• Hallo zusammen,

    eine Frage an die Metaller unter uns:

    Mir spucken neue Drehgestellseitenteile im Kopf herum. Material 4 mm Stahl gelasert. In diesen Seitenteilen brauche ich Lagersitze mit 22 mm Innendurchmesser für die Kugellager.
    Frage: Ist es möglich gleich auf Mass lasern zu lassen?
    Alternativ: kleiner Lasern und aufreiben. Allerdings habe ich schon festgetellt, dass die Schnittkanten recht hart sind - kann ich hier (Hand)reiben oder muss ich in einem ersten Schritt aufbohren? Wieviel mm soll ich die Löcher kleiner Lasern lassen (vor grossen Bohrern graust es mir irgendwie - und so viel Späne mag ich auch nicht machen)

    Andere Alternative: Löcher "viel " grösser und seperate Kugellagersitze als Drehteil aus 4-kant material.


    viele Grüsse

    Uli

  • Hallo ,
    also ich würde die Platten alle aufeinander klemmen und Bohren.
    Die Schnittkanten von Lasern sind zwar Härter ,aber kein problem die zu Bohren richtige Drehzahl und Kühlen.

    Gruß Benny

  • Die gelaserten Kanten sind glashart und würden einer Reibahle nicht gut tun.
    Ich würde die Löcher 2-3 mm kleiner lasern lassen, dann eine Vorrichtung zur Aufnahme der Rohteile und Montage auf der Planscheibe der Drehbank konstruieren.
    Nun die Bohrungen mit dem Innendrehstahl auf Maß drehen.
    Der Witz dabei dürfte jene Vorrichtung sein, damit alles wiederholbar exakt hergestellt werden kann.
    Wenn Du allerdings in einem ganz großen Maßstab werkelst, dann brauchst Du auch eine richtig große Drehbank!

  • Was auch geht:

    Loch mit 0.05 mm größer Zeichnen, damit hat man ein beinahe passendes aber sehr raues Loch nach dem lasern. Halbrundfeile nehmen, den Einbrenngrat entfernen und Kugellager rein. Geht dann normalerweise leicht klemmend. Sollte es schon gut flutschen, mit Loctite nachhelfen.

    Ist nichts genaues, aber für eine Drehgestellwange ohne große Werkstattausrüstung machbar.

    Könnt mich jetzt verbal prügeln.... :)

    Matthias

    Der Antrieb ist der Urtrieb des Menschen -
    Das Spiel mit dem Feuer !

  • Hallo Kollegen,

    anstatt auf die Industriemeister e-technik Prüfung Ende der Woche zu lernen sitze ich hier und (o.K. bisserl abschalten dazwischen muss auch sein) denke ich wieder mal an meine Drehgestelle.

    Die tipps gehen ja von gleich lasern lassen bis zu Einbaubuchse.

    Mache ich mir vielleicht zu viel Gedanken darüber????????

    SKF empfiehlt eine M7 Passung, das währen im Extremfall 0,021 mm Untermass.

    Beim Werkzeug hoffmann sind Bohrer mit Durchmesser 22 bzw 24 ( ich habe 2 verschiedene Radsätze und damit Lager) und h8?? lieferbar.

    Erziehle ich mit zb. lasern auf 20 mm und anschliessendes aufbohren eine in der Praxis ausreichende Passung?

    Es geht "nur" um Drehgestelle für Wagen.


    viele Grüsse

    Uli

    Peter Wanschura und die Kollegen vom BDV: ich schwänze am Samstag die Jahreshauptversammlung.

    • Offizieller Beitrag

    Moin,

    ich würde auf die Passung ganz verzichten...

    Bei 22 Durchmesser aussen des Lagers würde ich nach einem Gummischlauch suchen, der innen 22 hat und dann den Aussendurchmesser des Schlauches minus 1 - 2 / 10 aus den Blenden lasern lassen, trägt ungemein zur Laufgeräuschminderung bei.

    ( Idee von Daniel Häger, der nimmt Gummiflaschenverschlüsse [ wie sie früher zum Einmachen von Saft benutzt wurden] als Überzieher für die Lager )

    Das ganze gibt es auch professionell, nennt sich dann Timkenlager, innen normales Kugellager, dann Gummi, dann Aussenring, ==> wieder das Passungsproblem....

    • Offizieller Beitrag

    Hi Hinrich und alle anderen,

    hier mal ein interessanter Kanal der Timken Company.

    http://www.youtube.com/user/TheTimkenCompany?feature=watch

    Da es im Moment nicht klappt Videos wie gewohnt zu präsentieren, hier leider nur der Link....

    http://www.youtube.com/user/TheTimkenCompany?feature=watch


    Die N&W J1 gebaut von 1943-45 war die für mich schönste Lok mit Timkentriebwerk dicht gefolgt von den später gebauten N&W "A`s".

    siehe hier ...

    die J

    http://www.nwhs.org/archivesdb/detail2.php?ID=90160

    die A

    http://www.nwhs.org/archivesdb/detail2.php?ID=33725

    Grüße,Chris

  • Hallo Uli
    Ich stelle meine Passungen noch klassisch, spanabhebend her.
    Entweder an der Drehbank, oder an der Fräse mit den Wohlhaupter. (habe da 3 verschiedene Modelle an der Hand)
    Ich halte mich bezüglich der Toleranzen Stur an das Tabellenbuch Metall.
    Lagersitze Lasern? Habe ich keine Erfahrung.
    Ich habe in meinen Berufsleben ein Instrumentenbrett für einen 2 Mot. Flieger in Auftrag (Mat AL) gegeben und das war Spitze.
    Die Toleranzen für mein Vorhaben waren O.K.,Aber die Tabellenbuch Toleranzen für einen Lagersitz hat es nicht erfüllt.
    Zitat Johannes. Die gelaserten Kanten sind glashart und würden einer Reibahle nicht gut tun.
    Das mit dem Glas-hart würde ich so nicht unterschreiben, aber die gelaserten Oberflächen verbergen manche
    Bearbeitungs- Überraschung.!!!
    Ist bei GG, mit Lunkern und Sand, VA welche Sorten auch immer, verschiedene CU Sorten das gleiche.
    Zitat Hinrich. ich würde auf die Passung ganz verzichten
    Die Gummi Variante ist für mich Neu, und noch nicht bis zum letzten Detail verstanden.
    Interessant: werde mich schlau machen. Danke Hinrich
    Wegen der Lagersitze würde ich kein Geld in die Fa. Hoffmann investieren.
    Alle was du brauchst habe ich zuhause.
    Mein Vorschlag an Dich.!
    Du zauberst erstmals Deine Prüfungen.!!!
    Wenn dein Berufsleben in Ordnung ist, kommst Du zu mir, mit einer Kiste Bier, und wir haben an einen schönen
    verregneten Tag Zeit in meiner warmen Kellerwerkstatt die Passungen, Lagersitze, herzustellen.
    Ich werde Dich auf der HV. BDV am Samstag entschuldigen
    Liebe Grüße WP

    † 21.11.2017

  • Hallo Uli,
    die Qualität der Laserfirma ist entscheidend für die Vorgehensweise. Christian mit 22,05mm hat bei seinem Lieferanten Glück. Hängt unter anderem davon ab, wie schnell und mit welcher Leistung sowie Strahldurchmesser gelasert wird. Auch die Strahlkorrektur ist entscheidend. Da sich der Laserstrahl aufweitet ist die Schnittkante nicht rechtwinklig zur Oberfläche. Gute Lieferanten korrigieren das. Hab aber auch schon das Gegenteil gesehen. Fazit: Wenn du nach Tabellenbuch arbeiten willst, geht nur Untermaß und Nacharbeiten mit "Einzahn" oder Reibahle. Alternativ Übermaß und einkleben mit "Fügen Welle Nabe" (Spaltmaß 0,1mm zulässig). Geht aber nur mit extremer Kraft oder Hitze wieder auseinander. Die Gummiringmethode, ich kenne sie von Knupfer, ist auch eine Möglichkeit. Quasie eine Primärfederung. Du schreibst, 4mm Wange. Die Kugellager haben bei 22mm Außendurchmesser meist 7mm Dicke. Wohin mit dem Rest der Dicke? Schraubst du noch Blenden auf?
    Volker
    PS: Viel Glück bei der Prüfung.

  • Hallo Uli,

    ich habe bei meinem Bedienwagen die Lagersitze als Drehteile ausgeführt.(Siehe Bilder)
    Vereinfacht die Herstellung und Du brauchst an den Laserteilen nichts nacharbeiten.
    Auch waren die Lagersitze auf meiner kleinen Drehbank machbar.
    Wenn ich aber das Angebot von Peter betrachte dann ist doch klar was Du zu tun hast! :thumbup:

    Gruß und lasst Euch das kalte Bier in der warmen Werkstatt schmecken!
    Frank

    • Offizieller Beitrag

    Moin zusammen,

    mein Gedächtnis hat mir einen Streich gespielt, Timken hat zwar viel mit den Rollenlagern grosser amerikanischer Dampfloks zu tun, die Lager die ich 1987 in meine EAOS verbaut habe waren aber von Fafnir. Anbei ein paar Fotos aus denen man den Aufbau gut erkennen kann.