Drehgestell mit Einzelradaufhängung

  • Hallo!

    Da ich mich in den letzten Wochen intensiv mit der Planung neuer Drehgestelle befasse, bin ich einige Möglichkeiten durchgegangen, da ja bekanntlich Stahl auch nicht unbedingt Verschenkt wird, und ich sowieso über jeden zusätzlichen Platz bei den Drehgestellen froh bin, da auch einiges an Technik untergebracht werden muss, würde es sich ja anbieten auf die Achsen zu Verzichten.
    Einerseits hätte ich dadurch mehr Platz für die Bremsanlage, da ich für die Scheibenbremsen ja auch die Luft - Hydraulik Übersetzer unterbringen muss anderer Seits denke ich mir das dadurch evtl auch eine Geringere abnutzung an Radsätzen sowie den Gleisen erzielt werden kann.

    Beim modernen Fahrzeugbau ist das ja nicht so unüblich, vorallem bei Niederflurfahrzeugen wird auf diese Art der Radaufhängung oft zurückgegriffen, warum dann nicht auch bei einer Modell bzw Parkbahn?

    Jetzt meine Frage an euch, hat jemand Erfahrung mit Laufeigenschaften solcher Drehgestelle, gibt es Irgendwelche besonderheiten auf die man achtgeben sollte?
    Ich selbst kenne die Technik der Einzelradaufhängung nur aus den in Wien Fahrenden Straßenbahntriebwagen der Type ULF, wobei diese einen Einzelradportalantrieb haben und der ist, naja eher mittelmäßig, was ja auch schlussentlich der Grund ist, warum keine weiteren Fahrzeuge dieser Type mehr Beschafft werden.

    Unsere Drehgestelle werden über einen, aus einer Schweißkonstruktion bestehenden Hauptrahmen und Vier mittels Silentbuchsen gelagerten Schwingarmen welche, mittels Megifedern und einer Führung, am Hauptrahmen gelagert werden, verfügen.
    Der Radstand wird zwischen 800 und 860mm liegen und das Drehgestell wird so konzipiert das es als Normales oder Jakobsdrehgestell verwendet werden kann.

    MFG Michael

  • ICH kann auf den Bildern im obigen Beitrag keine "klassische EINZEL-Rad-Aufhängung" erkennen;
    bin darob naturgemäß "etwas verwirrt" ...
    ... und BITTE um "Aufklärung" bzw. Erläuterung.

    DANKE im Voraus - für qualifizierte Antwort(en) .

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

  • Hallo Dampfbahner,
    eine Einzelradaufhängung bedeutet das die Räder keinerlei Verbindung miteinander haben. Beim Kfzbau ist das üblich, um eine gute Straßenlage zu erreichen. Das andere waren die guten Trampelachsen.
    Grüße
    Wolfgang

    † 2017

  • Mahlzeit Michael,

    meinst du mit Einzelradaufhängung Losräder wie im Bergbau üblich?

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Moin Michael,z
    wenn Du schon einen Hinweis gibst -> ULF - wäre es ganz sinnvoll, mal zu zeigen, was Du meinst, weil ... die Antworten bisher zeugen davon, dass die Vorstellungen zu "Einzelradaufhängung" doch deutlich auseinander gehen und sehr von den Erfahrungen geprägt sind.

    Was Ultra Low Floor ist und von wem es entwickelt wurde, ist hier zu lesen - ULF.

    Ich denke mal, dass der Weg "Einzelradaufhängung" der berühmte "Holzweg" ist, weil die erforderlichen Einrichtungen zur Geradführung im Vergleich zur normalen Achse am Ende eher Nachteile bringen wird.

    Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

  • Hallo zusammen!

    Entschuldigt, das ich länger zum antworten gebraucht habe, musste mein Kreuzband jetzt doch flicken lassen.

    An das habe ich nicht gedacht, da bei uns in Österreich der Begriff ULF etwas sagt, allein schon wegen seiner ziehmlich bescheidenen Laufeigenschaften.
    Ok, wenn man Softwaretechnisch die Beschleunigungskurve nicht Drosselt, und die Höchstgeschwindigkeit nicht begrenzt, fährt sich das Ding fast wie ein Porsche, aber ab ca 60 km/h wird das schon ziehmlich rummpelig.
    Auch hat der ULF kein drehgestell sondern in den Gelenken einen Portalantrieb, sprich jedes Rad hat seinen eigenen Motor, dass erste Segment ist Starr und das letzte ebenfalls, der Einzelradantrieb fordert wieder jede menge Technik, da sonst in den Kurfen nichts mehr zusammenspielt, und Softwaretechnisch ist es so, das sich in Kurven das Fahrzeug nicht Beschleunigen lässt, da es dadurch zu erheblichen Problemen und einer Menge Entgleisungen gekommen ist, also alles in allem ein Klumpert.

    Ich jedoch möchte nur Laufdrehgestelle Bauen, die nicht angetrieben sind und keine Achsen besitzen, daher, wie schon von Sven bemerkt, Losräder.

    Habe da mal ein paar Bilder aus dem Internet gesuch und werde diese Anhängen.

    Die Federung sollte ähnlich wie bei Fiatdrehgestellen der Bauart Y sein, also eine Schwinge an der das Rad befestigt ist und diese Schwinge ist gegen den Rahmen gefedert, so ähnlich wie auf den Bildern von Johannes.

    Wegen der Steifigkeit mache ich mir eher weniger Sorgen, da aus gelaserten 15er Blechen eine Schweißkonstruktion entstehen wird, bzw die
    Schwingen nach derzeitigen Stand pro Seite einmal verbunden werden, also Front und Endteil.
    Mir geht es um die Laufeigenschaften bei der Sache, da wir doch immerhin einen Mindestradius von 25m haben und die derzeitigen Drehgestelle mit den Altbaugarnituren sich recht um die Schleifen plagen und auch in diesen Abschnitten eine größere abnutzung der Schienen festgestellt wird, vom Kurvenwiederstand will ich garnicht anfangen, bei feuchten Gleisen plagt sich schon so manche Maschiene mit dem Zug ums Eck.

    Ich möchte halt vermeiden das bei höheren Geschwindigkeiten eine laufunruhe, aufgrund der Losräder, auftritt.

    Zur Info noch, es handelt sich um die Spurweite 15 Zoll und es werden so um die 20 km/h gefahren, wobei die neuen Fahrzeuge mal auf mind
    30 km/h ausgelegt werden.
    Von der Scheibenbremsanlage bin ich nach einigen Überlegungen abgekommen, und es wird eine Federspeicherbremsanlage mit Bremszylindern aus dem LKW bereich, da giebt es schöne kleine Zylinder, die auch nicht all zu teuer sind.

    Mit den Einzelradaufhängungen meinte ich soetwas, ähnlich der angehängten Bilder.


  • Mahlzeit Michael,

    nun ist wird deutlich, worum es eigentlich geht. Die Fragen hast du dir eigentlich schon selbst beantwortet.
    Losräder sind für den Bau von Schienenfahrzeugen nur bedingt zu gebraucht. Die schlechten Laufeigendschaften,
    der zum Teil erheblich größere Aufwand bei der Lagerung und die Probleme beim Antrieb, die mehr oder weniger
    auch für das Bremsen gelten, lassen diese Bauform eigentlich schon ausscheiden.

    Im Bergbau wurden sie wegen der engen Radien verwendet, dort aber fast ausschließlich ungebremst. Im Tunnelbau
    sind zwar gebremste Losräder im Einsatz, dort herrschen jedoch etwas andere Bedingungen als bei eurer Parkbahn.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo zusammen!

    Das Thema Einzelradaufhängung ist nun durch!
    Heute hatten wir eine kurze Besprechung, und sind zu dem Entschluss gekommen, das wir aufgrund der schlechten Erfahrungen mit Einzelradaufhängungen, darauf verzichten werden und doch eher auf Spurkranzschmiereinrichtungen setzten werden.

    MFG Michael