Feldbahn-Hochborgwagen / Birgadewagen

  • Hallo zusammen,

    unvorsichtigerweise habe ich in der KiTa meines Sohnes gefragt, ob nicht ein 5" Kreis eine tolle Sache wäre. Mein Vorschag wurde begeistert und dankend angenommen. Nun brauchte ich also Wagen, und da mir die richtigen "Sitzwagen" nicht so sehr gefallen habe ich mich für Hochbordwagen á la Brigadewagen entschieden.
    Die Wagen sind weitgehende, aber keine exakten Nachbauten. Insbesondere
    die Länge mußte ich so anpassen, daß ich noch zwei Wagen übereinander
    quer in den Kofferraum bekomme.
    Am Vatertag hatten wir hier einen kolletiven Eisenbahn-Basteltag zu dritt (sehr nett) und die Teile für die Wagen sind dabei weitgehend fertig geworden.
    Gestern habe ich das erste Mal lackiert und die Bordwände mit Hartöl geölt, heute früh kam die zweite Schicht drauf:

    Beim Lackieren habe ich nach langen Vorversuchen endlich die perfekte Art gefunde, wie man feldbahnmässig mit Laufnasen und mangelhaft verlaufender Farbe lackieren kann... :)

    Weiter gehs hoffentlich morgen.

    Viele Grüße

    Gerd

  • Moin Jonas,

    naja, langsam ging nicht: Nächsten Samstag wollen auf den Wagen Kinder gezogen werden...
    Ein Brigadewagen gehört nunmal auf Drehgestelle, ein Beispielbild:

    Und die feldbahnmässige Lackiertechnik ist dem Vorbild abgeguckt: Dicker Pinsel, viel Farbe: Ordentliche Laufnasen :)
    Na im Ernst: Ne Lok oder so würde ich niemals so lackieren, aber als ich meine Fotosammlung durchguckte, dachte ich, daß ein sauber und schön spritzlackierter Feldbahnwagen irgendwie schräg aussehen würde..

    Viele Grüße

    Gerd

  • Mahlzeit Gerd,

    schöne Wagen baust du da! Dein Beispielbild zeigt allerdings keinen Brigadewagen, sondern einen OOW der Jarotschiner Kreisbahnen.

    Die Brigadewagen sind leichter und haben als wesentlichen Unterschied sog. Unterwagen, die über den Drehzapfen am Rahmenende mit dem Hauptrahmen verbunden sind.
    Deshalb sind die Kupplungen auch direkt an den Unterwagen angebracht und der Überstand ist als Bremserbühne nutzbar. Hintergrund war Forderung nach einem Universalfahrzeug, das als Kasten-, Rungen-, Stirnbord-, Flach- und Drehschemelwagen genutzt werden kann und von 8 Mann demontiertbar sein sollte.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo Sven,

    Du hast natürlich vollkommen recht. Ich wollte eigentlich Brigadewagen bauen, aber eben exakt wegen der überstehenden Drehgestelle hätte ich den eigentlich Wagenkasten so sehr kürzen müssen (um noch in den Kofferraum zu passen), daß der Wagen völlig unproportioniert ausgesehen hätte. Beim suchen nach "ähnlichen" Vorbildern bin ich dann bei dem OOW hängen geblieben.
    Für die Bridagewagen brauchte man 8 Mann zum demontieren? Bei 1:5 hätte ich also noch 0,6 Menschen zusätzlich anheuern dürfen. Aber die Montage ging völlig unmassstäblich auch alleine:

    Die Drehstelle sitzen am Rahmen:


    Wagen 1 beim Montieren der Bordwände:


    dito bei Wagen 2:


    Zwei Wagen sind fertig:

    Und die Lok wird vor den Wagen auch nicht gerade größer: :)

    So, jetzt kann erstmal gefahren werden!

    Viele Grüße

    Gerd

  • Hallo Gerd,

    schöne Wagen! :thumbup:
    Wie die heißen ist ja eigentlich egal, Hauptsache dir gefällts!
    Andere Kollegen bauen jahrelang an ihrer Lok und nageln dann schnell nee Holzkiste zusammen... 8|

    Welche Mase haben den die Wagen und hast du die Nuten reingesägt ins Holz?
    Die Entscheidung zu Drehgestellen wirst du nicht bereuen, damit bin ich jetzt sehr gut gefahren.


    Viele Grüße,
    Volker

  • Hoi Gerd

    Gefallen mir sehr gut deine Wagen.
    Hast du die Drehgestelle selber gemacht?

    Gruss Oliver


    PS
    so können Brigadewagen auch aussehen
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  • Hallo Volker,

    die Wagen haben eine LÜP von 108cm, größte Breite (über die Rungen) 38cm, von SOK bis Oberkante Baordwand 35cm.
    Viel mehr als ne Holzkiste sind die Wagen ja auch nicht...
    Die Bordwände sind aus 9mm Multiplex (wasserfest). Die Bretterfugen habe ich auf der Tischkreissäge mit einem schmalen Blatt 1,5mm tief gesägt. Damit war ich in der ersten Querlage und die Nuten bekommen beim Ölen eine andere Färbung.

    An Oliver:
    Nein, die Drehgestelle habe (leider) nicht selber gemacht. Sie sind von RoR (Ride on Railway) aus GB. SEHR schöne Dinger mit Federung. (Zu dem Preis ist selbermachen schwierig, das ginge nur sinnvoll, wenn man Laserprofile und dann gleich 20..50 Stück macht. Außerdem geht die Freizeit schon für die Dampfe drauf...)

    Viele Grüße

    Gerd

  • Hallo Gerd,

    danke für die Info!

    Na bei den Drehgestellen hast du nichts falsch gemacht, die hab ich auch, :D
    hab mir damals 3x 120cm Rahmen bestellt.
    http://www.rideonrailways.co.uk/products/page16.html
    Kleine Tip, schau das die Radscheiben fest drauf sind,
    bei mir haben sich im Laufe der Zeit und nach einigen hundert Kilometer
    ab und zu welche gelöst... war aber vielleicht ein Anfängerfehler von ROR
    hab die ja schon 2006 gekauft.
    Aber vom Fahrkomfort einfach super und fährt auf jeder Schienenlage!

    Viele Grüße,
    Volker

  • Mahlzeit!

    Die Konstruktion des Brigadewagen ist ja gerade der große Vorteil beim Verladen und tranporierten gewesen. Da der Rahmen einfach von den Unterwagen abgehoben werden konnte (mit 8 Mann haben wir das bei der Feldbahnübung in Seeligstadt 2009 ausprobiert). Somit konnte man die Rahmen, Seiten- und Stirnwände platzsparend übereinander stapeln. Bei der größten Feldbahnübung auf deutschem Boden im Jahre 1909 wurden z.B. je zwei komplette Brigadewagen auf einen zweiachsigen Regelspurgüterwagen antransportiert.

    Das aber nur als Exkurs in die Geschichte. Deine Wagen sind natürlich gut gelungen!

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo zusammen,

    die Bilder von heute sind zwar längst nicht so schön, wie die vom Vorbild, aber nun...
    Die beiden Wagen hatten heute in Emden das erste Mal Auslauf, und alles funktioniert bestens. Auf den Drehgestellen fährt es sich wie im Himmelbett: Den ungefederten Bedienwagen haben wir gleich im Kofferraum gelassen.
    Die kleine DL6 hat sich im Kinderverkehr auch bestens bewährt: Fünf Kinder in den zwei Wagen sind kein Problem, die Lok zieht tapfer Ihre Runden. (Allerdings habe ich bei der Beladung nicht mehr meinen Sohn fahren lassen, da hatte dann doch Papa die Funke in der Hand.)




    Nun muß die Lok am nächsten Samstag 4h Kindergartenfest durchhalten.

    Viele Grüße

    Gerd