SNCF 72000: Messing

  • Liebe Gemeinde,

    allen ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.

    Ich liebäugele mit der SNCF 72000, eine große und ansehnliche Diesellok.

    Leider kann ich mit GFK fürs Gehäuse nicht umgehen und leider auch nicht schweißen, da bin ich auf Messingblech gekommen: lasern lassen und löten, das Ganze auf ein Basisblech, das die Drehgestelle führt.

    Habt Ihr Erfahrungen mit Messing?

    Viele Grüße

    Jan

  • Hallo Jan,

    das wird eine ziemlich teure Angelegenheit bei den heutigen Messingpreisen. Schau dir doch meinen Beitrag über die BB63000 an. Sie ist aus normalen Stahlblech gefertigt. Die Teile wurden gelasert und dann geschraubt. Die Chassisrippen habe ich gleich von der Laserfirma biegen lassen. Der Rest war ziemlich einfach und ging relativ rasch voran.

    Gruß

    Jorge

  • Hallo Jan,

    lt. Profil kommst du aus Braunschweig. Nimm doch Kontakt zu den Kollegen im Lokpark Braunschweig auf. Dort findet sich bestimmt die Möglichkeit dir deinen stählernen Lokaufbau zu schweißen. Messing verzieht sich gerne beim Löten, ich würde davon abraten.

    Volker

  • Hallo Jan

    Komplitzierte Blechstrukturen baue ich am liebsten aus Edelstahl Blech 1.4301.

    Das schweiße ich verzugsfrei mit meinem PUK Schweissgerät. Bis hinunter zu 0,3 mm Blechstärke!

    Für Blecharbeiten war das PUK Gerät die beste Investition in meiner Werkstatt.

    Bei Kleinanzeigen werden die immer mal wieder angeboten.

    Frag doch mal in deinem Verein herum. Vielleicht hat ja einer der alten Herren so ein Gerät und lässt es dich benutzen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Hallo Jan,

    GFK ist ein weiter Materialbereich. Im allgemeinen versteht man im Modellbau darunter laminierte Bootsrümpfe und ähliches. Setzt aber immer eine Negativform voraus.
    Ich dupliziere Achslagerattrappen mittels Epoxi-Giesharz dem ich Glasfaserschnipsel beimenge.
    Die Technik ist allerdings durch 3D, zumindest im Gartenbahnbereich, abgelöst.

    Ich würde, wenn nicht in Stahl, den Aufbau in 3D-Druck herzustellen. Ein Franzose hat sie in Baugröße G realisiert und es findet sich im Netz zumindest die Nase dieser Lok als STL-Datei.

    Volker

  • Hallo Jan

    Mal so nebenbei...man kann auch Stahlblech löten. Sowohl hart, als auch weich. Natürlich dann mit Flamme. Allerdings sollte der Rahmen und die Drehgestelle wegen der hohen Belastung geschweißt, bzw. geschraubt werden.

    Gruß Ingo 8)

  • Liebe Kollegen,

    hm, ich bin gerade noch am Schrauben an einer V220. Das Modell ist eine "Warship" von den Engländern bei Maxitrack, und weil es (auch im Original) mit kleineren Änderungen von der V200 übernommen wurde, braucht es auch im Modell nur wenige Modifikationen.

    Das Ganze ist ein Set mit einem stärkeren Blech als Basis, darunter sind geschraubte Drehgestelle, die im Prinzip nur aus einer starken Blechplatte mit angeschraubten Motoren bestehen. Für die Optik sorgen Guss-Kunststoff-Blenden dazwischen. Die Haube ist aus einem versteiften GFK-Körper.

    Ich habe mir das Set gekauft und bin dafür auch nach England als Kurzurlaub gefahren. Ich finde das Prinzip nicht schlecht und komme gut zurecht, aber ich kann mit meinen Mitteln keinen GFK-Body gießen – cool fände ich beispielsweise diese Variante.

    So bin ich auf die Idee mit dem Löten von Messing gekommen, aber nach dem ziemlich einhelligen Rat von allen Seite werde ich wohl mit Stahlblech weitermachen.

    Viele Grüße

    Jan

  • Hallo Jan,

    du meinst die V200? Für diese habe ich GFK Aufbauten (ohne jeden Ausschnitt) bei mir im Regal. Auch die dazugehörigen Zeichnungen, wenn auch 1:32, aber das kann man leicht umrechnen.
    Kleine Änderungen? Die Warship Class42 sieht eher so aus als ob sie etwas zu schnell gegen einen prellbock gefahren ist. Die Nase ist ja weitaus kürzer als bei der V200.

    Vielleicht findet sich 2026 Zeit, zumindest mit einer Lok anzufangen. Habe auch unzählige Vorbildaufnahmen aus dem Technikmuseum Berlin.
    Bin mir noch nicht klar wie ich den Rahmen ausführe. Möglicherweise als Rohrkonstruktion.

    Volker

  • Moin Jan,

    es ist sehr schwer auf Deine Frage richtig zu antworten, wenn man nicht weiß wie scale Du Dein Ziel erreichen willst oder kannst und wo letztendlich Deine Stärken liegen.

    Mit dem richtigen Werkzeug und den richtigen Materialstärken an Messing lässt sich der Oberbau fullscale verwirklichen. Beim Unterbau brauchst Du sicherlich einen Rahmen aus Stahlprofilen auf dem Du dann weiter aufbauen kannst.

    Das Messing in der benötigten Menge zu Deinem Projekt ist im Vergleich zu allen anderen Materialien recht teuer, dafür kommst Du aber möglicherweise dann alleine in der Verarbeitung damit zurecht. Die Profile für Rahmen und Gerippe aus Stahl wirst Du aber auch selber zuschneiden können, evtl kannst Du es Dir dann schweißen lassen.

    Messingblech ist ein sehr dehnbarer Begriff und geht nach meinem Spektrum für dieses Hobby von 0,3 mm bis 5 mm. Wenn man sich die zukünftig möglichen Kräfte, die an den langen ebenen Flächen angreifen könnten, vorstellt und mögliche Entgleisungen, Transporte etc mal mit einbezieht, so muß die Außenhaut eine gewisse Stabilität mitbringen, da wo die angepeilte Blechstärke das nicht gewährleisten kann, muß entsprechend von innen verstärkt werden. Mal als Denkanstoß: Die Karo für meine V100 ist aus Resin 3D-gedruckt mit ganz filigranen Details, sollte sich da mal ein Kind mit Schwung aufsitzen wollen, wäre das ein Totalschaden. Daher werde ich meine Karo von innen mit GFK auslaminieren um deutlich mehr Festigkeit zu bekommen.

    Frage: Spur 5 oder Spur 7 ?

    Mit den besten Grüßen aus Ostfriesland
    Boris

    im Bau : "V100 2062" und Köf II "323 636" für Spur 5
    auf dem Zeichenbrett : Diesellok für Spur 7
    auf der Liste Spur 5 : 1 Bedienwagen, 1 Personenwagen
    auf der Liste Spur 7 : Bedienwagen, Personenwagen und Werkzeugwagen f d Gartenarbeit

  • Hallo, Boris (?),

    Danke für Deine Gedanken. Von der Idee mit Messing nehme ich angesichts der Ratschläge bereits Abschied, Kosten und mangelnde Robustheit sind Argumente. Beim letzten kleinen Entgleisen wegen eines Steinchens ist auch gleich ein Tritt verbogen.

    Letztlich kam ich darauf, weil ich nicht schweißen kann -- mein Vater hat es mir zwar mal gezeigt, aber ich habe immer noch Respekt davor.

    Zusammen mit der Modellwahl -- die 72000 ist ein Brummer -- und der rechte einfachen Kontur usw. wird es aber wohl auf Stahlblech hinauslaufen.

    Ich würde mir das gern lasern lassen -- hm -- wie fängt man das am besten an?

    Hat da jemand ein Video bei der Hand?

    Danke und allen ein gutes neues Jahr.

    VG, Jan

  • Moin Jan!
    Ich hab bisher bei https://www.laserteile4you.de/ Bleche Lasern lassen und war bisher damit zufrieden. Einfach 2D Zeichnung hochladen, Material und -stärke wählen und kalkulieren lassen. Anschließend weitere Teile hinzu fügen und ggf. bestellen. Es gibt keine Mindestbestellmenge aber einen Mindermengenzuschlag. Daher lohnt es sich mehrere Teile in einer Bestellung zusammen zu fassen.
    Hier der Rahmen meiner V20 aus Edelstahlblech gelasert, den ich anschließend verschweißt habe:
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    Wenn bei Stahlblechen keine kleinen Bohrungen ermöglicht, bietet Laserteile ein Tool an, mit der stattdessen Laser-Körnungen angebracht werden können.
    Für das Gehäuse der V20 und des Kittel Dampftriebwagens habe ich Bleche aus Messing lasern lassen. Dergl. die aufgelöteten Fensterrahmen:
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    Die Trittbretthalter hab ich seitlich gezeichnet aus dickeren Stahlblech lasern lassen. Die Seitenwände des vorderen Triebwerksrahmen sind aus Edelstahlblech gelasert.
    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose

  • Hallo Jan,

    wie fängt man an?
    zuerst Spurweite:. 127mm (5 Zoll) oder 184mm (7,25 Zoll) Da du eine Class 42 hast also 5 Zoll
    Maßstab: 127mm Spur wäre ganz korrekt 1:11,3. Meist 1:11. Oft auch 1:10 (eigentlich 144mm Spur).
    Zeichnungen beschaffen, für dein Projekt finden sich unzählich bemaßte Zeichnungen im Web.
    Auf Papier eine erste maßstäbliche Skizze Seitenansicht erstellen.
    Prüfen ob Pufferhöhe mit den DBC-D-Normen übereinstimmen.
    Teile in CAD zeichnen incl. aller Ausschnitte, Taschen für Einstecken anderer Teile ect. Als DXF speichern. Du kannst natürlich auch die Lok komplett im CAD 3D erstellen und dann mit entsprechenden Tools die einzelnen Komponenten extrahieren.

    Teile gleich abkanten. Es gibt kein scharfes Abkanten, ist immer ein Radius vorhanden. Wen also scharfe Kante geht nur mit 2 Teilen und rückseitigen Verschweißen. Außerdem bedeutet Kanten immer eine Längenänderung. Maße für Abkantungen beziehen sich immer auf eine Bezugskante und auf der Innenseite, die äußere Verrundung ist dann mindestens um + Materialstärke von der Bezugskante verschoben.

    Antrieb? Tatzlager wie Class42 oder orginal nur 1 Motor je Drehgestell). Welchen Radius soll die Lok durchfahren? Nicht nur Schwenkbereich der Drehgestelle sondern auch eventuell erforderliche Seitenverschiebung Mittelachse/Spurkranzschwächung prüfen.
    Zwar haben fast alle Anlagen Spurerweiterungen in den Kurven aber mit mehr als 129 mm nicht rechnen.

    Viele Wege führen zum Ziel. Aber alle erfordern Zeit. Viel Zeit.

    Volker

  • Hallo, Volker,

    liebe Mitstreiter,

    hm, ich habe Null Erfahrung mit der Zeichnerei abgesehen von den Anfängen der bekannten 3 Ansichts-Zeichnungen.

    Eigentlich wäre ein Video für Anfänger schlau-- vielleicht hat jemand Lust dazu? Bevor man sich eine blutige Nase holt, ist es ja immer schlauer, von Erfahrenen zu lernen.

    Welches Programm würdet Ihr empfehlen?

    Wie wählt man das passende Material aus?

    Gibt es da kein Best Practise für 5 Zoll? Oder sind wir alle Einzelkämpfer?

    Viele Grüße

    Jan

  • Hallo Jan,

    ein Video wäre ein extremer Zeitraffer. Eine Lok von 0 bis fertig kann schnell >500 Stunden bedeuten.

    Ich arbeite mit Fusion360 und Autocad R14 (für Laserteile).
    Räder und Achsen beziehe ich von den diversen Anbietern. Puffer, Kupplungen dito. Motorsteuerung ist bei mir 4QD oder Curtis. Restliche Elektronik baue ich selbst.
    Fahre mit Bleigel-Akkus, die sind in meinen Loks immer fest eigebaut.
    Viele Teile entstehen an der Drehmaschine und Fräse.

    Ich würde für die Seitenwände bei der von dir angedachten Lok 1,5 - 2mm Feinkornblech verwenden. Die nicht ganz einfache Nase als 3D-Druck. Es gibt die erforderliche STL-Datei im Web für 0,50€. Muss man dann mit einem CAD Programm (z.B. Fusion360) auf den von dir geplanten Maßstab hochskalieren und drucken.
    Materialauswahl nach Erfordernis, das sind Erfahrungswerte. deshalb unbedingt Kontakt zu Gleichgesinnten suchen. Lokpark Braunschweig z.B.. Als Neuling und Einzelkämpfer zahlt man Lehrgeld.

    Eine Lok dieser Größe als Erstlingswerk ist ambitioniert.
    Ich würde mit den Drehgestellen anfangen. Dann Rahmen und Technik. Zum Schluß den Aufbau (Hülle).

    Volker

  • Die meisten bauen zwar, bevor die virtuelle Konstruktion fertiggestellt ist, aber aus industriellen Projekten kann ich nur die Empfehlung geben, zuerst die Konstruktion fertigzustellen. Alles andere wäre in meinem damaligen Umfeld zeitlich und finanziell unvertretbar gewesen.

    Für dich hiesse das, erstmal lange nicht an Laserteile zu denken, sondern dich ins CAD-Konstruieren einzuarbeiten und technische Wissenslücken zu füllen.

    Wenn du dir das ersparen willst, dann ist vielleicht die zielführendste Alternative, dir eine elektrische Nibbelzange zu kaufen und selbst die benötigten Teile aus einer Blechtafel zu nibbeln und die Konturen glatt und eckig zu feilen.

    Mit einem Video über das Erstellen von DXF-Laserkonturen ohne jegliche vorherigen CAD-Voraussetzungen wird es jedenfalls nicht getan sein. Das wäre so etwa das Gleiche, wie einen Informatiker im Vorhinein zu fragen, welche Tasten man am PC drücken soll, wenn ein Fehlermeldungsfenster erscheint. Der wird nebenbei seine Qualifikation mit einer solchen Frage nicht unbedingt wertgeschätzt fühlen und dich daher liebend gern an einen Wettbewerber verweisen.

    Auf Youtube findest du z. B. Videos, in denen ein asiatisches Mädchen einen alten Elektromotor komplett generalüberholt. Wenn du mal versuchst, das allein anhand eines solchen Videos nachzumachen, wirst du schnell merken, dass da noch etwas fehlt, das man nicht einfach so noch im Video unterbringen konnte. Und das nennt man (unter anderem) Grundlagenwissen.

    Wie heist jemanndt mitt ein Stöckchen in Popöchen? "Darm-Pflock-Führer"!

    ValveGear Constructor - Dampflokomotivgestänge halbautomatisch auslegen lassen und/oder auf weitere Zielwerte optimieren - in Sekunden, nicht in Tagen!

    Niederstrasser, "Leitfaden für den Dampflokomotivdienst" - Download
    Garbe, "Die zeitgemässe Heissdampflokomotive" - Download
    "Theoretisches Lehrbuch des Lokomotivbaues" - Download