Wer auf seiner Gartenbahn weder Schutzvlies noch Chemiekeule im Schotterbett verwendet,
hat dafür mehr als ausreichend Korbblütler der Gattung Taraxacum, auch Löwenzahn genannt.
Hier ein Rezept, das die Fahrwegspflege schmackhaft macht.
Die Mengenangaben beziehen sich auf das Lokpersonal (Lokführer und Heizer),
für das Gesamt-Zugpersonal sind sie zu verdoppeln.
Man nehme:
100g Löwenzahn, möglichst schlacken- und zylinderölfrei (entspricht bei mittlerem Bewuchs und feiner Auslese etwa 10m Streckengleis oder einem kleineren Bahnhof)
1 kleine Zwiebel
1 Ei
1 Zehe frischen Knoblauch
Olivenöl
Weisser Balsamico
Salz
Zucker
Zwiebel und Knoblauchzehe sehr klein hacken, in eine Tasse geben,
ein paar Löffel heißes Wasser zum Blanchieren zugeben.
Mit Olivenöl und Balsamico sowie Salz und Zucker etwa 1 Stunde zu einer Vinaigrette ziehen lassen.
Beim Zucker nicht sparen, er nimmt dem Löwenzahn das übertrieben Bittere.
Je nach Geschmack statt dem Knoblauch einen Teelöffel Dijon-Senf nehmen.
Das Ei hart kochen, abschrecken und abkühlen lassen.
Dann in sehr kleine Würfel schneiden.
Den Schotterbett-Löwenzahn waschen, dann rupfen oder in etwa 1cm breite Streifen schneiden.
Stiele ganz klein hacken (besonders die blauen Stiele wirken hier ganz nett).
Zum Servieren den Löwenzahn auf einem flachen Teller anrichten,
die Vinaigrette darüber geben, dann das Ei aufstreuen.
An heissen Tagen der Vinaigrette zum Servieren einen zerstoßenen Eiswürfel untermengen
(Originaltipp eines Schaffners im IR Napoli - Roma Termini).
Schmeckt als Vorspeise mit jeder Form südländischen Brotes,
und erhält die Fahrtüchtigkeit, weil er Fernet oder Averna für die Magensäfte ersetzt.
Guten Appetit wünscht euch Toni
!
Warnhinweis: Löwenzahn heisst nicht zufällig auf Französisch „Pissenlit“ (Biesle ins Bett), er hat harntreibende Wirkung. Aber das kennen wir ja vom Bierchen auch…….