- Offizieller Beitrag
Hallo zusammen,
für den Bau einer weiteren Lok, benötigte ich noch einen Antrieb. Die alten Tatzlagerantriebe von Knufper, Lok-&Waggonbau oder Maxitrak mit den Graupner Motoren gehören schon lange der Geschichte an. Ich hatte mir daher zum Ziel gesetzt einen eigenen Tatzlagerantrieb zu entwickeln. Beruflich hatte ich schon öfters Kontakt zur Firma transmotec aus Schweden. Die Firma bietet eine große Palette an Gleichstrommotoren in guter Qualität an. Auf Basis einer der Motoren, welchen es in 12V und 24V Variante gibt, habe ich einen Antrieb entwickelt und heute das erste mal getestet.
Konstruktion
Die Achse und Radscheibe sind jene von HD und günstig verfügbar. Ich habe die Achsen bereits bei meinen Drehgestellen in Verwendung. Damit kann ich bei den Tatzlagerantrieben die bereits entwickelten Achslagergehäuse wieder benutzen und sogar die Antriebe in die Drehgestelle einbauen. An der Achse muss lediglich eine weiter Absatz abgedreht werden. Dieser Absatz dient dem Motorlager als Aufgabefläche. Die Lagerung des Motors wird über eine käufliches Lagergehäuse mit zwei Kugellagern realisiert. Damit muss hier keine Fertigungsteile gebaut werden. Am Lagergehäuse wird eine lasergeschnitte Platte montiert, welche den Motor aufnimmt und den Achsabstand definiert.
Das Zahnrad an der Radscheibe wird mit der gelben Platte etwas auf Distanz zur Radscheibe befestigt. Damit kann die volle Zahnbreite des Zahnrades ausgenutzt werden. Das Zahnrad mit Modul 1 an der Radscheibe hat 80 Zähne. Das Zahnrad am Motor hat 10 Zähne. Damit ergibt sich eine Geschwindigkeit unter Last von 9,5 km/h. Die Motorhalteplatte ist im Durchmesser etwas größer als das Zahnrad und soll dieses im Falle einer Entgleisung schützen, aber das ist ja keine neue Erfindung.
Aufbau
Für den ersten Test habe ich die Motorhalteplatte auf dem 3D-Drucker ausgedruckt. Die Achse wurde entsprechend nachbearbeitet und das Lagergehäuse mit der Achse verklebt.
Auch das Zahnrad muss nachbearbeitet werden. Anschließend wird es an der Radscheibe angebracht.
Final besteht eine Baugruppe nur aus zwei Laserteilen und vier nachbearbeiteten Bauteilen. Das macht den Bau entsprechend einfach und schnell.
Test
Die Lok in der die Antriebe mal eingebaut werden gibt es noch nicht, daher habe ich heute die beiden fertigen Antriebe zum Testen in meinen Personenwagen eingebaut. Der Einbau ist denkbar einfach...
Da die Drehgestelle noch keine Drehmomentenstütze haben, habe ich die Antriebe für den Test mit einer kürzen Brücke miteinander verbunden.
Der Test verlief sehr gut. Die Antriebe haben genügend Kraft um den Wagen mit zwei bis dreh Personen die Gefällstrecke in Karlsruhe mit rund 4,5% hinauf zu schieben. Auch sonst gab es keine Probleme. Optional wäre natürlich denkbar einfach zwei Motoren je Achse zu verbauen und damit die Leistung zu verdoppeln.
Jetzt sind die Antriebe wieder daheim auf der Werkbank und warten auf die Anfertigung der Laserteile.
viele Grüße
Jonas