Dimensionierung eines Tatzlagerantriebes

  • Hallo,

    Ich habe mal eine grundsätzliche Frage. Beim Tatzlagerantrieb federt der Antrieb senkrecht im Rahmen. Zusätzlich ist ein Arm zum Abstützen notwendig, sonst würde sich der Antrieb um sich selber drehen wollen.

    Daraus resultiert meine Frage: Wie lang muss der abstützende Arm sein, damit die Radlageraufnahme im Rahmen beim senkrechten Einfedern nicht klemmt? Oder anders gefragt: Wie weit von der Radlageraufnahme muss das Langloch im abstützenden Arm entfernt sein?

    Und letztlich noch: In welcher Höhe sollte die Abstützung angebracht werden? In der Höhe der Mitte der Radlageraufnahmen oder höher / tiefer?

    Ich danke jetzt schon für die Tipps.

    Joachim

  • Hallo Joachim,

    bei mir haben fast alle Triebfahrzeuge einen oder mehrere Tatzlagerantriebe. Die Abstützung habe ich ungefähr in der Mitte angebracht. Über ein Klemmen der Abstützung habe ich mir gar keine Gedanken gemacht. Wenn was klemmt, wird es passend gemacht. und es hat immer gepaßt.

    Gruß Wolfgang

  • Moin Joachim!
    Bei den Motorgehäusen meines AT1 hab ich die Löcher für die senkrechte Abstützung großzügig gehalten und Abstützung mit Federn und Scheiben ausgeführt, so das hier ausreichend Spiel gegeben ist.
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    Seitlich (rechts) hab ich für die Lenksachsen noch mehr Soiel gelassen. Links die Halbschalen für die Tatzlager. Das rechte Motorgehäuse hat bereits die Achse für das 12/24Z Mittelzahnrad erhalten.
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    Hier die Ansicht der senkrechten Abstützung mit Federn und Scheiben (Fahrzeugrahmen über Kopf abgelegt). Die Abfederung hab ich bei Originaltatzlagerantrieben abgekuckt, was nicht verkehrt sein kann.
    Mit dieser Aufhängung hat es noch keine Probleme gegeben.
    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose

  • Hallo Gerd,

    eine tolle Lösung, ganz anders als von mir gedacht.

    Noch eine Frage dazu: Deine Abstützung hat ein Langloch quer zur Fahrtrichtung, erlaubt also ein seitliches Achsspiel. Ein Spiel in Fahrtrichtung (wenn das Lager einfedert) hast Du wohl gar nicht vorgesehen? Klemmen da nicht die Radlageraufnahmen?

    Joachim

  • Salve Gerd

    Danke für die inspirierenden Bilder. Frage dazu: wie lagerst du die Aufnahme auf der Achse? Mittels Wälzlager? Hättest du uns ein Bild von dieser Seite?

    Danke schon voraus!

    Gruss vom Steff

    On the rail again.

  • @ Joachim!
    Das Langloch ist für die theoretische Auslenkung der Lenkachse vorgesehen. Ob das wirklich passiert sei dahin gestellt.
    Inwiefern es zu Klemmern gekommen ist, kann ich nicht sagen. Es ist (hoffendlich) genug Spiel vorhanden und die Abfederung sollte den Rest übernehmen. beschädigungen an der M4 Gewindestnge habe ich bisher nicht festgestellt. Da der Wagen personenbefördernd ist, ist von entsprechenden Achs-Federwegen auszugehen.
    @ Steff!
    Anfangs hatte ich Kugellager als Tatzlager eingekemmt, welche sich irgendwann verschoben.
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    Das Zwischezahnrad wurde dabei beschädigt und das Ganze ist geräuschmäßig aufgefallen.. Erstaunlicherweise hat die Achse des Zwischenzahnrade´s (Bronze) dabei keinenn Schaden genommen. Ich hab daraufhin der Achse eine Gleitlauffläche eingedreht, so daß ein derartiger Verschub nicht mehr vorkommen kann. Erst hatte ich aus Igus Halbzeug Gleitlager gebaut und später durch Bronze ersetzt. Damit läuft der Wagen bisher einwandfrei.
    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose

  • Hallo Joachim,

    wenn du auf Nummer sicher gehen willst, nimm zur Befestigung der Abstützung nen Gummipuffer mit beidseitigem Gewinde. Falls er zu hart ist, den Gummi etwas abdrehen (Vorsicht Sauerei).

    Gibts z.B. bei GMB Modellbau

    Grüsse von Toni (der mit solchen Dingern schon mehr als 20 Jahre fährt)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Joachim,

    eine genau Antwort wirst du auf deine Frage nicht bekommen. Schlussendlich ist je nach Konstruktion eigentlich jeder Abstand zur Achse möglich. Solange der maximale Federweg bekannt ist, ist der Rest geometrisch leicht bestimmt.

    Ich habe bei der Kinderlok den Antrieb mittels Gelenk mit dem Rahmen verbunden. So kann nichts verkanten, egal wie die Achse einfedert.

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    Lg Jonas

  • Hallo Joachim,

    normalerweise reicht es wenn du um den Stützarm einen Gummischlauch stülpst und in einer querliegenden Gabel lagerst (auf Höhe der Achse im nicht eingefederten Zustand). Der Gummischlauch soll den Anfahrruck etwas dämpfen. Die Gabel bietet ausreichend Spiel für das Einfedern der Achse. 2cm Länge für den Arm ab Motor reichen.

    Volker

  • Erst hatte ich aus Igus Halbzeug Gleitlager gebaut und später durch Bronze ersetzt. Damit läuft der Wagen bisher einwandfrei.

    Hallo Gerd

    Kannst du mir sagen, warum du auf Bronze umgestellt hast?

    Viele Grüße

    Janosch, der die T3 von Bronze auf Igus-Lager (Iglidur J3) umbaut...

    Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt (Gotthold Ephraim Lessing)

  • Moin Janosch!
    Das Igus war verschlissen und ich hatte keine Lust, öfter neue Lagerschalen zu bauen. Da versprech ich mir von Bronze mehr Standfestigkeit.
    Die Achsen sind aus V2a 1.401 gefertigt, was beim Ausdrehen der neuen Lagerfläche kein optimales Ergebnis ergab, wie ich es heute mit 1.405 bekomme. Eigendlich hätte ich neue Achsen aus 1.405 und exakteren gefertigten Gleitflächen fertigen müssen. Da die Zukunft des AT1 mittlerweile überschaubar ist, sollte das reichen.
    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose

  • Hallo Gerd,

    was ist 1.401 und 1.405? Noch nie gehört. Bei den VA-Stählen steht hinter dem Punkt immer eine 4-stellige Zahl.
    Verschlissene IGUS-Buchsen? Hattest du Schleifpapieroberfläche auch der Achse? Kenne es eher umgekehrt, Bronce verschlissen IGUS hält.

    Volker

  • Moin Volker!
    Ich habe 1:4301 und 1.4305 gemeint.
    1.4305 läßt sich besser zerspanen und bringt bessere Ergebnisse. Deswegen verwende ich es bei Rundstähllen heute nur noch.
    Die Tatzlagerhalbschalen hatte ich aus Igus Halbzeug gefertigt, was schon etwas aufwändig war. Die aus 1.4301 gedrehten Gleitflächen waren nicht sehr schön, so daß ich dieses auch als Ursache für den Verschleiß ansehe.
    Mit der Inbetriebnahme meiner V20 hat der AT1 bei mir an Bedeutung verloren und hat nur noch wenig Fahrleistung. Deswegen hoffe ich das die Bronzelager bis zur mittel- bis langfristigen Außerbetriebnahme durchhalten. Dann ist ein Umbau geplant.
    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose

  • Von Igus gibt es oberflächengehärtete Edelstahlwellen. Habe ich als Kolbenstange (25mm) in meiner Speisepumpe.

    Wie heist jemanndt mitt ein Stöckchen in Popöchen? "Darm-Pflock-Führer"!

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    Garbe, "Die zeitgemässe Heissdampflokomotive" - Download
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  • Hallo Gerd,

    es ist umgekehrt wie von Dir beschrieben (she. auch die Datenblätter der einzelnen Sorten):

    1.4305 lässt sich besser bearbeiten, aber nicht polieren.

    1.4301 ist zwar schwerer zu bearbeiten, dagegen lässt es sich polieren. Was m.E. Voraussetzung für ein Gleitlager ist.

    Viele Grüße vom Winfried

    (der fast ausschließlich Edelstahl der unterschiedlichsten Güten verarbeitet)

    Ich fahre auf Spur 7 (Regelspur) oder auf Spur 5 mit der Feld- und Waldbahn

  • 1.4305 lässt sich besser bearbeiten, aber nicht polieren.

    1.4301 ist zwar schwerer zu bearbeiten, dagegen lässt es sich polieren.

    Moin Winfried!
    Danke für den Hinweiß. Ich hatte die Achsen nur abgedreht und so auf ein gutes Ergebnis gehofft. Mit polieren hatte ich es bisher außer bei Messsing noch nicht versucht. Und da war das Ergebnis, nach gedrehten Teil, nicht wie gewünscht (Lampenreflektor).
    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose