Kohlenkessel, welche Dimension um ohne Hilfsbläser zu arbeiten

  • Hallo zusammen,
    welche Dimensionen müsste eigentlich ein Rauchrohrkessel haben, damit er ohne Hilfsbläser anheizen kann? Hat vielleicht jemand von euch Erfahrungen damit gemacht? Habe mich mit dem Thema Hilfsbläser u.s.w beschäftigt, aber jetzt stellt sich mir die genannte Frage. (sorry,lerne noch )

    Einmal editiert, zuletzt von Maddin13 (25. Juni 2012 um 23:52)

  • Modelle von Straßenfahrzeugen mit Dampfantrieb haben üblicherweise keinen elektrischen Hilfsbläser.
    Dafür haben diese Modelle einen zusätzlichen, abnehmbahren und extra-langen Schornstein, der beim Anheizen aufgesetzt wird und für Zug sorgt.

    NB: Die Originalloks im BW hatten auch keinen elektrischen Hilfsbläser. Diese Loks benutzten entweder ein am Anheizgleis angebrachtes stationäres Gebläse im Hallendach oder wurden unter den großen Schornstein rangiert.

    Es kann durchaus sein, daß man eine Modell-Lok mit einem 'Ofenrohr' anheizen kann - ich hab das schon bei der Scarborough North Bay Railway (Spur 20") gesehen, bei kleineren Maßstäben allerdings noch nicht.

  • Hmmm, also würde wohl ein Dampfkessel mit Rauchrohren fast so groß werden wie ein Kamin im Wohnzimmer, das er ohne Gebläse auskommt? Sorry für dieses vielleicht etwas komische Beispiel. Bin vor ein paar Wochen im Führerstand einer P8 mitgefahren. Da hat man mich ganz verdutzt angeschaut als ich fragte, wie das beim Anheizen mit dem Hilfsbläser funktioniert. Die brauchen eigentlich keinen, ( haben aber natürlich einen )der natürliche Sog erledigt alles. Ausser wenn das Wetter nicht mitspielt und dadurch der Luftdruck auf den Schornstein drückt. Na ja, und da habe ich mir jetzt die Frage gestellt wie groß ein Modell sein müsste um ohne Gebläse auszukommen.

  • du solltest zwischen Hilfsbläser und Anheizgebläse unterscheiden! Ein Hilfsbläser wird normalerweise mit Kesseldampf betrieben und hilft einem schon bestehenden Feuer auf die Sprünge, wenn der Auspuffzug fehlt. So eine Einrichtung haben alle Dampflokomotiven, -traktoren und Dampfschiffe. Du meinst ein Anheizgebläse, das elektrisch betrieben wird. Das gibt es nur bei Modellen.
    Heinrich

    Der liebe Gott gab uns die Zeit
    (von der Eile hat er nichts gesagt!)

  • Also das Hilfgebäse nimmt den Dampf aus den Kessel u.aus dem Blasrohr kommt der Dampf aus den Zylindern. Das ist doch richtig so? Nun frage ich mich aber, welche Göße ein Kessel haben müsste, also Feuerbüchse und alles was dazu gehöhrt, um das Feuer anzumachen u.zu halten. Ohne Hilfsmittel. Möchte als Beispiel mein Kamin nehmen. Also Anmachholz rein, anzünden, größere Stücke drauf, und mit meiner Aschenschublade den Luftzug regulieren. So war es auch auf der P8 wo ich mitgefahren bin. (natürlich mit Kohle ) Nun Frage ich mich wie gr0ß ein Modell sein müsste, kann auch ein stationäres Modell sein,um das auch so hinzubekommen. Denke ich brauche ein "Gebläse" weil ein Modell "so klein" ist. Hoffe ich nerve nicht mit dieser Frage!! Aber vielleicht gibt es da ja nicht so viele Erfahrungswerte.

  • Moin zusammen,

    beim Anheizen der IV-k wurde in der Rauchkammer ein Feuer entfacht. Dieses Feuer beschleunigte den Sog.
    Der Kamin der Lok stand unter dem Rauchabzug des Lokschuppens.
    Da funktionierte prima.

    Bei meinem Stehkessel geht das Anheizen ohne Gebläse, aber mit Kaminaufsatz.

    Gruß Bucki

  • Hallo,

    ein Anheizen würde eigentlich schon mit einer 5"-Stainz gehen, was man allerdings nicht macht, da das zu Lange gehen würde. (Selbst ausprobiert, nachdem bei einem Mobilfahrtag das Anheizgebläse gefehlt hat. Lösung war ein Staubsauger und abgeschraubtes Hilfsbläserrohr)

    Und auch bei einer 7 1/4 Zoll-Lok der Baureihe U wird nicht auf ein Gebläse verzichtet.
    Im Modell bezweifle ich daher, dass es Leute gibt, die oft fahren und ohne Gebläse anheizen.

    In 600mm sieht das schon ganz anders aus. Da kann man Maschinen auch ohne Gebläse oder ähnliches anheizen.

    Gruß Johannes

    PS: Ob das funktioniert hängt von dem Luftdruckunterschied unter und über Feuer / Schornstein ab, die Länge des Kessels und die Größe der Lok (und noch ein paar andere Sachen :D)

  • Hallo Martin,

    das klappt auch in 5-Zoll.
    Frank Thaler hat seinen Kessel so gebaut, dass er ohne Anheizgebläse die Lok anheizen kann. Das habe ich bei uns in Klein Vollbüttel schon erlebt. Natürlich dauert es etwas länger als mit Anheizgebläse, aber so hat der Kessel mehr Zeit sich aufzuheizen und auszudehnen. Wie er konkret den Kessel gestaltet hat, kann ich nicht sagen.

    hier ein Bild von Lok und Eigner:

    Grüße Mathias

  • Hallo Martin,

    Wenn mann eine lok mit sauberen rauchrhren (minimum diameter is ungefähr 13mm) anheizt ohne hilfe, geht.. aber nicht auf ein kohlen feuer, nur mit holzkohle.

    Im orginal wirt kein gerät gebraucht, nur muss mann die luftklappen unter das rost zu-halten, da nicht zuviel lucht zum feuer kommt.
    (damit die rauch so schnell weg will, werden die flammen via de feuertur nach aussen kommen) :(
    Um die 7000 liter wasser unterdampf zu setzen braucht mann minimum 9 stunden (fur baureihe 50-44-01) bei kleinere loks geht es schneller.

    Aber, wenn du auf deine modellok ein rohr von 1 meter lange uber die schorstein stellt, wirt es besser gehen da mehr vaccuum gemacht wirt.
    Alles hat zu tun mit die flammer-strahl vom feuerbuchse zur rauchkammer. Muss nicht zu langsam, aber sicher auch nicht zu schnell....

    Ich hoffe, du versteht einiges Niederlandisch-Deutsch :)

    Grusse Erwin

  • Hallo Zusammen,

    wie unser Johannes schon berichtet hat, funktioniert das anheizen meiner Stainz ohne Hilfsgebläse. Der Kessel ist bei mir wie von Erwin bereits berichtet von den Rohren innen knapp 13mm. Durch den für 5 Zoll Lok recht hohen Schlot meiner Lok reicht der natürliche Zug für das anheizen. Man muß natürlich viel Zeit haben, denn das dauert dann auch so was um die 2 Stunden bis zum Betriebsdruck. Es funktioniert am besten mit trockenem Holz oder Holzkohle. Sehr gut zeigt sich die Tatsache das der natürliche Zug für das halten des brennenden Feuers ausreicht bei einem Ruhefeuer. Ich stand mal in Bouveret mit Ruhefeuer lange Zeit lang (über eine Stunde) vor dem Abstellzelt, als ein schweizer Kollege mich begeistert ansprach, das es eher ungewöhnlich sei, das eine so kleine Lok mit Ruhefeuer "geparkt" werden kann. :)

    Ich denke, das viele Modellkessel in kleinerem Maßstab viel zu viele Rohre mit zu kleinem Durchmesser haben und die im Verhältnis zur Kesselgröße vorhandene Rostfläche überdimensioniert ist. Wenn man aber die richtigen Verhältnisse "trifft", funktioniert ein anheizen ohne Hilfsgebläse schon.

    Im übrigen: Ein Bläser ist ein mit Dampf betriebene fest installierte Einrichtung an einer Dampflok. Ein HILFSbläser ist eine bewegliche Einrichtung (meistens eine Düse, die man in den Schornstein einhängt). Ein Hilfsgebläse ist in Form eines elektrischen Lüfters auf dem Schornstein zu finden und ebenfals beweglich. Sollte ich bei der Begriffsdefinition falsch liegen, könnt ihr mich gerne korrigieren - habe ich aber so gelernt. :)

    Dampfender Gruß

    Matthias

    Der Antrieb ist der Urtrieb des Menschen -
    Das Spiel mit dem Feuer !

  • Ahhhhh, jetzt kommen wir der Sache schon näher!! Da ist der Punkt genau getroffen!! Das ist super interessant!! Würde gern mehr über die Stainz erfahren.
    Matthias,Ist es die Lok auf dem Foto oben?
    Wie heißt die genaue Bezeichnung von deiner Lok ? Vielleicht finde ich ja was im Internet. Darf ich über den Kessel mehr erfahren oder hat da jeder so seine eigene Bauweise? Denke mal das ist vom Hersteller vorgegeben, z.b.als Bausatz.?
    Uuuund-wer hat denn jetzt recht mit dem Hilfsbläser? ?(
    Ja der Martin, der stellt wieder Fragen :rolleyes:

  • Hallo Martin,

    meine Lok ist wie viele andere auch ein Eigenbau. Sie ist recht "gutmütig", soll heißen unter normalen Bedingungen gut zu fahren. Ein Fahrtag mit 2-3 Wagen und Fahrgäste hält sie anstandslos durch und das ist sehr viel wert. Aber es ist nicht die einzige Modellokomotive die man als "geglückte Konstruktion" bezeichnen kann. Nicht nur die Lokomotive selbst macht den Fahrtag, auch das Personal muß fehlerfreie Arbeit verrichten.

    Generell muß ich sagen, das ein anheizen ohne Anheizgebläse eigendlich "spielerei" ist, dauert lange und wenn es windig ist, ist der Erfolg nicht immer gegeben. Daher ist ein Anheizgebläse eigendlich unverzichtbar.

    Meine Lok (Bild von Schigi.de):

    Hier auf einem Mobil - Fahrtag : MoBa Crailsheim

    Hier ein interessanter Treat zum Thema Kesselbau. Die Ausführungen von Thomas in diesem Beitrag decken sich mit meinen.

    Ob ein geplanter Kessel gut oder schlecht funktioniert oder sich ohne Anheizgebläse anheizen lässt, ist eine sehr komplizierte Frage. Das Modell an sich bestimmt die Größe eines Kessels. Dazu hat man im laufe der Jahre Erfahrungen gesammelt, die ein gelingen der Kesselkontruktion begünstigen, aber nicht garantieren.

    Dampfender Gruß

    Matthias

    Der Antrieb ist der Urtrieb des Menschen -
    Das Spiel mit dem Feuer !

  • Ich bin ja total begeistert. Ganz toll was da auf die Räder gestellt wird. Und das in Eigenbau!!!! Toll das ich hier auf meine Frage so viel Antworten u.Infos bekommen habe. Ganz herzlichen Dank dafür!!!
    Matthias, ist das auf dem Foto auch eine 5 Zoll Bahn? Werden die Kessel u. Feuerbüchse auch aus Kupfer gebaut? Er sieht so massiv aus.Sorry, als Leihe kann ich das noch nicht erkennen. Freue mich schon wenn ich die Zeit finde mal nach Düsseldorf zum MBC zu fahren. Dann sehe ich das mal in natura.

  • Mahlzeit!

    Da mir bei den Modellmaschinen noch die Erfahrung fehlt, kann ich nur vom Vorbild sprechen:
    Dort sind jegliche Hilfsmittel zur Erhöhung des Saugzuges beim Anheizen verboten. Auch gibt es
    dort wegen der Kesselgröße Mindestanheizzeiten. So beträgt bei Stahlfeuerbüchse die Zeit bis zum Erreichen
    eines Kesseldruckes von 4 bar unter Betriebsdruck mindestens 4 Stunden, bei Kupferfeuerbüchse 3 Stunden.
    Je größer der Kessel, desto länger dann auch die Anheizzeit. Alles andere ist im Fachjargon "Kesselgymnastik".
    Der Bläser wird beim Anheizen auch nur angestellt, um beim Beschicken des Feuers ein Rückschlagen der Flammen
    aus der Feuertür zu verhindern.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo Sven,

    Ein langsames Anheizen ist sicher auch für die Modellkessel die bessere Alternative.
    Allerdings macht die Physik nicht in allen Punkten die Verkleinerung mit.

    Bei meiner Forney z.B. ist der natürliche Saugzug so gering (bis eig. gar nicht vorhanden) daß ein Feuer in der Feuerbüchse an seinen eigenen Abgasen ersticken würde.
    Hinzu kommt, daß das kleine Steinkohlefeuer sehr wenig Masse hat und somit schnell erkaltet und dann war's das mit dem Feuer.

    Von daher ist ein Anheizgebläse bzw. eine ähnliche Hilfsvorrichtung notwendig. Soweit zumindest meine Erfahrungen.

    Grüße, Gerd

  • Mahlzeit Gerd,

    da hast du natürlich viel mehr Erfahrung, wollte nur mal einen kleinen Exkurs zum Vorbild machen, da ich dort schon über 120 Anheizschichten auf 600-mm-Maschinen gemacht habe.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Von welcher größe der Feuerbüchse und Kessel eines Modellkessels bzw.600 mm redet man eigentlich? Finde Bilder wohl im Internet, aber eigentlich nie mit Bemaßung.

  • Hallo Martin,
    die Maße für eine Feuerbüchse beginnen bei einem Modellkessel bei ca. 100cm2. Die NGG13 hat bei 610mm Spurweite 1,81 m2 Rostfläche. Bei den Modellen ist die Größe des Rostes abhängig davon, in welchem Maßstab gebaut wurde. 5-Zoll sagt nichts über den Maßstab aus; sondern definiert nur die Spurweite (127mm). Eine Feldbahnlok 600mm hat auf 5-Zollgleis einen Maßstab von 1:4,72. Normalspurfahrzeuge 1:11,3.
    Kessel werden meist aus Stahl (St35), Kupfer oder Mischbauweise (Stahlkessel mit kupfernen Heizrohren gebaut).
    Volker

  • Mahlzeit!

    Die 600-mm-Dampfloks, mit denen ich bislang zu tun hatte, haben Rostflächen zwischen 0,35 und 0,47 m².

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D