Muldenkippwagen Ommi 51 F-z 120

  • Durch Zufall habe ich vor einiger Zeit Original Zeichnungen
    für einen Muldenkippwagen Ommi 51 F-z 120 bekommen. Ich habe ja schon ich denn
    Vergangenen Jahren einige Güterwagen gezeichnet und auch mal ins Forum
    gestellt. Der Muldenkippwagen ist aber doch ein interessantes Objekt über das
    es sich zu berichten lohnt. Der Original Zeichnungssatz war so umfangreich
    das es doch noch gut ein Jahr dauerte bis ich einen kompletten Zeichnungssatz in
    5“ gezeichnet habe. Das schöne an diesem Wagon ist das er ziemlich offen ist
    und man auch die Bremsanlage gut sehen kann. Was ein wenig kniffelig war ist
    die Mechanik zum kippen der einzelnen Mulden. Ich wollte unbedingt das diese
    Mechanik auch funktioniert.
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    Nach dem die Pläne nun fertig sind habe ich gleich alle
    Teile bei denen es Sinn macht aus Lasern lassen. Die meisten Teile sind für die
    Mulden und die Kippmechanik.
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    Mit dem Rahmen haben wir dann angefangen. Die umlaufenden
    C-Profile sowie die Pufferbohle des Rahmens sind aus Stahlprofil zusammengeschweißt.
    Das C-Profil kann man auch aus Blech kanten oder ein Passendes Q-Rohr längst
    aufschneiden. So erhält man einen steifen und robusten Rahmen, der sich auch
    bei den nachfolgenden arbeiten nicht mehr verzieht. Die Aufwendige innere
    Verrippung ist aus Messingprofilen hart-gelötet. Das Löten hat den Vorteil,
    dass sehr feine Nähte gezogen werden können.
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  • Hallo Thorsten,

    habe den Wagen ja schon in Karlsruhe beim EDHT bewundern und fotografieren dürfen. Das ist wahrlich ein nicht alltägliches und tolles Modell, und ich warte schon sehnsüchtig auf weitere Bilder vom Baufortschritt. Die Mechanik hat es allerdings schon in sich, aber du hast das bei der ersten Mulde, welche schon fertig war, gut hin bekommen. Mach bitte so weiter.

    Gruß
    Erich

  • Hallo Erich ja in Karsruhe hatten Wir denn Wagon schon dabei. Vom 18.4 bis 22.4 ist die Intermodellbau in Dortmund dort werden wir denn Muldenkippwagen die BR 64 und noch irgend einen Wagong auf dem Stand der Echtampfeisenbahn ausstellen. Auf der Messe in Dortmund sind Dampfmachinen und 5" Eisenbahn zwar nur eine Randerscheinung aber es liegt fast vor der Tür für uns.
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    Zu der Fertigung von Rad, Achse und Lagerung ist hir schon
    viel geschrieben worden. Dennoch will ich noch mal kurz erläutern wie Wir es
    gemacht haben. Das Rad (Radkörper und Radkranz) sind aus dem Vollen in
    VA-Ausfertigung gedreht, die Bohrung für die Achse ist mit d 14 H7 toleriert.
    Die Achsen sind ebenfalls aus VA gefertigt und erhalten einen Presssitz, der
    mit d 14 m6 toleriert ist. Rad und Achse werden kalt miteinander verpresst. Für
    eine Wagenachse ist der Presssitz völlig ausreichend.Die Herstellung der
    Achslagergehäuse war schon immer ein immenser Fertigungsaufwand. Aber da wir
    unsere Wagons immer mit standardisierten Industriekugellagern bestücken, kommen
    wir um die selbst gebauten Achslagergehäuse nicht herum. Die Achslagergehäuse
    der bekannten Händler sind fast immer mit Gleitlagerbuchsen bestückt und bieten
    keine akzeptable Alternative zu unseren Achslagergehäusen. Für unsere Ersten
    Wagons haben wir die Lagergehäuse noch aus dem Vollen gefräst. Jetzt habe ich
    aber eine Gießerei ausfindig gemacht die auch kleine mengen für uns Modellbauer
    zu einem Akzeptablen preis anbietet. Ich habe ein Modell des Lagergehäuses
    speziell zu abgießen gefertigt und an die Gießerei geschickt. Die Gießerei kann
    mir nun von meinem Mastermodell beliebig viele Abgüsse in Messing fertigen. Bei
    dem gegossenen Gehäuse muß nur noch der Lagersitz ausgedreht werden und die
    markierten Bohrungen für die Befestigungsschrauben des Deckels gebohrt sowie
    das M2 Gewinde geschnitten werden. Anschließend wird noch die Spannaufnahme für
    das Futter der Drehbank abgestochen. Der Achslagergehäusedeckel hat die
    Aufgabe, die beiden Kugellager vorzuspannen, so dass sie im Betrieb nicht mehr
    verrutschen können. Beim Deckel werden die Funktionsflächen abgedreht und auf
    das Gehäuse mit Lagern angepasst. Zum Schluss wird noch der Spannzapfen, durch
    den der Deckel für die Bearbeitung im Spannfutter gehalten wurde, so
    abgestochen, dass noch 1 mm stehen bleibt.
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    Die Blattfederung ist vollfunktionstüchtig ausgeführt. Die einzelnen Federblätter haben wir als
    Meterware bezogen. Um die Federblätter nach dem Zuschnitt zu härten werden diese mit
    einem Gasbrenner so lange erwärmt, bis sie kirschrot leuchten und im Altöl vom
    letzten Motorölwechsel gehärtet.
    Und fertig ist das Federpaket.

  • Hallo Dominik das ist
    ja schön zu sehen, das auch andere an so einen aufwendigen Wagon bauen. Im
    Gegensatz zu dir haben wir das Tragwerk aus Stahl Profielen zusammen gebaut und
    die feineren Verrippungen aus Messing Profielen weich gelötet.
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    Das Schwierigste beim Aufbau des Tragwerkes waren die
    diagonal im Raum stehenden Ständerwerke. Um die einzelnen Profile im richtigen
    Winkel zueinander im Tragwerk verlöten zu können, haben wir uns Schablonen aus
    dünnem Blech geschnitten.
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    Die Bleche haben die Profile beim Verlöten auf Ihrer
    Position gehalten. Das ganze Tragwerk ist mit dem Rahmen nur verschraubt. Dies
    erleichtert nachfolgende Arbeiten, da man die Teile nachher noch einmal lösen
    kann.
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  • Also wer viel Spaß ein kleinen Fummel Teilchen hat der
    bekommt jetzt seine wahre Freude.
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    Die eigentlichen fünf Mulden des Wagons werden später auf 4
    mittlere und 2 stirnseitige Ablaufbahnen aufgelegt. Die einzelnen Ablaufbahnen
    werden zwischen das schon aufgebaute Tragwerk gebaut. Das ganze System muß auch
    zu einander ausgerichtet werden, da sonst die einzelnen Mulden nicht sauber
    abrollen. Da das ganze eine ziemlich fummelige Angelegenheit ist haben wir jede
    Ablaufbahnen separat auf einer Montagehilfe zusammengebaut und anschließend auf
    denn Rahmen geschraubt. Mittig auf der Ablaufbahn ist ein kleiner Dorn
    aufgesetzt in dem die Mulde zentriert ist wenn sie aufrecht steht. Die Ablauf
    bahn hat je Seite drei Langlöcher. Die Mulde besitzt je Seite drei Zähne, die
    sich während des Kippvorgangs, beim Abrollen der Mulde auf der Ablaufbahn, in
    die Langlöcher eintauchen und so die Mulde führen.
    Zwischen denn Ablaufbahnen befindet sich die Verriegelung jeder Mulde. Eine Zapfen taucht in eine Bohrung
    an der Seitenwand der Mulde ein und hält sie so in aufrechter Position. Zum
    Endriegeln wird nun der Hebel nach rechts oder Links geschoben. Der Zapfen
    fährt zurück und rastet ein. Wenn die Mulde dann irgendwann zurück kippt wird
    automatisch die Verrastung gelöst und der Zapfen fährt wieder aus.
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    Die Mulden lassen sich ganz oder teilweise entladen und
    werden durch die Fangeinrichtung in der Kippstellung gehalten. Nach dem
    Ausklinken der Verriegelung rollt dann die Entleerte Mulde in die
    Normalstellung zurück.
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    Um das Spezielle Profil der Fangeinrichtung zu erhalten
    haben wir uns einen einfachen Stempel gebaut.

  • Hallo Thorsten,

    dieser Wagen faszinierte mich schon als Jugendlicher. Damals wohnten wir direkt am Güterbahnhof, da gab es ihn öfter mal in 1:1 zu sehen. Aber selbst als Märklin-Modell blieb er ein Traum...

    Bereits in Karlsruhe stand ich beeindruckt vor Euerer Baustelle. Ich bemühe mich ja auch um einen möglichst vorbildnahen Modellbau.
    Aber diese Eurere Detailtreue und das Ganze noch eine Nummer kleiner als bei mir....
    Euch gebührt mein ganzer Respekt!!

    Viele Grüße, weiter so!
    Winfried

    Ich fahre auf Spur 7 (Regelspur) oder auf Spur 5 mit der Feld- und Waldbahn

  • Erst einmal möchte ich mich bedanken für das rege Interesse
    an diesem Beitrag und auch dem Zuspruch zu diesem Projekt.

    Bevor ich noch was zu denn Aufbauten schreibe will ich mich
    noch ein mal kurz zur Bremsanlage äußern. Auch zu diesem Thema ist hier schon
    viel geschrieben worden. Wir haben nun schon einige Wagons gebaut bei denen
    immer das gleiche Prinzip der Bremsanlage angewandt wurde und auch hier wieder
    Verwendung findet.

    Kurz zum Fahrbetrieb, hinter unserer BR 64 ist immer einen
    Flachwagen als Sitzwagen angehängt, danach folgt eine Kesselwagen und dann noch
    eine weiterer Flachwagen oder beliebige andere Wagons. Auf dem ersten
    Flachwagen steht eine große Holzkiste die zum einen als Sitzkiste für denn
    Lokführer dient und zum anderen einen kleinen 12V Kompressor eine 12V Batterie
    so wie einen kleinen Drucktank mit Druckschalter zu Steuerung des Kompressors
    beinhaltet. Über ein Steuerventil vor der Kiste kann die Bremsanlage mit
    Druckluft beaufschlagt werden und auch wieder entlüftet werden. Die Bremsanlage
    funktioniert im Gegensatz zu Original direkt, das heißt Druck auf der Leitung,
    der Zylinder fährt aus, die Bremse bremst. Das Bremssteuerventil ist bei uns
    nur Attrappe. Das System arbeitet schon seit Jahren einwandfrei.
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    Denn Muldenkippwagen gibt es mit und ohne Bremserbühne, wir
    haben uns für die Variante mit Bühne entschieden. Vor Kopf des Wagen befindet
    sich ein Handrad mit dem die Bremse
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    Mechanisch angezogen werden kann (die Stange auf der rechten
    Seite) Die Sange der Handbremse besitz am ende ein Langloch das sorgt dafür das
    die Pneumatische Bremse arbeiten kann wenn die Handbremse für denn Fahrbetrieb
    gelöst wird.

  • Der Unterbau des Muldenkippwagen ist jetzt fertig. Als letztes werden noch die fünf Mulden gebaut.
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    Die Seitenwand und der Zahnring
    habe ich ja Lasern lassen das umlaufende Blech wird zurechtgeschnitten, gebogen
    und der Kontur der Seitenwand angepasst. Alles wird anschließend miteinander
    verschweißt.
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    Jede Mulde des Wagons besitzt zwei Klappen, die sich beim
    Entladevorgang öffnen und das auslaufende Ladegut bremsen. Im Original besteht
    die Klappe aus einem tiefgezogenen Blech mit angeschweißten Laschen zur
    Befestigung an der Mulde. Um das tiefgezogene Blech möglichst realistisch
    nachzubilden, habe ich ein Mastermodell der Klappe auf einer CNC Fräse
    gefertigt. Der Tiefziehprozess bedingt, das das Blech in seinen Einbuchtungen
    keine scharfen Ecken hat, sondern einen möglichst großen Radius, um das Reissen
    des Bleches beim Tiefziehen zu vermeiden. Auf der CNC-Maschine habe ich
    Viertelkreis- und Radiusfräser eingesetzt, um diese Rundungen nachzuahmen. Das
    Knifflige an der Klappe war, dass ich auch die Rückseite abbilden wollte.
    Nachdem nun die Vorderseite fertig gefräst war, habe ich den Rohling umgedreht,
    um die Rückseite zu fräsen. Dabei kann es passieren, dass man nicht genau die
    Referenzpunkte erwischt und einen Versatz von Vorder- und Rückseite hat. Auch
    wenn die Klappe von einer Maschine gefertigt wurde, habe ich mich dazu
    entschlossen, nur eine Klappe zu fertigen und diese als Mastermodell Herrn
    Barnhausen für die Herstellung einer Silikonform zu geben. Es lohnt sich nicht,
    jede Klappe zu fräsen. Der Kunststoffabguss ist einfach konkurrenzlos
    günstiger.
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    So jetzt wäre der Muldenkippwagen eigentlich fertig oder!? Der ganze
    Wagon ist ja noch grau Grundiert. Wir werden ihn so erst einmal mit nehmen zu
    Intermodellbau Dortmund. Nach der Ausstellung bleibt dann genug Zeit um ihn
    teilweise zu zerlegen und der Untergestell in RAL 9005 und die Aufbauten in RAL
    8012 zu lackieren.

  • Die Woche ist rum und die Intermodellbau neigt sich dem ende
    zu. Ich würde mal sagen der
    Stand Echtdampf auf der Messe war sehr gut gemacht, und wie
    ich so mit hörte war auch über die Woche gesehen viel Publikum da. Der
    Muldenkipper war auch eins von vielen Ausstellungsstücken am Stand. Noch sieht
    man Ihn in seiner Grauen Grundierung was sicher denn großen Vorteil hat das
    viele Details besser zu erkennen sind. Aber die kommenden Tage wir der Wagen
    wieder teil weise zerlegt und entsprechend lackiert und beschriftet. Wenn wir
    so weit sind werde ich noch einmal ein paar Bilder einstellen.
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    • Offizieller Beitrag

    Hallo Thorsten,

    habe deinen Vater und den Waggon in Dortmund kennen lernen dürfen.
    Der Waggon ist eine richtige Schönheit eine ganz tolle Arbeit.
    Wir haben die 99 785 und die N&W Y6b ausgestellt es waren tolle Tage dort.

    Gruß,Chris

    Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein !!! :D Ich bin der Fräser Eilig, was ich nicht fräs das feil ich.... Genitiv ins Wasser weil es Dativ ist :pinch:

  • Nach dem der Wagon fertig lakiert war habe ich noch die
    Anreibeschrift aufgebracht.


    Um die Beschriftung zu schützen wurde der Wagon noch einmal
    mit matten Klarlack überlakiert und wieder zusammengebaut. So das war´s auf zu
    neuem.
    Thorsten Niggemann
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  • Hallo Thorsten
    Exzellente Arbeit
    Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich.
    Gratulation und Grüße
    Bärni

    Ich lebe zum ersten Mal ; wie soll da alles auf Anhieb klappen ???