Injektor mit Heißdampf betreiben?

  • Redet Ihr nur, oder fahrt Ihr schon?
    Johannes hat mit seinen Ausführungen recht... Ein Heissdampfer fährt sich schwieriger an als ein Nassdampfer.
    Das liegt daran das die Loks fast alle über Naßdampfregler verfügen.
    Somit bekommt man sehr spät eine Rückmeldung vom "POPOMETER" wenn der Reibwert unterschritten wird.
    Schließt man beim Beginn des Schleuderns den Regler, so unterbricht ein Naßdampfer das sofort. Ein Heißdampfer eben nicht, weil der im Überhitzer und Heißdampfsammelkasten erst noch verarbeitet werden muß

    So einfach ist das und nun mal selber fahren, und wer schon gefahren ist, bitte mal Ausprobieren.... :thumbup:

  • Hallo Freunde
    Das ist schon bei unserer 5" Shay zu merken ,es gibt beim öffnen des Reglers eine Verzögerung und danach Leistung .
    Es ist durch das selbe Problem beim Original schon zu Unfällen gekommen ,Sturz in Drehscheiben Gruben ect .Es ist nicht immer alles so einfach
    wie auf dem Papier
    Mit den besten Grüssen Hannibal

    * 1940 † 2017

  • ... damit sich "die Hitzköpfe wieder abkühlen" :rolleyes: ... !!!

    Wer vom unlängst verlinkten Bild schon angetan war;
    dem möchte ich noch - aller guten Dinge sind - DREI Links nachreichen:

    Nochmal ein "Letzter Zug zum Brocken" ...
    ...und so sieht's aus der Ferne aus :) !
    und nicht zuletzt:
    vor 103 Wochen lag weniger Schnee ;) .....

    Soweit zur "Abkühlung" heisser Diskussionen über Heißdampf-Injektoren & deren Regulatoren - oder so ähnlich ;( .....


    Zum Thema "AnFahren mit Heiss-DAMPF-Lokomotiven":

    Wasserreissen ist immer problematisch im Hinblick auf "Abschwemmen des Schmierfilms" - selbst im Gartenbahnbetrieb bei "Nicht(!)-HD-Loks" ... !!!

    Mir fällt seit jeher - auch bei den "Gartenbahn-Dampfern" - auf, daß nach dem Öffnen des Reglers NICHT sofort "sich was tut" !!!

    Selbst wenn kein(!) Überhitzer im Spiel ist, dauert es "seine Zeit" bis der Dampf vom Regler bis zum Kolben gelangt, dort seine Arbeit verrichtet und die/den Lok/Zug in Bewegung setzt ... . Daß es beim Überhitzer noch etwas länger dauert ist klar UND daß ein "genommener Schluck Wasser" bei einer HD-Lok mit ND-Regler "ein Problem" sein und in der Drehscheibengrube enden kann (wie Hannibal so treffend anmerkte !), ist auch Lehrstoff für Dampflokführer-Anwärter.

    Aber ich hatte den Eindruck, daß des "leichteren Anfahrens" wegen, die ND-Lok "die Bessere" wäre;
    und da hatte ich halt Einwände :) - sorry !

    Ich nehme also hiemit zur Kenntnis, daß mit einer Naßdampflok nicht so leicht ein Schuppentor "aufzufahren" oder eine Drehscheibengrube "zu befahren" ist ^^ !

    Abschließend möchte ich aber noch darauf hinweisen, daß Schieberkastenmanometer und Heißdampfthermometer nützliche "(kontroll-)Instrumente" auf einer HEISS-Dampflokomotive sind, die auch das "Anfahren mit schwerer Last" durchaus erheblich erleichtern können :thumbup: .

    Und was mich vor Jahren mal ganz besonders beeindruckt hat:

    Ein tschechischer Lehrlokführer hat sich mit dem grossrädrigen, dreizylindrigen "Albatros" über die >40%o-Rampe bei Grünbach am Schneeberg gequält;
    bei nebligem Wetter, feuchten Schienen, keinen Blick zu den Mano- (oder Thermo)metern - einfach nur die Hand am Regler ...
    ... und selbigen "Auf - bißle Zu - wieder Auf und wieder etwas beiziehen und ... und ... und ..... " !!!!!!

    Ich weiß WARUM er das gemacht hat 8) !

    Und ich hab Schottersteine auf die Schienen gelegt gehabt und diese "Meister(hafte)-Fahrt" im Schritttempo - als Zaungast neben dem Gleis (wenige Meter neben der Lok hergehend) - total genossen !!!!!

    Er hat's übrigens geschafft - praktisch ohne(!) Schleudern;
    gerade mal eine halbe Radumdrehung ab und an, daß die Räder den Grip verloren ... - der MEISTER aus Tschechien :thumbup: !!!!!

    PS.:
    Die Strecke verläuft dort auch im Bogen, der Sand der Lok lief am Schienenkopf vorbei - drum die (Gleis)Schottersteine;
    um "fragwürdigen Fragen" vorzubeugen ;) .....

    PSS.:
    Ich hab noch ein Bild von dieser beeindruckenden Maschine gefunden !!!
    Guck mal: Albatros at Night !!!

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

    3 Mal editiert, zuletzt von GeGa_DampfBahnFreak (12. Februar 2010 um 18:46) aus folgendem Grund: Formatierung optimieren ! und noch ein FOTO der gleichen Lok gefunden !!!

  • Redet Ihr nur, oder fahrt Ihr schon?
    Johannes hat mit seinen Ausführungen recht... Ein Heissdampfer fährt sich schwieriger an als ein Nassdampfer.
    Das liegt daran das die Loks fast alle über Naßdampfregler verfügen.
    Somit bekommt man sehr spät eine Rückmeldung vom "POPOMETER" wenn der Reibwert unterschritten wird.
    Schließt man beim Beginn des Schleuderns den Regler, so unterbricht ein Naßdampfer das sofort. Ein Heißdampfer eben nicht, weil der im Überhitzer und Heißdampfsammelkasten erst noch verarbeitet werden muß

    So einfach ist das und nun mal selber fahren, und wer schon gefahren ist, bitte mal Ausprobieren.... :thumbup:

    Selbst E-Loks, wie z.B. BR110,111,112,usw. haben bei der Bedienung eine gewisse Zeitverzögerung, bis nämlich

    das Schaltwerk wirklich die gewünschte Fahrstufe erreicht hat, kann es schon mal 2-3sec dauern.
    Da hilft beim Anfahren im Notfall nur die Schleuderschutzbremse, um die Fahrmotoren wieder "herunter zubekommen".
    Auch die Druckluftbremse arbeitet mit einer gewissen Zeitverzögerung, hat man nämlich bei herbstlichen Wetter zu
    tief eingebremst und der Wagenpark "sitzt auf", dauert es eben auch wieder 2-3sec, bis die Bremskraft wieder
    reduziert ist.
    Das hat man aber als geübter Lokführer im Gefühl mit der Zeit, ist alles nur eine Frage des Willens ;)
    Da hilft bei schwierigen Verhältnissen (feuchte Schienen) nur eins:erst einmal ein Bischen, und gucken, was der Zug macht,
    dann noch ein Bischen mehr und wieder gucken, was der Zug macht, usw. - "hecktisches Rudern" macht die Sache nur schlimmer, egal, ob du
    anfährst oder bremst!

    Man muß als Lokführer eben die Eigenarten der zu bedienenden Lok wissen, das war früher so, und gilt auch heute noch!

    MfG Dirk

    M.A. Verick:
    Die gefährlichsten Massenvernichtungswaffen sind die Massenmedien. Denn sie zerstören den Geist, die Kreativität und den Mut der Menschen, und ersetzen diese mit Angst, Misstrauen, Schuld und Selbstzweifel.

  • Richtig Dirk, das ist ja auch der Grund. warum wir für alle Loks eine Typenberechtigung haben müssen.
    Die alten "Neubauelloks" wie E40 und Co sind ja auch etwas anderes als die Drehstromschaukeln.
    Deshalb nennt man uns heute auch gerne "Tischklopfer" . Denn eine ES 64 oder eine Traax, einem BlueTiger oder eine GB2000 kann eigentlich jeder fahren:-) 8o Anders schon eine Class 66 :thumbup: Aber die ist ein bisschen eng, laut und unübersichtlich, daher auch 26m Lok. Denn man bleibt 26m vorm Signal stehen um es noch sehen zu können :cursing:

    Für den täglichen Verkehr ist das auch gut so, man fährt eben Entspannter....
    Aber vom handwerklichen geht nix über z.B. einen alten MaK Diesel oder eben die Dampflok :love: