Neues aus der Lokwerkstatt Teil 2

  • Mahlzeit!

    Nun folgt der nächste Teil vom Lorenbau: Die Kippmulde.

    Zunächst galt es die Muldewinkel aus L20x20x3 zu biegen. Eine eigens dafür ausgelaserte Biegeschablone brachte weder beim Kalt-, noch beim Warmbiegen den gewünschten Erfolg. Ermutigt durch den Bericht von Winfried Engel über den Bau seiner Loren habe ich mir die aktuelle Gartenbahnen gekauft und nach dem dort abgedruckten Artikel eine Vorrichtung für meine 20t-Presse gebaut. Den Pressenstempel konnte ich aus der Biegeschablone gewinnen und umbauen.

    Das Ergebnis war ganz ordentlich, jedoch verzog sich der Winkel etwas in der Querrichtung. Eine zusätzliche Verschraubung unterhalb der beiden Biegezapfen behob das Problem jedoch schnell.

    Die Winkel wurden mit etwas Überstand gebogen, der dann erst nach dem Annieten an die Stirnwand eingekürzt wurde. Damit lassen sich die Ungenauigkeiten beim Biegen ausgleichen und Ausschuss vermeiden. Nach dem Ausrichten des Winkels auf dem Blech wurde es als Bohrschablone genutzt und mit M5-Schrauben geheftet. Anschließend wurden die Bohrungen entgratet und die Fügeflächen grundiert.

    Auf der Gegenseite wurde dann zunächst der Abrollwinkel mit Senkkopf außen angenietet, dann folgte der Muldenwinkel mit rundem Schließkopf. Zum Nieten verwende ich einen Drucklufthammer mit passendem Döpper, den ich vor Jahren mal auf einem Flohmarkt erstanden habe. Mit dem vorhandenen 10 bar-Kompressor ist das Nieten ein wahres Vergnügen, nur das praktische Ermitteln der benötigten Schaftlänge bedurfte einiger Versuche. Oben Links im Bild der eigens angefertigte Gegenhalter.

    Die Nietreihen können sich sehen lassen. Es wurde im ersten Durchlauf immer nur jeder zweite Niet geschlagen, damit die Heftschrauben dazwischen ein Verziehen von Winkel oder Blech vermeiden konnten.

    Zügig wurde auch die zweite Stirnwand genietet.

    Dann erfolgte das Biegen der Winkel für den oberen Muldenrand. Hierfür wurde ein zweiter Pressenstempel mit kleinerem Radius aus der Biegeschablone geschnitten und der Abstand der Biegezapfen verringert. Leider gelang es mir auch nach mehreren Versuchen nicht, beide Biegungen in einem Stück und mit dem richtigen Abstand zu fertigen. Die Randwinkel mussten daher aus zwei Stücken zusammengeschweißt werden.

    Bohren, Entgraten, Grundieren, Heften und Nieten erfolgten analog der Muldenwinkel.

    Als beide Stirnwände fertiggestellt waren, ging es an das Biegen des Mantelbleches. Da keine Rundbiegemaschine zur Verfügung stand, sollten die Muldenwinkel zum Biegen genutzt werden. Dafür wurden zunächst die Bohrungen im Mantelblech auf eine Seite der Winkel übertragen und die Teile mit Schrauben geheftet.

    Nach dem Wenden der Teile wurden die Stirnwände genau ausgerichtet und mit Schraubzwingen auf dem Schweißtisch gesichert. Nun konnte das Mantelblech stückweise über die Winkel gebogen werden.

    Da das 2 mm starke Blech schon erheblichen Widerstand leistete, mussten Spanngurte und Holzkeile zu Hilfe genommen werden. Nun konnten auch die restlichen Bohrungen auf die Winkel übertragen und die Heftschrauben eingebracht werden.

    Nach einem langen Werkstattabend konnte kurz vor Mitternacht die Mulde in fast fertigem Zustand abgelichtet werden. Die Bierflasche taugt hierbei nur als Größenvergleich, ich bevorzuge andere Marken ;)

    Eigentlich sollte es damit an diesem Abend gereicht haben, doch die Verlockung die Lore noch schnell zusammenzusetzen war dann doch zu groß. Also wuchtete ich das 52 kg schwere Fahrwerk noch schnell auf den Schweißtisch und setze die Mulde auf. Fast saugend sichern dabei die Feststellhebel die Mulde gegen Abkippen.

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    Das Kippen funktioniert ebenso gut.

    Am nächsten Abend wurden die Eckverstärkungen an den Muldenrändern noch angebracht. Die Muldenteile bleiben zunächst noch verschraubt, da zum Nieten erst wieder Gegenhalter angefertigt werden müssen, für die erst Material bestellt werden musste.

    An den Seiten erhielt die Mulde noch die üblichen Verstärkungswinkel, die beim Abkippen auf den oberen Flansch des Lorenrahmens aufliegen.

    Natürlich wurde dann auch ausgiebig probegefahren.

    Auch das Abkippen auf der Kompostrampe wurde ausprobiert.

    Arthur hat die Kipplore ebenfalls eingehend geprüft und für Gut befunden und seinem besten Freund vorgeführt.

    Bei den Probefahrten stellte sich heraus, das einige Wagenkombinationen in den engen Bögen zu Entgleisungen führen, da die bislang eingesetzten Kuppelketten für die maßstäblichen Feldbahnkuppelpilze zu kurz sind. Daher musste ich neue Ketten anfertigen. Diese wurden in drei Schritten aus 8er Rundstahl gefertigt.

    Im ersten Schritt werden die passend abgelängten Rundstähle zwischen zwei Dornen zu einem Haken gebogen.

    Diese werden dann auf der ursprünglich für das Biegen der Muldenwinkel angefertigten Biegevorrichtung um einen angeschweißten Zapfen gelegt...

    ...und dann mit einem aufgeschraubten Rollenhebel zur fertigen Öse gebogen.

    Mit dieser einfachen Vorrichtung dauert das fertigen der Ösen weniger als 1 min pro Stück.

    Um Probleme beim Kuppeln mit unterschiedlichen Ketten zu vermeiden, wurden die alten Ketten eingezogen, aufgeschnitten und nur die kurzen Zwischenglieder wiederverwendet.
    Nach dem Aufbiegen der Endglieder, dem Einfädeln der Zwischenglieder und dem Zusammenbiegen der Endglieder wurden letztere sauber verschweißt.

    Im Zuge der Beräumung im Umfeld der Kompostrampe musste auch rund 2000 Ziegel zum Baustofflager transportiert werden, wobei sich Arthur gleich den besten Posten gesichert hat. Mir blieb nur das Be- und Entladen der Loren ;)

    Mit dieser Last hatte die Ns 1 schon einiges am Haken...

    Rangieren am Baustofflager. Die Nachbarn staunten nicht schlecht über den Gartenzaun, wie schnell der Ziegelstapel dank der Feldbahn seinen Standort wechselte.

    Soweit für heute.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo Sven,

    saubere Arbeit, Deine neue Kipplore!!! Gefällt mir sehr gut!!!
    Freut mich, dass ich Dir moralische Unterstützung leisten konnte.

    Vielleicht (m)ein Tipp zum Gegenhalter beim nieten: mittlerweile verwende ich fast ausschließlich handelsübliche Kopfmacher, für die ich mir einen einfachen Halter angefertigt habe: ein Reststück 45er Rundstahl, ca. 50 mm lang. In dieses habe ich stirnseitig bis etwa zur Mitte eine Bohrung mit flachem Grund eingabracht, in die der Kopfmacher fast spielfrei passt. Damit ist auch ein Wechsel bei verschiedenen Niet-Durchmessern schnell möglich.

    Viele Grüße,
    Winfried

    Ich fahre auf Spur 7 (Regelspur) oder auf Spur 5 mit der Feld- und Waldbahn

  • Mahlzeit Winfried,

    danke für die Anerkennung, geholfen hat mir vor allem die Inspirationskraft deiner Bilder!

    So einen Wechselhalter habe ich auch, allerdings ließ sich das Werkstück darauf nicht mehr ordentlich fixieren, was bei meinen Dimensionen entscheident für ein sauberes Ergebnis ist. Daher habe ich diesen massiven Gegenhalter aus 50er 4-Kant gefertigt. Habe vom Nieten auch ein Video gemacht, vielleicht sollte ich das mal hochladen...

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo Sven,

    auch von Deinen Bildern zehre ich.......

    Ja, das mit dem Fixieren beim Nieten ist so eine Sache. Ab und an bekommt bei mir ein Nietkopf schlimme Macken, weil das Teil beim Nieten verrutscht ist.

    Was ich demnächst noch probieren will ist das zielgenaue Biegen der oberen Winkel an der Kipploren-Mulde. Ich habe derzeit noch ein paar in der Vorbereitung.
    Die Teile mache ich genau wie Du zunächst etwas länger.
    Nach der bisherigen Methode im Schraubstock kamen die Bögen millimetergenau an die richtige Stelle. In der Biegevorrichtung ist das schwieriger. Ich habe mir bei den bereits gezeigten Bremserständen die Biegungen (Beginn, Ende und Mitte) jeweils mit Permanent-Marker angezeichnet und das Teil vor dem Biegen exakt mittig in die Form gelegt. Nach dem Biegen ggf. geringfügige Korrekturen dann wieder im Schraubstock.

    Ich werde zu gegebener Zeit berichten.

    Viele Grüße
    Winfried

    Ich fahre auf Spur 7 (Regelspur) oder auf Spur 5 mit der Feld- und Waldbahn

  • Hallo Sven
    klasse Baubericht .
    Jetzt kannst Du Dir ja in Ruhe
    täglich ein bis zwei ( undreißig ) kippen. :thumbup:

    Grüße
    Bärni

    Ich lebe zum ersten Mal ; wie soll da alles auf Anhieb klappen ???

  • Mahlzeit!

    Nun da ich nach der Geburt unserer Tochter in Elternzeit bin, hier ein Rückblick auf die Ereignisse der letzten Wochen.

    Kurz nach der vorläufigen Fertigstellung der Kipplore wurde mit dem Umbau der Gleisanlage begonnen. Dabei sollten eine Reihe von Teilmaßnahmen durchgeführt werden. Das bisherige Streckengleis über die Wiese war bereits demontiert und sollte durch eine komplette Neutrassierung zwischen Apfelbaum und Rampe ersetzt werden. Der mit 2,5 m engste Bogen am Baum selbst sollte dabei aufgeweitet werden. Dazu wurde zunächst der neue Gleisverlauf abgesteckt.

    Der neue Bogen wird mit 3,5 m Halbmesser nur etwas größer, mehr Platz ist jedoch an dieser Stelle nicht vorhanden.

    Arthur war fleißig mit dabei. Im Hintergrund sieht man bereits die auf Unkrautvlies ausgelegten Gleisjoche in der Steigung an der Rampe.

    Nach dem Abstecken wurde das Gleisbett 15-20 cm tief ausgekoffert und mit einem Entwässerungsgraben versehen. Tiefer braucht man auf dem schweren Lehmboden nach unserer Erfahrung nicht gehen.

    Im Zusammenhang mit dem Gleisneubau wurde auch der Apfelbaum großzügig eingekürzt, da der rechte Teil des Baumes bereits weitgehend abgestorben war und nunmehr ins Profil ragte.

    Nach Beendigung dieser Vorarbeiten ging es nun in der Werkstatt weiter, eine weitere Linksweiche für den Einbau am Fuß der Rampe musste gefertigt werden.
    Über den Weichenbau hatte ich bereits früher berichtet, daher nur ein paar wenige Aufnahmen dazu. Das Fräsen der Zungen war mit der zwischenzeitlich beschafften Ausrüstung sehr komfortabel.

    Auch das Biegen und Schweißen bereitete keinerlei Schwierigkeiten.

    Hilfreich war auch die Werkstattpresse, mit derer ich ua. die Gabelköpfe für die Stellstangen gekantet habe.

    Noch ohne Stellvorrichtung wurde die Weiche an den zukünftigen Einbauort geschleift. Bei rund 80 kg Gesamtmasse zählt jedes Kilo, dass man nicht tragen muss.

    Zunächst wollte ich die Weiche leicht schräg zur Rampe einbauen, um nicht die komplette Gleisgeometrie verändern zu müssen. Aus sollte das eingewachsene Joch am Rampenfuß liegenbleiben.

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    Schießlich habe ich es doch noch ausgekoffert und die Weiche dann provisorisch eingesetzt. Mit dem optischen Eindruck war ich jedoch nicht ganz zufrieden. Nach einer kurzen Pause reifte dann doch der Entschluss, alles komplett neu zu trassieren.

    Das Planum für die Weiche und das Gleisjoch wurde in Richtung Zaun erweitert und alles ordentlich in eine Flucht gebracht.

    Die Weiche wurde nun ausnivielliert, da sie den Festpunkt für den gesamten Gleisabschnitt bildet.

    Arthur hat dann auch alles noch einmal nachgemessen :)

    Dank der bereits ausgelegten Gleisjoche ging der Vorbau zügig voran.

    Das Anlaschen zweit war eine Freude für beide ;)

    Am Apfelbaum angekommen mussten dann wieder Bögen angefertigt werden. Hier beim Zusammenbau in der Werkstatt.

    Es wurde wieder einmal ein langer Abend, als das erste gebogene Joch eingebaut war.

    Die zweite Bogenhälfte und das kurze Paßstück folgten dann wieder bei Tageslicht, da letzteres vor Ort zusammengeschweißt werden sollte, um Knicke zu vermeiden.

    Es folgte dann der Rückbau des letzten Stückes der alten Strecke und auch der Abzweigweiche. Sollte nach der usprünglichen Planung nur ein Lückenschluss an der Rampenweiche und der Austausch der Rampenweiche durch einen Gleisbogen erfolgen, war wegen der korrigierten Gleisgeometrie am Rampenfuss nun etwas mehr Aufwand nötig.

    Da die Gleisachse jetzt etwa 30 cm in Richtung des Zaunes gewandert war, und somit nicht ohne Weiteres an das Gleisnetz angebunden werden konnte, entschloss ich mich auch den restlichen Streckenverlauf neu zu trassieren. Zum Teil musste dafür das Gleisbett ausgekoffert werden.

    Hier war mir dann das Unkrautvlies ausgegangen und es wurde mit Resten einer Rolle Unterspannbahn weitergearbeitet. Beim nun folgenden Abschnitt war zwecks Höhenkorrektur nur eine Dammschüttung notwendig. Der Rasen wurde der Einfachheit halber so kurz wie möglich geschnitten und abgedeckt.


    Die ausgebaute Abzweigweiche wollte ich für die Einbindung des kleinen Kreises hinter dem Haus verwenden. Um deren Einbauort festzulegen, wurde sie zusammen mit den gebogenen Gleisjochen vom Apfelbaum und einigen geraden Gleisstücken der abgebauten provisorischen Strecke vor die Terasse platziert.

    Auf der anderen Seite fehlt nur noch ein gebogenes Joch um den kleinen Kreis zu schließen.

    Hier die Baustelle von oben gesehen.

    Aus den vorhanden Gleisresten und einem neuen gebogenen Joch wurde dann auch dieser Abschnitt zügig verlegt.

    Noch ein kurzes Paßstück nach Feldbahnerart und der Lückenschluss war komplett.

    Die Weiche am neuen Einbauort.

    Als Bettungsmaterial wurden bald 5t Kies 8/16 angeliefert.

    Mit der neuen Kipplore als 3. Wagen und vielen fleißigen Helfern wurden 43 m Neubaustrecke innerhalb von 2 Tagen mit Kies eingebettet und gestopft.

    Davon aber mehr im nächsten Beitrag...

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Und weiter geht es mit ein paar Impressionen der fertigen Strecke:

    Abzweigweiche zum kleinen Kreis.

    Aus der Vogelperspektive.

    An der Rampe wurde der Steigungsabschnitt nochmal nachgerichtet und die Höhen mittels Kreuzlinienlaser geprüft. Die Steigung beträgt 1:25 (40%o).

    Am Ende war ich trotz des erheblichen Mehraufwandes mit dem Gesamtergebnis sehr zufrieden. Auch wenn ich nur Feldbahmodelle baue, ein bißchen guter Gleisbau macht beim Fahren doch mehr Spaß als ständiges Eingleisen. Auch den Abschnitt an der Rampe kann man im 2. Gang gut durchfahren.

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    Vom Kiesberg war doch noch etwas mehr übrig, als gedacht, daher habe ich ein paar Tage später mit dem Bau des letzten Gleisabschnittes für den kleinen Kreis begonnen. Nach dem Ermitteln der Gleisachse konnte das Abstecken beginnen.

    Auch galt es die fehlenden Bögen herzustellen.

    Es war wieder einmal spät geworden, als die Lok das erste Mal vor der Terrasse stand.

    Nach dem Rückbau der provisorisch verlegten Gleise, wurde das Planum ausgekoffert, mit Vlies ausgekleidet und die Joche verlegt.

    Zum Verbinden der S5-Schienen wurde ein größere Posten Laschen angefertigt.

    Nach dem Ausrichten und Unterbauen des Gleises mit Holz erfolgte das Einbringen des Kieses mit dem Feldbahnzug.

    Insgesamt 3 Züge mit Kies wurden für den letzten Abschnitt gefahren.

    Nach der Fertigstellung wurde ausgiebig probegefahren. Die Ns 1 erhielt nun endlich ihr Fabrikschild, das mir Gerd vor fast einem Jahr angefertigt hatte.

    Zur Erhöhung der Entgleisungssicherheit wurden in den beiden 2,5 m-Bögen noch Leitschienen aus Flachstahl 10x40 eingebaut.

    Diese sind alle 30 cm mit Sechskantschrauben und Distanzhülsen an die Innenschiene des Bogens geschraubt. Damit sie die Schienenoberkante überragen, erhielten sie auf die Schwellen geschweißte Unterlagen aus 5er Blech.

    Dies war notwendig, da in meiner Schienenbiegemaschine keine breiteren Flacheisen gebogen werden können.

    Das Ablängen erfolgte beim Anprobieren vor Ort.

    Erste Probefahrt nach dem Einbau der ersten Leitschiene.

    Nach Abschluss der Arbeiten kann der kleine Kreis nun uneingeschränkt auch im 2. Gang mit etwa 7 km/h befahren werden.

    Aus der ehemaligen Werkstatt im Erzgebirge kam derweil weiteres Material nach Dresden, das nun in der neuen Werkstatt untergebracht werden muss.

    Dafür entstanden aus Resten zwei Regale für unterschiedlich lange Halbzeuge.

    Natürlich wurde in der Zwischenzeit auch reichlich für die Bewirtschaftung des Gartens gefahren.

    Arthur beim Abkippen von Grünschnitt an der Kompostrampe.

    Auf seinen neuen Blaumann ist er ganz besonders stolz!

    Immer beobachtend mit dabei unsere beiden Katzen, hier hat es sich Luna auf der Bremserbühne gemütlich gemacht.

    Kleinere Wartungsarbeiten waren an der Ns 1 auszuführen, so wurden Bremse gestellt, die Ketten gespannt...

    ...das Fabrikschild einbaufertig gemacht...

    ...außerdem sollte das Schaltgetriebe nun endlich mal einen einen Peilstab bekommen. Bislang noch im Originalzustand konnte am AWO-425-Getriebe der Ölstand nur durch Herausschrauben der Verschlussschraube geprüft werden. Das war erstens umständlich und zweitens wegen des Sandfallrohres auch nur schlecht zugänglich.

    Daher wurde nun ein Peilstab samt Öleinfüllstutzenverlängerung angefertigt.

    Am vergangen Wochenende feierten wir Arthurs 3. Geburtstag nach, ein guter Anlass, um die neue "Kreisbahn" offziell mit Familie und Freunden einzuweihen!

    Die Länge des kleinen Rundkurses beträgt immerhin 116 m.

    Soweit nun der aktuelle Stand der DInge. Demnächst wird es wieder einen Gastlokeinsatz geben...

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

    2 Mal editiert, zuletzt von Maschinist (6. Juli 2015 um 15:11)

  • Hallo Sven

    schön geworden da macht die eine
    oder andere Nachtschicht immer noch Spass.
    Kurzes Statement meines Freundes Colombo:
    Sir sind Sie sicher das das eine Lightschiene ist ???
    Die sieht aber ziemlich massiv aus!
    :D:D
    Grüße
    Bärni

    Ich lebe zum ersten Mal ; wie soll da alles auf Anhieb klappen ???

  • Mahlzeit!

    Nun ich versuche das ordentlich zu beschreiben, schon weil es eine Dokumentation auch für mich selber ist und man in ein paar Jahren doch gerne mal zurückschaut.
    Auch kann vielleicht das ein oder andere als Anregung für die Mitleser dienen, welche im Gegenzug den ein oder anderen Tipp für mich haben.

    Derzeit befasse ich mich mit ein paar Vorbereitungen für den Einsatz einer Gastdampflok, für die ich auch eine Kleinteile angefertigt habe. Zudem bekommt meine Lore Nr.2 eine Überarbeitung, da sie bislang noch eine zu geringe Pufferhöhe besitzt, nach 15 Jahren Einsatz einiger Reparaturen bedarf und einen Wechselaufsatz als Bedienwagen bekommen soll.

    @ Bärni: in dem Maßstab ist alles schon etwas mehr heavy metal als bei kleineren Spuren ;)

    Wenn etwas fertig werden soll, warte ich ungern bis zum nächsten Tag, wenn die Kinder im Bett sind habe ich immer etwas Freizeit ;)

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo Sven,

    bleibt der Schotter "in Sicht", oder lässt du es vom Rasen zuwachsen(Rasengleis)? Falls letzteres: kann man mit dem Rasenmäher dann auch wieder zwischen den Schienen mähen?

    Der "Haltepunkt an der Terasse" gefällt mir besonders ;)

    MfG Rudi

    Der Weg ist das Ziel ;)

  • Mahlzeit Rudi,

    das Kiesbett wird sichtbar bleiben, daher habe ich auch Unkrautvlies darunter verlegt. Rasengleis hat zwar aus Sicht des Feldbahners auch seinen Reiz, aber die Nachteile sind nicht unerheblich. Das Rasenmähen ist da noch das geringste Problem, wobei in den Weichen das Grünzeug durchaus die Funktion beeinträchtigt. Der Sandverbrauch durch breitgefahrenes Gras und die Verschmutzung der Fahrwerke sind jedoch erheblich.
    Die verbliebenen Abschnitt mit provisorisch verlegtem Rasengleis werden im Laufe der Zeit auch noch durch Kiesbettung ersetzt.
    Vor der Terrasse soll das Gleis später in den noch zu bauenden Weg eingebettet werden.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Mahlzeit!

    Nun wird es Zeit für einen kleinen Bericht über den ersten Dampflokeinsatz auf meiner 260-mm-Feldbahn.
    Bevor Heizers kleine Belgierin ausgeliefert wurde, hat sie bei mir ihre ersten Gehversuche gemacht.

    Zuvor musste ich das erste Mal seit ihrer Inbetriebnahme vor 6 Jahren eine größere Reparatur an der Ns 1 ausführen.

    An der ersten Achse war ein Stück Spurkranz ausgebrochen. Ursache war eine Schweißung mit unpassenden Elektroden. Beim Bau der Lok viel mir ein Stück 42CrMo4 mit passendem Durchmesser in die Hände, beim 4. Rad wies es jedoch eine Flachstelle auf, womit der Spurkranz nicht ganz herauskam. Diese Stelle hatte ich damals mit einer normalen Universalelektrode geschweißt und schon beim Drehen Probleme durch die Aufhärtung gehabt. Damals halfen nur noch Keramikschneidplatten. Immerhin 8 Jahre hat es gehalten. Nun aber war ein rund 40 mm langes Stück ausgebrochen und die Lok musste ausgeachst werden.
    Dies war jedoch in Ermangelung eines Krans wie in der alten Werkstatt, nur mit feldmäßigen Mitteln zu schaffen: ein Hydraulikheber und viele Kanthölzer.

    Die ausgebrochene Stelle nach dem Ausbau des 29 kg schweren Radsatzes.

    Mit dem heutigen Wissensstand war es nicht mehr so kompliziert einen geeigneten Schweißzustatzwerkstoff zu finden, zudem habe ich nochmal Rücksprache mit meinem Werkstoffspezialisten gehalten. Verwendet wurden rutilumantelte Edelstahlelektroden aus 1.4430, die auch bei legierten Vergütungsstählen eine Martensitumwandlung verhindern und damit eine Aufhärtung vermeiden. Nach dem Ausschleifen der Bruchstelle bis zum Rissgrund wurde der Spurkranz in drei Lagen aufgebaut und konnte anschließend problemlos spanend bearbeitet werden.

    Der Radsatz auf der Drehmaschine beim Überdrehen des Spurkranzrückens.

    Einmal ausgebaut, wurde der Radsatz gleich grundiert und die Lager neu gefettet.

    Der Einbau war dann ein Geduldspiel, da irgendwie immer eine Hand zu wenig beim Einfädeln der Achslager in die Achsgabeln zugegen war.

    Nach der erfolgreichen Reparatur wurde dann auch eine Probefahrt mit angemessener Anhängelast gemacht.


    Ein Kollege aus Bayern hat für diesen Einsatz extra seine Drehschemelgarnitur samt Ladegut mitgebracht. 1,5 Festmeter
    Holz sind schon eine Hausnummer für die Spurweite!

    Nach dem Ausladen aus dem Transporter erfolgte das Einstellen der Spurweite über die Taperspannbuchsen.

    Das Aufgleisen selbst war dann mit viel Kraft und einigen fliegenden Gleisjochen, sowie einer Auflegedrehscheibe mit drei Mann gerade so zu schaffen.

    Als Gastgeber wurde mir dann die Ehre zu teil, die Maschine das allererste Mal anzuheizen.

    Eigens für diesen Gasteinsatz habe ich einen Tenderaufsatz für meine Lore Nr.2 gebastelt. Der so entstandene zweiachsige Hilfstender ergibt optisch ein ganz ordentliches Gesamtbild. Auf jeden Fall besser, als so manche "Bedienkiste".

    Der Aufsatz ist so gestaltet, dass er sich ohne Weiteres vom Fahrwerk abnehmen lässt.

    Hinter und unter dem Sitz ist Platz für etwa 85 kg Kohle. An der Rückseite befindet sich ein kleiner Werkzeugkasten.
    Eine passende Kohlenschippe habe ich gleich mit angefertigt.

    Die Kohle wird über ein Schaufelblech vor dem Sitz entnommen.

    Arthur beim Probeschippen.

    Die ersten beiden Loren wurden mit Brennholz gefüllt und angekuppelt. Als ausreichend Druck zum Fahren vorhanden war, war es bereits zu dunkel zum Fotografieren. Gefahren wurde jedoch bis spät in die Nacht.

    Am nächsten Morgen wurden einige kleine Nachbesserungen ausgeführt, der von mir gebaute Sandkasten montiert und diverses Gerät wie eine Rohrbürste angefertigt. Es war schon erstaunlich wie viele Leute auf 22 m² Werkstatt arbeiten können.

    Zusammen Schrauben und Fachsimpeln macht ebenso viel Spaß, wie das Fahren.

    Ab und an durfte ich dann auch mal was tun :D

    Den ganzen Tag über kamen Freunde und Nachbarn vorbei und haben sich das Spektakel angesehen.

    Unermüdlich zog die Ns 1 den Langholzzug über die Strecke. Für den kleinen B-Kuppler war er allerdings etwas zu schwer.

    Die zweieinhalb Tage unter Dampf waren eigentlich viel zu schnell vorbei. Die Langholzwagen wurden abgeladen und gingen auf die weite Heimreise.
    Ebenso die Lok, an der nach der Erprobung noch kleinere Anpassungen nötig waren.

    Vielen Dank an dieser Stelle an Christian, Martin und alle anderen beteiligten. Der Dampfbetrieb hat mich auch wieder ein wenig an mein eigenes Dampflokprojekt erinnert, an dessen Konstruktion ich seither wieder öfter arbeite.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

    Einmal editiert, zuletzt von Maschinist (29. September 2015 um 20:40)

  • Mahlzeit,

    Ich möchte heute mal die Gelegenheit Nutzen und mein eigenes Dampflokprojekt vorstellen, an dem ich seit zwei Jahren hin und wieder konstruktiv arbeite.
    Meine Dampflok soll ein kräftiger B-Kuppler mit etwa 10 PS Leistung werden. Die Hauptmaße werden bei ca. 800 mm Breite, 2100 mm LüP und 1500 mm Höhe liegen, der Achsstand 500 mm. Die Masse wird bei ca. 1,2t liegen. Im Rahmen befindet sich ein Rahmenwasserkasten mit ca. 55 L Inhalt, der Kessel mit einer Rostfläche von 0,06 m² wird einen Inhalt von 85-90 L haben. Der Zylinderdurchmesser beträgt 120 mm, der Hub 150 mm und der Raddurchmesser 300 mm. Dampfdruck 10-12 bar.

    Hier mal ein erster Eindruck vom derzeitigen Stand der Entwurfskonstruktion.

    Neben dem Kobelschornstein wird die Lok als Sonderausstattung noch einen Wasserheber bekommen. Alles in allem eine verkleinerte und etwas eingekürzte Variante der Jung Hilax 8293/1938 des Schotterwerks Bernbruch b. Kamenz, die heute bei der Waldeisenbahn Muskau erhalten ist. Neben persönlichen Vorstellungen ist die Ausrüstung mit Kobel im Betrieb auf der Gartenbahn zur Funkenflugverminderung unabdingbar, mit dem Wasserheber lässt sich dann stilvoll Wasser aus den Vorratsbehältern nehmen. Für die Bedienung der Maschine wird es einen Hilfstender geben, der dann jedoch auch nach einem Vorbild entstehen soll und als Wasserwagen bei der Gartenbewässerung eingesetzt werden kann.

    Den Rahmen möchte ich vollständig nieten, ebenso die Aufbauten wie Kohlekästen, Führerhausteile usw. Der Kessel wird eine Schweißkonstruktion, ebenso Zylinder und diverse im Original als Gussteile ausgeführte Komponenten. Optisch werden diese jedoch durch entsprechende Bearbeitung kaum als solche zu erkennen sein. Bei diesem Einzelstück sind richtige Gussteile nicht wirtschaftlich, die Stückzahl beträgt bis auf die Radkörper maximal 2. Die Kesselausrüstung wird vorbildgerecht ausgeführt, d.h. zwei saugende Dampfstrahlpumpen usw.

    Es wird sicherlich noch einige Zeit (Jahre) ins Land gehen, bis an den Baubeginn gedacht werden kann. Bis dahin bleibt noch genügend Konstruktionsarbeit.
    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

    Einmal editiert, zuletzt von Maschinist (1. Oktober 2015 um 21:01)

  • Mahlzeit!

    Hier noch ein kleiner Nachschlag in Form von bewegten Bildern zum Dampflokeinsatz:

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    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Mahlzeit!

    Zum neuen Jahr ein kurzes Update:
    Das Gußmodell für ein Lorenrad ist fertig und nun beim Gießer, der hoffentlich bald ein Angebot schickt.

    Der 3D-Druck hat insgesamt 14 Stunden gedauert. Das Modell muss für den Abguss noch gespachtelt und geschliffen werden, um es sauber abformen zu können.
    Ein traditionelles Holzmodell wäre unbezahlbar gewesen, der (gesponserte) 3D-Druck bietet da schon eine wesentlich günstigere Alternative.
    Der Laufkreisdurchmesser des fertigen Rades wird 150 mm betragen. Zunächst habe ich 40 Stück angefragt, die ich selber benötige.
    Sobald ich einen Stückpreis habe, werde ich das hier kund tun. Im Vorfeld gab es bereits einige Interessenbekundungen.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D