Öler für Zylinder

  • Die meisten Dampfbahner über-ölen ihre Maschinen, was sich dann als rutschige Schiene bemerkbar macht. Die einzige Variable, die Dir bei gegebener Pumpe noch zur Verfügung steht ist des Hub an der Ratsche. Den schrittweise (rückwärts) so einstellen, daß am Ende eins Fahrtages oben am Schornstein innen nur noch ein ganz feiner fettiger Hauch von Zylinderöl zu sehen ist. Wenn außen am Schormstein ein schwarzer Sutt herunterrinnt, dann machts Du was falsch.

    Keine Angst übrigens, Deine Lok geht nicht sofort kaputt, wenn Deine Oelpumpe mal versagt! Schau Dir bei der großen Dampfbahn und auch bei einer Modell-Lok mal die Innenflächen eines eingelaufenen Zylinders an: Spiegelglatt und karbonisiert. Das frißt nicht sofort fest.

    Wenn Du wirklich ganz sicher gehen willst, dann installiere in den Deckel des Schieberkastens eine M3-Schraube mit Cu-Dichtung. Losschrauben, ein paar Tropfen Oel mit einer dicken Injektionsspritze (zB vom befreundeten Tierarzt) einfüllen. Wenn dann Deine Pumpe versagt, bist Du immer noch auf der sicheren Seite. So ein Einfüllpunkt ist auch bestens geeignet, vor dem Winterschlaf der Lok, die Zylinder mit Schmieröl zu fluten.

    Bei Oelpumpen mit Ratschenrädern sind die Sperrklinken der Schwachpunkt. Wenn die nicht gehärtet sind, dann nutzen sie bald ab und sperren das Klinkenrad nicht mehr. Außen neben das Klinkenrad noch ein kleines Handrad montieren, mit dem man bei einem Stop noch etwas Oel nachdrücken kann. Am Handrad ein farbiger Punkt, den man von der Fahrposition aus sehen kann. Wenn der langsam herum wandert ist alles OK.

    Gute Fahrt

  • Hallo Frank,

    statt der Klinken-Freiläufe kann man auch Nadel-Hülsen-Freiläufe verwenden.
    Die Dinger haben den Vorteil, dass Verschmutzungen vom Mechanismus abgehalten werden und sie mechanisch sehr robust sind.
    Sie machen optisch aber weniger her, als die Klinken, sind aber absolut zuverlässig.

    Das "Überölen" bekommen auch andere "Dampfenthsiasten" hin. Ich habe das anfangs auch fertig bekommen aus Angst, es könne etwas fressen oder festgehen. Mittlerweile sehe ich das etwas entspannter und habe nur noch regulierbare Öler an meinen Maschinen. Es ist erstaunlich, wie wenig die Regulierspindel nur geöffnet werden muss.

    Gruß Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

  • Hallo,

    hat hier schonmal jemand was von der "Baumann-Schlingfeder" gehört?
    Einfach ne Spiralfeder um ne Welle, die etwas schwergängig darauf gleitet (mit passender Windungszahl), an ihrem einen Ende kann man dann die Welle in einer Richtung mit prinzipiell fast beliebig großer Kraft mitdrehen, in der anderen Richtung läuft sie fast frei.
    2 Federn von der Sorte, eine mit dem Antrieb und die andere mit einem feststehenden Punkt verbunden, ersetzten so 2 Nadelfreiläufe, bzw. eine Ratsche. Man kann so wohl etwas kleiner bauen als mit Nadelfreiläufen.

    Der physikalische Hintergrund dabei ist sozusagen, daß das Verhältnis der tangentialen Zugkraft am einen Ende zur Zugkraft am anderen Ende einer Umschlingung exponentiell mit dem Umschlingungswinkel wächst (d.h. jede Windung mehr erhöht das übertragbare Moment um einen konstanten Faktor) - theoretisch, solange keine Grundreibung infolge radialer Vorspannung vorhanden ist. Solange die Vorspannung aber konstant ist, ändert das an der prinzipiellen Funktion nicht viel.
    Obwohl hier die Zugkraft am einen Ende lediglich eine ziemlich kleine Reibkraft infolge von Klemmkraft ist (grob gesagt), aber wegen der o.g. Gesetzmäßigkeit wird schnell das erforderliche Drehmoment erreicht. Trotzdem wird dabei theoretisch keine absolute Selbsthemmung erreicht, jedoch ist schnell die Zugfestigkeit des Federdrahtes erreicht.

    Grüße
    Stephan

    Wie heist jemanndt mitt ein Stöckchen in Popöchen? "Darm-Pflock-Führer"!

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    Niederstrasser, "Leitfaden für den Dampflokomotivdienst" - Download
    Garbe, "Die zeitgemässe Heissdampflokomotive" - Download
    "Theoretisches Lehrbuch des Lokomotivbaues" - Download