Strömungskupplung

  • Hallo,

    hat sich schon mal jemand Gedanken gemacht, eine Strömungskupplung zu benutzen? Ich habe etwas rumexperimentiert. Hier sind die Bilder zu meiner Kupplung:




    Sie ist per 3D-Drucker gedruckt worden. Mangels Maschinenpark kann ich nichts selbst herstellen. Aber es vereinfacht kann man die Flügel mit einer CNC-Fräsmaschine herstellen. Auch müsste es mit Scheibenfräser und Teilapparat auf einer konventionellen Maschine herstellbar sein.

    Ein Wandler ist zu kompliziert, aber eine Kupplung ist machbar. Mit dem Teil habe ich ein bisschen rumprobiert. Bei entsprechenden Drehzahlen kann man sogar Luft als Übertragungsmedium nutzen. Mit Pflanzenöl wird sogar die Handdrehzahl sehr gut übertragen, lässt sich aber schwerer drehen. Wasser geht auch ganz gut.

    Mit Teilfüllungen kann man die Kupplung noch weiter beeinflussen und die Übertragung stoppt, wenn die Kupplung entleert wird. Dazu müsste aber ein Schnellentleerungsventil vorgesehen werden. Meine Entleerungsbohrungen sind kaum geeignet.

    Bei meinen Experimenten habe ich keine Erwärmung der Flüssigkeit feststellen können. Bei Dauerbetrieb, wird die Sache aber bestimmt warm.

    Tschüss
    Andreas

  • Ein interessantes erfolgversprechendes Projekt. Starke Wärme entsteht hauptsächlich beim Anfahren oder wenn große Leistung abverlangt wird, da dann das Kraftübertungsöl regelrecht "zermahlen" wird. Dem kann man durch Anbringen von Kühlrippen oder -Lamellen auf dem Kupplungsgehäuse entgegenwirken. Bei entsprechend hoher Drehzahl (ab ca 40 % der Höchstdrehzahl) entsteht durch die größere Zentrifugalkraft Kraftschlüssigkeit und geringerer Schlupf bei besserem Wirkungsgrad und geringerer thermischer Belastung. Bei Höchstdrehzahl sollte der Schlupf nicht mehr als 5 % sein. Derartige hydraulische Kupplungen dienen nicht nur zur Traktionsleistung, sondern auch zum Antrieb von Hilfsbetrieben wie Lüftern, Luftpressern, Heizgeneratoren u.a. Mit Schnellentleerventilen wird es aber schnell kompliziert, denn dieselben brauchen Füllpumpendruck und eine Steuerung, um geschlossen zu bleiben. Derartig gesteuerte Kupplungen kommen in geschlossenen Getriebegehäusen mit mehreren Kreisläufen vor. Allerdings stellt sich das Problem nicht, denn die heir erwähnte Kupplung hat eine dauerhafte Ölfüllung von ca 2/3 des Volumens. s. Bild. Ebenso kann mit dieser Kupplung im Gegensatz zum Wandler sogar das Fahzeug angeschleppt werden. Viel Erfolg wünscht Fritzle

  • Zitat

    sag mal ist das nicht wie der Wandler in einem Auto Automatikgetriebe???

    Ein ganz klares Nein. Ein Wandler besteht aus drei Teilen und eine Kupplung aus zwei. Auch überträgt die Kupplung das Drehmoment nur und wandelt bzw verstärkt es nicht. Hier wird das Moment komplett in Wärme umgewandelt und wirkt dazu noch gegen die Primärschaufeln. Deshalb wird der Motor in der Drehzahl gedrückt.

    Der PKW-Wandler ist eigentlich eine Sache für sich. Bei diesen sind die Leiträder sehr klein. Deshalb auch der Motor teilweise gedrückt. Nach meiner Feststellung läuft der Motor im Stand höchstens 3000 Umdrehungen (PKW) und bei einem richtigen Wandler würde der Motor bis zur Nenndrehzahl drehen. Weiterhin dreht das Leitrad ab einer Drehzahlangleichung von 0,7 frei mit und der Wandler arbeitet als Strömungskupplung. Das wurde eigentlich nur wegen des Wirkungsgrades gemacht, da die Strömungskupplung 90% erreicht, während Wandler nur um die 60% erreichen.

    Wandler, die bei der Bahn eingesetzt werden haben ein Leitrad, dass das Öl um 180° umlenkt. Pumpen und Turbinenräder sind auf 90° oder weniger begrenzt. Bei PKW-Wandler ist das Leitrad nur 30° groß und die anderen Räder fast so groß wie bei einer Strömungskupplung. Der Wirkungsgrad ist höher, dafür ist die Drehmomentwandlung nicht so groß.

    Wenn bei meiner Kupplung der Abtrieb festgehalten wird und die Schaufeln voll gefüllt sind, wird die Primärseite sehr stark gebremst. Auf diesen Prinzip arbeitet auch die dynamische Bremse. Die Sekundärseite ist fest und je nach Ölfüllung wird gebremst.

    Hier noch ein Link, der die Funktion erklärt:

    http://www.uni-forst.gwdg.de/forst/iwf/bach…ittenbeck_J.pdf

    Auch in Youtube sind Videos von Wandlern usw drin.

    Schöne Grüße
    Andreas

  • Guten Morgen Dampfbahner,
    3000 U/min beim PKW dürfte aber nicht der Realtität entsprechen, bei meinem PKW sind es so um die 800 U/min. Es ist ein Automatic und im Leerlauf läßt sich das Fz gut mit der Bremse festhalten. Zum anfahren nur Bremse loslassen und das Fz rollt schon an. Bei schneller Fahrt tritt ein völliger Kraftschluss auf und es dürfte keine Verluste mehr geben.
    Grüße
    Wolfgang

    † 2017

  • Zitat

    3000 U/min beim PKW dürfte aber nicht der Realtität entsprechen, bei meinem PKW sind es so um die 800 U/min. Es ist ein Automatic und im Leerlauf läßt sich das Fz gut mit der Bremse festhalten. Zum anfahren nur Bremse loslassen und das Fz rollt schon an. Bei schneller Fahrt tritt ein völliger Kraftschluss auf und es dürfte keine Verluste mehr geben.

    Fahrzeug anbremsen und Vollgas. Aber nur kurzzeitig! Bei einem echten Wandler dreht der Motor bis zur Nenndrehzahl hoch (maximale Leistung). Der Drehzahlunterschied wird in Drehmoment und Wärme umgewandelt. Beim PKW dreht der Motor höchstens bis 3000 Umdrehungen. zumindest bei meinen Versuchen. Ich fahre keine Automatik und hatte mir mal ein Fahrzeug geliehen. Das Leitrad ist zu klein und somit bremst der Ölstrom teilweise das Pumpenrad. Aus diesen Grund dreht der Motor nicht richtig hoch.

    Bei den Automatiken, die im Straßenverkehr genutzt werden, ist der Wandler ständig gefüllt. Die Füllpumpe wird primärseitig angetrieben. Also wird ab Fahrstufe D im Stand regelrecht Energie verbraten. Aus diesem Grund sind auch nach dem Wandler Planetgetriebe mit Lamellenkupplungen und oder Bremsbänder geschalten. Das Getriebe muss unter Last schalten können. Bei der Bahn muss erst der Wandler gefüllt werden. Und das kann bis zu drei Sekunden dauern.

    Ist im Pkw die Drehzahl einigermaßen angeglichen schaltet sich eine Üerbrückungskupplung zu. Sie verhindert Schlupf und somit Leistungsverluste. Die Überbrückungskupplung geht wieder raus, wenn geschaltet werden soll (Schwingungen unterdrücken) oder viel Kraft übertragen werden soll (zB Kickdown) Auch bei unterschreiten einer gewissen Drehzahl des Motors schaltet sich die Kupplung ab.

    Im Schwerstlastverkehr (kein Standard-Lkw) werden teilweise Wandlerschaltkupplungen (WSK) mit einem klassischen Getriebe genutzt. Das Fahrzeug hat neben dem Wandler noch eine klassische Kupplung und ein Kupplungspedal. Zum Anfahren wird die Kupplung getreten, Gang eingelegt, Kupplung losgelassen, Bremse lösen, Gas geben. Geschaltet wird dann wie immer. Die Kupplung wird geschont und beim Anfahren hat man zusätzliches Drehmoment. Auch kann man sich Schaltungen sparen, in dem der Wandler per Kickdown wieder zugeschaltet wird.

    Schöne Grüße
    Andreas

  • Hallo Andreas,
    bei den Drehzahlen kann ich es nicht ganz glauben, daher hatte ich hier mal hinterfragt.
    Mein MB C180 hat eine Leerlaufdrehzahl von 700 bis 800 U/Min. die Höchstdrehzahl liegt so bei knapp 7000 U/Min.
    Das Automatikgetriebe zieht so bis kurz vor 6000 U/Min ( dann ist der Motor so richtig zornig), dann geht es einen Gang höher.
    Die Bremsbänder übernehmen die Aufgabe der Synchronisierung, dann drehen die Zähnräder etwa gleich und können kraftschlüssig
    ineinanderrutschen. Für die genaue Funktion eines Automatikgetriebes zu beschreiben, müßte ich mal meine alten Schulbücher ausgraben oder googeln.
    Grüße
    Wolfgang

    † 2017

  • Hallo Wolfgang,

    die Drehzahl, wann das Getriebe schaltet hat nichts mit dem Wandler zu tun. Das ist eine Sache von der Getriebesteuerung. Ich spreche von einen stehenden Fahrzeug. Linker Fuß Bremse und rechter Fuß Vollgas. Mein Bruder ist ein Kfzler. Ich muss ihn mal fragen warum das gemacht wird. Ich kann nur vermuten, um zu prüfen ob die Ölkühlung iO ist oder ob der Wandler richtig gefüllt wird.

    Hinter einem Standardautomatikgetriebe sitzt auch heute noch ein Planetgetriebe. Die Gänge werden durch Wellenzusammenschaltung und Wellenabbremsung geschalten. Das hat nichts mit einer Synchronisation zu tun. Diese Getriebebremsen kenne ich nur vom EATON Fuller. Da wurden die Wellen gebremst, weil die Synchronisation fehlte. Aber diese Bremse habe ich nie genutzt, sondern die Gänge ohne Kupplung geschaltet. In meinen Augen war dass das beste Getriebe überhaupt. Leider kommt es nur noch bei den Amis zum Einsatz.

    Das DSG oder Doppelkuppelgetriebe funktioniert wieder ganz anders. Das sind im Prinzip zwei Schaltgetriebe mit Kupplung parallel geschaltet, wovon ein Getriebe im Eingriff ist und das andere Getriebe schalten kann.

    Hier ein Bild von einer Automatik. Es sind die Lamellen für die Kupplungen und Bremsen gut sichtbar:
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?ti…=20090503210352

    Hier eine PDF über die Automatik. Da wird sogar von einem Festbremstest gesprochen. Das ist ganau das was ich sagen wollte. Ist der Freilauf vom Leitrad defekt, arbeitet der Wandler als Strömungskupplung und die Motordrehzahl wird zu stark gedrückt. Den Test höchstens fünf Sekunden machen, denn sonst verbrennt das Öl. Beim Geruchstest wird genau das geprüft.
    http://www.zawm.be/kfz/texte/Automatik.pdf

    Schöne Grüße
    Andreas

    Einmal editiert, zuletzt von A76 (16. August 2010 um 14:50) aus folgendem Grund: Zusatzangaben