• Hallo Ich bin neu im Forum mein Projekt ist eine BR24 gebaut nach Wittman Plänen. Bauzeit momentan 12 Jahre. Die Lock ist zu 95 % fertig. Ich habe die letzten 2 Jahre wenig an meiner BR64 gearbeitet weil ich gemerkt habe die Pläne von Wittman haben Fehler und es fehlen Zeichnungen wie das Führerhaus. Das mit dem Führerhaus habe ich lösen können, das größere Problem für mich ist die Steuerung und der Kessel. Da geht’s ja nicht nur um die Optik. Es gibt im Internet Hinweise, dass die Steuerungszeichnungen von Wittman nicht stimmen und zu schwach ausgelegt sind. Ich habe sie aber nach Zeichnung gebaut. Beim Kessel ist das Problem Wittman hat Stopfbuchsen gezeichnet. Und auch die Regelung des Dampfes schaut sehr schwach und Speziell aus. Wenn ich den Kessel Fertig-schweiße komme ich nicht mehr daran. Hat jemand Erfahrung mit der Steuerung und dem Kessel von Wittman oder bessere Lösungen für mich oder kennt jemand noch andere Probleme mit Wittmanzeichnungen.

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  • Hallo Bernhard

    Die von Wittmann gezeichneten Regler sind alle unzuverlässig und schnell undicht.

    Da ist mittlerweile die Zeit drüber weg gegangen. Bei allen, mir bekannten Erbauern von Kesseln werden Kugelhähne aus Edelstahl als Regler eingesetzt.

    Bei einer 5“ Lok ist ein 1/4“ Kugelhahn mit reduziertem Durchgang DN5, d.H. 5mm Durchgang die richtige Größe.

    Die Vorrichtung im Dampfdom sollte so sein, das der Kugelhan nach Demontage des Doms gewechselt werden kann.

    Die kritische Stelle ist die Dampfleitung vom Kugelhahn zur Rauchkammerrohrwand.

    Bei meinen Lokomotiven besteht diese Leitung aus zwei Teilen:

    1. der Halter mit dem Gewinde für den Kugelhahn und der Umlenkung des Dampfes. Dieses Teil dient gleichzeitig auch zur Lagerung der Reglerwelle.

    Die Dichtung zum 2. Teil erfolgr durch einen FKM O-Ring, ohne weitere Verschraubung.

    Dieses Teil wird mit einer Schraube im Kessel fixiert. Diese Schraube sitzt so im Fuß des Dampfdoms, das sie durch die Montage des Doms gegen Verdrehen gesichert ist.

    2. Die Dampfleitung durch die Rauchkammerrohrwand. Die besteht aus einem Stück Rohr mit angelötetem Flansch. Die Abdichtung erfolgt durch einen FKM O- Ring in der Rauchkammerrohrwand und einen im Reglerfuß.

    Der Flansch dieses Rohrs hat auf der Aussenseite eine zweite O-Ring Nut zur Abdichtung der Dampfleitung zum Zylinder oder Überhitzer. Der Flansch wird mit zwei vertikal angeordneten Senkkopfschrauben im Kessel verschraubt. Er hat horizontal zwei Gewinde zur Befestigung der Dampfleitung in der Rauchkammer.


    Die Steuerung musst du nach deinen Zylindern nachrechnen!

    Eine gute Anleitung gibt es von G. und H. Scherer, sie ist in der Schriftenreihe des DBC-D als Heft 6 veröffentlicht und für die Mitglieder des DBC-D gegen Unkostenerstattung erhältlich. Diese Anleitung ist zwar aus den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts, alle meine Loks fahren aber sehr gut und auf Anhieb mit dieser Dimensionierung.

    Ein Nachrechnen mit Valvegear im Computer schadet nicht, ist bei mir aber zu den gleichen Ergebnissen wie die schriftliche Berechnung gekommen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Moin Thomas,

    das hast Du sehr schön beschrieben, wenn Du Deine Ausführungen jetzt noch durch ein paar Bilder "aufwerten" könntest, wie das Gerd bei seinem aktuellen CLIMAX-Projekt macht, hätten möglicherweise mehr Leute Freude dran. ;);)

    Viele Grüße
    Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

  • Vielleicht kannst du BR24-Masse für die Steuerungsteile verwenden, siehe http://stephan-brunker.de/Spur_5/BR_24_009/br_24_009.html

    Nachtrag: Ich sehe gerade, da liegt die Kolbenstange auf Höhe der Treibachse - wohl eher unwahrscheinlich.

    Wie heist jemanndt mitt ein Stöckchen in Popöchen? "Darm-Pflock-Führer"!

    ValveGear Constructor - Dampflokomotivgestänge halbautomatisch auslegen lassen und/oder auf weitere Zielwerte optimieren - in Sekunden, nicht in Tagen!

    Niederstrasser, "Leitfaden für den Dampflokomotivdienst" - Download
    Garbe, "Die zeitgemässe Heissdampflokomotive" - Download
    "Theoretisches Lehrbuch des Lokomotivbaues" - Download

    Einmal editiert, zuletzt von Stephan_A (9. Dezember 2024 um 20:31)

  • Hallo Bernhard,

    wenn du dich bei den Zylinder genau an die orginal Wittmannpläne gehalten hast wird die Lok schlecht fahren. Mir ist nicht bekannt ob der Fehler korrigiert bzw. ein Hinweis den Plänen beiliegt. Wittmann hat in der Berechnung des Voreilhebels Anlenkpunkte in der Berechnung vertauscht. Die Fehler sind seit Jahrzehnten (kenne Veröffentlichungen hier von 2005 zu diesem Thema) bekannt und im Web finden sich die korrekten Berechnungen incl. Erklärung.

    Lade dir Valvegear von Dockstadler herunter. Wähle Walschaert (= Heusinger). Setze alle deine Maße ein und schau dir das Ergebnis an. (Das Programm basiert zwar auf Inch, du kannst aber einfach alle Maße einheitlich in mm eingeben, Das Maßzeichen findet keine Berücksichtigung bei der Berechnung.)

    Volker

  • Hallo Danke für die Antworten

    Ich habe die Zylinder etwas anders gebaut nach Maschinenbauerart.

    Gibt es zuverlässige Zeichnungen für die Regler und andere Verbesserungen?

    Viele Grüße
    Dietrich

    • Offizieller Beitrag

    Moin

    Bei DMC gibt es einen kompletten Zeichnungssatz der BR 64 in 5" und bei Thorsten Niggemann (auch hier im Forum) einige Ergänzungen dazu.

    In wie weit die auf die Konstruktion von Wittmann passen, kann ich dir leider nicht sagen.


    Gruß Eric

    Sämtliche verwendeten Rechtschreibfehler gehören allein mir! :D

  • Hallo Dietrich,

    die Frage ist welche Art von Regler du bauen willst. Heute üblich sind im Dampfdom platzierte Edelstahlkugelhähne. Unterscheidungsmerkmal ist die Betätigung. Es gibt die Version, dass seitlich am Dampfdom die Reglerwelle herausgeführt ist und das Betätigungsgestänge außerhalb des Kessels verläuft. Andere bauen mit Zughebel durch den Kessel und die Betätigung erfolgt oberhalb der Feuerbüchstür.
    Achte beim Kugelhahn aber darauf dass er für Dampftemperaturen von 180°C geeignet ist. Hatte schon mal den Fall dass sich die Kunststoffeinlage unter der Dampftemperatur verformt hat und der Regler sich nicht mehr schließen lies.

    Alternative Regler wären der Nadelventilregler mit Trapezgewinde der Betätigungswelle (Bauart Zimmermann) und der am Dampfdom außenliegende Muschelschieberregler (Deuschle, an Solingen, Stainz und U verbaut), für eine Br64 eher ungeeignet.

    Volker

  • Hallo danke für die Antworten

    Ich glaube ich gehe auf Nummer Sicher und nehme einen Edelstahlkugelhahn. Ich möchte mit Zughebel durch den Kessel Bauen. Wie kann ich die Betätigungswelle am besten abdichten.

    Grüße Bernhard

  • Hallo Bernhard,

    üblicherweise wird die Betätigungsstange an der Feuerbüchsrückwand auf einer Länge von ca. 20mm in einer 0,1mm größeren Bohrung geführt und mit einem O-Ring mit Überwurf gedichtet..

    Das ganze liegt im Bereich unterhalb Niedrigwasserstand. Da die Reglerzugstange nicht gekröpft geführt sein sollte, musst du den Kugelhahn außermittig im Dampfdom anordnen.

    Volker