Radprofile

  • Steht hier jetzt unter <Waggons>, könnte aber auch unter anderem Kapitel stehen.

    Stephan_A macht mich ganz richtig darauf aufmerksam, daß die Spurkränze unserer Räder außen und innen nicht parallel zu sein haben.

    Dazu habe ich folgende Angaben:

    1.) Von der 7 1/4 Gauge Society: Außenkante 0°, Innenkante (zur Lauffläche hin) 20° (Entspricht auch Entwurf NEM 311.1, der außen anscheinend nicht 0° ist, aber unbemaßt).
    2.) Sydney Live Steam Locomotive Society: Außenkante 8°, Innenkante 12°

    Was is denn nun richtig.

  • Vielleicht hängt das von der Höhe des Spurkranzes ab; bei kleinen (originalgetreuen) Höhen ist vielleicht im Modellbereich wegen der ungleichmäßigeren Achsbelastung bei größeren Gleisunebenheiten (vor allem bei den Laufachsen) die Querkraft doch manchmal groß genug, um bei 20° eine Entgleisung zu fördern. Bei der großen Bahn geht es ja mehr um dynamische Effekte, da überwiegt dann bei schwungvollen Querbewegungen die energetische Seite, wenn bei 20° die Energie aus der Querbewegung sich anteilig mehr auf die Querdämpfung, z.B. auf die Blattfedern, verteilt als bei z.B. 12°, bevor das Rad seitlich abhaut. Die benötigte Kraft ist ja bei 20° geringer, aber bei größerer erforderlicher Querbewegung nehmen Dämpfungselemente mehr von der irgendwie eingeleiteten Energie ab. So erkläre ich mir das zumindest mal. Reibungsfrei gerechnet ist ja der Energiebedarf zum Aufklettern unabhängig vom Spurkranzwinkel, solange eine Neigung überhaupt vorhanden ist.

    Fazit: Vermutlich liegt es daran, daß beim Modell bei "optisch" umgerechneter Modellgeschwindigkeit mehr die statischen Kräfte relevant sind und beim Original mehr die dynamischen Effekte, also mehr in Richtung Energiegrößen, die dann von den Dämpfungselementen "umverteilt" werden können.

    Aber daß deshalb 20° im Modell total unpassend sind, würde ich nicht unbedingt bestätigen, eher ist wohl ein kleinerer Winkel dann "auch" möglich.

    Wie heist jemanndt mitt ein Stöckchen in Popöchen? "Darm-Pflock-Führer"!

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    Niederstrasser, "Leitfaden für den Dampflokomotivdienst" - Download
    Garbe, "Die zeitgemässe Heissdampflokomotive" - Download
    "Theoretisches Lehrbuch des Lokomotivbaues" - Download

    Einmal editiert, zuletzt von Stephan_A (13. Dezember 2009 um 20:51)

  • Hallo,
    der Manfred Knupfer (war hier bekannt unter "Herzstück") ist jahrzehntelang mit geraden Laufflächen und geraden Spurkränzen gut gefahren. Es geht also. Schöner allerdings sind vorbildgetreue Räder. Ich denke auch, daß man sich an die Norm halten sollte, dann hat man auf keiner Anlage Probleme, sofern diese ebenfalls nach dieser Norm gebaut wurde.
    Gruß
    Heinrich

    Der liebe Gott gab uns die Zeit
    (von der Eile hat er nichts gesagt!)

  • Hallo Heinrich,
    ist Dir bekannt, wie groß der Übergangsradius bei ihm war? Vielleicht war der ja deutlich größer als übliche Radien an Schienenköpfen?

    Grüße
    Stephan

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  • Es gibt leider keine Anlagen, die nach einer GLEISNORM gebaut wären, soweit sie mir bekannt wären oder ich die schon besucht hätte...
    Daher sind Normen für Radreifen sicher ganz hübsch, aber die Medaille hat immer 2 Seiten. Eine Lok mit perfekten Rädern nach Norm XY könnte auf der ersten Weiche von Anlage AB schon entgleisen.

    Einmal editiert, zuletzt von Yorkshireman (15. Dezember 2009 um 09:00)

  • Hallo Stephan,
    der Manfred ist auf allen möglichen Profilen von U-Eisen über Flachstahl bis zu Modellgleisen damit gefahren. Wenn ich es noch recht in Erinnerung habe hat er lediglich am Spurkranz innen und außen und der Laufflächenkante eine größere Fase angedreht.
    Gruß
    Heinrich

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    (von der Eile hat er nichts gesagt!)

  • In der Zeitschrift Model Engineer war mal eine lange Serie von Artikeln zum Bau von Gleisen und zu den Rädern von 5" Fahrzeugen.
    Die beiden Bilder sollten hier also interessant sein.
    In Fig 115
    Profil A:
    Vorlauf- und Schleppachsen, die äußeren Kuppelachsen, äußere Achsen bei Tendern mit starrer Achsfolge
    Profil B: geschwächter Spurkranz
    Innere Kuppelachsen, innere Achsen bei Tendern mit starrer Achsfolge
    Profil C: breit
    Profil NUR für die Drehgestelle von Bedienwagen oder Wagen für Fahrgäste

    Die Umrechnung ins metrische System sollte hoffentlich kein Problem sein...