Erfahrungen im Eigenbau von Dampfkessel

  • Hallo alle zusammen,

    ich habe mal ein paar Fragen bezüglich der aktuellen Vorschriften zum Bau eines Dampfkessel für eine Lok der 5 Zoll Spur.

    Ich habe gelesen, daß Kessel die weniger als 2 Liter Inhalt haben nicht vom TÜV geprüft werden müssen!

    Beziehen sich die 2 Liter auf den tätsächlichen Wasserinhalt oder auf die außere Form des Druckbehälter?
    Und macht es Sinn bei einem Eigenbau unter 2 Liter Inhalt nicht trotzdem jemanden aufzusuchen der mir,
    als gelernter Industriemechaniker bei der Planung gute Tipps geben kann?
    Wo müßte ich da suchen, bzw. wer kann mir da Tipps geben?

    Ich würde mich über Erfahrungsberichte eurer seits freuen!

    Gruß
    Sascha :)

  • Hallo Sascha

    Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen hier mein gut gemeinter Rat:

    Gehe zum Verein in deiner Nähe und frag die Leute, die das schon mal gemacht haben. Du wirst dort sicher jemanden finden, der dich tatkräftig mit seinen Erfahrungen unterstützt. Vor allem wird er dir zeigen können wie es fertig aussieht. Erst danach würde ich beurteilen, ob ich mich nach seinem Rat richte.

    Bei den Beiträgen hier im Forum ist immer die Schwierigkeit die Theoretiker (sehr zahlreich !!!) von den erfahrenen Schlossern (nur wenige) zu unterscheiden.
    Die guten Bastler verbringen ihre Zeit eher im Keller als vor dem PC........

    mfg

    Thomas

  • Hallo Thomas,

    "Die guten Bastler verbringen ihre Zeit eher im Keller als vor dem PC..."

    Ich verbringe meine Zeit auch im Keller und am PC :D

    Vielleicht findet sich ja doch noch jemand, der mir seine Erfahrungen hier kund tut,
    selbst wenn es ein großer Kessel mit allem Aufwand ist, der not tut.
    Es muß ja kein Roman sein, Stichworte würden mir ja genügen!

    Gruß und Dank
    Sascha :)

    P.S. In dem Bericht, den ich gelesen habe, wurde auch geschrieben, das man seine ganze Kesselplanung zum TÜV Prüfer schleppen sollte,
    und dieser dann vor Ort mal einen Blick darauf wirft, um Fehler festzustellen!

  • Hallo alle zusammen,

    hier der Verweis auf den Zeitungsartikel:

    Der Bericht "Richtlinien für Dampfkessel" steht in der Zeitschrift "Journal Dampf & Heißluft" von 1/2011 auf Seite 80.

    Gruß
    Sascha :)

  • Hallo Sascha

    So ein Kessel ist kein Hexenwerk aber auch nichts als erstes Modellbauprojekt. Die Fallstricke fangen schon bei der Materialauswahl an.
    Du brauchst zugelassene Materialien, die zertifiziert sind. Das ist zwar heute kein Problem mehr, du musst dich aber vor dem Kauf darum kümmern.

    Welche Materialien zum Kesselbau zugelassen sind, steht im Kesselhandbuch des DBC-D das allen Mitgliedern gegen einen kleinen Unkostenbeitrag zur Verfügung steht. Ein Abdruck hier ist nicht sinnvoll und sprengt auch den Rahmen.

    Einen Sachverständigen zu haben, der den Bau wohlwollend begleitet ist von Vorteil.
    Solltest du selbst schweissen wollen, ist eine vorherige Prüfung bei der IHK sinnvoll (kostet etwa 250 Euro). Diese Prüfung schafft jeder Depp, der keine zwei linken Hände hat und darf sich dann geprüfte Schweissfachkraft oder so ähnlich nennen. Diese Erlaubnis gilt dann zwei Jahre für das geprüfte Schweissverfahren und Material. In meinem Fall für unlegierte Stähle und WIG-Verfahren.

    Wenn die Teile aber vorgerichtet sind, ist der Schweissaufwand eines mittleren Stahlkessels mit ca vier Stunden aber gering. Dafür kann man auch mal einen Hunderter für einen erfahrenen Schlosser investieren, wenn deine Werkstatt voll ausgerüstet ist.

    Die meiste Arbeit ist sowieso die Anfertigung der ganzen Vorrichtungen, damit der fertige Kessel winklig und masshaltig wird und das anfasen und anpassen der Einzelteile.
    Das Schweissen ist am fertig vorbereiteten Material nur noch Fleissarbeit.

    Der Schrottplatz ist übrigens nicht die ideale Materialquelle für so ein Projekt....

    mfg

    Thomas

  • Hallo Thomas,

    danke für deine Ausführungen!

    Ich habe mir die Mühe gemacht, einmal hier im Forum zu stöbern,
    und habe festgestellt, daß es für den Einstieg wohl Sinn macht,
    mit einer Lokomotive zu beginnen für die es einen ordentlichen Plan gibt.
    Und ich habe immer wieder über die "Sweat Pea" gelesen!
    Der Kessel dieser Lok und die Lok selber sind ja relativ einfach aufgebaut,
    und ich habe mich auch schon mit Hinrich (24026) in Verbindung gesetzt.

    Mal schauen, was er mir noch erzählen kann.

    Und wenn es ein Kessel der Sweat Pea, oder ein kleiner Eigenbaukessel werden sollte,
    würde ich diesen sowieso Hartlöten, und nicht schweissen.

    Und daß das Material zugelassen sein muß, habe ich auch schon in Erfahrung gebracht,
    aber da werde ich dann wohl den Lieferant fragen müssen, bzw. mich mal beim DBC-D melden.

    Also habe ich schon eine Menge hier im Forum in Erfahrung bringen können :D

    Gruß und bis dann
    Sascha :)

  • Hallo Thomas,

    streng genommen darf man mit dem Schweißerschein keine Druckbehälter schweissen :thumbdown: . Wenn man also seinen Kessel von TÜV abnehmen lassen möchte muß der von einem geprüften Schweisser mit entsprechenten Behälterschein geschweisst sein. Solange man aber denn Kessel nicht verkaufen will ist das aber auch nicht nötig.

    Wenn man mal viel Zeit hat kann man die aktuellen Druckbehälterbestimmungen der EU durchlesen. Das sind nur ein paar hundert Seiten in leicht verständlichen Beamten- Technikersprech die sich jeden Laien sofort erschließen. :D

    Gruß,

    chris69

  • Um mal wieder ein bißchen Leben in die Bude zu bringen:

    - Wird hier nicht ein bißchen der Begriff "Druckbehälter" mit der Teilmenge derjenigen Behälter durcheinander geworfen, die unter bestimmte Kategorien der Druckbehälterrichtlinie fallen? (Betrifft: Material, Materailzeugnis ja/nein, Schweißvoraussetzungen)
    - Die Auflage, einen Nachweis über Schweißfähigkeiten zu haben, gab es meines Wissens noch nicht immer - hier stellt sich im Zweifelsfall auch die Frage der Beweislage...

    Denn mal los... ;)

    Wie heist jemanndt mitt ein Stöckchen in Popöchen? "Darm-Pflock-Führer"!

    ValveGear Constructor - Dampflokomotivgestänge halbautomatisch auslegen lassen und/oder auf weitere Zielwerte optimieren - in Sekunden, nicht in Tagen!

    Niederstrasser, "Leitfaden für den Dampflokomotivdienst" - Download
    Garbe, "Die zeitgemässe Heissdampflokomotive" - Download
    "Theoretisches Lehrbuch des Lokomotivbaues" - Download

  • Hallo alle zusammen,

    ich möchte hier ja nicht als Spaßbremse und Oberlehrer da stehen,
    aber ich möchte gerne Erfahrungen aus der Praxis haben!
    Und keine theoretischen Abhandlungen über bestehende Vorschriften!
    Die habe ich in anderen Beiträgen zu Hauf gefunden!

    Sprich wenn jemand in letzter Zeit eine Kessel gebaut oder in Auftrag gegeben hat,
    würde ich mich über eine Beschreibung des Ablauf freuen.

    Wenn nichts kommt, werde ich wohl dann selber Erfahrungen sammeln :D

    Gruß und bis dann
    Sascha :)

    P.S. Und in die Situation das jemals eine "Beweislage" entsteht möchte ich nicht kommen.

  • Hallo Chris

    Meine Weisheiten in dieser Materie stammen von einem mir bekannten Ingenieur des TÜV-Süd, der in der Industrie Druckbehälter und Kessel prüft.

    Der hat auch über meine bisherigen Projekte gewacht und sie mehr oder weniger wohlwollend Kommentiert.
    Der Schweisserschein ist für die Abnahme nach seiner Aussage keine Voraussetzung, wenn er die Ausführung abnickt, dann ist es ok. Dabei hat er dann natürlich auch den schwarzen Peter, wenn was passiert. Deswegen ist der Nachweis der Schweissbefähigung nur zur Beruhigung des Prüfers da.
    Aber: wo kein Prüfer, ..........
    Es geht doch beim Kesselbau immer darum, wer die Verantwortung übernimmt!!!!!

    Eine TÜV- Prüfung kann uns nicht aus dieser Verantwortung entlassen!!!!

    mfg

    Thomas

  • Hallo Thomas,

    "Eine TÜV- Prüfung kann uns nicht aus dieser Verantwortung entlassen!!!!"

    Aber eine TÜV- Prüfung kann bei einem Schaden meine Versicherung dazu bewegen diesen zu übernehmen,
    oder bin ich ich da auf dem Holzweg????

    Gruß
    Sascha :)

  • Servus Leute,

    was hier geschrieben wurde, ist schon im wesentlichen richtig.
    Aber sollten wir nicht black.man praktisch helfen?
    Wenn Er eventuell einen Kessel bauen will, so braucht Er konstruktiven Ratschlag!
    Sicher, Vorschriften die den Kesselbau betreffen müssen beachtet werden aber schliesslich ist Er ja volljährig ;) .
    Gerne bin ich bereit, einen Kessel zu konzipieren; der den Normen entspricht.

    Gruß Andreas

  • Hallo,

    Schweißschein hin, Prüfer her....

    Mein Tipp: Man besorgt sich Zeichnungen eines in der Praxis bewährden Kessels, der möglichs ohne große Änderungen an die eigene Lok angepasst werden kann, und baut ihn nach. Man muß ja das Rad nicht ein zweitsmal erfinden.

    Gruß,

    chris69

  • Hallo Andreas, Hallo Chris69,

    Danke für eure Überlegungen und Angebote :D

    Aber bevor ich jetzt loslege mit einem Eigenbau nach welcher Zeichnung auch immer,
    macht es glaube ich Sinn einen Prüfer zu finden, der dann auch einen Kessel prüfen kann und darf!

    Gruß und bis dann
    Sascha :)

  • So ist das....

    Meine Lok war mit dem von mir selbst gebauten Stahlkessel inklusive teilweise selbst gebauten Armaturen als "Gastlok" bei einem mir bekannten TÜV - Sachverständigen des TÜV-Süd für Industriekessel bei seinem Feldbahnfest vor der Haustüre unterwegs. Ich glaube nicht, das ich die Lok auf dem Hof nur einen Meter unter Dampf bewegt hätte, wenn der Hausherr nur geringste Zweifel an der baulichen Ausführung des Kessels gehabt hätte.

    Das Gegenteil war der Fall: Ein großes Lob für saubere Arbeit.

    Es folgte danach noch ein Folge-Fahrtag im Kinderkrankenhaus.

    Modellkessel her zu stellen, ist ein Thema für sich. Den Tüv interessiert unsere kleinen Kessel eigendlich nicht - hier ist der Hersteller verantwortlich. Und die Nachweisführung über die Materialwahl und Schweißerzeugnisse sind ebenfals unrelevant, solange der Kessel nicht kommerziell verkauft wird. Was ich persönlich interessant fand, ist die Aussage, das die Mehrheit der im "Umlauf" befindlichen Modellkessel wesentlich ordendlicher gebaut seien, als manche industrielle Behälter. Das liegt wohl auch daran, das Zeit für den Bau eines Modellkessels in privater Arbeit keine Kosten verursacht... (Soll heißen, das die Mehrzahl der Modellbauer versucht, möglichst ordendlich zu arbeiten, das es möglichst lange hält).

    Wenn man sich also an die Behälterrichtlinien hält und geübter Schweißer ist, dann kann man mit notwendiger Fachkenntnis einen Kessel selber
    bauen und das legal.

    Gruß Matthias

    Der Antrieb ist der Urtrieb des Menschen -
    Das Spiel mit dem Feuer !

  • Hi Sascha !

    Da hat der Chris aber voll in´s schwarze getroffen!!
    Was die Prüfung des Kessel anbetrifft, so kannst Du einen Prüfer bemühen; mußt Du aber nicht!
    Für die eigentliche Prüfung gibt es bestimmte Vorgehensweisen und wenn die eingehalten werden; gibt es keine Probleme!
    Ich selbst habe auch schon Kessel gefertigt (Kupfer/Stahl) und habe diese dann auch selbst geprüft.
    Sicher, auf Grund meiner Tätigkeit geht der TÜV Innsbruck in der Firma ein und aus.
    Bei meinem ersten Kessel, schaute der Prüfer meine Vorgehensweise an und sagte wörtlich: " Dreifacher Kesseldruck und alles dicht? Na alle Achtung, beim ersten Kessel! Was brauchst Du eigentlich meine Prüfung?!"
    Das war ein Kupferkessel für meine erste "große" Maschine (Lokomobil).
    Also frisch an´s Werk, nur keine Scheu!!! ;)
    Immer schön fragen.
    Ich hab mal ein paar Bilder meiner ersten Löterrei beigefügt und es ist wohl ersichtlich warum der Kessel so viel Prüfdruck standgehalten hat!(5mm Blechstärken ^^ ^^ )
    Gruß
    Andreas

  • Hallo Sascha,

    Zum Thema "Kessel mit Zertifikat" habe ich mal von einem Museumsbahner gehört, welcher auch Dampfbahnbegeistert ist
    und beruflich einst mit Kraftwerkskesseln zu tun hatte, dass es bei unseren Kleinstkesseln ausreicht, wenn man
    sich 2-3 Leute sucht, die z.B. geprüfte Kesselwärter sind (Kesselwärterprüfung muß z.B. jeder Dampflokführer haben,
    aber auch Heizer, die eine Dampflok selbstständig anheizen) oder sonst irgendwie Erfahrung mit Dampfkesseln nachweisen
    können und wissen, um was es bei einer solchen Prüfung geht (also nicht gerade die liebe Oma, die alles toll findet, was Enkelchen
    so macht :D ).
    Diese Leute "bezeugen" mit ihrer Unterschrift auf diesem sog. Zertifikat, dass der Kessel in einem sicheren Zustand sich befindet
    und dem Prüfdruck stand gehalten hat.

    Ein anderer Weg sind z.B. Firmen wie die Malowa ( http://www.malowa-bahnwerkstatt.de/index.html ) bei Helbra.
    Als ich vor einigen Jahren einige auf dem Hof abgestellte Fahrzeuge vermessen wollte, habe ich nat. beim Chef um
    Erlaubnis gebeten, die ich auch bekam und er machte einen sehr aufgeschlossenen Eindruck.
    Wenn man dort einfach seine Beweggründe anspricht, dass man zugelassenes Material benötigt, die selbst gefeilten Bauteile
    dort zusammenschweißen lassen möchte und den Kessel geprüft haben möchte, vielleicht gibt es ja ein Angebot, was die
    Hobbykasse nicht zu sehr belastet.

    Was auch denkbar währe sind Vereine, die an ihren Dampfloks selbst die Hauptuntersuchung allein durchführen, denn
    auch diese Vereine haben oft Mitglieder mit entsprechenden Schweißlizenzen.
    In deiner Nähe fällt mir da z.B. der DEV ein (http://www.museumseisenbahn.de/index.htm.
    Man sollte auch bedenken, dass derjenige, der dir den Kessel zusammenschweißt und prüft mindestens einen Samstag
    brauchen wird, da sollte man mit einer entsprechenden Spende in die Vereinskasse reagieren, man soll hier zwar keine
    Preise nennen, aber ich würde mind. 200 Euronen für geben.

    Allerdings würde ich an deiner Stelle erst mal mit dem anfangen, was du alleine realisieren kannst, z.B. Fahrwerk,
    Führerhaus, Rauchkammer, Tender,...
    Es ist immer besser wenn man bei solchen Leuten vorspricht, dass man z.B. Fotos der fast fertigen Lok vorweisen kann
    und einem nur noch der "verdammte Kessel" fehlt ;)

    MfG Dirk

    M.A. Verick:
    Die gefährlichsten Massenvernichtungswaffen sind die Massenmedien. Denn sie zerstören den Geist, die Kreativität und den Mut der Menschen, und ersetzen diese mit Angst, Misstrauen, Schuld und Selbstzweifel.

  • Hallo

    Das Problem bei der Übernahme eines bestehenden Designs, egal wie angeblich bewährt oder nicht, ist, das der Ursprung solcher Zeichnungen oft bis zu 50 Jahre alt ist.
    Das bedeutet, das die Erfahrungen der letzten Jahre nicht mit eingeflossen sind.
    Das zweite Problem ist, das oft Designs von Kupferkesseln in Stahl umgezeichnet werden, ohne auf das andere Material Rücksicht zu nehmen.
    Das dritte Problem sind Zeichner, die tolle Entwürfe abliefern, die sie aber nie selbst gebaut haben. Hier ist besonders der Herr Wittmann sehr fleissig gewesen.
    Da ich bisher nur Stahlkessel gebaut habe, hier ein paar Tips, auf die der vorliegende Bauplan untersucht werden sollte.
    Das gilt für Kupferkessel nur mit Einschränkungen, die Hinweise sind nicht entsprechend ihrer Wichtigkeit geordnet.

    1. Die Breite des Wasserraums sollte nirgendwo 15mm unterschreiten und sich nach oben hin erweitern.

    2. Die Feldteilung der Stehbolzen darf bei 5mm Wandstärke 50mm betragen.

    3. Die Stehbolzen sollten dann min 8mm stark sein.

    4. Der Rost muss sich nach hinten leicht entnehmen lassen. Auch wenn er rotglühend ist und sich erheblich verformt hat. Dazu muss er mindestens 8mm stark sein. Den Raum dafür bei der Kesselplanung mit vorsehen. Ein Seitenspiel von 4mm und Höhenspiel von 3mm ist mindestens notwendig.

    5. wenn der Raum hinter dem Kessel die freie Entnahme des Rostes behindert, hilft eventuell ihn zu teilen.

    6. Die Feuerbüchse braucht Deckenanker, die mit der Kesseloberseite verbunden sind. Designs bei denen der Bodenring alleine allen Druck der auf die Feuerbüchse wirkt aufnimmt lehne ich ab.

    7. Ausreichend grosse Waschluken vorsehen. M10 ist viel zu klein, da sieht man gar nichts. M16 ist gut.

    8. Eingewalzte Rauchrohre benötigen dicke Rohrwände, min 12, besser 15mm stark.

    9. Investiert in eine kommerzielle Rohrwalze zu Einwalzen der Rohre (egal ob Stahl, Edelstahl oder Kupfer). Die gibt es bei Schlechtriem für unter 100 Euro und spart viel Kummer. Eingeschweisste Rohre machen eine Kesselrevision unmöglich und verringern die Lebensdauer ohne Grund. (an sich sieht man so etwas nur bei kommerziellen Kessel und die Hersteller haben natürlich einen Grund für diese Methode.)

    10. Die Bohrungen für die Rauchrohre in der Rauchkammerrohrwand müssen 10% grösser sein als in der Feuerbüchsrohrwand.

    11. Diese Bohrungen müssen gebohrt sein! Also weder gerieben noch gelasert! Die zirkuläre Rauhigkeit dient der Verankerung der Rohre.

    12. Kontolliert eure Zeichnung dreimal ob die Reglerwelle hineinpasst, waagercht liegt, und sich auch drehen lässt, ohne mit den Rauchrohren zu kollidieren. Besonders die Exzenter am Ende der Welle beachten!

    13. Vergesst alle Reglerkonstruktionen bekannter Konstrukteure und verwendet kleine Kugelhähne aus VA als Regler. Dabei reicht ein freier Durchlass von 5mm für Zylinder bis 45mm Durchmesser, darüber nicht mehr als 7mm.

    14. Flachdichtungen haben am Kessel nichts zu suchen. Es gibt bereits seit vielen Jahrzehnten O-Ringe, die jederzeit wieder montierbar sind.

    15. Gewinde am Kessel mit Teflonband abdichten, das verhindert Kontaktkorrosion und ist auch noch nach Jahrzehnten demontierbar.

    16. Der Prüfdruck darf den höchstzulässigen Kesseldruck nicht um mehr als 50% überschreiten!!!! Zwei oder dreifache Kesseldrücke zur Prüfung sind Unfug und richten mehr Schaden an, als Nutzen. Das gilt in ganz besonderem Masse für Kupferkessel!!!


    für weitere Ergänzungen bin ich jederzeit offen

    mfg

    Thomas

  • Hallo Thomas,

    danke für die Ausführungen.
    Es läßt sich sicher nicht alles auf einen kleinen 5"-Kessel anwenden (z.b: die M16er Waschluken) aber im Grunde sind es wichtige Details die man beachten sollte.
    Ich lasse mir den Kessel für meine Shay aus Kupfer bauen und werde zumindest die Hinweise mit den Dichtungen übernehmen und vermutlich auch die mit dem Regler. Zwar wäre ein vorbildlicher Schieberregel schöner, aber in Sachen der Betriebssicherheit bin ich mir da nicht so sicher =)

    Grüße, Gerd