Pressluftlok

  • Hallo,

    aus Ermangelung eines besseren Themengebiets stelle ich diesen Beitrag in dieses Gebiet ein.

    Mein Freund Nils und ich haben uns in letzter Zeit ein paar Gedanken über eine Lok gemacht, die ich beim schmökern in einem Buch entdeckt hatte. Es handelt sich um eine Grubenbahn, die mit Luftdruck betrieben wurde (Bild).

    Dazu folgendes: Wir dachten an eine kleine 2- achsige Lok (Köf o.ä.), in die man als antrieb eine Dampfmaschine setzen könnte. Diese könnte man dan mittels Schlauch und Regler an eine sich im Sitzwagen befindende Pressluftflasche anschließen.

    Nun meine Frage: Hat jemand Erfahrung mit solchen Modellen oder dem selbstbefüllen von Pressluftflaschen?

  • Hallo,

    ich habe keine Erfahrung mit sowas. Ich finde diese Loks auch sehr interresant,
    doch eine Köf mit Druckluft über eine Dampfmaschine anzutreiben
    halte ich aus folgenden Gründen nicht für so sinnvoll:

    -eine Dampfmaschine ist komplieziert zu bauen oder teuer zu kaufen
    -eine Köf wurde nicht mit Druckluft angertrieben
    -eine Diesel- oder E-Lok mit einem E-Motor anzutreiben ist weniger
    aufwändig

    Eine Druckluftlock wie auf dem Foto nachzubauen hätte zwar etwas,
    aber um ein paar Runden zu fahren bräuchtest du viele Behälter(-wagen).

    Es kommt dazu, dass mir keine existierende Druckluftlok bekannt
    ist oder es Baupläne gäbe woran man sich orientieren könnte.

    Grüße,
    Jonas

  • Hallo Eike.
    Ich hab mir auch schonmal gedanken über sowas gemacht... Lass uns bei gelegenheit mal am Steinertsee darüber reden. Sag bitte mal bescheit wann du mal da bist.
    Ich war damals auch am überlegen wegen der Zylinderschmierung...

    Gruß

    Jens

    Ps.: Doch keine Köf 3? Haste doch pläne für ;) :rolleyes:

    Lasst euch nicht vom Bahnwahn befallen ;)

  • Hallo Eike
    Mach mal eine simple Rechnung:
    Die Energie aus Dampf bei 6 bar wird mit einem Wirkungsgrad von vielleicht 15% in mechanische Arbeit umgesetzt. Die gleiche Arbeit willst Du nun durch die Entspannung von Druckluft leisten (Annahme, dass dei Druckluftmaschine einen ähnlichen Wirkungsgrad hat). Den Luftbehälter mußt Du in der Lok unterbringen können, das gibt Dir ungefähr sein Volumen, daraus folgt etwa der benötigte Speicherdruck.
    Also entweder ist der Druck jenseits aller im Hobbybereich möglichen Drücke, oder der Behälter wird untragbar schwer.
    Wenn es möglich wäre, dann gäbe es sicher schon ein Vorbild als Modell - ich kenne keines.

    Gegenvorschlag:
    Google mal nach 'Sentinel Locomotive'.
    zB hier
    http://www.lner.info/locos/Y/y1y3.shtml
    Das waren kleine Rangierloks mit stehendem Kessel, stehender Doppeldampfmaschine unter der Haube und Antreib der Räder über Ketten. Alle die Einzelkomponenten kann man im Handel irgendwo kriegen. Die Dampfmaschine wäre zB eine von Stuart-Turner.

    Die Sentinels sahen grausam aus, waren dabei aber schon fast wieder interessant.

    • Offizieller Beitrag

    Moin zusammen,

    Zitat

    -eine Köf wurde nicht mit Druckluft angertrieben

    Das stimmt, aber es gab Dampf - Köfs, also warum nicht am Vorbild bleiben?

    Die Loks hatten einen Röhrenkessel ( Durchlauferhitzerprinzip ) und haben den Dampf nur erzeugt, wenn auch wirklich gefahren wurde.

    Gruss
    Hinrich

    Wie soll ich wissen was ich denke bevor ich höre was ich sage ?(

  • Guten Morgen zusammen

    die Pressluftflaschen der Feuerwehr haben heutzutage üblicherweise 300 bar, Tauchflaschen meines Wissens 200 bar. Somit schränkt sich die Möglichkeit des Füllens schon etwas ein. Dann ist da noch der Durchmesser. Die Pressluftflaschen der Taucher sind meistens grösser (Lichtraumprofil!). Bei den Feuerwehren in der Schweiz ist zur Zeit ein Wechsel von Stahlflaschen hin zu Flaschen aus Kunststoff, in Deutschland ist dieser Wechsel sicherlich auch im Gange. Evtl. sind da günstige Flaschen aufgrund eines solchen Wechsels erhältlich. Nur darauf achten, dass die Prüfung des Behälters noch gültig ist (müsste auf der Flaschenschulter erkennbar sein). Eine Nachprüfung durch eine Prüfstelle kostet!

    Gruss

    Jean-Marie

  • Hallo Zusammen,

    die bei der Feuerwehr in Deutschland hauptsächlich eingesetzten Druckluftflaschen haben eine Volumen von 4 Litern / 200 bar oder 6 Litern / 300 bar. Bedeutet, du hättest pro Flasche maximal 1800 Liter Luft zur Verfügung um dein Fahrzeug zu bewegen.

    Ich hatte mal vor eine Dampfspeicherlok zu bauen und diese über Druckluft anzutreiben. "Meine" Vorbildmaschine ist noch täglich im Rangierdienst, in einem Kraftwerk unterwegs. Der "Kessel" war das große Problem an der Sache, daher ist es nix geworden.

    Gruß Matthias

    Weitere Infos zu den Dampfspeicherlok in Mannheim siehe Link:

    http://www.steffenreichel.homepage.t-online.de/HE/DaSpeicherlok.html

  • Hallo Presslüfter,

    also die Taucherflaschen die ich im Keller stehen habe haben einen Durchmesser von knapp 20 cm. Sie sind also im Bedienwagen vom Lichtraumprofil unter zu bringen. Das Volumen beträgt 10 Liter und der Fülldruck 230 bar. Das sind also rund 2000 Liter Luft.
    Wenn ich die Dampfmaschiene meiner Lok zu Grunde lege kommt da folgende Rechnung raus:
    Kolbendurchmesser 38mm, Hub 50mm macht bei 2 Zylindern die ja 2mal den Hub je Zylinder für eine Radumdrehung machen, 226 qcm Luftverbrauch.
    Bei 115mm Treibraddurchmesser macht das je Umdrehung 0,36m Fahrstrecke.
    Also müßte man (natürlich ohne große Undichtigkeiten und mit Volldruck) 3,185 Km weit kommen mit einer Flaschenfüllung.

    Grüße Barny

  • Ich glaube eigendlich nicht das das funktioniert
    MfG Nils

    2 Mal editiert, zuletzt von nis123 (23. August 2008 um 01:49)

  • Hallo,

    habe mir nochmal Gedanken gemacht. Was haltet ihr davon, eine Pressluftlok im anderem Stil zu bauen. Ich hatte mir folgendes gedacht:

    Ein Benziner treibt einen alten Kompressor (ohne Elektromotor) über einen Keilriemen an. Die so erzeugte Druckluft wird im Kessel des Kompressors gespeichert. Wenn der Kessel voll ist, stoppt der Benziner sofort. Wenn zu wenig Luft vorhanden ist, wird dieser automatisch gestartet. die Druckluft kann über einen Regler zu einem Kolben üder einer Turbine geführt werden. Was haltet ihr davon?

    Gruß Eike

  • Hallo Eike,

    so etwas ähnliches plane ich gerade bei meiner benzin-elektrischen Verbrennungslok. Dafür würde ich über die Riemenscheibe am Verbrenner mittels Keilriemen einen Kompressor antreiben. Ich habe einen (recht großen) von Stuart bei einem Bekannten stehen, der diesen mal als Bausatz zusammengebaut hatte.
    Ich habe leider kein Bild gefunden, Stuart hat ihn wohl auch nicht mehr im Programm.
    Zur Zeit sehe ich noch das Problem der Schmierung, weil sie notwendig ist, ich die Luft jedoch zum Bremsen und möglichst ölfrei haben möchte.

    In deinem Anwendungsfall wäre das ja nicht so problematisch, ggf. sogar gewünscht, wenn die Luft etwas ölig ist.
    Ich habe mal Versuche gemacht, in dem ich unseren größeren Kompressor (Baumarkt, 24 Liter, 8 - 10 bar, ca. 1 kW) auf einen Flachwagen und dahinter einen Stromerzeuger gestellt habe und somit den Kompressor während der Fahrt betreiben konnte.
    Vorne habe ich dann unsere 56er mit der Druckluft betrieben, das ging auch recht gut.
    Wenn du nun einen Verbrenner nimmst, der ebenfalls z. B. 1 kW oder mehr leistet und an den Verdicherteil eines solchen Kompressors (oder z.B. eines Lkw-Kompressors) flanscht, dann sollte das gehen.

    Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass - außer im Stand - soviel Luftüberschuss vorhanden ist, dass sich der Benziner abschaltet. Es sei denn du hast wirklich einen sehr großen Druckbehälter - meine 24 Liter haben dafür aber nicht wirklich gereicht.
    Im übrigen fördert das auch nicht gerade die Standzeit der Motors, wenn dieser ständig an und aus geht.
    Beachte zusätzlich, dass du natürlich Anlasser + Batterie + Steuerung mit dir führen musst.
    Diese sind bei handelsüblichen Motoren z.T. erst ab einer Leistung von
    5 - 6 PS serienmäßig vorhanden.
    Ansonsten muss man sich selbst etwas basteln.
    Ein anderer Vorschlag wäre der, den Motor permanent laufen zu lassen und über einen Druckwächter und ein Magnetventil bei Maximaldruck nach außen (im Leerlauf, ohne Kompression) fördern zu lassen.

    Ich werde mich bei meiner Lok wahrscheinlich für einen elektrischen, kleinen Kompressor (12V) entscheiden, welchen ich bereits erfolgreich in meinem Bremswagen einsetze. Dieser wird dann direkt vom Generator mit Spannung versorgt.

    Gruß
    Taiga007

  • Hier einige Bilder von erhaltenen Vorbildlokomotiven:
    Die erste steht vor dem Bergbaumuseum in Bochum, die zweite im Phantasialand bei Brühl, sie ist allerdings fast aller Antriebstechnik beraubt. Die dritte Lok steht untertage in der Steekolenmijn in Valkenburg, Südlimburg (NL).

  • Mahlzeit!

    Bei den preiswerten Baumarkt-Kompressoren, sollte man die enorme Geräuschentwicklung beachten, damit macht man sich sicherlich keine Freunde.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo, die Geschichte haben wir in Kaufungen mal getestet, um ein Lokfahrgestell ohne Kessel unter "Dampf" zu setzen.
    Sah ein bißchen albern aus, vorn das Fahrgestell, dahinter der Bedienwagen und darauf folgend ein Flachwagen mit Generator und Kompressor. In der Luftzuleitung war ein Kugelhahn zum "Dampfgeben".
    Aber es hat funktioniert. Ich schaue mal, ob ich noch Bilder hab.

    Gruß aus Kassel / Kaufungen
    Olaf
    ;-{)

    Einmal editiert, zuletzt von Werkstatt (18. August 2008 um 16:46)

  • @Taiga:

    Die "Start-Stopp Automatik war für längere Aufenthalte gedacht, z.B. längeres warten am Bahnsteig o.ä.

    Noch eine Idee wäre, Kompressor und Motor in eine Lok zu packen, Maschine in eine andere. So könnteman auch ohne Bedienwagen und sogar in Doppeltraktion fahren! Man müsste das ganze nur zum Transportieren teilen können. Ich dachte da so an Baureihe 218 oder so, da diese oft in doppeltraktion gefahren wurden.