Erfahrungen im Eigenbau von Dampfkessel

  • Hallo

    Habe ich oben vergessen:

    17. Dampfentnahme für Pfeife, Injektor, Sicherheitsventile usw. immer und an der höchsten Stelle. Das bedeutet unmittelbar unter der Decke des höchsten Domes. Dabei möglichst weit vorn vor der Feuerbüchse um den Weg für mitgerissenes Wasser von aufsteigenden Siedeblasen zu verlängern.
    Wenn im Original Flansche für derartige Ventile über der Feuerbüchse angeordnet sind, so ist im Kessel eine Leitung vorzusehen, die von dort nach vorn unter die Decke des Doms reicht.

    Mein Injektor funktioniert erst, seit dem ich (unter grossen Mühen) diese Leitung nachgerüstet habe.

    Wenn mir noch was einfällt, gibt es noch einen Nachtrag.

    mfg

    Thomas

  • Hallo alle zusammen,

    hier erstmal ein großes Dankeschön an alle die sich hier an diesem Thread beteiligen 8)
    Jetzt sind ja schon einige Erfahrungen zusammen gekommen!
    Hoffentlich kommen noch ein paar dazu.

    Gruß
    Sascha :)

  • Hi Thomas!

    Kaltdruckproben werden an Behältern wie unseren immer (!) mit 2fachen Betriebsdruck durchgeführt!!
    Das bei meinem ersten Kessel der dreifache Druck anstand, war meine Unaufmerksamkeit; ich habe vergessen die Prüfpumpe
    rechtzeitig auszuschalten :huh: :whistling: !
    Aber ansonsten stimme ich Dir bei den anderen Punkten voll überein!!! :thumbup: .

    Gruß
    Andreas

  • Hallo Andreas

    Lt. Aussage des mich beratenden TÜV-Ingenieurs ist eine Überschreitung des 1,5Fachen Kesseldrucks nicht nur unerlaubt, sondern sogar schädlich für den Kessel, da das Risiko bleibender Verformung besteht, die sämtliche Berechnungen hinfällig und damit den Kessel unbrauchbar macht.

    Der TÜV hier prüft mit 1,25Fachem Betriebsdruck und einem Zuschlag von bis zu 15%, der aber variabel ist und mit dem Kesselvolumen abnimmt.

    mfg

    Thomas

  • Hi Thomas!

    Wir müssen bei uns schon solche Drücke nehmen , weils der Kunde so verlangt.
    Bei unseren Peltonturbinen, haben wir bis zu 1200m Fallhöhe hier im Gebirge (120bar)
    Also müssen wir unsere Anlagen mit 240 -300 bar(!) prüfen, wegen des Druckstosses beim schließen der Kugelschieber(600-800er Größe!!!)
    Wir haben zwar Wasserschlösser die so was auffangen, aber Vorschrift ist Vorschrift.

    :pinch: :pinch: :pinch: :pinch: :pinch: :pinch: :pinch: :pinch: Oh man; beim lesen viel mir gerade auf: wir meinen eigentlich das selbe!!!!!! :whistling: :whistling:
    Du sagst : 1,5 facher Druck
    Richtig, bei 10 bar sind das 25 bar
    Bin schon total verkopft!! :wacko:
    Sorry Thomas

  • Hallo Dampfbahner,
    was für die Prüfung von Kupferkesseln ganz wichtig ist, den Druck langsam steigern bis zum Prüfhöchstdruck. Geht der Druckanstieg zu schnell von statten verformt es den noch durch die Bearbeitung weichen Kessel. Kupferkessel werden erst nach mehrmaligem Gebrauch wieder richtig hart. Kupfer darf über 5mm nicht mehr hart gelötet werden.
    Die Überlappung für die Lötflächen müssen großzügig ausgelgt sein, nur so bekommt man eine ausreichende Fetigkeit.
    Für den richtigen Lötspalt kann man mit Körnerpunkten arbeiten. Alle Teile vor dem zusammenbau mit Lötpaste einstreichen.
    Die Materialstärke für die Böden (Stahlkessel) darf ruhig 16mm betragen 12 - 14 mm kann nur der Notfall sein.
    Ansonsten habe meine Vorschreiber schon das wichtigste geschrieben.

    Grüße
    Wolfgang

    † 2017

  • Kleiner Zusatz zu den Worten von Wolfgang:

    Das RICHTIGE Kupfermaterial nehmen.

    KEINESFALLS E-Cu58 oder E-Cu57 nehmen, welches beim Lötvorgang zu Wasserstoff-Versprödung führt !

    Besonders bei den dicken Stangen des Bodenringes nicht den Fehler machen, dicke Cu-Stangen aus der Elektrobranche zu nehmen !

    Das Elektro-Kupfer enthält noch kleine Spuren von Cu2O, die mit dem Brenngas beim Löten reagieren. Dabei wird Wasserdampf gebildet, der das Gefüge kaputt macht.

    Material für jeden Kessel kommt aus dem Fachhandel und nicht vom Schrottplatz !

    Das Material der Wahl ist SF-Cu (2.0090), Cu-DHP

    Dies ist eine sauerstofffreie Kupferart mit 99,9% Cu-Gehalt. Zum Schweißen und Hartlöten gut geeignet.
    Das Material ist wasserstoffbeständig. Bleche sind gut kaltverformbar.

  • Habe mit großem Interesse die Ausführungen von " Thomas " zur Frage " Black man " s bezüglich Kesselbau gelesen und stimme seinen Ausführungen voll und ganz zu. Einfache Frage - klare Antwort Dieses Wenn und Aber vieler " Fachleute " verunsichern mehr und die Verweise auf andere Seiten sind auch nicht das Gelbe vom Ei. Anlässlich der Messe in Köln vor einigen Jahren hat mir Thomas durch seine einfachen Antworten und Tipps die Motivation wiedergegeben welche zum Weiterbau meiner BR 70 nach Wittmann Plan führte. Mein Selbstbaukessel tropfte auch bei 18 bar nicht und meine Maschine läuft. Hiermit will ich niemandem ins Gewissen reden oder Belehren, sondern den Neulingen Selbstvertrauen,Freude und den gesunden Menschenverstand mit auf den Weg geben. Bitte füllt d i e s e s Forum mit Leben, Antwortet auf die HIER gestellten Fragen und macht keinen elitären Plauderkreis daraus !!! Dankeschön