• Hallo mal wieder,

    Anfang des Jahres habe ich meine 5"-Waldbahn ja erfolgreich umstruktuiert und somit ein in sich stimmiges Abbild geschaffen wie ich es mir schon länger vorgestellt hatte. Mit den beiden Dampflokomotiven steht ausreichend Traktion zur Verfügung und die Steam Donkey wird hoffentlich auch mal wieder zum Einsatz kommen (dieses Jahr hatte die 45mm Gartenbahn im Garten priorität).

    Wie dem auch sei, wenn man glücklich ist mit dem was man hat, dann findet man ja immer etwas, worüber man sich ärgern kann... Oder wie in diesem Fall, etwas hat mich gefunden...

    Diese Climax wurde vor 10 Jahren in Kalifornien begonnen und ist mit seinem Erbauer vor ein paar Jahren zurück nach Berlin gezogen. Auf Grund von Alter und Möglichkeiten wurde das Projekt hier nicht weitergeführt und sollte nun eine neue Bleibe finden. So hat sie schießlich nun den Weg zu mir gefunden.

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    Was auf den ersten Blick nur wie ein Gerippe aussieht ist im Grunde schon fast die gesamte Lok. Drehgestelle, Kardanwelle und Dampfmaschine (Stuart D10) sind komplett und laufen sogar schon unter Druckluft. Der Kupferkessel für Kohlefeuerung ist ebenfalls mit dabei. Fehlen eigentlich nur noch die Aramturen, Rohrleitungen, Wassertank und eine Flasche Ponal...

    Jedenfalls muß die Lok zunächst mal umgespurt werden, da sie aktuell noch auf 4.75" Spur steht. Danach muss ich mal sehen wie es weiter geht. Zeitlich und von Stil her paßt sie natürlich toll zu meiner Shay, aber eine weitere Dampflok hätte ich gar nicht gebraucht.

    Auf der anderen Seite kitzelt es natürlich auch an der Ehre dieses Werk im Sinne weiter zu führen. Schauen wir mal was letzten Endes daraus wird.

    Grüße, Gerd

  • Moin, hier mal ein erster Eindruck, wie sich die neue Lok in den Gesamt-Fuhrpark einfügen wird. Aktuell habe ich noch ein Gartenbahn-Projekt das ich erst fertigstellen möchte. Damit es aber im Winter nicht zu unerwarteten Pausen kommt habe ich vorsorglich schon mal eine Einkaufsliste erstellt und die ein oder andere Bestellung getätigt.

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  • Ahoi, am Wochenende gab es ein erstes Anschnuppern der neuen Lok(Baustelle) mit der Shay...

    Die Forney war leider im Einsatz und hat es nicht mit auf's Bild geschafft. Die Proportionen passen schon ganz gut zusammen. Die Climax wirkt etwas schmal, liegt aber auch daran, daß die Shay zu breit ist (historisch bedingt).

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    Auch wenn ich gerade noch eine Gartebahn-Shay fertig bauen muß, die Vorplanungen und Suche nach Lösungsansätzen für bestimmte Herausforerungen bei der Climax laufen schon auf Hochtouren.

    Grüße, Gerd

  • Hallo zusammen,

    die Arbeit an der Climax hat begonnen. Die Drehgestelle wurden zerlegt, die Achsen umgespurt und wieder montiert.

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    Die Räder haben eine "Gerdsche Keilnut" erhalten (Loch mit 3mm Paßsstift) um das Loctite zu unterstützen. Außerdem wurden Distanzhülsen aus 12x1mm Rohr auf Maß gedreht um einen Anschlag für das Innenmaß zu erhalten. Die Getriebe zu zerlegen wollte ich vermeiden, da sie bereits perfekt passend montiert sind.

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    Übrigens habe ich noch die verbauten Nadellager durch IGUS-Buchsen ersetzt. Mit Nadellagern ohne Innenring oder gehärteten Wellen habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Die IGUS-Buchsen lassen sich bei Bedarf einfach tauschen sollte mal was dran sein.

    Die Spur mußte um 6mm erweitert werden um dem Standard des DBC-D zu entsprechen. Die Radscheiben sind ein wenig "dünn" aber noch innerhalb der Tolleranzen.

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    Damit erfolgte dann die erste Fahrt auf 5"-Gleis unter Druckluft. Die Gesamtuntersetzung von 5:1 sorgt für eine "angenehme" Geschwindigkeit. Das nachfolgende Video müßte auch ohne FB-Account sichtbar sein.

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    Aktuell beschäftige ich mich mit dem Rahmen der Climax. Bauartbedingt ist er sehr leicht und so dürfte das spätere Gesamtgewicht zu gering sein um die Traktion auf's Gleis zu bringen. Vermutlich werde ich hier neu bauen müssen.

    Grüße, Gerd

  • Tach, mittlerweile wurden die Drehgestelle mit Bremsen aufgewertet. Natürlich werden diese ebenfalls funktionsfähig. Damit sind die Drehgestelle final montiert und es kann bald mit dem Rahmen weiter gehen.

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    Grüße, Gerd

  • Hallo Gerd,

    ich sehe auf dem Bild Messing-Zahnräder. Davor muss ich Dich warnen. Ich hatte in meiner V23 ebensolche Zahnräder verbaut und nach kurzer Zeit haben die Enkel die Zähne durch robustes Fahren gekillt. Ich bin dann auf Stahl Modul1 umgestiegen, es gab aber wieder ähnliche Probleme. Heute habe ich Stahlzahnräder Modul 1,25 drin. Nun passiert nichts mehr.

    Nimm es als Hinweis, nicht als Besserwisserei.

    Joachim

  • Hallo Joachim,

    kein grund zur Sorge. Die tangentialverzahnten Kegelräder sind in 3D-Druck aus bronze infusiertem Stahl hergestellt, daher der gelbliche Farbton. Messingzahnräder dürften hier in der Tat bald am Ende sein. Das Zweigangschaltgetriebe bekommt Zahnräder aus Stahl mit Modul 1,5

    Grüße, Gerd

  • Hallo zusammen,

    damit der Baubericht nicht im allgemeinen Waldbahn-Faden verloren geht hat Jonas die bisherigen Beiträge zur Climax in einen eigenen Thread gepackt - danke dafür :)

    Nachdem der Rahmen mittlerweile aüßerlich komplettiert wurde (Detailbericht folgt am Wochenende) habe ich die letzten Tage sehr viel am virtuellen Modell getüftelt und geplant. Ich habe mir von der Lok ein einfaches 3D-Modell in Fusion360 erstellt, an dem ich viele der kniffligen Probleme ausknobeln und bisher auch immer (irgendwann) lösen konnte.

    Als Ausschau möchte ich euch heute mal daran teilhaben lassen, wie meine Climax zum Ende hin mal aussehen soll. Viel ist an solchen Loks ja nicht dran... zumindest optisch...

    Ich habe mich bewußt für eine sehr offene Bauweise entschieden, um die Einfachheit der Lok zu unterstreichen und wie bei der Shay bestmöglichen Einblick in die Techink zu geben.

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    Nimmt man das Dach ab, so wird der Blick frei auf die spärliche Inneneinrichtung. Ein Stehkessel, eine Zweizylinder-Dampfmaschine und der Wassertank...

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    Der knifflige Part kommt wenn man die Lok mal von unten betrachtet. Neben der Bremsanlage müssen auch irgendwo die Speiseeinrichtungen und der Öler verstaut werden, sowie manch zusätzlicher Klapperatismus. Um die Lok später gut bedienen zu können war es z.B. notwendig die Handbremse und die Umsteuerung nach hinten zum Kessel zu verlegen. Die Handpumpe wird als Handbrems-Hebel im originalen Mittelführerstand "versteckt".
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    Ein Blick von oben ohne das Deckholz gibt einen etwas besseren Einblick. Auch der Aschkasten war/wird/ist eine besondere Herausforderung. Da ich mich final auf Kohlefeuerung festgelegt habe mußte hier sichergestellt werden, daß man das Feuer ordentlich ziehen kann und auch zur Wartung/Reinigung an alles gut heran kommt. Gar nicht so einfach, denn viel Platz ist da nicht. Aber ich habe eine sehr geschickte Baugruppen-Lösung gefunden. Mehr dazu im Laufe des Baues. Mal so als Anhaltspunkt, der Rahmen ist nur 925x245mm groß.

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    Mittig unten wird oberhalb des Brems-Ausgleichshebel zwischen Öler und Kessel noch ein zentrales Entwässerungsventil verbaut, welches dann ebenfalls von hinten betätigt werden kann. Die großen grauen Blöcke vorne und hinten sind Ballastgewichte.

    Einziges "Feature" für daß man dann doch noch aufstehen und vorne an den Führerstand muß wird die Gangschaltung. Da diese ohnehin nur im Stand betätigt werden kann/sollte ergibt es wenig Sinn diese auch noch aufwändig nach hinten zu verlegen.

  • Hallo Gerd

    Mit Freude lese ich deine Beiträge hier, dafür vielen Dank!

    Bei der von dir vorgestellten Climax vereinigst du aber alle negativen optischen Eigenschaften der Getriebelokomotiven.

    Alle interessanten Arbeiten und Bewegungen verschwinden unter den Bodenbrettern. Selbst der interessante Dampfmaschinen Antrieb bleibt durch die Wahl des zentralen Einbauorts unsichtbar.

    Da ist dann kaum noch ein optischer Unterschied zum Elektroantrieb; Schade um die viele Arbeit, die in dem Bau des aufwendigen Triebwerks versenkt wird.

    Wann schon ein Könner wie du ein neues Projekt beginnt, warum dann keinen richtigen Hingucker, wie z.B. eine 150t Shay?

    Trotzdem, viel Spaß beim Bau deiner Maschine!

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Hallo Thomas,

    danke für die durchaus nachvollziehbare Kritik.

    Das Vorbild gibt die Bauform vor - Eine echte Class A Climax sah eben auch so aus.

    Als bekennder Shay-Freund wäre ich selber nicht auf die Idee gekommen eine Climax zu bauen. Da ich aber dieses angefangene Projekt nun mal geschenkt bekommen habe, macht man eben das bestmögliche daraus.

    Und da sind schon ausreichend Kompromisse notwendig, denn die Lok paßt nicht so richtig in meine vorhandenen Konzepte und der Maßstab ist mit 1:8 deutlich kleiner/filigraner als meine größeren Modelle in 1:7 und 1:6.

    Außerdem habe ich eine sehr große Vorliebe für die kleineren Bauarten. So eine 150t Class D finde ich übertrieben und ohne "Last" am Haken sinnfrei. Lieber eine in sich stimmige "Klein-Waldbahn" mit eine Lok und zwei handvoll Wagen.

    Grüße, Gerd

    Einmal editiert, zuletzt von Waldbahner (29. November 2024 um 12:02)

  • Nabend, am Rahmen fehlten noch die Aufstiege zum Führerstand.

    Bei vielen solcher Lok swaren das einfach Holzbretter, aber manches Werksfoto zeigt eine Ausführung mit Rundstab und einzelnen Stufen. Diese Version wollte ich als typisches Merkmal dieser Lokbauart auch an meinem Modell umsetzen.

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    Die Tritte wurde aus Messingteilen hartgelötet und dann in die finale Form gefräst/-feilt/-schliffen. Der Halter ist aus Stahl gebaut. Weitere details zur Herstellung auf Waldbahner.de

    Grüße, Gerd

    Einmal editiert, zuletzt von Waldbahner (6. Dezember 2024 um 10:58)

  • Ahoi, diese Woche gibt's mal nur ein kleines Update.

    Um mehr Traktionsgewicht zu erhalten habe ich den Rahmen mit 14kg Stahl aufgefüllt. Besonders in Bereichen, die später eh "leer" bleiben. Zusätzlich ist der Innenrahmen aus Querverbindern und Kesselträgern statt in Holz ebenfalls massiv in 12x30, 12x12 und 12x30 Stahl gebaut.

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    Die Teile wurden lackiert und bereits in den Rahmen eingebaut, wobei die Gewichts-Barren nur lose drin liegen und erst später durch die Deckplanken fixiert werden.

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    Der Innenrahmen war ein wichtiger Schritt, da an ihm neben dem Kessel auch die Bremsanlage und andere Anbauteile befestigt werden. Mehr dazu dann nächste Woche.

    Grüße, Gerd

  • So, Schluß ist....

    ... mit wegrollen ;)

    Die Climax hat nun eine funktionsfähige Bremsanlage. Die Spindelbremse ist später vom Bedienwagen aus gut erreichbar und entspricht so natürlich keinem Vorbild. Es war generell nicht möglich genaue Infos zu den Stehkessel-Climax zu finden. Ab den späteren T-Boiler Class As waren Dampf-Bremszylinder in den Drehgestellen verbaut.

    Um den Platz im Rahmen effektiv zu nutzen und die vorbildwidrigen technischen Lösungen zu verbergen wurde die Bremsspindel flach in den Rahmen gelegt. Die spindel kommt um die Ecke mit einem Kegelrad-Getriebe. Verbaut wurden Teile die ich von früheren (verworfenen) Projekten noch auf Lager hatte. Die Bremse legt nach 2 Umdrehungen an, zieht ab der 3. und nach weitern 4 Umdrehungen ist sie definitiv fest. So läßt sich zügig, aber auch feinfühlig bremsen.

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    Um das Bremsgestänge final einbauen zu können mußte noch die Haupt-Wasserleitung verlegt werden. Das 10mm Kupferrohr zieht sich vom Wassertank vorne bis zum Heck und ermöglicht den Anschluß des Tanks im Bedienwagen. Gleichzeitig zweigt der Zulauf zu den Speisepumpen von hier ab und ein Gewindeanschluß für ein Schauglass ist ebenfalls vorgesehen. Mehr dazu im kommenden Jahr.

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    Und natürlich gibt es noch ein Video zu den erfolgreichen Brems-Tests. Weitere Details wie immer in meinem Blog.
    https://waldbahner.de/wp-content/uploads/2024/12/Bremsvideo_neu.mp4

    Damit bin ich für dieses Jahr glaube ich ziemlich durch. Aber ich melde mich wieder wenn es was neues zu berichten gibt.

    Grüße, Gerd