Baubericht NS3 5 Zoll 1:4.7

  • Moin,

    Ich möchte hier einmal kurz mein aktuelles und im Grunde genommen auch erstes Projekt in 5 Zoll vorstellen. Eine NS3 im Maßstab 1:4,7.

    Fest steht:

    Motorisierung:

    2x MY1013Z3 24V 350W in Rahmen, Antrieb per Ketten auf die Blindwelle und von dort aus wie im Original per Kuppelstange auf die Achse. Unsicher bin ich mir noch bei der Materialwahl der Kuppelstangenlager.

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    Steuerung:

    4QD DNO10

    Rahmen:

    Aus Laserteilen nach Originalzeichnungen, weitestgehend mit Maßstäblichen Materialstärken, lediglich die Pufferbohlen sind mit 5mm und die Rahmenwagen mit 10mm anstatt der originalgetreuen 3mm ausgeführt.

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    Puffer:

    Ebenfalls aus Laserteilen nach Originalzeichnungen, falls da jemand Interesse an einem Teilesatz hat gern melden es sind noch 2-3 Sätze Puffer übrig.

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    Und zum Schluss noch ein paar Bilder des Vorbilds. Ziel ist es bis Anfang nächsten Jahres ein Fahrgestell fertiggestellt zu haben.

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    Sobald es Fortschritte gibt melde ich mich vielleicht einmal wieder mit ein paar frischen Bildern.

    Gruß Christian

  • Hallo Christian,

    interessant bei dieser Lok ist ja, dass die Kuppelstange aus einem Stück besteht und an der Blindwelle ein Schiebelager besitzt.
    Hatte dies schon mal für eine Ns2 überdacht und hatte eine Kombination aus Schiebestück und eingepresstem Kugellager für die Blindwelle geplant. Das Schiebestück wird ja von außen in die Kuppelstange eingesetzt und mit dem Deckel abgedeckt.
    Wie willst du es umsetzen?

    Volker

  • Hallo Christian,

    so ein Lager für die Blindwelle hat auch meine EIGER. Ich hab' da einen Lagerbock aus Bronze gefräst, der in dem rechteckigen Auge der Kuppelstange vertikal gleiten kann. In den Lagerbock ist dann eine Lagerbuchse, ebenfalls aus Bronze, eingepresst (oder eingeklebt? ich weiss es nicht mehr genau...). Hier ein Übersichtsbild:

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    ...und eine Ausschnittsvergrößerung:

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    Das läuft jetzt seit 1991 ohne Beanstandung...

    Grüße

    Andreas

  • Moin,

    ich habe mich bei Andreas Bild von seiner Lok gefragt, was denn der eigentliche Zweck der Konstruktion gewesen sein mag und mal nach "Dampflok "Eiger"" gesucht.

    Gestoßen bin ich auf eine etwas ungewöhnliche Zahnradlok, der Artikel darüber ist hier zu finden.

    Diese Konstruktion wurde gewählt, um das Ein- und Ausfedern der Radsätze im Betrieb auszugleichen.

    Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

  • Hallo Dietrich,

    die "Eiger" war ja konstruktiv ziemlicher Murks. Das ursprüngliche Antriebszahnrad befand sich auf der Kurbelwelle und war somit starr im Rahmen gelagert. Da die Lok sowohl im Adhäsionsbetrieb als auch auf Zahnstange fahren konnte macht sich der Verschleiß der Räder extrem negativ bemerkbar.
    Andreas hat ja den Bauzustand nach der Revision 1914 gewählt wo der Zahnradantrieb entfernt wurde.
    In das dampf.modell Ausgabe 4/1993 hat Andreas ja den Bau der Lok beschrieben.
    Auf der dort gezeigten Zeichnung hatte die Lok starr gelagerte Achsen wie auch die Blindwelle. Daher war da eine Gleitstück in der Dreieckstreibstange nicht erforderlich.

    Volker

  • Hallo Volker,

    bei der starr gelagerten Blindwelle gehe ich mit. Die beiden Achsen müssen aber gefedert sein, sonst würde die Lok beim kleinsten Gleislagefehler den Abflug machen. Um die Abweichungen im Gestänge auszugleichen gibt's eben das Gleitstück. Genauso hab' ich das auch bei meiner EIGER realisiert.

    Noch ein Aspekt: Achsen und Blindwelle liegen nicht in einer Ebene, sondern die Blindwelle ist gegenüber den Achsen um ca. 100mm (Vorbild) nach oben versetzt. Daher der Begriff "Dreieckskuppelstange" im Wikipedia-Artikel.

    Was die Betriebstauglichkeit angeht las ich mal in einer zeitgenössischen Zeitschrift, dass die Lok für den Winterbetrieb zu leicht war und das eine oder andere mal auf der Zahnstange "ausgeglitscht" ist, weil diese durch Schnee und Eis gefüllt war (Quelle leider nicht bekannt).

    Aber jetzt machen wir hier mit der EIGER Schluss, es geht ja hier um die NS3!

    Grüße

    Andreas

  • Hallo Jonas,

    ich antworte mal für den Christian.

    Diese typische Bergbaukupplung von LKM ist eigentlich recht simpel: der große Pufferkörper ist auf Druck gefedert und der (im Bild noch fehlende) Zughaken auf Zug. Verbaut sind dafür 2 Evolutfedern, der Pufferkörper wird durch 2 Bolzen in vorgespannten Zustand gehalten.

    Christian macht bestimmt noch mal ein Bild wenn alle Teile vollständig sind!

    Aber insgesamt eine klasse Konstruktionsarbeit von Christian, bin echt gespannt wie es weiter geht!

    Gruß Frank

  • Moin,

    Anbei noch ein paar Zeichnungen der Puffer woraus die Funktion ersichtlich ist.

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    Zu Franks Ausführung ist hinzuzufügen das sich die Federn die den Pufferkörper vorspannen auf einem Balken abstützen an der wiederum der Zughaken befestigt ist. Dieser ist nur lose im Puffergehäuse. Wird der Puffer auf Druck belastet liegt der Balken an der Rückwand des Puffergehäuses an, bei Zugbelastung am Zughaken kann der Balken nachgeben.

    Die Funktionsweise habe ich so für das Modell 1:1 übernommen. Die Puffer waren unter anderem an einer Lowa Feldbahndampflok sowie den LKM NS3, NS4 und V10c Feldbahnlokomotiven verbaut.

    Wer Interesse an einem Satz Laserteile für die Puffer hat noch sind 2 Sätze verfügbar. (für je 2 Puffer)

    Gruß Christian

    Einmal editiert, zuletzt von Christian W. (9. September 2025 um 19:15)

  • Ein kleines Update, viel hat sich nicht getan da aktuell andere Dinge Vorrang haben. Zumindest die Achsen sind im Groben fertig und die Kuppelstange mit dem Schiebestück ist soweit fertig.

    Gruß Christian

  • So, wieder ein bisschen was fertig.

    Wieviel Spiel plant ihr für die Achslagergehäuse im Rahmen? Längs, als auch für die Seitenverschieblichkeit, Seitliches Spiel habe ich derzeit rund 1mm vorgesehen. Die Achsen werden Kugelgelagert in 37x25x7er Dünnringkugellagern, 2 Stück je Achslagergehäuse. Für die Kuppelstange habr ich Sinterlager vorgesehen, wie sind damit die Erfahrungen?

    Mit freundlichen Grüßen

    Christian

  • Hallo Christian,

    Seitenspiel der Achslager um 0,2mm, mehr ist nicht nötig. Damit sich die Achslager quer stellen können, wenn eine Seite ein-/ausfedert, bildet man die Führung bikonkav aus. D.h. mittig ist das Spiel bei 0,2mm, oben und unten 1mm. Das Längsspiel <0,1mm, das Lager muss nur klemmfrei gleiten.

    Die Stangenlager würde ich in Iglidur X (Igus) ausführen. auf der Blindwelle würde ich ein balliges Kugellager verwenden das mit <0,1mm in der Stangenaufnahme gleitet.

    Volker

  • Moin,

    Joachim Bis jetzt habe ich nur die Kupplungen gebaut, der Rest entsteht derzeit Stück für Stück im CAD.

    Volker SchulzeDanke für den Tipp die Achslager sind bereits angepasst, ein Kugellager schließt sich bei der Blindwelle leider aus, da der Bauraum im Schiebestück dafür zu klein ist.

    Gruß Christian

  • Hallo Christian,

    wo ein Schiebestück Platz hat passt auch ein Kugellager.

    Das Kugellager ersetzt ja das Schiebestück. Und wenn das Kugellager von AD zu ID nicht passt nimmt man ein Nadellager mit Innenring.

    Volker

  • Sicher ließe sich anstelle des Schiebestücks ein Kugellager unterbringe, das gewährleistet aber nicht Verschieblichkeit in Vertikalrichtung die es bei der ungeteilten Kuppelstange benötigt. Das Schiebestück hatte auch das Vorbild.

    Gruß Christian

  • Hallo Christian,

    ich kenne die Konstruktion. Die Kuppelstange hat an der Blindwellen eine rechteckige Aussparung in der das Gleitstück höhenverschiebbar gelagert ist. Im Gleitstück läuft der Zapfen der Blindwellenkurbel.

    Ich habe bei einer NS2f (5-Zoll) die Gleitstückaussparung so gefertigt dass ein Kugellager seitlich 0,05mm Luft hatte aber dem Höhenausgleich folgen kann. Dadurch habe ich keine Gleitreibung zwischen Kuppelstange und Gleitstück sondern der äußere Kugellagerring kann in der Aussparung abrollen wenn ein Höhenausgleich erforderlich ist. Der innere Kugellagering sitzt auf dem Zapfen der Gegenkurbel. Damit entfällt auch die Gleitreibung Zapfen - Gleitstück. Diese Funktion übernehmen die Kugeln im Lager.

    Volker

  • Hallo Christian,

    es muß nicht so kompliziert sein, wie in den Vorbeiträgen beschrieben. Gerade als Erstlingswerk und wenn die Lok nur für den Privatgebrauch vorgesehen ist. Das Risiko des Scheiterns ist dann deutlich kleiner. Das Erstlingswerk würde ich sowieso immer nur für den Privatgebrauch konstruieren. Die Erfahrungen daraus können dann in was "Besseres" münden. Solltes Du aber trotzdem gleich "voll" einsteigen wollen und die Lok auch im harten Betrieb vor Besucherzügen einsetzen, dann sind die Anmerkungen von Volker schon bindend.

    Schau Dir mal den Tröt der NS4 an. Das war auch mein Erstlingswerk. Dort wirst Du alle Fragen beantwortet bekommen. Scheinbar habe ich alles richtig gemacht. Denn die Lok läuft schon seit einigen Jahren ohne Reparatur.

    Gruß Jan

  • Hallo Jan,

    bin ein Verfechter vom KISS-Prinzip "Keep ist simple, stupid".

    Deshalb ja auch mein Tip an Christian statt eines Gleitstücks mit den entsprechenden Anforderungen an die Genauigkeit ein Kugellager zu verwenden.
    Du hast an deiner Lok durch die geteilte Kuppelstange die mechanische Ausgleichsmöglichkeit die bei der starren Kuppelstange über 3 Angriffspunkte wie bei der NS3 durch den Höhenausgleich der Antriebsblindwelle erfolgt.
    Christian will ja über die Blindwelle die Kraft auf die Radsätze einleiten.
    Noch einfacher ginge nur Kettentrieb der Achsen der Radsätze und Blindwelle und dem Zapfen der Blindwellenkurbel in der Tasche der Kuppelstange ohne Gleitstück (Blindwelle ist Attrappe). Dann wäre er Antriebstechnisch bei der NS2 und die Kuppelstangen wären Fake.

    Volker