Gmeinder 10/12 für 7 1/4 Zoll

  • Hallo,

    ich habe mit dem Bau einer Gmeinder 10/12 für 7,25 Zoll Spurweite begonnen. Für den Maßstab 1 zu 3,3 entschied ich mich um einen Verbrennungsmotor als Antriebsquelle zu verwenden. Ein 200 ccm Dieselmotor soll einsmal als Antriebsquelle dienen. Da dieser aber recht teuer in der Anschaffung ist und auch in den Amessungen größer, entschied ich mich zunächst für einen 100 ccm Bezinmotor mit unten liegender Nockenwelle und seitlichen Ventielen mit Überstromkanälen.

    Konzeptionell muss, um auch rückwerts fahren zu können, ein Umkehrgetriebe eingebaut werden. Ein Viertaktmotor dreht nun mal nur in eine Richtung. Lanz hatte einst einen ihrer ersten Glühkopfmotoren auf einen Feldbahnlorenrahmen gesetzt. Hier gab es keinen "Rückwertsgang", man musse den Motor im Leerlauf zwischen den Totpunkten "pendeln" lassen. Nun im richtigen Moment wieder Gas gegeben drehte der Motor, da ein Zweitakter, rückwerts an.

    Aufgrund des Raddurchmessers und der Motordrehzahl habe ich eine Gesamtunersetzung von ca. 20 zu 1 gewählt womit ich auf eine Geschwindigkeit von ca. 5 Km/h kommen sollte. Dies entspricht in etwa einer maßstabsgetreuen Modellgeschwindigkeit.

    Hier nun die ersten Bauergebisse. Zunächst das Umkehrgetriebe. Das kleine Kegelrad ist der Getriebeeingang. Die Großen können über eine Nocke verschoben werden, sodass die getriebeausgangswelle mal vor- oder zurückdreht.

  • Da alleine über die Kettenräder keine ausreichend große Untersetzung der Drehzahl möglich ist konstruierte ich ein Zahnradgetriebe mit 14 Zähnen am Eingang und 60 Zähnen am Getriebeausgang. Dieser liegt später im Rahmen auf Achshöhe mittig zwischen den Achsen. Von hier aus werden die beiden Achsen über Kettenräder und Rollenkette angetrieben. Der Kraftschluss zwischen den Getrieben erfolgt ebenfalls über einen Kettentrieb. Im Original sind diese Getriebefunktionen (Untersetzung und Drehrichtungsukehr) zwar in einem Getriebegehäuse untergebracht, das erschien mir aber zu schwer in der Modellrealisierung. Beide Getriebe werden im geschlossenen Ölbad laufen um Verschleiss zu minimieren und Schmutz draussen zu halten.

    Hier nun das Untersetzungsgetriebe. das drite Bild zeigt die spätere Zuordnung der Getriebe leicht höhenversetzt.

  • Moin Erik,

    saubere Arbeit bis hier, bin schon auf die Fortschritte gespannt.

    Wie willst Du den Umschalthebel des Wendegetriebes in den Schaltpositionen festlegen, mit Ansenkungen, Kugel und Druckfeder oder mit Kulisse oder einer Kombination aus beidem oder noch ganz anders?

    Von einem Schaltgetriebe habe ich nichts gelesen, willst Du drauf verzichten?

    Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

  • Hallo,

    ein Schaltgetriebe währe schon etwas Feines. Ist derzeit nicht in Planung obwohl ich noch Platzreserven habe. Bei der Festlegung des Umschalthebels orientiere ich mich am Vorbild (siehe Foto).

    Heute habe ich letzte Schweißarbeiten am Rahmen vorgenommen. Er hat sich nur minimalst verzogen, die Achslager bewegen sich recht leicht in ihren Führungen auf und ab.

    Stellprobe des Motors im Rahmen. Vorerst werde ich mit der Fliehkraftkupplung die Kraft übertragen, um sie dann gegen eine Lamellenkupplung auszutauschen.

  • Mahlzeit!

    Das ist mal wieder ein spannendes Projekt und schöner Funktionsmodellbau. Wie ist eigentlich das Getriebegehäuse gefertigt? Wenn ich die Bilder sehe, dürfte ein richtiges Schaltgetriebe doch kein so großes Problem für dich sein? Bekommt der Rahmen aussen noch die Gmeinder-typischen Winkelprofile?

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo,
    die Gehäuse sind aus Einzelteilen erstellt. Zuerst 8er Flachmaterial auf Maß gearbeitet und den Achsenverlauf, entsprechend der Lagergröße gebohrt. Die einzelnen Teile miteinander verschraubt und verschweißt. Für die Schweißnaht wurde an den entsprechenden Kanten angefast (ca. 1-2mm). Das Verschweißen priemär um Dichtigkeit zu erziehlen, denn die Zahnräder sollen ja im Ölbad laufen.
    Ein Foto der Getriebe in Eizelteile habe ich nicht, nur eines Getriebes meines Eimerkettenbaggers (Drehzahlreduzierung von 3000 des Antriebsmotor auf ca. 60 Umdrehungen für den Eimerketenantrieb). Prinzipiel selber Aufbau.
    Selbstverständlich erhält der Rahmen auch noch die Winkel, hier stützen sich ja die Blattfedern ab.

  • Hallo,

    die Blattfedern für die Gmeinder sind fertig. Um das Bohren bzw. das Härten von Federstahl zu umgehen, arbeite ich mit bereits hartem Federstahl. Die eizelen Blätter wurden auf Maß gearbeitet und dann in einer Klemmvorrichtung ausgerichtet. Um sie gegeneinander zu fixieren habe ich sie mittig mit dem WIG-Brenner "verklebt". Im Federschuh habe ich die "verklebten" Pakete dann verschweißt.

  • Mahlzeit,

    so wie es scheint, hast du die Achslager einfacher und ohne Nachstellschrauben gebaut, wie spannst du die Kette?

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo,

    das Schaltgetriebe um die Fahrtrichtung zu ändern hat nun seinen Steuerhebel erhalten. Er kann in drei Stellungen arretiert werden. In der mittlere Stellung findet kein Kraftschluss zum Motor statt, hier kann die Lok geschoben werden.

    Der Rahmen hat seinen gmeindertypischen Winkel bekommen, an denen sich die Federpakete abstützen.

    Sven, das nachspannen der Ketten erfolgt über einfache Rollenspanner. Ein Nachstellen der Achslager erschien mir im Modell zu aufwändig und Störanfällig. Diese werden nur als Atrappen nachgebildet.

  • Mahlzeit!

    Danke für die Erläuterung. Was soll an den Achstellschrauben störanfällig sein? Ich spanne bei meiner Ns 1 die Ketten auch durch das Verschieben der Achsen und habe keinerlei Probleme damit.

    Warum hast du beim Bau der Schaltkulisse für das Wendegetriebe diese Nase als Arretierung verwendet und nicht die Lösung vom Original?

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo Sven,

    ich habe das Wendegetriebe am Original noch nicht geschaltet aber ich nehme mal an, dass das Roh mit dem größeren Durchmesser am Schalthebel des Wendegetriebes nach oben zu ziehen ist und durch sein Eigengewicht wieder in die Sperrstellung zurückfällt. Dies erschien mir im Modell als zu unsicher. Bei mir wird die Nase von einer Feder hochgedrückt. Diese sitzt am Grunde des Außenrohres. Der Bolzen im Rohr, an dem sich die Nase befindet wird per Handkraft gegen diese Feder gedrückt und gibt den Schalthebel frei. Wie im Original sind die Kegelräder im Getriebe wohl hin, wenn wärend der Fahrt geschaltet wird. Sei es auch nur, dass sich der Verschlussmechanismus des Schalthebel durch Virationen löst.

    Grüße Erik

  • Mahlzeit Erik,

    vielleicht hättest du einfach mal fragen sollen ;)
    Bei Gmeinder-Wendegetrieben ist der Schalthebel mit einer verschiebbaren Hülse versehen, die ebenfalls über eine Feder nach unten gedrückt wird. Alles andere wäre, wie du schon schreibst zu unsicher, die Altvorderen waren auch nicht dümmer als wir.
    Den Kegelrädern selbst passiert beim Richtungswechsel währen der Fahrt nichts, da sie ständig im Eingriff sind. Vielmehr wird mit dem Wendeschalthebel ein Ritzel auf der Kegelradwelle verschoben, welches mit den Zähnen in die eingefrästen Taschen der Kegelräder eingreift. Von diesem Ritzel wird dann auch die Drehbewegung auf eine tiefer liegende Zwischenwelle mit Zahnrad übertragen, welches seinerseits mit einem weiteren Zahnrad auf der eigentlichen Abtriebswelle kämmt. Eine Betriebsanleitung mit Ersatzteilkatalog und Schnittzeichnungen gibt es hier: http://feldbahnseite.de/a_gmei.htm

    Die beschriebene Bauform ermöglicht ein schmales Wendegetriebe, wie es bei Feldbahnmotorloks mit Kettenantrieb im Allgemeinen benötigt wird, um die Ketten auch zwischen den Radscheiben unterbringen zu können. Zudem schont es die in der Herstellung aufwändigen Kegelräder.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo Sven,

    wie ein Gmeinder-Getriebe aussieht, auch von innen, ist mir wohl bekannt. Im Forum Feldbahnen sind aufschlussreiche Resaurationsberichte nachzulesen. Aber ich habe mich in meinem Modell nicht genau ans Vorbildgetriebe (siehe Bild) gehalten. Mir erschien die Konstruktion eines Getriebegehäuse mit mehreren Achsebenen und horizontalen Gehäuseteilungen als zu aufwändig. Ich befürchtete, dass sich das Getriebegehäuse beim Schweissen aus Einzelteilen verziehen könnte (tat es aber tatsächlich bei meiner Vorgehensweise nicht). Auch greifen bei meinem Wendegetriebe nicht alle drei Kegelräder dauerhaft ineinander. Die Kegelräder der Abtriebswelle werden auf dieser verschoben es greift immer nur das Eine oder das Andere ins Eingangskegelrad ein. Hierdurch wollte ich mir die Kugellagerungen der Kegelräder auf der Abtriebswelle ersparen, denn es drehen sich ja beide immer in gleicher Richtung wie die Abtriebswelle. Auch hatte ich keine passende Idee für den Kraftschluss zwischen den Kegelrädern und dem Kulissenzahnrad. In meinem Modell sind beide Kegelzahnräder auf einem Rohrstück miteinander verschweisst (dieses kann nach lins/rechts verschoben werden, so dass nur ein Kegelrad im Eingriff ist). Zwischen diesem und der dadurch laufenden Abtriebswelle erfolgt der Kraftschluss mittels einer Passfeder.

    Es könnte mich in Zukunft aber auch mal reizen ein Getriebe für eine Ns2f original nachzubauen.

    Grüße Erik

  • Hallo,

    endlich bin ich mal wieder zum Basteln gekommen. Die Achslagerführungen sind als Atrappe fertig gestellt. Sie dienen nicht wie beim Vorbild zum Verschieben der Achsen damit die Ketten nachgespannt werden können, nein es soll nur so aussehen.

    Auch habe ich mit Hilfe von Wolfgang (hier nochmals Danke) mit dem Fahrstand begonnen. Die Blechteile sind gekanntet und mit angeschweißten Winkelstücken auf dem Rahmen verschraupt. Die Sandkästen hängen schon an ihrem Platz, es fehlen noch die Deckel und die "Ventiele" zur betätigung des "Sandflusses".

    Auch ist die "Ratschensperre" für den Bremshebel an Ort und Stelle.

    Grüße Erik

  • Hallo,

    so recht komme ich nicht weiter. Aber bremsen kann ich nun schon mal. Vom Bremshebel im Fahrstand führt eine Stage am Motor vorbei auf eine Hebelei die die Bremskraft auf die vier Bremsklötze verteillt. Die Räder der Vorderachse werden von vorne und die der Hinterachse von hinten angebremst.

    Als nächstes bekommt der Hebel der Sandventile eine Rückholfeder und die Deckel der Sandkästen bekommen Schaniere zum aufklabben.

    Grüße Erik

  • Hallo Erik,

    auchich bescgäftige mich zur zeit bei langweiligen Dozenten mit einem Kegelreadgetreibe für einen Feldbahndiesel.

    Eine Frage: welches Modul haben deine Kegel-/ Zahnräder? Irgedwie muss ich einen Kompromis zwischen übersetzung/Drehmoment und Preis finden...

    viele Grüsse

    Uli