Güterwagen Spur 5 in alternativer Bautechnik

  • Hallo Werner


    Sorry für die noch nicht gelieferten Achsen, sicher bin ich nicht immer der schnellste,

    bei mir im Shop ist Vorkasse, und ich habe noch keinen Zahlungseingang verbuchen können.

    Die Vorabrechnung bekommst Du mit der Mail zum Bestelleingang.

    Grüße Peter Geyer GMB-Modellbau

  • Guten Abend Peter,

    prima, dass du mich hier erreichst.

    Ich ahnte schon, dass ich bei der Abwicklung irgend etwas übersehen hatte weil ich keine Zahlungsaufforderung festetellen konnte. Ich hatte dich am 16. dazu noch angeschrieben.

    Ich habe soeben einen Betrag auf dein Krefelder Sparkassen-Konto überiwiesen, ich hoffe, das passt alles.

    Ich freue mich schon auf die Radsätze. :)

    Viele Grüße
    Werner

  • Guten Abend Gartenbahner,

    das angenehme Wetter am Wochenende habe ich zum Bauen und Spielen genutzt.

    Aus ein paar schrottreifen Radsätzen, die mir vor ein paar Tagen eine gute Seele überlassen hatte, konnte ich gestern zwei Radscheiben gewinnen, die noch halbwegs nutzbar sind. Herzlichen Dank dafür nochmals an dieser Stelle an Jonas von den Dampflokfreunden Karlsruhe. Mit angepassten Buchsen versehen und auf eine Welle mit 8mm Achsstummeln montiert, kann ich sie nun in meinen Achslagern mit den 608ZZ Kugellagern verwenden. Da mein Wagen nun also zumindest auf zwei Achsen rollen kann, kam er auch gleich zum Einsatz.


    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Lokführer Erwin zieht hier mit seiner Rangierlok den Wagen mit Ladung auf einem 4-Schienen-Gleis :) hinter einem OEG 733 Bremswagen. Erwin ist bass erstaunt wie viel Bier er mit nur einer Fahrt zum Grillplatz befördern kann. Der Wagen rollt aber schon mal prima und hat mit der geringen Belastung keine Probleme.


    Das Gespann funktioniert übrigens nur weil der Bremswagen - wie auch im Orginal - massiv durch Zusatzgewichte in den beiden Kästen beschwert ist – sonst würde er durch den Höhenunterschied der Kupplungen von den Schienen gehoben. Bei der Kupplung musste ich tricksen, weil durch den Maßstabsunterschied partout keine direkte Verbindung möglich war. Die Lok fährt mit Akku, ist RC-gesteuert und schafft es, den Zug ohne größere Probleme zu ziehen. Schieben geht natürlich wegen der unterschiedlichen Höhe der Pufferbohlen nicht.

    Erst beim Schreiben habe ich bemerkt, dass der 5 Zoll Wagen auf dem Bild nicht seine Schokoladenseite zeigt: Zwar hat er an dieser Seite zwar schon die Rangiertritte aber einer der Puffer fehlt noch - der kommt erst noch aus dem Drucker. :rolleyes:

    An dem Wagen ist überall noch viel zu arbeiten. Die Radsätze werden nochmals getauscht sobald die bestellten Teile ankommen und außerdem muss der ganze Aufbau noch erstellt und Details ergänzt werden. Da aber der bisherige Baustand schon recht gut funktioniert, das Fahrwerk aus meiner Sicht ansprechend aussieht und es auch richtig Spaß macht den Wagen zu bewegen, hebt das meine Motivation zum Weitermachen.

    Die grundsätzliche Frage, in welchem Maßstab (1:11,3 Regelspur oder 1:8 Schmalspur) ich meine Fahrzeuge bauen will, habe ich für mich noch nicht endgültig geklärt. Die Eindrücke, die ich in den letzten beiden Wochen gewinnen konnte und die Gespräche, die ich geführt habe, lassen mich immer noch im Zwiespalt. Für beide Maßstäbe stellen sich mir triftige Argumente dar.
    Ich werde deshalb wie geplant den Wagen als Regelspurwagen in 1:11,3 fertig stellen und erst einmal schauen, ob man halbwegs bequem und sicher darauf fahren kann.

    Bis zum nächsten Mal.

    Viele Grüße
    Werner

    2 Mal editiert, zuletzt von Monnemer (25. August 2024 um 23:10)

  • Guten Abend,

    euer Zureden und eure Empfehlungen, in größerem Maßstab zu bauen, waren letztlich erfolgreich (siehe hierzu den parallelen Thread). Aus dem »362sten G10« wird nun ein schmalspuriger OEG Wagen.

    Damit ich konstruktiv nicht gar so viel ändern muss, habe ich den Bau eines Gw vorerst zurück gestellt und mit dem OEG 1021 als Vorbild einen etwas längeren Ow aus einer Bauserie gewählt, die ab 1900 an die OEG geliefert wurden. Da die Ladung eines einzelnen Regelspurwaggons üblicherweise auf zwei Schmalspurwagen verladen wurde, wurde es nach der Einführung der Regelspur-Güterwagen mit 20 t Ladekapazität notwendig, entsprechend aufzurüsten. Die OEG erhielt im Jahr 1900 zunächst 8 Wagen und 1903 nochmals 12 Wagen, die alle nahezu gleich aufgebaut waren.

    Mein Vorbild sah vor der Aufarbeitung bei Kleinbaan (https://www.kleinbaan.de/de/) so aus:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    (Quelle: H.F.,eh. F., rnlf.de)


    Nun zeigen sich die Vorteile meines alternativen Baukonzeptes. Durch die Auswahl des Vorbilds passt die Rahmenlänge meines Prototyps bereits ganz gut. Der Wagen hat anders als die früheren Fahrzeuge der OEG bereits die außen liegenden Blattfedern, sodass ich die kompletten Achseinheiten einfach übernehmen kann. Die Anbauteile waren bisher nur gedruckt und lassen sich nun ohne großen Kostenaufwand austauschen – Pufferbohlen, Kupplung, Aufbaustützen. An dem Aufbau, der nun breiter werden muss, hatte ich bisher nur ein paar U-Profile in Arbeit.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.


    Über Nacht habe ich schon ein paar Teile gedruckt und heute Abend angefangen den Wagen auf einer Seite umzubauen.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Allzu viel hat sich also also noch nicht geändert aber der breitere Rahmen lässt durchaus ahnen, dass auch die dazu passende Lok nun handfestere Dimensionen haben wird.


    Ich hoffe, alle, die einen konsistenten Baubericht, der zu einem G10 führt erwartet hatten, sind nun nicht allzu sehr enttäuscht. Dem Titel meines Berichts entsprechend, berichte ich aber über meine alternativen Bautechniken und hierzu gehören eben auch Fehler und Konzeptänderungen. Wenn euch mein Bericht vielleicht neue Anregungen oder zumindest ein gewissen Amüsement bietet, bin ich schon zufrieden.

    Viele Grüße
    Werner

  • Hallo Markus,

    beim Alb-Bähnle haben wir einen kompletten OEG Güterzug stehen

    wer kennt sie nicht ... dem 348 und dem 336 wurden von Lehmann ja in Spur 2m ein Denkmal gesetzt und ich konnte sie vor ungefähr 20 Jahren mal Live dort ansehen. Ich konnte sie bei dem aktuellen (umgeänmderten) Bau leider wegen den innen liegenden Blattfedern und dem kurzen Rahmen so wenig zum Vorbild nehmen wie euren 873.

    Ich würde ja gerne auf deine nette Einladung zurück kommen und meine Erinnerung wieder auffrischen, habe aber gerade gesehen, dass ihr zur Zeit keine Fahrtage anbietet. Kann man die Fahrzeuge eigentlich auch außerhalb der Publikumsfahrten besichtigen?

    Viele Grüße
    Werner

  • puh ... Kunststoffdruckteile und Eisenbahn ... zu dem Thema hab ich mich ja auch schon geäussert ...

    Grundsätzlich sind Kunststoffdruckteile überall wo keine wesentliche Kräfte auf die Teile wirken, also alles was Deko ist, eine tolle Sache.
    Alle Kunststoffteile die Belastet werden, können nur eingesetzt werden, wen es sich um reine Modellbahnwagen handelt, die nur ihr Eigengewicht als Belastung aufweisen.
    Räder, Achshalter und Lager, Kupplungen und Puffer, sind hoch belastete Teile, die definitv keine Menschen tragen, ziehen oder abfeden können !
    Selbst bei einem reinen Modellbahnzug, kommen Kupplungen und Puffer aus Kunststoff, sehr schnell an ihre Grenzbelastung.
    Radkränze / Bandagen müssen in jedem Fall aus Metall sein. Räder komplet aus Kunststoffdruck, werden höchstens ein paar Fahrtag überleben.

  • Hallo Markus,

    wer kennt sie nicht ... dem 348 und dem 336 wurden von Lehmann ja in Spur 2m ein Denkmal gesetzt und ich konnte sie vor ungefähr 20 Jahren mal Live dort ansehen. Ich konnte sie bei dem aktuellen (umgeänmderten) Bau leider wegen den innen liegenden Blattfedern und dem kurzen Rahmen so wenig zum Vorbild nehmen wie euren 873.

    Ich würde ja gerne auf deine nette Einladung zurück kommen und meine Erinnerung wieder auffrischen, habe aber gerade gesehen, dass ihr zur Zeit keine Fahrtage anbietet. Kann man die Fahrzeuge eigentlich auch außerhalb der Publikumsfahrten besichtigen?

    Viele Grüße
    Werner

    Hallo Werner,

    klar kann man die Fahrzeuge auch so besichtigen. Stehen ja im Freien 😉

    Wir sind allerdings jeden Samstag ab 10 Uhr zum Arbeite vor Ort, da gäbe es dann auch Personal mit Detailwissen zu den Fahrzeugen.


    Gerade wird übrigens der Klappdeckelwagen von der OEG wieder hergerichtet um als fahrende Werkzeugkiste genutzt zu werden.


    Grüße Markus

  • Liebe Forenmitglieder,

    inzwischen bin ich sehr glücklich mit der durch euch angeschobenen Entscheidung, größer zu bauen. Auch wenn ich das Anfangs in Frage gestellt habe, zeigen sich nun doch die Vorteile.


    Das Fahrzeug will ich ja nach Fertigstellung auch einsetzen. Der Waggon war von vorne herein als Bedienwagen oder zumindest als Wagen, um darauf zu sitzen konzipiert. Nachdem der Umbau auf den breiteren Rahmen weitgehend abgeschlossen ist, habe ich heute eine Stellprobe mit ein paar Weinkisten auf dem Bodenbrett gemacht.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Die Anordnung entspricht dem, was ich ganz zu Anfang bereits im Sinn hatte: Hinten eine Sitzkiste und vorne eine weitere Kiste, die Werkzeug und Betriebsstoffe aufnehmen soll.

    Mit den als Probe aufgestellten Weinkisten komme ich auf eine für mich äußerst komfortable Sitzhöhe von 50 cm (ohne zusätzliches Polster) und die Breite, die ich nun zur Verfügung habe lässt schon jetzt bequemes Sitzen zu. Natürlich soll die Ladung später als Seekisten getarnt werden. Der Wagen trägt mich übrigens ohne Ächzen oder Knarzen.

    Ich hätte nun allerdings ein wenig Bedenken wegen dem hohen Schwerpunkt. Es würde mich deshalb freuen wenn ihr mir eure Sitzhöhen nennen könntet, damit ich das einordnen und gegebenenfalls anpassen kann.


    Der Umbau des Rahmens war dank meines Baukonzeptes nicht übermäßig aufwändig. Es sind aber doch einige Teile übrig geblieben, teils auch aus überzähligen Drucken oder Konzeptänderungen.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Schade ist es mir nicht darum – da ich als Newcomer absolut keine Erfahrung mit den Größenordnungen hatte, liegt mein Gewinn in der Erfahrung, die ich gesammelt habe. Vielen Dank nochmals für eure Geduld und die intensive Beratung, die ihr mir angedeihen lasst!

    Beim nächsten Mal geht es voraussichtlich entweder mit der Bremsanlage oder mit dem Aufbau weiter.

    Viele Grüße
    Werner

  • Hallo Werner,

    meine Sitzhöhe liegt bei etwa 40cm über Schiene. Problematisch sehe ich derzeit deine Werkzeugkiste vorn. Wenn da die Füße draufstehen haust du dir die Knie ans Kinn wenn du dich zum bedienen der Lok nach vorne beugst.

    Durch dein modulares konzept könntest du an deinen Längsprofilen außen klappbare Fußrasten anbringen. Dadurch erhöht sich auch die Stabilität weil Füße und Oberkörper ein breiteres Dreieck bilden. Füße auf der Kiste, da ist der Schwerpunkt zu weit oben und die Kippgefahr ist größer.

    Volker

  • Hallo Werner,

    bei mir sind es 45cm Sitzhöhe, da klemmt zwar die Speckfalte ein wenig, aber das Aufstehen fällt leichter. Und Volkers Tipp mit den Fußrasten erhöht den Fahrkomfort ungemein. Ich habe diese Fußrasten dran, die tragen nicht so auf und liegen zusammengeklappt gut am Rahmen an

    Sozius Fussrasten Hinten 10mm für Honda Yamaha Simson MZ ETZ Motorrad | eBay

    Hier beim Kombi-Begleitwagen, es fehlt oben noch das Popo-Schoner mit 8cm Höhe.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Grüsse von Toni

  • Hallo Volker und Toni,

    vielen Dank für eure Rückmeldungen!

    Tatsächlich hatte ich schon ineinem meiner ersten Posts in diesem Thread mein Konzept für die Ablage der Füße vorgestellt - damals noch mit dem schmäleren Ow. Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.


    Sehr interessant ist für mich, dass ich mit den beiden Weinkisten offenbar deutlich über euren 45 cm und 40 cm liegen würde. Ich denke, da werde ich mich ein wenig tiefer orientieren.

    Ich glaube, 45 cm würde passen, oder? Mit der Fußauflage auf dem Unterzug - klappbare Fußrasten wären wohl tatsächlich besse, muss ich mir mal anschauen - würde das dem Sitzen auf einem 38 cm hohen Stuhl entsprechen. Das macht mein Rücken noch mit.

    Gibt es eigentlich irgend eine Definition oder Konvention für das seitlich einzuhaltende Lichtraumprofil?

    Viele Grüße
    Werner

  • Hallo Werner,

    es gibt auf der Seite des DBC-D eine Rubrik Sicherheit. Dort steht dass auf Gleisen die für Personenbeförderung genutzt werden keine festen Hindernisse im Abstand von 1m von der Gleismitte gemessen sich befinden sollten. An unvermeidbaren Engstellen sollen es nicht unter 30cm von der Außenkante des Wagens sein. Ich kenne aber auch Anlagen da steht in den Beschreibungen die maximal zulässige Breite der Fahrzeuge, dazu zählen auch die augeklappten Fußrasten. In Zürich gibt es eine Brücke da sind maximal 55cm Gesamtbreite zulässig..

    Als Warnung stehen vor der Brücke links und rechts Reisigbesen. Wer zu breit ist mach da unliebsamen Kontakt aber immer noch besser als die Stahlgeländer. Übrigens auch bei der SBB eine oft angewandte Methode um neugierige Köpfe zurück in den Wagen zu schubsen.

    Volker

  • An unvermeidbaren Engstellen sollen es nicht unter 30cm von der Außenkante des Wagens sein.

    Da hätte ich natürlich reichlich Platz für die Füße.

    In Zürich gibt es eine Brücke da sind maximal 55cm Gesamtbreite zulässig..

    Wenn ich mich danach orientiere, bleiben bei einer Breite meines Wagenkastens von knapp 300 mm nur etwa 125 mm Fußrastenbreite.

    Nach Zürich werde ich zwar wohl vorläufig ohnehin nicht kommen, aber mit den von Toni vorgeschlagenen Fußrasten würde ich das einhalten. Außerdem gefällt mir die klappbare Ausführung sehr gut, dann muss ich nicht an- und abmontieren. Ich werde mir einfach ein Paar bestellen und schauen wie sie passen.

    Viele Grüße
    Werner

  • Der Umbau des Rahmens war dank meines Baukonzeptes nicht übermäßig aufwändig. Es sind aber doch einige Teile übrig geblieben, teils auch aus überzähligen Drucken oder Konzeptänderungen.

    ....

    Schade ist es mir nicht darum – da ich als Newcomer absolut keine Erfahrung mit den Größenordnungen hatte, liegt mein Gewinn in der Erfahrung, die ich gesammelt habe.

    Im Künstlerbedarf gibt es "Zwei-Komponente-Rost". Eine eisenhaltige graue Farbe mit denen man Sachen einpinseln kann und dann eine Oxidationsflüßigkeit, die aus der Eisenfarbe wunderschönen echten Rost wachsen läßt.

    Jauch die ganzen Fehldrucke damit gut ein, laß sie vergammeln und dann kannst du sie teuer als "Ladegut" verkaufen ;)

    Meine Sitzhöhe liegt auch so bei ca 40cm. Was den Schwerpunkt angeht, da reißen es 5 oder 10 cm mehr oder weniger kaum raus. Der ist so oder so weit weg vom Gleis. Ruhiges Sitzen macht hier am meisten aus und die flexibilität im Hintern, wenn sich das Gleis mal unerwartet neigt ;)

    Mir gefällt dein 1:8 Wagen schon sehr gut und weckt in mir auch direkt schon wieder Baugelüste. Zum Glück (oder leider?) habe ich aber mit der Gartenbahn daheim noch mehr als genug Arbeit vor mir. Außerdem steht so oder so in Bälde ein neues 5"-Projekt an. Doch dazu zu gegebener Zeit mehr.

    Grüße, Gerd

  • Guten Abend,

    wie versprochen möchte ich euch heute über meine Fortschritte bei der Bremsanlage berichten. Allerdings ist nicht alles ganz glatt gelaufen.

    Bremsanlage:

    Um euch erst einmal einen Überblcik zu geben, wie meine Bremsanlage geplant ist, habe ich hier mal die CAD-Ansicht eingefügt und alles andere ausgeblendet.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Es sind schon eine ganze Menge Teile, die einzubauen und zu verbinden sind. Um zunächst zu testen, ob die Mechanik wie geplant funktioniert, habe ich erst einmal nur die Seite mit der Handbremse gebaut.

    Hier sind fast alle Teile, die für einen Radsatz benötigt werden:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Natürlich kommen alle Teile erst einmal wieder aus dem 3D-Drucker, wobei die meisten Teile darauf ausgelegt sind, später durch Metall ersetzt zu werden.
    Die H-förmige Halterung wird einfach unter meine Rahmenkonstruktion aus Profilschienen geschraubt und hat Anschlagpunkte für die Hängeeisen. Durch die Bremsdreiecke führt eine Achse, für die ich mangels anderen Materials einen Schweißdraht verwendet habe. Die anderen Teile entsprechen im Prinzip einer Standard-Bremsanlage.
    Ich habe versucht die Bremsanlage so zu konstruieren, dass ich mit möglichst wenigen unterschiedlichen Teilen auskomme. Viele Teile, im Besonderen die ganzen Laschen, können später schnell und einfach aus flachem Stahlblech gefertigt werden – 1-2 mm Stärke dürfte reichen. Auch Lasercut würde sich vermutlich rentieren wenn ich noch ein paar Wagen baue. Bei den Bremsbacken bin ich mir noch nicht sicher welches Material am geeignetsten ist.


    Hier sind alle Teile bereits montiert und die Halterung provisorisch mit Kabelbindern unter dem Rahmen befestigt. Die Anlenkung fehlt noch – deshalb der Hemmschuh.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.


    Hier sind nun die Komponenten montiert und in ihrer endgültigen Position.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Wegen des noch vorläufigen Zusammenbaus sind alle Laschen, Hebel, Hängeeisen und so weiter, mit Schrauben verbunden. Schrauben und Muttern können sich aber lösen, weshalb sie später durch mit Splinten gesicherte Bolzen ersetzt werden. Trotzdem funktioniert die Bremse und besonders die Bremsdreiecke sowie ganz allgemein die Verteilung der Bremskraft auf die vier Bremsbacken bereits zu diesem Zeitpunkt erstaunlich gut.

    Die Konstruktion ist, wie erwähnt, aus möglichst gleichen Teilen aufgebaut. Dazu gehört auch, dass ich alles symmetrisch aufgebaut habe. Damit lässt sich die Anlenkung der Zugstange zu der zweiten Achse einfach stilllegen indem der Hebel nicht an den Gabelkopf der Zugstange sondern mit einem durchgehenden Bolzen an der Aufhängung der Hängeeisen festgelegt wird.


    Hier ein kurzes Video mit dem Wagen auf einer Schräge:

    Güterwagen Spurweite 5 Zoll - Test der Bremse
    Güterwagen in alternativer Bautechnik - Test der BremseDer Wagen steht auf einem 1m-Gleisstück, das an einem Ende auf einer etwa 10 cm hohen Auflage liegt. D...
    youtu.be


    Die Bremse hat eine Übersetzung von 2:1, lässt sich feinfühlig einstellen und hält den Wagen auf einer schiefen Ebene sicher fest - allerdings nur bis zu einer begrenzten Last. Bereits weit vor dem Zielgewicht von 120 kg Beladung kann die Bremse den Wagen auf einer 5%-igen Schräge nicht mehr halten.

    Die ein wenig zu schwache Bremsleistung mag natürlich an dem eher schlechten Reibungskoeffizienten der Kunststoff-Bremsbacken liegen. Das ließe sich unter durch einen höheren Anpressdruck kompensieren, der konstruktiv eigentlich auch möglich sein sollte. Auf der Suche nach den Ursachen hatte ich zunächst den Verdacht, eines der vielen gedruckten Teile wäre zu schwach dimensioniert. Völlig überraschend bin ich aber auf einen konstruktiven Mangel gestoßen, den ich völlig außer Acht gelassen hatte:


    Bei Auslieferung an die OEG hatten die Wagen dieser Bauserie eine fast mittig an der Pufferbohle angeordnete Handbremse und einen entsprechend angeordneten Bremsersitz. Die Anlenkung der Bremse verlief also von der Kurbel über den Umlenkhebel geradlinig in die Zugstange.
    Bei der späteren Umrüstung von Saugluftbremse auf Druckluftbremse erhielten die Wagen eine bodenbedienbare Handbremse wie in meinem Modell. Mit dieser wurde aber nicht direkt die in Fahrzeugmitte liegende Zugstange direkt bedient, sondern die Zugstange der Handbremse verlief innen dicht am Rahmen bis zum Anlenkhebel des Bremszylinders.

    Und was heißt das jetzt?

    Bei mir wird die die Kraft des Bremsrads über eine Umlenkung auf die Zugstange übertragen. Diese Umlenkung wird durch einen 3 mm Schweißdraht geführt, der beidseitig in am Rahmen montierten Lagerböcken montiert ist. Und genau dieser Sch(w)eißdraht biegt sich fröhlich durch und begrenzt die übertragbare Kraft (man kann das sogar in oben verlinktem Video erkennen):

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Das muss also anders werden!

    Drei Lösungsmöglichkeiten habe ich mir überlegt.

    1. Entweder verwende ich als Welle für die Umlenkung eine Sechskant-Stahlstange mit 5 mm Schlüsselweite. Da sollte sich dann eigentlich nichts mehr biegen. Das wäre eigentlich die schnellste und einfachste Lösung.
    2. Ich baue den Wagen mit einer mittigen Bremskurbel und einem Bremsersitz statt der bodenbedienbaren Bremse. Das hätte den Vorteil, der besseren Erreichbarkeit der Bremse aber den Nachteil, dass die Bremskurbel stark exponiert und immer im Weg wäre.
    3. Ich könnte in Wagenmitte eine Bremseinrichtung einbauen und die Zugstange der Handbremse wie im Original dort angreifen lassen. Vorteilhaft wäre, dass damit die Mechanik bereits für eine spätere pneumatisch oder elektrisch betätigte Bremse ausgelegt wäre und – als Nebeneffekt – eine zusätzliche Übersetzung für die Handbremse eindesigned werden könnte. Nachteilig wäre, dass erst die komplette Installation aller Teile eine funktionsfähige Bremse ergäbe und dass ich die lange Zugstange der Handbremse dann irgendwie zwischen Rad und Rahmen durchfädeln und lagern müsste.


    Anregungen zur Umsetzung nehme ich gerne an und Bilder, wie ihr das gelöst habt, schaue ich mir gerne an!


    Viele Grüße
    Werner

  • Hallo Werner,

    solange du nur mit der Bremskurbel bremst funktioniert deine Bremsanlenkung. Willst du aber auch mit einem Bremszylinder (Druckluft) bremsen benötigt deine Handbremskurbel einen Freigang.andernfalls blockiert die Bremse oder aber das Bremsrad wird in der Pufferbohle hin und hergeschoben.
    Unschön ist dass deine Bremsbeläge sich extrem verstellen können. Nimmst du für den Bremsbelag nur einen mittig durch den Bremsbelag verlaufenden Hänger (verlängert mit 3 Löchern) und positionierst das Bremsdreieck unterhalb des Bremsbelags hängt er gerade.

    Volker

  • Hallo Volker,

    Nimmst du für den Bremsbelag nur einen mittig durch den Bremsbelag verlaufenden Hänger (verlängert mit 3 Löchern) und positionierst das Bremsdreieck unterhalb des Bremsbelags hängt er gerade.

    vielen Dank für deinen Hinweis.

    Wenn ich dich richtig verstanden habe, soll das dann so (Quelle: Wikipedia) Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    beziehungsweise so (Quelle Wikipedia Commons) Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    oder so ähnlich aussehen.

    Bei meiner Konstruktion hatte ich die oberen Löcher in der Bremsbacke

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    für eine solche Konstruktion vorgesehen. Ich bin dann aber erst einmal davon abgekommen und habe die vordergründig simplere Ausführung versucht.

    Dein Vorschlag würde mir nebenbei tatsächlich zusätzlich den Vorteil eines größeren Hebelarms am Bremsdreieckbieten und die Bremswirkung verbessern. Ich werde das also dahin gehend umkonstruieren!

    Viele Grüße
    Werner

  • Guten Morgen Volker,

    die Hängeeisen habe ich mal versuchsweise verlängert und erst einmal in doppelter Ausführung gelassen, damit ich an den anderen Teilen nicht so viel ändern muss:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Die Bremsbacken würden sich so an der Stange des Bremsdreiecks abstützen und könnten nicht nach unten wegklappen. Die Bremsbacken wären in diesem Fall einfacher zu fertigen als bei einem einzelnen Hängeeisen - einfache mit Laser geschnittenes Flachmaterial mit ein paar Löchern. Auch die Aufhängungen der Hängeeisen wären ein wenig einfacher.

    Ich schaue mir aber nochmal an, ob ich nicht doch die Bremsbacken aufwändiger mache und auf ein einzelnes Hängeeisen umstelle. Zumindest würde das auch der Ausführung meines Vorbilds entsprechen.

    Durch das tiefer liegende Bremsdreieck muss ich aber doch ganz schön viele Teile neu anpassen, zumindest wenn ich in den Genuss der durch den längeren Hebel verbesserten Bremskraft kommen will.

    Viele Grüße
    Werner