Krauss-Maffei KM ML4000CC

  • Als Anregung zum Selberbau möchte ich mal einen Baubericht von meiner 5"-Maschine (Massstab 1:11,25) beginnen.
    Vorbild ist einer der 3 Loks von Krauss-Maffei, die 1961 an die DRGW in den USA geliefert wurden (3 weitere gingen an die SP) - es handelt sich um cab-units, die zu diesem Zeitpunkt in den USA eigentlich schon ausser Mode waren. Basis für die Loks waren die V200 und V300 hier in Deutschland.
    Hier mal das 'legendäre' H0-Modell von Rivarossi aus den 60'ern - leider bis jetzt das einzige Grossserienmodell

    - Rahmenkonstruktion aus 40*30 Rechteckprofil
    - Drehgestell mit zentralem Drehpunkt mit Abfederung über Metall-Gummielemente
    - Antrieb mit einem 280W-Motor (24V) je Drehgestell - alle Achsen dann miteinander über Ketten verbunden
    - Frontschürze auf Basis einer F7-Schürze von Maxitrak

    Gehäuse - wie bei mir üblich - Hartfaserplatten auf Stahlrahmen für plane Flächen und dann überlaminiert. Die 'kurvigen' Bereiche aus Styrofoam modelliert und dann überlaminiert. Gleiches gilt für den Tank.
    Hier der Stand letzte Woche....

    Noch zu den Abmessungen:
    Länge liegt bei ca. 1,75m, Höhe bei ca. 41cm

    Baubeginn war Ende November letzten Jahres...schätze, es wird wohl noch ein Jährchen dauern bis zur Fertigstellung.

    Gruß
    Norman

    Einmal editiert, zuletzt von morten1996 (10. März 2010 um 21:00)

  • Hallo Dampfadi,
    Ganz gut mit dem Unterbau aus Hartfaserplatten ist es im anderen Thread bzgl. des Aerotrains zu sehen - die ersten beiden Bilder zeigen den Rohbau, wobei die 'Schnauze' der Lok schon aus GFK'/CFK aufgebaut ist:

    aerotrain

    Auf Faserplatten oder auch die Blechstücke wird dann 160-270g/mm dickes Glasgewebe (4-5 Schichten) auflaminiert - ich verwende Epoxyharz dazu.

    Die Freifromflächen - wie die Lok-'Schauze' - wurden zunächst aus feinporigen Schaumplatten gefertigt (mit Untermass gegenüber den seitlichen Faserplatten für ausreichende Basis- Laminat-Dicke) - hier kommen dann in Summe so 12-15 Schichten zusammen (0,8-1cm Stärke in Summe). Ich weiss, eigentlich zu viel, aber es soll halt stabil sein....nachdem ich letztes Jahr gerade noch verhindern konnte, dass sich ein Kind auf die Loks setzt.

    Gruß
    Norman

  • Noman
    Was ist denn Deine Erwartung für die letztendliche Leistung der Lok?
    Beim Anblick der Drehgestelle war mein erster Eindruck: "vielleicht etwas unter-motorisiert..."
    Sollte ich mich da irren?

  • Hallo Johannes,

    Es sind je ein 280W Motor(Abtriebsnennleistung des Motors, 24V) pro Drehgestell - also etwas stärker als meine beiden anderen 5"-Loks, die je zwei HVAC-Gebläse-Motoren mit zusammen um 350W Abtriebsnennleistung (12V bzw. 24V) haben.
    Eigentlich ist die neue Lok nur für mich als Fahrer und einige 4-achsige US-Güterwagen....kein größerer Personentransport geplant. Von daher sollte es reichen.
    Der Motor wirkt zugegebenermassen etwas klein bedingt durch die relativ geringe axiale Länge - habe jedoch auch noch keine Erfahrung mit den Unite-Motoren.
    Parallel dazu habe ich meinen Aerotrain ebenfalls auf Unite umgerüstet bzw. umrüsten müssen - jetzt 3*350W, 36V...hier waren vorher drei (HVAC-Gebläse-)Motoren mit je ca. 250W (36V) drinnen - da hat ein begrenzter Personentransport (keine Vereinslok) bisher eigentlich recht gut funktioniert. Nur die eingepressten Gleitlager haben nicht gehalten, da der Antrieb sie radial kräftemäßig beansprucht hat. Nach zwei Jahren und gut 400km war dann ein Lager hinüber....

    Mal schauen, was die neue Saison dann so an Erfahrungen mit den neuen Motoren bringt - auch im Hinblick auf zukünftige Projekte.

    Gruß
    Norman

  • Hi Norman,


    das Ding sieht ja schon richtig gut aus..... War das nicht der USA-test mit dieselhydraulischen Loks statt diesel-elektrisch? Weiterhin viel Erfolg.

    Vielleicht schaffe ich es ja mal nach BaWü zum Fahrtag.

  • Ist schon ein wenig länger her seit dem letzten Mal - fertig ist die Lok leider noch nicht, da gleichzeitig auch noch ein paar andere Sachen zu bauen sind bzw. gebaut wurden.
    Vielleicht interessiert's trotzdem jemanden.....

    Da sich es sich ergeben hat, dass doch 3 Auto-Akkus unter die 'Haube' passen, wurde auch die Motorisierung auf 2*350W 36V-Motoren umgebaut. Mittlerweile sind auch die Aufstiegsleitern angebaut und die untere Rahmenblende - wenn dann mal die zugehörigen Handläufe angebaut sind, gibt's neue Bilder.

    Gruß
    Norman

    Einmal editiert, zuletzt von morten1996 (31. Januar 2012 um 20:26)

  • Das Gehäuse ist ein wenig weiter detailliert (Handläufe, Kühlrohre, Rückspiegel, Übergangsbleche etc.). Am Rahmen sind jetzt auch die Aufstiegsleitern angebracht.

    Elektrische Verdrahtung (Rahmen) ist soweit auch fertig: 3 Autoakkus auf dem Rahmen in Serie für 36V-Antrieb, im Tank darunter 2 kleine 12V Akkus parallel-geschaltet für Licht, Lüfter und Hupe. Hinter den Batterien ist die elektrische Verteilzentrale - Sicherungen und Relais für Licht, Lüfter und Hupe.

    Controller ist wie üblich ein 4QD - hängt über dem hinteren Drehgestell, direkt unter den Dachlüftern. Erste Fahrversuche liefen auch zufriedenstellend - jetzt sind die Achsblenden und die Führerstandeinrichtung dran.

    Mehr Bilder unter:
    Bauprojekte

    Gruß
    Norman

  • Bis auf die Beschriftung ist die Bemalung weitestgehend fertig (so ein paar Ungenauigkeiten müssen noch ausgebügelt werden).
    Jetzt noch den Gummistreifen um den Führerstand machen.

    Und schliesslich bleibt immer noch die Umsetzung der Drehgestellblenden

    Gruß
    Norman

  • Hallo Norman,

    wieviele Baustellen hast du den am laufen??? 8|
    Das ist ja wieder vom Feinsten! :thumbup:
    Eine kleine Frage habe ich:
    Du schreibst du bist soweit fertig mit der Bemalung, bleibt "die Nase" oben hellgrün?

    Viele Grüße und ich bin gespannt was du uns sonst noch alles vorenthalten hast! 8)
    Volker

  • Hallo Volker,

    Danke für's Lob.
    Die Nase waar beim Vorbild auch in einem matten hellgrün-grau.
    Ich gehe davon aus, dass es sich mit der Farbe da wie bei den Loks der Union Pacificiverhält (die sind auch oben auf der Nase matt-grün):
    Die matte, dunklere Farbe auf der Nase vor den Frontscheiben verhindert die Reflexion an der sonst recht hellen Fläche auf der Nase, also soll die Blendung des Lokführers vermeiden.
    Evtl. ist sogar noch eine rutschhemmende Komponente dabei, um beim 'Fensterputzen' nicht runterzupurzeln (so war's bei der UP - dass Dunkelgrün erst nur 'anti-glare' so Mitte der 40'er, dann zusätzlich 'anti-skid' ab 1959).

    Gruß
    Norman

  • Hallo Norman,

    Ehre, wem Ehre gebührt! :thumbup:

    Ich dachte mir schon das das irgendwie orginal ist und danke für die Erklärung.
    Jetzt bitte nicht hauen, ohne das grün würde sie mir persönlich noch besser gefallen,
    da würde ich für mich vom Orginal abweichen...
    Aber erstens ist es ja deine Lok und zweitens,wenn man so genau baut wie du,
    dann muß es halt eine hellgrün Nase sein!

    Auf jeden Fall eine tolle Leistung! :thumbup:

    Viele Grüße und überrasche uns weiter! 8)
    Volker

  • Bitte nicht schlagen, ich finde das Grün ganz passend........

    Aber ich will jetzt keinen Streit über Geschmack anfangen!

    Übrigens ist in Oberbayern der Ausdruck für allergrößtes Erstaunen: "Ja mich leckst am Arsch!"

    Und genau das hab ich gesagt, als ich die Bilder gesehen hab!!!!!

    Grüße Michael

  • Hallo Volker,
    Das mit dem 'Hauen' besprechen wir noch mal am nächsten Fahrtag ;)

    Das helle Grün ist so eine Sache - es sieht derzeit recht 'quiekend' aus, da es noch glänzt. Der Bereich wird aber noch mit mattem Klarlack behandelt - das sollte noch ein wenig 'Abtönen' bewirken.
    Und zum genauen Farbton ist's auch eine recht schwierige Sache - die Bilder nach eingier Betriebszeit in den USA zeigen eher so ein hellgrau-grün - ich denke aber, dass die Farbe recht schnell ihre Strahlkraft verloren hat, insbesondere angesichts der kräftigeren Sonnenstrahlung im Einsatzgebiet bei der DRGW (und täglich geputzt haben die Lok wahrscheinlich nur die mitfahrenden Techniker von Krauss-Maffei).

    Hier ein Bild einer 'gesuperten' Rivarossi-Lok in H0 von Clyde King - das ist genau das Grün, welches ich auch habe

    Das schwarze Dach ist allerdings (wohl) nicht richtig (auch wenn's die Übergangslackierung für die SP ist), ebenso müßten die Tritte/Handgriffe im Bereich des Grüns in Silber sein.

    Andererseits gibt's von Fa. Division Point eine recht neue Version der Lok:

    Das ist die Nase eher grau mit einem Unterton Grün
    Die Leitern unterhalb des Gehäuses sollten silber sein, ebenso sollten die Regenrinne über der Führerstandtür silber / Alufarben sein.
    Also auch hier nicht alles richtig (und das für eine Lok im Bereich um $1300 - ist wohl ein wenig schlampig recherchiert worden).

    Mal schauen, evtl. gibt's noch mal ein Nachlackieren in diesem Hellgrau-grün (wenn es sowas als RAL-Ton gibt - werde mal den Spezialisten für die Lok fragen)....sieht allerdings eher recht 'schmutzig' und gebraucht aus.

    Und Michael,
    Danke für das Kompliment.

    Gruß
    Norman

    3 Mal editiert, zuletzt von morten1996 (15. August 2012 um 16:17)

  • Hallo Norman!!!

    Komplimente macht man bisweilen ohne Grund, ich habe aber ehrlichen Respekt!!!!

    Alles, was in unserer Baugröße nicht aus Metall ist, sondern aus "Plastik", wird meist nicht so richtig gewürdigt. Aber man muß solche Formen erst mal hinkriegen, und dann vielleicht die linke Seite genau spiegelbildlich zur rechten, und, und, und.....

    Und für einen filigranen Fensterrahmen braucht man auch erst mal die richtige Idee!

    Doch nun zum eigentlichen Grund meiner Antwort: Du beziehst Dich bei der Beschreibung der Farben auf die RAL-Farbtabelle, die die Ami´s wahrscheinlich gar nicht kennen. Die ist in der Auswahl sehr eingeschränkt, und die Farben passen eigentlich nicht so richtig zusammen. Das ist historisch bedingt, man hat bei den knapp 200 verschiedenen RAL-Farben damals nur z.B. für "Tannengrün" für alle Hersteller einen einheitlichen Farbton vorschreiben wollen, ohne die Farben untereinander sorgfältig abzustimmen.

    Es gibt noch das NCS-System = Natural Color System mit 1750(!!!) verschiedenen Farben, die logisch nach einem dreidimensionalem Farbmodell aufgebaut sind. Sie tragen keinen Namen, sondern sind nur mit einem Buchstaben/Zahlen-Code bezeichnet, z.B. S 0585-Y40R für ein Orange.

    S 0585 bezeichnet den Grauwert, Y40R den Farbton, hier ein Gelb (Y) mit 40 Teilen Rot (R).

    Sucht man nun ein passendes Grün in der Tabelle, sucht man zunächst einen ähnlichen Grauwert, dann ein Grün (G) mit ca. 40 Teilen Gelb.

    Die Farben gibt es in Kunstharzqualität oft in den Baumärkten, auf das Farbsystem wird allerdings nicht konkret hingewiesen, man erkennt das nur an dem Farbcode.

    Bei 2-K- Farben (Autolack) habe ich manchmal Schwierigkeiten beim Bestellen, nicht für jeden Farbton haben die Lieferanten ein Mischrezept.

    Grüße Michael

  • Hallo Michael,

    Zitat

    ...Es gibt noch das NCS-System = Natural Color System mit 1750(!!!) verschiedenen Farben ...


    danke für den Hinweis. Iich hatte mit den Farben meine Schwierigkeiten und fand sie deutlich unterschiedlich, aber das kann ja auch an den Einstellungen der Kamera, des Monitors oder schlicht den "Tomaten" auf den eigenen Augen liegen.

    Etwas zur NCS-Farbmusterkollektion findet sich hier.

    Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

  • Hallo Michael,

    Danke für den Hinweis mit der NCS-Tabelle - kannte ich nicht.
    Natürlich sind die Farben der US-Loks nicht in den RAL-Tabellen enthalten - da hat jede Gesellschaft ihren eigenen Mix...bei der DRGW wird das dunkle Gelb 'Aspen Gold' genannt.
    Und das Armour yellow der Unoin Pacific ist eigentlich ein spezieller Code von Dupont - der Farbton hat sich über die Jahre hinweg aber auch geändert und die shops scheinen da auch unterschiedliche Farbröpfe mit armour yellow gehabt zu haben.
    Für ältere, seltene Loks ist es halt schwierig, den richtigen Farbton zu finden (die alten Kodak-Farben sind ja auch nicht authentisch), zumal der Bereich oben auf der Nase nur aus der Vogelperspektive sichtbar ist (aber richtig gut dann nur in einer Nahaufnahme).
    Ich meinte mit der Nachfrage beim Spezialisten auch eher den grundsätzlichen Ton - ob's eher diese quiekende Grün ist oder eher ein helles, schmutiges Grau mit leichten Grün.

    Ich nutze die RAL-Palette, weil es relativ einfach ist, die Farbtöne zu vergleichen und die RAL-Farben fast überall erhältlich sind.

    Mit dem 'Aspen gold' und RAL 1007 hat es gut gepasst.

    Gruß
    Norman

  • Hi Norman,

    sei froh, daß Du nichts englisches baust.
    Allein vom "Brunswick Green" soll es etwa 20 Schattierungen geben, wie ich auf der Suche nach Farbe für meinen Rangierdiesel erfahren mußte.

    Viele Grüße

    Holger

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