Baubericht der "5 Zoll Climax " Waldbahnlokomotive

  • Hallo Dampflokfreunde !

    Mein Wunsch nach einer dampfbetriebenen Lok die gut zu bauen ist, sich leicht bedienen läßt, in jeden Kofferraum passt und auch noch gut aussieht
    ging mir mit dem Bau der amerikanischen " Climax " Waldbahnlok in Erfüllung.
    Da ich bei verschiedenen Fahrtagen sowie beim Echtdampf-Hallentreffen in Kahrlsruhe des öfteren auf die " Climax " angesprochen wurde, habe ich mir
    vorgenommen einige Bauabschnitte ins Forum zu setzen.
    Nach einem Fachgespräch mit einem Dampffreund konnte ich den entsprechenden Bauplan erwerben.
    Baubeginn Mitte 2008:
    So begann ich zunächst mit den beiden Drehgestellen und der Fertigung der Räder. Die Seitenwangen sind aus Flachstahl 3x15 gebogen, die Räder haben einen Durchmesser von 88 mm und sind kugelgelagert. Ein Drehgestell besteht aus ca. 40 Einzelteilen die alle miteinander verschraubt sind.
    Da nur das vordere Drehgestell angetrieben wird, habe ich gleich die entsprechenden Kettenräder eingebaut.

    diwi

    Fortsetzung folgt

  • Nachdem ich ein Hartholzmodell für die beiden Lokzylinder hergestellt hatte dauerte es einige Zeit mit dem Gießen.
    Inzwischen hatte ich die Zeit die Kolben, die Kolbenstangen, Deckel mit Verschraubungen,Schieberstangen, Verbindungsbolzen
    und verschiedene Lagerbuchsen zu drehen.Die Teile sind überwiegend aus Rotguß und Messing, die Bolzen und Stangen aus
    rostfreiem Stahl. Die Schieberstangen und Schieberelemente sind aus normalem Stahl. (C45 ) Der Kolben hat zwei Einstiche,
    die erst später angebracht worden sind.
    Maße: Kolbendurchmesser 30 mm, Hub 30 mm, Hub Schieber 12 mm.

    diwi

    Hallo HD
    du weißt ja das mit den Fingern: Alles Zauberei.

  • Hallo Dampflokfreunde !

    Der Rahmen besteht aus zwei U-Schienen und der vorderen und hinteren Platte. Durch die vielen zur Montage erforderlichen
    Gewindebohrungen nahm die Herstellung doch einige Zeit in Anspruch. Dann konnte ich die kugelgelagerte Antriebswelle mit den
    Exzentern zur Schiebersteurerung sowie das Kettenrad zur Kraftübertragung einbauen. Außen sitzen im Winkel von 90 Grad
    versetzt die Kurbelscheiben mit den Anlenkungen zu den Kolben. Der Antrieb erfolgt über eine Kette zum vorderen Drehgestell.
    Das Umschalten in die Vor-und Rückwärtsfahrt ist recht einfach. Man muß die Lok nur etwa 20 cm in die gewünschte Richtung
    bewegen und dann wird durch die sognannte Slip-Steuerung die Dampfzufuhr umgeschaltet.

    Einige Maße: Rahmenlänge 790 mm, Breite: 240 mm


    diw

  • Mahlzeit,


    das ist ja eine sehr interessante Konstruktion. Wie verhält sich denn der Antrieb im Gleisbogen?

    Die Kette dürfte ja nur einen relativ kleinen Schwenkwinkel des Drehgestells zulassen? Zudem würde die

    Kettenlänge ja das Schwenken nur in eine Richtung erlauben und dabei einen größeren Durchhang bekommen.


    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo Sven,
    Der Abstand von der Antriebsachse zur vorderen Drehgestellachse beträgt 210 mm. Um ein Überdrehen des
    Drehgestells zu vermeiden ist die Bewegung nach links und rechts durch einen Anschlag begrenzt. Die
    Pendelbewegung reicht denoch aus einen 9 Meter Schienenradius zu fahren ohne daß die Kette abspringt.
    Durch das Verschieben des kompletten Drehgestells kann die Kette gespannt werden.
    Die beiden Kettenräder sitzen genau in der Mitte der Achsen.

    Gruß Dietmar

  • Moin Dietmar,

    irgendwie kommt mir die Maschine auf Deinem Avatar bekannt vor, ist das die Maschine, deren Bau Du hier zeigst?

    Ich kenne Bilder eine ähnlichen Lok aus Frankreich, hat Deine Maschine da auch Ihre Wurzeln?

    Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

  • Hallo Dietrich,

    ich bin zwar nicht der Dietmar, aber wir sind Vereinskameraden und ich kann zu deinen Fragen kurz wie folgt antworten:
    Ja, die Lok, deren Bau Dietmar beschreibt, ist die von seinem Avatar. (Ich glaub sogar, dass ich das Foto mal geschossen habe.)
    Die Vermutung, dass in Frankreich eine ähnliche Lok unterwegs ist, die gleiche Ursprünge hat, ist wahrscheinlich zutreffend, denn der Bauplan, den Dietmar zugrunge gelegt hat, ist meines Wissens in französchischer Sprache.

  • Der Stehkessel

    Der Kessel ist aus einem Eisenrohr mit 159 mm Durchmesser mit einer Wandstärke 4,5 mm und einer Länge von 280 mm gefertigt.
    Boden und Deckel sowie die 32 Rauchrohre wurden im WIG-Verfahren eingeschweißt. Mit der selben Technik wurden die vier
    Haltewinkel und die zehn Muffen eingebracht. Der Rost wird von drei Auflagen gehalten von denen sich eine zum Entschlacken
    per Drehmechanik aufklappen läßt.

    Die Feuerbüchse besteht aus dem selben Rohr und ist 80 mm hoch. Im Innern befindet sich eingepasst ein zweites Rohr 98 mm lang
    das in den Stehkessel eingeschoben und verschraubt wird.
    Der Kohleschacht ist ein Rechteckrohr von 80 x 50 mm und ist im Winkel von 55 Grad eingeschweißt. Die Klappe läßt sich nach hinten
    öffnen und liegt dann genau an der vorderen Kante des Kohlebunkers auf. Das erleichtert natürlich das Befüllen des Kessels erheblich.

    Dietmar

  • Hallo Dietmar,

    ich habe eine Frage zu deinem Kessel!

    Habe ich das richtig verstanden, der Kessel besteht aus zwei Teilen,
    einmal dem Reinen Druckkörper und einmal der Feuerbüchse?

    Ich entsinne mich, mal gelesen zu haben, das Kessel mit wasserumspühlter Feuerbüchse die beste Leistung bringen.
    Somit hast du einen Kessel mit nicht umspühlter Feuerbüchse! Funtioniert er trotzdem gut ;)

    Gruß
    Sascha :)