Löcher in Lorenrädern .. Warum?!?

    • Offizieller Beitrag

    Hallo alle zusammen,

    als ich gestern Abend die 16 Lorenachsen für die Kastenkipper gemacht habe, habe ich mich gefragt warum die typischen Lorenräder eigentlich diese Löcher haben? Hängt es irgendwie mit Materialersparnis zusammen? Ich weiß es nicht.....

    Kann mir jemand diese Frage beantworten?

    lg Jonas

  • Hallo Jonas!

    Ich würde mal sagen das die Locher nichts mit Materialersparnis zu tun haben, denke mal das diese ein Gewichtersparnis bewirken, wenn man Gewicht einspart ohne die gesamte Stabilität des Rades zu beeinflussen, sinkt das Eigengewicht der Lore, dadurch erhält man mehr Nutzlast.

    Ist die für mich logischste Erklärung dafür, aus Designtechnischen gründen kann ich mir auch nicht Vorstellen.

    MFG Michael

  • Hallo Jonas

    Die Löcher sind zum kontrollieren ob die Achsen noch gut laufen , Feldbahnen fahren duch die Wiese und Matsch da kommt es schon mal vor das sich Äste und Zweige aufwickeln und die Achsen blockieren .

    Gruß Ralph

    Hauptsache mit Dampf

  • Mahlzeit Ralph,

    auf welche Quelle stützt sich deine These?

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo Jonas,

    ich denke, das die Löcher die Zugänglichkeit der Lagerschmierstellen bei innenliegenden Lagerböcken ermöglichen. Hat auch sicher was mit "Materialersparnis" zu tun.

    Feldbahnteile wie Räder waren einmal Massenware, die man an verschiedenen Wagentypen eingebaut hat. Da man in der Frühzeit der Industriealisierung wartungsfreie und dauerbeschmierte Kugellager noch nicht kannte, war das Gleitlager mit der damit verbundenen regelmäsigen Schmierung mit der Ölkanne notwendig. Nun, wie soll man an ein Lager mit der Ölkanne hinkommen, wenn es innen liegt, wie z.B. an deinen Holzkastenkippern ?

    Daher waren die Löcher also eher für die Wartung der Wagenlager notwendig. Man hat später natürlich solche Räder auch an rollengelagerten Wagen mit außenliegenden Lagerböcken verwendet. Bei der Eisenbahn galt lange der Grundsatz, bewährte Konstruktionen weiterhin zu verwenden, da durch Massenproduktion der Herstellungspreis fällt, was bei Feldbahn ein wirtschaftlicher Vorteil darstellte (Feldbahnen waren die "Transportinstrumente der Frühzeit", heute kauft sich ein Unternehmer einen LKW).

    Gruß Matthias

    Der Antrieb ist der Urtrieb des Menschen -
    Das Spiel mit dem Feuer !

  • Durchschauen - und das bei so offenen Fahrzegen wie Loren... aber schön daß man mal was dazu gesagt hat gell... naja koscht ja nix. Vielleicht waren die Löcher auch für die Steckbremse gedacht... :D:D:D

    Wenn die Löcher nicht da wären und der Wulst darum auch nicht, wäre das Gewicht wohl nahezu das selbe. Daran liegt es sicher nicht.

    Gußteile wurden früher sehr oft nicht allein auf die theoretisch festest mögliche Struktur hin ausgelegt, sondern enthielten geschwungene Elemente, vermutlich um Gußspannungen zu reduzieren (z.B. bei den gegossenen Rahmen, die das Schwingenlager tragen) oder eine höhere Energieaufnahme bei stoßartigen Belastungen zu ermöglichen.

    Die Löcher machen das Lorenrad von seiner Struktur her tendenziell zu einem Speichenrad. Ohne den Wulst wären die Löcher eine mögliche Sollbruchstelle.
    Ein Speichenrad ist elastischer und schützt damit das Achslager besser vor Stößen. Bei ungefederten Achsen kann sich das vermutlich schon bei den niedrigen Feldbahngeschwindigkeiten positiv bemerkbar machen.
    Irgendwo war mal zu lesen, daß an (vermutlich schnelleren) Normalspurloks mal Versuche mit Boxpokrädern statt Speichenrädern gemacht wurden, die aber zur Zerstörung der Achslager führten. Außer der höheren Steifigkeit der Räder war wohl keine andere Ursache erkennbar.

    Wie heist jemanndt mitt ein Stöckchen in Popöchen? "Darm-Pflock-Führer"!

    ValveGear Constructor - Dampflokomotivgestänge halbautomatisch auslegen lassen und/oder auf weitere Zielwerte optimieren - in Sekunden, nicht in Tagen!

    Niederstrasser, "Leitfaden für den Dampflokomotivdienst" - Download
    Garbe, "Die zeitgemässe Heissdampflokomotive" - Download
    "Theoretisches Lehrbuch des Lokomotivbaues" - Download

  • Wobei diese Erfahrungen vermutlich die 01.5 Boxpok der Deutschen Reichsbahn waren.

    Die Boxpok-Maschinen in den USA sind eigentlich relativ lange problemlos im Einsatz gewesen, während die DR Ost damit ihre Probleme hatte.
    Kann aber auch am Material oder nicht 100% Konstruktion der Lokräder gelegen haben.

    Hubert The Goose

  • EXAKT auch meine Meinung:

    Wobei diese Erfahrungen vermutlich die 01.5 Boxpok der Deutschen Reichsbahn waren.

    Die Boxpok-Maschinen in den USA sind eigentlich relativ lange problemlos im Einsatz gewesen, während die DR Ost damit ihre Probleme hatte.
    Kann aber auch am Material oder nicht 100% Konstruktion der Lokräder gelegen haben.

    Zwar weiß ich nicht, warum genau sich die "Scheiben-Räder" der 01.5 nicht bewährt haben - daß es allerdings so war, habe auch ich gehört/gelesen;
    ABER ebenso eindeutig haben sich die Boxpok-Räder in den U.S.A. durchgesetzt - waren jedenfalls weit verbreitet.

    Den Rest der "Argumentations-Linie" bezüglich "Löcher in Lores Rad" ;) - vonwegen Elastizität & so ... - kann ich durchaus nachvollziehen ... .

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

  • Die Gießerei soll gemorkst haben, wird zumindest in diesem Video gesagt: Mit der 01.5 zum Eisernen Vorhang,
    welches ich sehr empfehlen kann.
    Zumindest sind einige Loks noch relativ lange mit den "Scheibenrädern" unterwegs gewesen, was wohl daran lag,
    dass man aus allen vorhandenen Radsätzen sich gutlaufende Sätze zusammengestellt hat, die dann
    unter den letzten BoxBok-Maschinen liefen.
    Am Ende bekamen alle verstärkte Speichenräder.

    Dirk

    M.A. Verick:
    Die gefährlichsten Massenvernichtungswaffen sind die Massenmedien. Denn sie zerstören den Geist, die Kreativität und den Mut der Menschen, und ersetzen diese mit Angst, Misstrauen, Schuld und Selbstzweifel.