Bayerische G3/4 H, BR (6)54 von MAM Modellbau Erfahrungsberichte und Austausch

  • Hallo an die BR 54 Reiter,

    ich habe jetzt mal Bilder von den umgebauten/ modifizierten Fahrwerken Treib- und Kuppelachsen gemacht. Man sieht den deutlich größeren Abstand der Spurkränze zu den Schutzblechen. Hier können die Räder weiter einfedern ohne an die Grenzen zu kommen.

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    Von Unten sieht das dann so aus.

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    Die Achslagergehäuse stehen hier auf dem Gabelsteg auf. Man muß ja auch bedenken daß das Gewicht von Wasser und Betriebstoffen ( vor allem Wasser ) noch hinzukommt. Da die Federung ja insgesamt weicher wird, ist der Weg nach unten, also das Ausfedern, nicht weiter zu berücksichtigen, weil die anderen Achsen weiter und weicher einfedern können. Es sei noch bemerkt, daß ich hier sogar nur eine Langmutter mit 15 mm Länge und eine flache M 3 Mutter eingesetzt habe. Das Gewinde der Tragbolzen wird sonst zu kurz, aber es reicht dann trotzdem aus. Nicht zu vergessen ist, daß ich die drei längsten Federblätter unterschiedlich vorgebogen habe. Damit wird das Federpacket progressiv, d. h. bei geringer Belastung weich und stärker werdender Einfederung härter.

    Gleiche Verfahrensweise habe ich beim Tender durchgeführt. Hier müssen zusätzlich noch die Achslagerführungen bearbeitet werden, weil sonst das federpacket daran hängen bleibt und nicht weiter ausfedern kann. Da war ich auch etwas zu faul und habe den Dremel bemüht?(

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    Hier ist das Fahrwerk ebenfalls nicht belastet, also ohne Lokführer und Wasser. Die Federung ist trotz der Veränderung noch hart genug aber deutlich flexiebler. Ich hatte mit dem Tender auch einige Entgleisungen an Gleiskuppen. Das ist hiermit Geschichte, vorerst.

    Das ist erst mal der leichtere Teil, das Fahrwerk felxiebler zu machen. Das komplexere ist das Vorlaufgestell.8)

    Gruß Flori

    ...und ist der Berg auch noch steil, a bisserl was geht allerweil.

    Einmal editiert, zuletzt von Dampfflori (20. September 2026 um 16:02)

  • Hallo Flori

    Vielen lieben Dank für deine Beschreibungen!

    Ich hatte mit dem Tender auch einige Entgleisungen an Gleiskuppen. Das ist hiermit Geschichte, vorerst.

    Jetzt bin ich noch mehr verwundert. Ich bin ja ein "Fliegengewicht" und müsste folglich dann noch mehr Probleme in die Richtung haben. Vielleicht habe ich ja doch "exakt gerade Präzisionsgleise". ^^
    Wenn ich rückwärts fahre und auf den Zug blicke, sehe ich allerdings, dass es keine topfebene Strecke ist. ;(
    Ausser natürlich die Gleise sind dort, wo du Probleme hattest, wirklich schlecht verlegt bzw. in einem schlechten Zustand - würde ich aber weniger dem Fahrzeug anlasten. Will man aber überall störungsfrei fahren können, ergibt es schon Sinn, wenn man die Lok "geländegängig" macht. Verstehe ich vollkommen und wird unter Umständen auch auf mich zukommen, wenn ich mit der Lok dann zukünftig auf anderen Anlagen fahren möchte. Außer (und darauf hoffe ich), die Federung an meiner ist doch eine verbesserte Version.

    Das ist erst mal der leichtere Teil, das Fahrwerk felxiebler zu machen. Das komplexere ist das Vorlaufgestell. 8)

    Die Aussage ist das komplette Gegenteil von dem, was ich erwartet habe. Bin gespannt, wie ein Flitzebogen!

    Viele Grüße
    Janosch

    Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt (Gotthold Ephraim Lessing)

  • Janosch, vielleicht weil du ein Fliegengewicht bist hast du weniger Probleme ^^.

    Spaß aus: Du bist halt noch keine anderen Anlagen gefahren, aber ich weiß auch von anderen BR 54 Reitern von den Problemen, die mal mehr mal weniger auftreten. Tender in einer Kurve mit leichter Senke/ Verwindung und die vordere Achse hat keine Seitenführung mehr trotz Gewicht, denn sie kann nicht ausfedern. Einer hat seine G bereits seit einiger Zeit abgestellt, weil diese auf den Anlagen, auf denen er fährt/ fahren können sollte ständig Probleme hat und nur er mit der BR 54. Er ist auch noch kein Profi mit Erfahrungswerten, die er zur Behebung von solchen Problemen einsetzen kann. Und kein 54er Reiter kann auf jeder Anlage, die er befahren möchte, eine tadellose Gleislage erwarten.

    Gut, jeder kann selber entscheiden, ob er solche Tipps umsetzt, geschweigenden in der Lage ist, diese umsetzen kann.

    Ich finde die Umbauarbeiten bei der umgebauten 54 absolut gelungen und das merkt der sensible Lokführer deutlich.8)

    Gruß Flori

    ...und ist der Berg auch noch steil, a bisserl was geht allerweil.

    2 Mal editiert, zuletzt von Dampfflori (20. September 2026 um 22:17)

  • Die Modifizierungen an der Vorlaufachse der BR 54 sind weitaus aufwendiger. Hier muß auch die Achse im Vorlaufgestell selbst Federweg bekommen. Diese ist ja fix in der Gabel mit dem Gabelsteg befestigt. Die Federn sind Fake und haben keine Funktion. Sie wären auch viel zu stark.

    Ich habe hier die Federung der Achse funktionsfähig umgebaut. Sieht jetzt so aus :

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    Das Gestell ist hier voll ausgefedert, deshalb liegt die Stange des Ölerhebels ( die auch modifiziert werden mußte ), der zum Excenter führt, auf dem Führungrahmen des Vorlaufgestells auf. Zudem habe ich die Ölleitungen, die von Werk aus schon besch... verlegt wurden, um gelegt. Das funktioniert hervorragend und kann eigentlich von jedem selbst leicht erledigt werden. Das ist dann die Vorprüfung des Umbau-Anwerters:P^^

    Hier kann die Achse im Gestell zusätzlich selbst federn und Unebenheiten ausgleichen. Durch die Federn oberhalb den Achslagern, sitzen zwei Federn, ineinander gesteckt und in Vertiefungen im Achsalgergehäuse und im Träger fixiert. Die Führungen der Achslager sind leicht ballig gefeilt, so kann die Achse auch mal pendeln, ohne das komplette Gestell zu verspannen.

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    Auf diesem Bild ist die Achse belastet.

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    Das nächste ist die Verstärkung des Querträgers, der den Druck von der Lok eigentlich auf das gestell bringen soll, aber der originale kann nach einer stärkeren Belastung so aussehen:

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    Hier sieht er noch relativ normal aus aber nach dem zweiten Stoß hatte er eine starke V-Form.

    Kurzum, das Ding habe ich mal einfach mit einem starkwandigen Messingwinkel, 30 x 10 x 3 verstärkt. Sieht dann so aus:

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    Die vorhandene Feder wurde durch eine gekürzte Feder für die Zughaken verstärkt. Einfach über die Originalfeder drübergesteckt. Und der Führungsbolzen muß ein wenig verlängert werden.

    Wenn man jetzt die Achse belastet sieht man, wie die Lok vorne leicht angehoben wird. Das bedeutet das nun anteilig Gewicht auf das Vorlauf-Gestell übertragen wird. Gleichzeitig lässt aber die Achse selbst und auch das Gestell ein Einfedern zu. So soll es nach meiner Meinung sein und das funktioniert auch problemlos. Ideal wäre jetzt noch eine Zwangsrückstellung in Nullposition, damit das gestell eine echten Führung übernhemen kann, aber das spar ich mir jetzt mal. Die Lok hatte seither keine Entgleisungen auf unebenen Schienen mehr und auch ein Aufschneiden von leichtgängigen Knupferweichen ist kein Porblem mehr.

    Hm ja soweit mal mein Ansatz zu dem Thema. Und da fällt mir noch der Spruch ein, den hier auch ein Mitglied als Abschlußsatz hat: alle sagten das geht nicht und dann kam einer der das nicht wusste und machte es einfach. Den find ich klasse und absolut passend:D

    Gruß Flori

    ...und ist der Berg auch noch steil, a bisserl was geht allerweil.

    Einmal editiert, zuletzt von Dampfflori (20. September 2026 um 21:23)

  • Hallo Volker, Dampfflori und Janosch

    Danke für eure Ratschläge, Tipps und Hinweise!

    Zuerst mal zu den Verbesserungen meiner Lok. Bei der Vorlaufachse habe ich mal eine stärkere Feder einbaut, dass Problem vom rausspringen ist somit beseitigt. Klar jetzt kommt sicher noch das feinjustierten der Triebachsen.

    Die Achsfahrpumpe schöpft jetzt auch sehr gut. Habe beim Kesselrückspeiseventil die Leitung demontiert und die Lok mal hin und bewegt. Es hatte sich ein Luftpolster festgesetzt, dass dann durchs Bewegen entwichen ist. Im drucklosen Zustand, hatte sie auf jeden Fall sehr gut geschöpft. Letzten Donnerstag heizte ich die Lok an, um zusehen wie das ganze unter Dampf läuft. Ein voller Erfolg! Keine Entgleisung der Vorlaufachse mehr und erst die Achsfahrpumpe, ein Wahn. Eine Runde (ca. 900m) fahren ohne jegliches Nachhelfen von Injektor oder Handpumpe und immer schön genügend Wasser im Kessel! So macht diese Lok wahre Freude!!

    Welche Erfahrungen habt ihr von diesen Loks punkto Zugkraft. Wieviel könnt ihr ziehen?


    Viele Grüsse

    Martin