Eine Schuhmacher KöfII 7 1/4" mit Benzinmotor!

  • Hallo Leute !
    Viel ist hier schon über Verbrennerlok`s geschrieben worden.
    Einig müssen wir uns sein, dass ein kleiner Motor nicht wie ein Großer klingt und auch nicht die Leistung hat!
    Es müssen leider auch Kompromisse gemacht werden!
    Aber allein die Tatsache die Dinge(Lok`s) zum laufen zubringen,macht den Reiz des Planes und bauen`s aus!
    Ich möchte hier in loser Folge, den Bau meiner KöfII in Wort und Bild einstellen.

    Aller Anfang ...........

    war ein Schuhmacher Bausatz KöfII, gekauft 2010 in Karlsruhe beim EDHT!
    Dann passierte ein 3/4 Jahr lang nicht`s, wegen unserer lieben BR24. ;)
    Aber dann...
    Was sollte es für ein Antriebskonsept sein ? Elektrisch oder was anderes, vielleicht doch ein "richtiger" Motor?
    Na klar, ein "richtiger" sollte es sein!!
    Der Platz war begrenzt, klar eine Köf II hat von Haus aus nicht viel !
    Aber ich hatte noch für`s erste einen ZENOHA 26 ccm, mit Fliehkraftkupplung! (Später soll es ein Robin EH025 4takter sein)
    Ok, Leistung liegt bei 1,6 PS bei ca.4800 U/min und hat ein Drehmoment von 1,6Nm .E-Motoren bei Gartenbahnen haben in der Regel, ohne Getriebe zwischen 0,65 - 1,1Nm.Wohlgemerkt ohne(!) Getriebe.
    Wenn ich nun aber 2-3 Getriebestufen habe, wird sich das Drehmoment wesentlich erhöhen; auf ca. 12-14Nm und das reicht für 2-3 Erwachsene.
    Soweit so gut, also eine Planskizze gemacht und dann kam mir eine Idee!! 8o :!: :!: :!: :!: :!:
    Ein stabiles und kleines robustes Getriebe habe ich ja!!!
    In unserer Firma haben wir einen immensen Verschleiss an Winkelschleifern.(Ihr wisst schon was ich vor habe :D ?)
    Genau, das Winkelgetriebe einer Bosch 125 mit 1400Watt!!(das Gerät macht immerhin 2800-10500U/min mit einer 125er Schruppscheibe!) :thumbup: :thumbup:
    Das Getriebe hat den Vorteil,das alle (!)Komponenten austauschbar sind und nachekauft werden kann.
    Also eine alte Maschine mit abgebrannten Motor organisiertt und das Getriebe abmontiert!
    Es muss also "nur" das Getriebe adaptiert werden und schon habe ich die erste Stufe.(Übersetzung 1:3,9!)
    Die Kupplung wurde von mir auch neu gestaltet, denn die Kupplungsglocken von HP und Konsorten sind untauglich.
    Das neue Teil wurde aus ck45 gedreht und mit dem überarbeiteten Wellenstumpf des Motorrotors des W.Schleifers montiert.
    In den nachfolgenen Bildern könnt Ihr sehen, wie die einzelnen Schritte zum Ergebniss führten.
    Ein Testlauf ergab, dass mann durchaus mit akzeptablen Leistungen rechnen kann und das ist erst die erste Getriebestufe!
    So, der Schritt ist geschafft und ich warte nur noch auf eine Sendung von Knupfer und dan geht`s weiter!

    Gruß Andreas (mechanicus der was davon versteht)

  • Hallo Leute !

    Freitag kam das Paket von Knupfer an!
    darin diverse Zahnräder und Rollenketten mit Schlössern!
    Also kann es weitergehen, mit der Benzin Köf II.
    Desweiteren, hab ich mir schon Gedanken gemacht; wie ich das Triebwerk vom Chassis Schwingungstechnisch trenne.
    Es wird wohl ein Hilfsrahmen sein, mit den ich mit dem Motor das erste Kettentrum spanne.
    Ach ja, noch ein Bild hät ich;dass hatte ich letztesmal vergessen! :huh:

    Gruß Andreas (mechanicus)

  • Servus Leute !

    Nachdem das Paket von Knupfer angekommen ist, habe ich weitergemacht.
    Resultat sind die Achslager für die Radsätze.
    Da ich mich funktionell an das Original halte, war die Sache ein wenig knifflig.
    Im Original sind die Dimensionen der Lager ziemlich filligran und würden auf den Maßstab 1:8 übertragen; im Fahrbetrieb gar nicht gehen.
    Ausserdem sollen schon Pendelrollenlager 32X16X10 von SKF verbaut sein,um das ganze auch stabil genug für den Btrieb mit Benzinmotor zu machen!
    Sicher es gibt Lagerimitationen aus Guss, die sehen für ein Scalemodell ganz hübsch aus; sind aber nicht so mein Ding.
    Das Ergebnis seht Ihr in den Bildern, von der Planung bis zur Fertigung.

  • Weiter im Text!!
    Das waren ja nicht alle Bilder! :D

    Das Konzept der Lager beruht auf ein Standartlager für E-/ Diesellok´s, dass ich mal entwickelt habe.
    Die Federpakete funktionieren richtig!!! :D Das sind Knupferfedern adaptiert und nachgehärtet in Öl.
    Die jeweils vier Halteschrauben der Lager wurden in das Chassis eingeschweisst (WIG), daher sehen die Lagerplatten ein wenig verfärbt aus.
    Die Federborde sind aus Messsing hartgelötet( aus Stahl wäre schön gewesen); aber ein Schweissen mit WIG hätte auf Grund der starken Differenz der Materialstärken kein gutes Ergebnis ergeben! Und halten sollte das Ganze schon.

  • Der letzte Teil der Achslagergeschichte!


    So; hier ist mal der Vergleich zwischen Original und Modell.
    Eure Meinung ist gefragt, kann man das gelten lassen? ;)

    Gruss Andreas (mechanicus)

    P.S.: Die Bohrung im Lagerdeckel dient der Schmierung, da die Lager offen sind und immermal ein bisschen Fett brauchen ^^

  • Hallo Andreas,
    das kann man schon so gelten lassen ;-), nur solltest du, da du den Träger ja aufgesetzt hast, ihm zwischen den beiden Verstärkungsblechen noch WENIGSTENS 2, besser vier kräftige Niete gönnen. So wie das jetzt ist sieht die Befestigung etwas kümmerlich aus.
    Gruß
    Heinrich.

    Der liebe Gott gab uns die Zeit
    (von der Eile hat er nichts gesagt!)

  • Servus Leute !
    Danke für Eure Meinung !!!!
    Alles klar Heinrich, ich werde die Federborde komplett mit M4 Nietschrauben (jeweils 4Stk.) befestigen.
    Dann werden auch sämtliche Biegemomente abgefangen! :thumbup:
    Und besser sieht´s auch aus glaub ich.

    Ach ja Volker; wenn Du was brauchst sag´s einfach!!!!(per PN)
    Solltest Du eine Diesellok bauen wollen, (die Radlagerblenden eignen sich gut für Feldbahnlok´s oder andere Nichtdampfer :D )so kann ich Dir helfen.

    Gruß Andreas

  • Hallo Andreas,

    danke fürs Angebot!
    Meine Lok ist soweit fertig, da ändere ich jetzt nichts mehr,
    bis auf die Umstellung auf die Fernsteuerung vom Weichenschlosser,
    wäre vielleicht auch was für dich, wenn du nicht schon dabei bist!?

    Bin gespannt wie die Lok mit deinem Antrieb fährt...
    wenns soweit ist, könntest du ja vielleicht ein Video bei youtube hochladen...

    Viele Grüße und nochmals Danke für dein Angebot,
    Volker

  • Ehrensache Volker !!

    Als nächtens kommen die Radsätze dran und dann...... Rauf mit dem Brumselding
    Im Mai oder Juni wird es erste Traktionsversuche geben!
    Wie schon erwähnt, der Motor wird auf einen Hilfsrahmen montiert.

    Gruß Andreas

  • Hallo Andreas,
    kann man gerade so gelten lassen ....... (grins).

    Nein, im Ernst: gefällt mir gut. An meiner Köf (konntest sie ja bereits betrachten) habe ich einen etwas anderen Weg gewählt: das Lagergehäuse als separates Teil, die seitlichen Führungen zu den Achslagerführungen hin ballig ausgebildet. Dadurch konnte ich normale Rillenkugellager, beidseitig abgedichtet verwenden. Die sind etwas kleiner als die Pendellager. So bilden Achse, Kugellager und Langerhäuse eine Einheit und bei einseitigen Gleisunebenheiten findet die Winkelbewegung zwischen Achslagergehäuse und Blattfeder statt.

    An Deiner Stelle würde ich das aber nicht mehr umbauen wollen....

    Viele Grüße, weiter so!

    Winfried

    Ich fahre auf Spur 7 (Regelspur) oder auf Spur 5 mit der Feld- und Waldbahn

  • Hi Winfried!

    Danke für Deine Antwort! ^^
    Die Köf von Dir ist schon Klasse, klare Sache!!!
    Aber vergessen wir doch nicht, die dazugehörige Zuggarnitur!!!!
    Ich wäre froh, wenn ich solche Wagon`s schon hätte.
    Die passen aber auch super zu einer 7 1/4" BR24 ;) (In KH getestet)
    Zu der Köf von mir, kommt erstmal ein BTmms (Pläne von Chris!)
    Der wird in M1:8 ganz schön lang (1419mm)
    Aber das passt ganz gut zum Lichtraumprofil der Köf.
    Das die Lagerschilder von mir so geworden sind, hat wirklich damit zu tun,dass unter Betrieb mit Verbrennungsmotoren die statischen Belastungen und Vibrationen nicht zu vernachlässigen sind. Deshalb werden auch die Federborde nacharbeitet(Danke Heinrich!) und der Lokkasten wird komplett WIG geschweisst, damit mir ja nichts klappert und auseinanderfällt . :huh:

    Gruß Andreas

  • Hallo Andreas,

    schlage vor, wir führen die Unterhaltung zum Thema zunehmen hier weiter. Ich hatte in einem früheren Leben von einem Menschen erfahren, der ein normales BMW-Motorrad für Gelände-Wettbewerbe umgebaut hat. Der hat selbst die Stege der Pleuel mit mehreren Bohrungen versehen, um noch einige Gramm zu sparen. Wir müssen den umgekehrten Weg gehen: wo immer es geht, noch ein paar Gramm (Blei) unterbringen.

    Batteriekästen, Druckluftkessel, Tank (nein, da kommt bei Dir ja was rein) und dann alle Leerräume, Ecken und Winkel, die nach Einbau aller Technik noch bleiben. Passende Blechkisten biegen und ausgießen oder Formen z.B. auch aus Backsteinen zusammenstellen und ausgießen. Zur Befestigung ggf. Muttern mit eingießen. Vielleicht gehen auch Edelstahlschrauben, die verlöten nicht und müssten sich wieder ausdrehen lassen. Habe ich aber noch nicht probiert.

    Bei Simons Gmeinder habe ich Knochensteine für die Form verwendet, die ergaben die passende Schräge. Mit etwas Hirnschmalz....

    Viele Grüße, Winfried

    Ich fahre auf Spur 7 (Regelspur) oder auf Spur 5 mit der Feld- und Waldbahn

    • Offizieller Beitrag

    Moin zusammen,

    meine Kleine Köf 2 in / 1/4 bringt knapp 130 kg auf die Waage, hab es auch wie Winfried gemacht: jedes freie Plätzchen mit Blei ausgefüllt.
    Wichtig: grosse Bleiklötze besonders gut festmachen, die machen sich sonst bei " Umfällen " gerne selbstständig, ich habe in die einzelnen " Gussstücke " Rohre mit eingegossen und durchgeschraubt.

  • Hallo Ihr,

    mein Glaskasten ist auch künstlich beschwert. Der Rahmenwassertank (1,7 Liter) war schon gebaut und ich wollte ihn nicht wegwerfen, also haben wir damals ein spontanes Bleigiessen veranstaltet. Zugkraftmäßig kann sie mit den größeren Maschinen locker mithalten.

    Viele Grüße

    Holger

    Fueled by coffee, powered by steam.

  • Andere Methode, um das Gewicht einer Lok zu erhöhen:
    Aus einer "Blei-Schnur" von Gardinen alle die Bleikugeln sammeln und dann Wasserkästen oder andere (dichte) Fächer in der Lok damit füllen. Schrotkugeln tun es auch. Anschließend den Zwischenraum zwischen den Bleistücken mit Gießharz auffüllen. Zur Not geht sogar ein Rest uralte, nicht mehr benötigte Farbe zum Ausgießen.

  • Hallo Jung´s!!

    Na da staune ich aber nicht schlecht!!
    130 Kilo für eine Köf in der Größe, alle Achtung!!!
    Tja, da werde ich wohl alle Ecken die sich anbieten ausnützen müssen!
    Ich werde mal Fotos machen, um zu zeigen wo noch "Speck" rauf kann :D

    Gruß
    Andreas

  • Andreas

    Nicht vergessen: Bei einer Veränderungs des Maßstabes (zB Verkleinern auf 1:10) verringert sich eine Länge auf 1/10, eine Fläche auf 1/100 und ein Volumen oder Gewicht auf ein 1/1000. Die "blinde" Verkleinerung eines Originals ins Modell funktioniert deshalb nicht, wie so mancher smarte Modellbauer herausfinden mußte, der sich über die Erfahrungen von LBSC oder Martin Evans hinwegsetzen wollte. Insider werden vielleicht wissen, wen ich meine ...

    Genauso:
    Gullivers Reisen ins Lander Liliput der zwergenhaften Liliputaner oder nach nach Brobdingnag, wo die Riesen leben, ist eine nette Geschichte (auch als Film), nur leider natürlich nicht realistisch. Die kleinen Liliputaner müßten permanent wie eine winzige Haselmaus futtern, um ihren Kreislauf aufrecht zu erhalten. Die Riesen würden unter ihren eigenen Gewicht zusammenbrechen, weil das Knochengewebe bei Vergrößerung zB auf den hundertfachen Querschnitt anwächst, aber unter dem tausendfachen Gewicht zerschmettert werden würde.

  • Servus Johannes!

    Na das habe schon verstanden was Du meinst! ^^ :D
    Viel wird es nicht sein , was ich zulegen kann.
    Aber wenn ich so ca. 40-45 Kilo auf die Wage bringe ist das glaub ich o.k.
    Den große Züge will ich ja nicht ziehen,so in der Größenordnung von Winfried´s Zugarnitur; die ich in Karlsruhe gesehen und mit der BR24 gezogen habe :thumbup: .
    Der erste Wagon für die Köf wird ein BTmms Wagon sein und zwar nach den Plänen von Chris konzipiert.
    Mann, im M 1:8 hat der schon eine ordentliche Länge !(LüP ca. 1500mm)
    Aber da passen halt Frau :love: und Kind :love: mit rauf. ^^
    Danach werd ich einen Pwg bauen, die Pläne sind in der Phase der Planskizzen.
    Ich werde wie schon angekündigt, auf alle Fälle Traktionsversuche machen!!
    Dazu nehme ich dann Wagon´s für den Publikumsverkehr her.
    Das ca. 40kg schon was her machen, habe auf you Tube gesehen, kleine 5" Simplex mit zwei Wagen dran und ab geht die Post!
    Selbst mit 4-5 Leuten noch drauf.(gell Johannes Du weißt ja wovon ich spreche!? ;) )
    Ich werd sehen wie ich weiter komme, momentan ist bei uns in der Firma ober volles Programm angesagt und da hab ich dann immer nur 1-2 Stunden nach Arbeitsschluss Zeit um mich um die Köf´li zu kümmern ;( .
    Will halt jeder ÖKO Strom haben!(Wasserkraft)

    Gruß
    Andreas

  • Endlich ist Er da!!!!!!

    Nachdem wieder zwei Monate vergangen ist, indem nichts passiert ist; kann ich vermelden : mein Traummotor ist angekommen!!!!! :D :D :D
    Man kennt ja das Problem, 2Takter oder 4Takter nehmen für die Lok.
    Da ja bekanntlicherweise in einer KöfII in M1:8 nicht viel Platz ist, habe ich mich für den kleinsten 4Takt Industriemotor den es gibt entschieden.
    Der Motor wird bei Subaru/Robin produziert und ist wirklich der kleinste seiner Art. Schliesslich hat dieser Motor nur sage und schreibe 24,5ccm!
    Und so einer kommt in die Köf !!
    Diesen Motor zu besorgen, war schon eine Herausforderung; denn so ohne weiteres bekommt man Ihn nicht.
    Der Motor wird von Subaru Europa vertrieben.
    In der Schweiz bin ich dann fündig geworden.Er kostet 300Euro, was gerade nicht billig ist ;aber was soll´s. :S
    Ich hab da ein paar Bilder zum ansehen beigefügt.
    Jetzt kann es endlich weitergehen!

    Gruß
    Andreas