Abdampfen bei den Modellbahnfreunde Glattfelden

  • Als Saisonende gibt es jedes Jahr ein Abdampfwochenende. Am Samstag sind Gäste mit dabei, am Sonntag wird nur Vereinsintern gefahren. An beiden Tagen wurden wir von einem Mitglied bestens Kulinarisch versorgt.

    Es waren einige Dampfloks vor Ort:

    3x E 3/3 Tigerli, SBB A3/5 600er Serie leider ohne Bild, SBB Eb 3/5, DB Br 80, 2 Rangiertraktoren, SMB Ec 4/5.

    Die Stellwerkautomatik wurde mit den vielen Fahrzeugen arg gefordert. Trotzdem herrschte eine tolle Stimmung.

    Bilder vom Samstag:


    Was war hier denn los? Probleme mit der B 3/4 führten zu dieser Begutachtung durch unsere Jugendmitglieder.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.


    später wurde die Lok von oben in die Werstatt geschoben
    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.


    Meine Wenigkeit mit dem Öufi ( SMB Ec 4/5)
    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.


    SBB Flügelsignal

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Br 01 202 von einem der Gäste
    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.


    Ein Tigerli mit Blaublech Kessel (SBB E 3/3)
    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.


    ein weiteres Tigerli

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.


    Eine Mam Br 80 Bein ersten Fahreinsatz.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

  • Habe mal einen kompetenten Werkstattleiter gefragt, dies ist seine Antwort:

    „Die blaue Schicht entsteht durch eine Wärmebahndlung. Blauglanzblech ist die richtige Bezeichnung. Ich behaupte, wenn man es überhaupt als Blech kaufen kann werden das sehr spezialisierte Firmen sein, die es verkaufen. Am häufigsten taucht solches Blech bei Ofenrohren und Backformen auf. Sinn der blauen Oxydschicht ist ein einfacher Korrosionsschutz.

    Ich denke die Teile die so behandelt sein sollen, werden zuerst gefertigt und danach dem Wärmebehandlungsprozess unterzogen. Eine relativ intensive blaue Färbung haben die Federbandstähle. Die lassen sich mit den herkömmlichen Werkzeugen auf Grund ihrer hohen Härte kaum mehr bearbeiten.

    Hier hat es eine Anleitung für verschiedene Methoden um Bleche zu bläuen. Wie viel sie taugen weiss ich nicht.

    Für Messer gibt es das Blaupliessten. Am Schluss werden die Messerschneiden gegen eine rotierende Tuchscheibe gedrückt, bis sie blau anlaufen.

    Aus meiner Sicht ist es das einfachste, ich vermute es geht um den Kessel einer Dampflok, den gleichen Werkstoff wärmebehandeln zu lassen und schauen ob sich die gewünschte Farbe überhaupt erreichen lässt. Wenn ja, kann er am Schluss gleich wärmebehandelt werden“


    Salzgitter Mannesmann Stahlhandel GmbH
    Mehr konnte auch ich nicht herausfinden.

  • Wo,das Blaublech noch erhältlich ist kann ich dir nicht sagen. Das ist ziemlich sicher Blaublech und nicht lackiert.

    Es steht mir nicht zu, das in Zweifel zu ziehen.

    Es mag am Foto liegen, aber ich finde es schon erstaunlich, dass das Blech (im Vergleich zu schwarz lackierten Teilen) derart hell, geradezu einheitlich babyblau erscheint.

    Ich kenne Bläuen von Stahl hauptsächlich aus der Uhrmacherei von Zeigern, Schrauben und Federn (siehe z.B.

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.
    ), und dort ist es stets ein sattes, schillerndes Dunkelblau.

    Hier bei mir im Foyer steht eine Stationärdampfmaschine der Maschinenfabrik Esslingen von 1896, der Zylinder mit Blau- bzw. Glanzblech bekleidet ist:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Auch wenn es im Foto wahrscheinlich nicht so gut herauskommt wie wenn man direkt davorsteht, so ist es doch auch hier ein tiefer, je nach Lichteinfall irisierend schillernder Farbton, der sich durch keine Lackierung auch nur annähernd imitieren ließe. So ungefähr sollte das auch am Lokomotivkessel ausschauen.

    Moritz

  • Zum Thema Glanzblech habe ich schon sehr viel recherchiert und auch diskutiert.
    Nach derzeitigem Kenntnisstand gab es "drei Arten" von "Glanzblechen" die für Kesselverkleidungen bei Dampfloks verwendet wurden.

    1. das gebläute Glanzblech.
    Vielen Dank Moritz, für dieses sehr schöne Foto davon! Wenn ich darf würde ich das gerne in meine Sammlung aufnehmen damit ich ein schönes Beispiel dafür habe wenn es wieder einmal wo zur Diskussion steht.

    Das war wirklich so üblich und allgegenwärtig, dass sich damals wahrscheinlich niemand danach umgedreht hat. Es war lange die einzige gute Möglichkeit, thermisch beanspruchte Bleche kostengünstig vor Rost zu schützen. Bis heute werden sogar Ofenrohre noch so behandelt. Auch Dampfturbinen und andere Industrielle Maschinen wurden lange so verkleidet.
    Ich bin der Meinung, dass fast alle, oder sehr sehr viele Dampfloks mit so einer Verkleidung ausgeliefert wurden, bis es haltbarere Lacke gab.

    Ich habe davon einmal ein Foto bei einer Turbine im technischen Museum in Wien gemacht.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    2. das verzinnte Glanzblech.
    Heute auch Weißblech genannt, früher auch so wenn es nicht die Qualität des Glanzbleches erreichte.
    Wird bei Lebensmitteldosen, Drehverschlüssen, Kronenkorken, Spray- oder Lackdosen bis heute eingesetzt. Ist in der Industrie auch bei Verkleidungen bis heute im Einsatz.
    Im Brockhaus von 1895 wird beschrieben wie es hergestellt wird, und auch ganz eindeutig die beste Qualitätsstufe als Glanzblech beschrieben.
    'Brockhaus' Konversations-Lexikon : in sechzehn Bänden. 16, Turkestan - Zz : mit 73 Tafeln, darunter 12 Chromotafeln, 22 Karten und Plänen, und 201 Textabbildungen' - Digitalisat | MDZ

    Für die Württembergische C gibt es irgendwo einen zeitgenössischen Bericht der die Lok "spiegelnd" beschreibt. In H0 wurde das an einem Modell schon einmal ausprobiert.
    https://projekte.lokbahnhof.de/forum/index.php?thread/3451-die-schöne-württembergerin-2-0-ein-gestaltungsversuch-mit-glanzblech-nach-recher/&pageNo=1
    Ich finde es sehr passend und wirklich sehr gut gelungen!
    Auch bei der einen oder anderen österreichischen und ungarischen Lok steht das zur Diskussion, vor allem da es eine einheimische Glanzblech / Weißblech-Industrie gab.

    3. das russisches Glanzblech.
    Diese Art hat wirklich für Aufsehen gesorgt!
    Die Farbe war ein kräftiges Stahlblau, und wird auch, wenn es darum geht, so beschrieben.


    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Die Herstellung war extrem aufwendig, weshalb das damals auch nur von Russland importiert wurde, denn da waren die Lohnkosten niedriger ;)
    Das Blech wurde vor allem auch für Dacheindeckungen verwendet. Das gab vor allem vielen orthodoxen Kirchen ihr typisches Aussehen. Heute sind die aber alle blau gestrichen.
    Die Herstellung wird z.B. hier beschrieben:
    'Anton von Kerpely's Bericht über die Fortschritte der Eisenhütten-Technik. 29. 1892 (1896) = N.F. Bd. 9' - Digitalisat | MDZ

    Leider gibt es heute keinen Hersteller mehr, der es herstellt. Und ich habe bis dato leider auch noch kein originales Stück aus der Zeit gefunden.
    Das einzige was dem russischen Glanzblech sehr sehr nahe kommen dürfte ist das INOX-COLOR Blech (hergestellt nach dem INOX-SPECTRAL®-Verfahren) welches auch wieder hauptsächlich bei Fassaden und Dächern zum Einsatz kommt.

    Vielfalt in Farbe
    www.inox-color.de

    Denn auch hier entsteht die Farbe nicht durch ein Pigment. Die Anlassfarben sind beim Edelstahl ja sehr ähnlich wie beim normalen Stahl.
    Wobei schwer zu sagen ist ob das russische Glanzblech mehr in Richtung "stahlblau" oder "kobaltblau" war. Wahrscheinlich gab es auch damals ein Spektrum von ... bis.

    Und es ist natürlich nicht auszuschließen, dass alle drei Arten von Glanzblech, zeitgleich und am selben Lokomotivtyp verwendet wurden. Die eine Lok so, die nächste anders. Denn dieses uneinheitliche Erscheinungsbild wurde bis in die 30er Jahre so praktiziert.
    Ein Zeitzeuge und Mitarbeiter der Wiener Lokomotivfabrik hat mir einmal erklärt, das jede Lok der Baureihe 214, bezüglich Linierung und Farbe der Griffstangen und Stangen, bei der Auslieferung anders lackiert war. Seine "Lieblingslok" hatte hellgrüne Stangen und eine Linierung in dunklerem grün. Leider weiß ich nicht mehr welche.

    Edit:
    Habe auf der website von inox-color noch gefärbte Edelstahlrohre nebeneinander gefunden.
    Ich glaube das helle blau, und die Erscheinung vom Tigerli, liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Der Glanzgrad wäre vl. noch höher. Ich verlinke das Bild hier herein, ist ja eh Werbung für die Firma, da werden die schon nichts dagegen haben, dass es hier aufscheint.

    csm_Edelstahlrohre_gefaerbt_420159ece4.jpg