Achsantrieb mit Radsatzgetrieben

  • Hallo

    Hier im Verein in Leverkusen haben wir eine V200 in 7 1/4“ die nicht mehr fahrtüchtig ist. Der, mittlerweile verstorbene, Erbauer hatte keine Erfahrung mit den Belastungen, denen eine Lok ausgesetzt ist, die Züge im Publikumsbetrieb ziehen muss. Deshalb haben wir jetzt eine Lok mit Drehgestellen aus Messingblech, die sich nicht mehr reparieren lassen, weil das Material entlang der Risse regelrech Pulverisiert ist. Des Weiteren hat die Lok einen Rahmen aus Holz, der sich vollkommen auflöst. Die Schrauben fallen heraus, alles ist beweglich, weil alle Vervindungen lose sind und alle Verklebungen gebrochen sind.

    Die Karosserie ist aber zu schade zum Wegwerfen. Auch die Elektronik, mit einer 4QD 360 ist viel zu Schade, um nur im Regal zu stehen.

    Ein neues Chassis muss also her, mit neuen Drehgestellen. Die V200 hat innen gelagerte Achsen, was für einen Tatzlager Antrieb keinen ausreichenden Platz bietet. Deshalb habe ich mich für einen zentralen Motor mit Gelenkwellen Antrieb und Radsatzgetrieben entschieden.

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    Letzte Woche sind die Räder eingetroffen. Hier mit dem Spannsatz zur Befestigung auf der Achse

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    Die Schneckengetriebe haben eine Untersetzung von 5 : 1, es sind zwei verschiedene Versionen, mit einem und mit zwei Wellenenden zum Antrieb. Die Achse hat 18 mm Durchmesser und wird mit Keil und Seegering fixiert.

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    Hier die beiden Getriebe Versionen.

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    Im zusammen gesteckten Zustand, sieht man, dasfür die Drehmomentstütze des Getriebes ausreichen Raum vorhanden ist. Das Achslager ist ein billiges Normteil.

    Als Motor verwende ich einen Lynch LEM 200, der mit 24V betrieben wird und mittels Zahnriemen Untersetzung von 2 : 1 auf die zentrale Antriebswelle wirkt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Hallo

    So langsam treffen die nächsten Teile für den Antrieb der V200 ein.

    Zur Montage der Kreuzgelenke auf der Getriebewelle musste der Durchmesser von 11 auf 12 mm vergrössert werden. Das erledigt ein kleines Stück Messingrohr mit 0,5 mm Wandstärke.

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    Den Längenausgleich beim Einfedern einer Achse übernimmt ein locker aufgestecktes Stück Stahlrohr mit Innensechskant.

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    Das Sechskant Material mit SW 12 ist im Kreuzgelenk mit 4 mm Keil eingepresst. Die Madenschraube im Kreuzgelenk dient nur als zusätzliche Sicherung. Sie überträgt keine Kräfte.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Hallo Joachim

    Die Kreuzgelenke haben ohne den Keil einen strammen Sitz auf der Welle. Mit Keil müssen sie mit einer Vorrichtung auf den Wellenstumpf aufgepresst werden. Zusätzlich drückt anschließend noch die M6 Madenschraube mit Ringschneide auf den Keil.

    Das sitzt so fest, das ich befürchte, das sich das Gelenk nicht mehr zerstörungsfrei von der Getriebewelle lösen lässt.

    Zum Glück war das bisher nicht notwendig.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Schönen Abend,

    Ich würde mich auch für die Getriebe Interessieren. Lassen die einen Freilauf zu? Also dreht sich die Achswelle wenn man dort mit der Hand dreht ?
    Besser gesagt lässt das Getriebe es zu die Kraft auf den Motor zurück zu führen?

    Quasi für ne elektrodynamische Bremse?


    Und wer ist der Hersteller bzw hast du eine Bezugsquelle ?

    Ich hab vor einen 500W 24V Motor oder Sogar einen 1Kw Brushlessmotor ein zu bauen.
    Soll dann eine BR V320 werden. 😅

    Dampfloks sind Faszinierend!
    Haben will ich sie aber leider nicht.
    Elektroloks und Diesel schon eher

  • Hallo Ludwig

    Die Getriebe sind in 1 : 5 nicht selbsthemmend.

    Da sie neu sind, braucht es schon einige Kraft am Rad, um die Eingangswelle zu drehen. Ich rechne mit einer ordentlichen Bremswirkung beim zurückregeln des Reglers. Ob die Lok sich schieben lässt ist fraglich. Betriebserfahrungen habe ich allerdings noch keine.

    Gekauft habe ich die bei Aliexpress.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Hallo Ludwig,

    wenn du einen Zentralmotor und Kardanwellenantrieb bauen willst bedenke dass du Kardanwellen mit Längenausgleich zwischen Motor Drehgestellen benötigst.
    Die V320 ist erheblich länger (27%) als die V200 was zu weiterer Auslenkung der Drehgestelle in Kurvenfahrt führt einhergehend mit größeren Winkeln in den Kardangelenken und größerem Längenausgleich in der Kardanwelle.
    Der Längenausgleich innerhalb des Drehgestells für den Federhub der Radsätze ist da im Vergleich nichts.

    Volker

  • Könntest du mir privat den Link zukommen lassen von Ali?

    Dampfloks sind Faszinierend!
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  • Hallo Ludwig

    Als ich gerade in meiner Bestelliste nachgesehen habe, kam die Meldung, das der Shop wegen Ferien nicht erreichbar ist. Mit einem Link kann ich deshalb leider nicht dienen.

    Allerdings werden diese Getriebe als Standard Bauteil doch von vielen Händlern angeboten. Nicht nur auf Aliexpress, sondern z.B. auch hier:

    Mädler

    Schön bei Mädler sind die bemaßten Zeichnungen, nachteilig ist, das bei denen die kleinste Untersetzung 1 : 7,5 ist. In der Liste lassen sich gut die verschiedenen Baugrößen vergleichen.

    Die von mir verwendete Größe 040 hat bei einem Laufflächendurchmesser des Rades von 120 mm noch 10 mm Luft zur Schienenoberkante.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Hallo

    Nachdem die Laserteile eingetroffen sind, konnte das erste Drehgestell montiert werden.

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    Ohne Räder sieht man die Primär und Sekundärfederung. Im Hintergrund der Elektromotor zum Antrieb.

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    Von der Antriebsseite aus sind die Drehmomentstützen und seitlich die Stützlager für die Sekundärfederung zu erkennen.

    Das Drehgestell ist jetzt fertig zum Lackieren.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Hallo

    Jetzt ist auch der Rahmen fertig Geschweißt und Lackiert.

    Hier ein Bild des Chassis von unten, mit der zentralen Antriebswelle:

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    Und hier die Ansicht der Antriebswellen bei maximaler Auslenkung der Drehgestelle:

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    Da die Antriebswelle der Durchbiegung durch die Spannung des Zahnriemens vom Motor ausgesetzt ist, habe ich den Durchmesser von 20 mm gewählt. Die Kreuzgelenke haben eine 12 mm Aufnahme.

    Das ist die letzte Aufnahme bei denen man die Kreuzgelenke sehen kann. Nach dem Zusammenbau sieht man dann nur noch die Faltenbälge, die verhindern, das Staub in das Fett der Kreuzgelenke gelangt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Hallo

    Heute war Hochzeit:

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    Die Drehgestelle und der Motor sind final montiert.

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    Die Spannung des Zahnriemens wird durch eine Höhenverstellung des Motors erreicht.

    Die nächsten Arbeitsschritte sind der Einbau von Steuerung, Batterie und Nebenaggregaten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Hallo Andreas

    Der Motor ist ein Lynch LEM200

    LEM 200

    Das ist ein 48V Scheibenläufermotor mit großem Rotordurchmesser und hohem Drehmoment. Der hat bei 24V noch 2 KW Leistung. Den habe ich gebraucht bei Kleinanzeigen erstanden.

    Der ist sehr schön kompakt und würde von der Breite her auch gut in ein 7 1/4“ Drehgestell mit Aussenrahmen passen.

    Mal sehen, wie er sich bewährt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas