auf den hinteren aufzulegen und mit Federstecker zu sichern. Ich hatte einmal eine Zugtrennung weil sich am letzten Wagen ganz hinten jemand den Spaß machte sich an einem Geländer festzuhalten um zu sehen wie stark die Lok ist. Dumm, der Federstecker fehlte und der Wagenkasten sprang am vorderen Drehgestell aus dem Zapfen, der Wagen kippte um.

    Volker

  • Hallo zusammen,

    danke für Antworten.

    Die Gefährlichkeit was unter der Aufstandsfläche für die Füße klemmen, finde ich desto größer, je weicher die Federung ist und je weiter von Quermitte es stattfindet. Das sehe ich bei meine Konstrkution nicht kritisch zu sein, weil meine Federung sehr hart ist. (Der DG-Rahmen sowie Wagen selbst ist sehr verwindeweich um die Gleisungenauigkeiten auszugleichen). Die Position der Aufstandfläche verursacht auch kleiner "Kippmoment" beim Einsteigen.

    Das Umkippen kann theoretisch Problem sein. Die Idee mit Verkopplung die Nachbarnwagen war mir nicht bekannt. Trotzdem will ich zuerst beim Einzelnwagen bleiben. Ich habe schon einige Erfahrungen, wie hoch und außermittig der Schwerpunkt sein muss, um das alles umkippen. Und wieder, je größer Federsteifigkeit (um x Achse), desto bessere Stabilität - man muss aber Entgleisungssicherheit mit Verwindeweichheit absichern.

  • Hallo Jan,

    solange es keinen Unfall gibt ist alles ok. Wenn es aber zu einem Unfall mit Personenschaden kommt dann soll die Versicherung dies regulieren, finden die aber einen Mangel, verweigern sie die Zahlung und du/ihr haftet persönlich.
    Unsere Loks und Wagen sind alle entweder mit doppelter Kupplung (Schraubenkupplung + zweite Sicherheitsverbindung (Fangseil) oder starrer Kupplung gekuppelt.
    Ich glaube kaum dass du mit diesem Wagenkonzept in Deutschland auf einer Anlage Personenbeförderung durchführen dürftes.

    Als Einsatzleiter an einem Fahrtag in einem meiner Vereine definitiv nein.

    Volker

  • Hallo Volker,

    wenn Du die Haftpflichtversicherung meinst, möchte ich das nicht so stehen lassen. Haftung setzt immer ein Verschulden voraus (schuldhaftes Tun oder Unterlassen - z.B. einen bekannter Mangel nicht beseitigen) und die Leitungspflicht der Haftpflichtversicherung umfasst auch grobe Fahrlässigkeit - sie endet erst ab bedingtem Vorsatz aufwärts.

    Viele Grüße, Winfried

    Ich fahre auf Spur 7 (Regelspur) oder auf Spur 5 mit der Feld- und Waldbahn

  • je weicher die Federung ist und je weiter von Quermitte es stattfindet. Das sehe ich bei meine Konstrkution nicht kritisch zu sein, weil meine Federung sehr hart ist

    Hallo

    Weiche Federungen bei Publikumswagen, wie soll das funktionieren?

    Kurze Federwege sind wichtig, damit zwischen Leer und Besetzt kein Unterschied im Fahrverhalten auftritt.

    Entscheidend ist aber eine gute Dämpfung!

    Die erreicht man durch den Einsatz von Metall-Gummi Elementen als federndes Element.

    Bei uns kommen dafür im Jakobsdrehgestell vier 40x40mm Elemnte pro Achse zum Einsatz.

    mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Unsere Loks und Wagen sind alle entweder mit doppelter Kupplung (Schraubenkupplung + zweite Sicherheitsverbindung (Fangseil) oder starrer Kupplung gekuppelt.

    Also fahren bei euch auch Einzelnwagen, wo durch doppelter Kupplung das Umkippen einen einzelnen Wagen eliminiert wird? Also deine aussage bezieht sich nur auf Sicherheit gegen Umkippen, wofür du auch Lösung für Einzelnwagen kennst? Mein Deutsch ist nicht optimal, deshalb frage ich lieber.

  • Hallo Jan,

    Nein!!! Ich hatte geschrieben Loks und Wagen. Die Züge für Personenbeförderung sind alle mit Jakobsdrehgestellen zwischen den Wagen ausgerüstet. So wie es das Bild von Toni (Beitrag 3) zeigt.

    Volker

  • Moin Jan!
    Falls Du mit dem Jakobsdrehgestell nichts anfangen kannst:
    Es ist ein Drehgestell, auf Dem zwei zusammenhängende Wagenkästen gemeinsam liegen, wie hier bei einem H0 Modell eines zweiteiligen Doppelstockwagen´s der LBE in der Mitte:
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    Die DDR-Reichsbahn hatte mehrteilige Doppelstock-Gliederzüge auf Jakobsdrehgestellen zwischen den Wagen, wie hier; https://www.piko-shop.de/de/artikel/dop…llen-34968.html.
    In dieser Art sind dann auch die beschriebenen Züge zur Personenbeförderung gehalten.
    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose

  • Moin Jan!
    Falls Du mit dem Jakobsdrehgestell nichts anfangen kannst:

    So eine schöne Gelegenheit. Ich kenne die Jakobsfahrwerke sehr gut. Beruflich habe ich viel zu tun mit Jakobsdrehgestelle und an der Uni habe ich darüber schon was geschreibt, z.B.: https://www.linkedin.com/pulse/d-dart-c…an-plomer-iii-/ oder Google: "Jan Plomer D-DART" Mir war nur nicht bewusst diese Anordnung für Unterstützung der Kippstabilität zu nutzen.

    Hallo Jan,

    Nein!!! Ich hatte geschrieben Loks und Wagen. Die Züge für Personenbeförderung sind alle mit Jakobsdrehgestellen zwischen den Wagen ausgerüstet. So wie es das Bild von Toni (Beitrag 3) zeigt.

    Volker

    Alles klar, danke für Klärung. Ich muss diese Bedingungen in unsere Pläne berücksichtigen, wenn wir potenziell zu euch wollten. Z.B. in Neuötting, fahren die Fahrgäste sitzend relativ hoch auf einem Eas Wagen und ich habe nicht bemerkt, dass es gefährlich wäre. Was das hieße im Kontext deine Aussage? Sind das nur unterschiedliche Risikoniveaus, die die Betreibern übernehmen wollen?

  • Hallo Jan,

    in Neuötting sind dies ganz andere Voraussetzungen. Dort gibt es keine Aufstandsflächen für die Füße sondern sie befinden sich innerhalb des Wagens. Dies ist ein anders Konzept.
    In einem meiner Vereine existieren solche Wagen auch noch. Werden aber kaum noch genutzt.
    Ein-/Ausstieg dauert länger als bei den Wagen mit seitlichen Aufstandsflächen für die Füße.

    Volker

  • Hallo zusammen. Vielleicht gibt schon was zu berichten. Wir haben in dieser Saison den Wagen angesetzt und es war durchaus erfolgreich. Anbei ein Paar Bilder vom Betrieb sowie von Drehgestelluntersuchung nach der Saison. Wir habe das einemal übergezogen und die Blattfedern sind plastisch verformt geblieben, also da muss ich statt Schweisnaht die Blätter wirklich mit einem Gürtel binden.

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    Daneben bauen wir gerade wirklich einfache Sitzwagen für Personenbeförderung. Die sind "Bauart Waldkreiburg" und seitens diese einfache Bauform, will ich die mit eine Imitation der Y-Wagen aus Bautzen für ČD stilisieren.

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