Kupferkessel ??

    • Offizieller Beitrag

    Thema: Kupferkessel... wenn ja dann wie ??
    Gerd
    Datum:28.10.03 09:07 Antworten Zitieren Empfehlen

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    Hallo Dampfbahners,

    heute wende ich mich mal mit ner Dampftechnischen Frage an euch...

    Angenommen ich wolle mir meine Dampflok bauen, so würde ich für den Kessel im ersten Ansatz Kupfer als Material verwenden. Grund ist die Tatsache, daß ich dies selber bearbeiten könnte.

    Mir stellt sich da nur die Frage, wie gut ein Kupferkessel im Vergleich zu anderen Materialien ist und ob man mit Hartlöten einfach drauf los brutzeln kann (natürlich unter berücksichtigung aller Regelwerke zum Bau von Dampfkesseln und mit ausreichender Planung)

    Oder kann mir vielleicht mal einer kurz beschreiben, auf welche Arbeiten ich mich beim Bau eines Kupferkessel vorbereiten müßte und welche Werkzeuge ich benötige ?

    Danke schon mal im vorraus für hoffentlich viele hilfreiche Antworten.


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    dampfwilli
    Datum:28.10.03 10:50 Antworten Zitieren Empfehlen (dampfwilli@web.de)

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    Hallo Gerd,
    ist alles sehr umfangreich. Schau in die persönlichen Nachrichten.
    Grüsse aus dem Elsass




    Andre
    Datum:28.10.03 14:33 Antworten Zitieren Empfehlen (Andre-Heuer@t-online.de)

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    Hallo Gerd

    Also meine IIm Kessel sind auch aus Kupfer.
    Kommt drauf an, wie groß der Kessel werden soll. Die Kessel, die ich hartgelötet habe, hatten eine Durchmesser von 64 mm. Ich hatte da mit dem hartlöten keine großen Probleme. Vorrausgesetzt ist natürlich, ein guten Gasbrenner. Ich habe beim Kessel auf Azetylen zurückgegriffen. Ging wesentlich schneller und einfacher.

    Soweit meine Erfahrungen. Wie´s mit größeren Cu-Kesseln ist, kann ich nicht sagen.

    Mfg

    Andre


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    Andre
    Datum:28.10.03 14:55 Antworten Zitieren Empfehlen (Andre-Heuer@t-online.de)

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    Hallo

    Hier sind mal 2 Bilder von dem oben angesprochenen Kessel.


    Mfg

    Andre


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    HeinzDieter
    Datum:28.10.03 15:31 Antworten Zitieren Empfehlen (rastatt112@t-online.de)

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    Hallo Freunde,

    nach meinen Infos muß man größere Kupferkessel in einem Schamotbett zusammenlöten(schweißen), damit die Wärme schneller abgeleitet wird. Das Problem dabei ist, daß nicht jeder so ein Bett hat. Deshalb sind wir im Verein auf Stahlkessel übergegangen. Ist einfacher zu verarbeiten, hat aber auch schlechtere Eigenschaften im Bezug auf Wärmeleitung und Abgabe. Da musste schon ein rechtes Feuerchen in der Büchse machen.Unsere Siederohre sind aus Präzisionsstahl.

    Gruß

    Heinz-Dieter

    Lasst uns zusammenhalten !!
    BV: VT98 mit VB98, mit Unterstützung BR99


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    Lars
    Datum:28.10.03 18:27 Antworten Zitieren Empfehlen (webmaster@tractionengine.de)

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    Hallo,

    prinzipiell denke ich ist ein Kupferkessel nicht problematisch zu bauen. Für Traktoren werden Kupferkessel bis zum Maßstab 1:4 gebaut. Kupfer ist ein besserer Wärmeleiter als Stahl, und es lässt sich auch besser biegen als Stahl. Allerdings strahlt natürlich auch mehr Wärme nach aussen ab. Also brauchst Du beim löten (kein Silfos, die Nähte werden spröde)einen oder besser zwei dicke Brenner (Azetylen) und Silberlote mit verschiedenen Schmelzpunkten. Ein großer Vorteil von Kupfer ist auch die Überwinterung, man braucht sich keine Sorgen um Rost machen :-). Der Cu-Kessel meiner Allchin ist über 40 Jahre alt und es ist kein bisschen Vergang dran.

    https://www.dampfbahner.net/www.tractionengine.de


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    Andre
    Datum:28.10.03 19:19 Antworten Zitieren Empfehlen (Andre-Heuer@t-online.de)

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    Hi Lars

    Meinst du mit "Silberlot mit verschiedenen Schmelzpunken", um z.B. die Feuerbüchse mit einem Lot mit ganz hohem Schmelzpunkt zu löten und z.B. den Rest des Kessels mit einem etwas niedrigeren Schmelzpunkt, damit die Feuerbüchse beim einlöten nicht wieder auseinander fällt. Oder warum braucht man verschiedene Siberlote mit verschiedenen Schmelzpunken ???
    Mfg

    Andre


    Editiert am: 28.10.03 19:20 von Andre


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    Lars
    Datum:28.10.03 19:29 Antworten Zitieren Empfehlen (webmaster@tractionengine.de)

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    Jo,
    so wie du es schreibst hab ich das gemeint. Hätte ich auch gleich erklären können. Sorry.

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    Andre
    Datum:28.10.03 19:35 Antworten Zitieren Empfehlen (Andre-Heuer@t-online.de)

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    Hallo

    Was für Schmelzpunkte würdest du denn nehmen ? Ich hab nämlich bei den Planungen zu miner Lok auch schon darüber nachgedacht, wie ich den löten kann, ohne das er mir wieder auseinander fällt. Das mit den verschiedenen Schmelzpunkten ist eine sehr gute Idee !

    Mfg

    Andre


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    dampfwilli
    Datum:28.10.03 19:55 Antworten Zitieren Empfehlen (dampfwilli@web.de)

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    Andre, Schaue mal in die Gelben Seiten bei euch. Es gibt sicher eine Schweissbedarffirma. Rede mal mit denen, die wissen Bescheid und können dir auch Ratschläge zum Flussmittel (wichtig!) geben.Und dann denk mal schon über einen schönen Behälter für die Beizsäure nach.




    Andre
    Datum:28.10.03 20:08 Antworten Zitieren Empfehlen (Andre-Heuer@t-online.de)

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    Hallo Dampfwilli

    Gut, ich frag hier in der Gegend mal nach. Mal was anderes...was ist Beizsäure ???
    Was beizen heißt weiß ich, aber das macht man doch normalerweise mit Holz, oder verstehe ich da gerade was falsch ?

    Mfg

    Andre


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    dampfwilli
    Datum:28.10.03 21:13 Antworten Zitieren Empfehlen (dampfwilli@web.de)

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    @ Andre: es handelt sich hier um eine 8-10 %ige Schwefelsäure. Nach jedem Lötgang muss das bearbeitete Kesselteil wieder peinlich sauber sein und von sämtlichen Flussmittelresten befreit werden. Dazu die Säure. Sie frisst allerdings auch Finger, Kleidung und Fussböden. Also HÖLLISCH aufpassen!! Und beim Verdünnen der Säure (zB.: aus Batteriesäure) immer VORSICHTIG und LANGSAM die Säure in das Wasser geben, es entsteht ein sehr starke Reaktionswärme. Und SCHUTZBRILLE nicht vergessen.
    Hast Du einen schnelle Internetzugahg und ist Dein englisch einigermassen? Dann kann ich Dir eine sehr gute Lötanweisung zukommen lassen.




    Andre
    Datum:28.10.03 21:36 Antworten Zitieren Empfehlen (Andre-Heuer@t-online.de)

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    Hi Dampfwilli

    Das mit der Säure etc. lasse ich lieber meinem Chemielehrer oder so machen.
    Das ist mir zu Gefährlich.

    Meine Internetverbindung ist leider nicht sehr schnell. Hab nur ISDN. Englisch ist ganz gut. Wie viel MB hat die Datei denn ?

    Mfg

    Andre


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    Charel
    Datum:02.11.03 11:53 Antworten Zitieren Empfehlen (agras@pt.lu)

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    Ich hab mal irgendwo gelesen dass man Flussmittel auch mit heißem Wasser wieder entfernen kann. Ich weiß leider nicht mehr wo es war.
    Das geht sicherlich nicht so gut, als mit der Säure.


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    taiga007
    Datum:02.11.03 13:37 Antworten Zitieren Empfehlen

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    Hallo,

    also bis jetzt habe ich Flußmittelreste erstmal grob mit Lappen und Wasser entfernt und dann mit feinen Schleifern abgeschliffen, allerdings habe ich auch noch keinen Kupferkessel gelötet, sondern lediglich einige Rohre. Das mit der Säure wäre mir an eurer Stelle viel zu heikel. Was ist wenn man ein wenig zu schnell schüttet und zuviel Reaktionswärme ensteht? Oder wenn ich doch was an die Klamotten bekomme? Das Zeug ist ja fast so schlimm wie Fluor. Da würde ich jedenfalls mehr Zeit investieren, um die Reste auf dem mechanischen Wege zu entfernen.

    Gruß
    Tobias

    • Offizieller Beitrag

    Thema: Kupferkessel... wenn ja dann wie ??
    panki
    Datum:02.11.03 14:37 Antworten Zitieren Empfehlen (kpankraz@web.de)

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    ... ja ich nehme zum Entfernen der Flussmittelrückstände erst eine grobe Bürste und dann lege ich alles in Essig. Dies ist ja auch eine Säure, es dauert halt etwas länger, bis alles wieder blank ist...und es riecht ein wenig.
    Gruß panki


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    Wolfgang
    Datum:02.11.03 17:41 Antworten Zitieren Empfehlen (wolfgang.weissert@koeln.de)

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    Hallo Dampfbahner,
    Kupferkessel sind eigentlich kein Problem. Habe schon etliche gebaut. Mein letztes Werk war ein Kessel für meine 57er. Hier habe ich allerdings meine Grenzen kennegelernt. Wenn man alleine den Kessel händeln muß und gleichzeitig einen Brenner Spitze 7-8 in der Hand hält. Verschiedene Lotarten benötigt man eigentlich nur drei. Bei der Feuerbüchse normales Hartlot. Für die weiteren Kesselteile ein mittleres Lot und für die Anschlüsse ein Lot mit sehr hohem Silberanteil. Mit dem Weglaufen vom Lot bei so einem großen Kessel gibt es keine Probleme. Wenn man die fertige Lötstelle nicht direkt heiß macht, verteilt sich die wärme so schnell, das keine Löttemperatur errreicht wird. Der Kessel muß sowieso erst eine Grundhitze habe, um dann gezielt an den Lötstellen die notwendige Arbeitstemperatur zu bekommen.
    Zum reinigen der Kessel nur soviel. Ich habe einen 25 Liter Eimer mit Deckel immer unter der Werkbank stehen. Wie hoch der Säuregehalt ist weiß ich nicht genau. Gekauft habe ich eine Liter Säure in der Apotheke und mit 20 Liter Wasser verdünnt. Mit dem Säureheber gemessen liege ich noch unter Batteriesäure. Die Hose geht zwar kaputt, aber bei Berührung mit der Haut, hat man Zeit genug es abzuwaschen, ohne das ein Schaden an der Gesundheit entsteht. Der Eimer muß halt immer dicht verschlossen sein, sonst rostet alles was in der Umgebung liegt. Nach dem Löten wandern alle meine Werkstücke in der Säure und danach unter dem Wasserhahn. Der 57er Kessel mußte Kopfüber, in zwei Durchgängen gebadet werden. Wegen der geringen Säuredichte muß man die Gegenstände länger wirken lassen. Wenn es dann ganz blank werden soll, hilft noch Edelstahlwolle und Stahlfix.
    Bei weiteren Fragen genügt eine Mail.
    Wenn ich nicht direkt antworte liegt es daran das ich die Telefonanbieter morgen wechsle.
    Gruß
    Wolfgang


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    Andre
    Datum: 02.11.03 18:28 Antworten Zitieren Empfehlen (Andre-Heuer@t-online.de)

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    Hallo

    Ich habe meinen ersten Kessel nur mit Wasser und einer Messing-Drahtbürste geschrubbt. Das Ergebnis könnt ihr ja auf der vorigen Seite sehen, dass obere Bild zeigt den Kessel gleich nach dem löten und das untere den sauberen (fast fertigen) Kessel.

    Mfg

    Andre


    Editiert am: 02.11.03 18:28 von Andre


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