Schwinge a la BORSIG - wie zusammengestzt?

  • Hallo,

    ich konstruiere einen B-Kuppler, dessen Vorbild von Borsig gebaut wurde.
    Die Aufhängung der Schwinge und des Umwurfhebels ist deutlich anders als bei den Einheitslokomotiven.
    Exemplarisch habe ich die Schwinge eines Vorbildes mal angehängt.

    Könnt Ihr mir dies mal erklären, wie dies alles inkl. Umsteurewelle zusammengesetzt ist?

    Herzlichen Dank.

    Mathias

    Einmal editiert, zuletzt von Hörbydampf (22. November 2012 um 21:33)

  • Moin Matthias,

    erst mal was zum Sprachverständnis - Du meinst mit "aller" sicher "a la" - bedeutet etwa "wie bei /von" (genauer hier nachzulesen), oder? Ich kann mir nämlich schwer vorstellen, dass an allen von BORSIG konstruierten und gebauten Lokomotiven die Betätigung der HEUSINGER-Steuerung in der von Dir nachgefragten Art und Weise ausgeführt wurde.

    Um welches Vorbild handelt es sich denn konkret, kommst Du da möglicherweise mit geringem Aufwand zu einer "Kamerapirsch" hin?

    Die gezeigte Betätigung ist nach meinem Verständnis eine Sonderbauform der KUHNSCHEN SCHLEIFE, würde mich dafür nicht "aufs Rad flechten lassen".

    Leider zeigen die von Dir eingestellten Fotos die eher unwichtigen Sachen, so dass ich, um die Funktion zu verwirklichen, folgenden Aufbau für sinnvoll halte.
    Die Aufwerferhebel sind als Gabel ausgebildet und haben nach innen sehr wahrscheinlich einen recht langen Ansatz, in dem die Verbindungswelle zwischen dem linken und rechten Hebel geklemmt wird und auf der der Hebel sitzt, an dem die Verbindungsstange zum Umsteuerbock angreift.
    Die Umsteuerschwingen sind seitlich durch zwei mittels Distanzbuchsen aufgeschraubte Bleche abgedeckt, die deren Lagerung im Aufwerferhebel dienen und verhindern, dass der Schwingenstein und dessen Lagerbolzen im Betrieb seitlich aus der Schwinge und der Schieberschubstange herauswandern. Außerdem führen sie die Schieberschubstange.
    Die Schwingeneinheiten sind in den Aufwerferhebeln mittels kurzer Stufenbolzen gelagert, wobei die in den Hebeln wohl geklemmt oder verstiftet sind.
    Die Enden der Verbindungswelle könnten auf unterschiedliche Art ausgebildet sein, beispielsweise als Vielzahn, als Vierkant oder auch rund. Wenn sie als Vielzahn oder als Vierkante ausgeführt sind, sitzen die Aufwerferhebel formschlüssig drauf, wenn sie rund sind, dann dürften die Hebel geklemmt werden. Ersteres ist für die Wartung und Einstellung günstiger, weil der Aufwand, gleiche Lage der Aufwerferhebel zu erreichen geringer ist.
    Die Lagerung der Aufwerfer-Einheit dürfte mindestens an zwei Stellen (Rahmendurchgang - innerer Ansatz am Aufwerferhebel), möglicherweise aber auch an drei oder vier Punkten erfolgen und die Verbindungswelle stützen.

    So, nun wünsche ich Dir, dass Du nicht nur das CAD-Programm bedienen kannst (was viele können) sondern auch die Ideen hast, wie was zu machen ist (was den Konstrukteur auszeichnet).

    Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

    4 Mal editiert, zuletzt von Dampfspieler (17. November 2012 um 09:03)

  • Hallo Mathias,

    da hast du es mit einem Exemplar der "Winterthur-Schleife" zu tun, einer Abart der Kuhnschen Schleife. Entwickelt, wie der Name schon sagt, bei den Schweizer Freunden in Winterthur bei SLM.
    Dietrich, du brauchst dich also nicht ans Rad flechten lassen..... ;)
    Die Schwinge ist auf der Steuerrwelle gelagert, der Aufwerfhebel ist nach hinten sehr massiv ausgeführt und damit austariert. Die Schleife liegt bei dieser Bauart vor der Schwinge (bei Kuhn dahinter), das Ganze ist damit kompakter und platzsparender.

    Grüsse von Toni

  • Ich bin mir nicht zu 100% sicher, aber ich meine das es sich um unsere "Pflegelok" handelt. Auf jeden Fall ist es eine Lok der BR 95.
    Möchte mich auch nicht "aufs Rad flechten lassen" - ich denke das es die 027 ist. Hab sie letzte Woche erst angeheizt und mit abgeölt. Mit der Ölspritze an das Ölgefäß im Schwingenstein zu kommen ist schon fast eine Kunst!
    Also wenn Detailfotos gewünscht sind- Nachricht an mich...

    Harzbahner

    Einmal editiert, zuletzt von Harzbahner (17. November 2012 um 20:04)

  • Hallo,
    ich wußte: "Hier wird mir geholfen".
    Neben ein paar Infos zur Konstruktion habe ich auch etwas zur Verwendung der deutschen Sprache gelernt. Danke. ;)

    Das Bild von Hudson wird helfen.

    Bzgl. Kamerapirsch: Das Vorbild ist nicht mehr in Deutschland und in Frankreich an einen unbekannten Ort in einer Halle untergestellt.

    Fotos: Ja, Harzbahner, es ist Eure "Pflegelok". Nur als ich im August mitfuhr, war ich noch nicht an diesem Detail, sonst hätte ich bessere Nahaufnahmen gemacht.

    Nochmals Danke für die Unterstützung.
    Grüße Mathias

  • Hallo Stefan, hallo Hans,

    danke für die Beiträge - ich muss nicht "aufs Rad" - wie angenehm. Was mich ein wenig freut - da lag ich mit meiner Beschreibung, wie es aussieht ja ziemlich nah an der Wirklichkeit.

    Hallo Matthias,

    da hast Du Dir mit "die Bergkönigin" wirklich was sehr Anspruchsvolles ausgesucht.
    (Name geändert - ich hatte sie versehentlich falsch bezeichnet)

    Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

    Einmal editiert, zuletzt von Dampfspieler (17. November 2012 um 22:02)

  • Hallo Matthias

    Mit der Schwinge Bauart Winterthur sind u.a. alle Einheits Rangierloks der Baureihen 80 und 81 ausgestattet.

    die für dich nächsten Originale stehen in Hamm und in Naumburg/Hessencourier.

    Besonders die 81 in Naumburg ist auf dem Bahnhofsvorplatz abgestellt und deshalb ohne Voranmeldung jederzeit zum fotografieren zugänglich.

    mfg

    Thomas

    • Offizieller Beitrag

    Hi Leute....

    Wäre ja cool wenn es die 99 5001 wird. Das war meine erste eigene Lokomotive von
    LGB . Würde es schön finden wenn sie mal nach gebaut wird. Weiß zumindest von keinem Modell in
    5" oder 7, 25".


    Hier mal ein Datenblatt der 99 5001

    http://www.albert-gieseler.de/dampf_de/lokda…endet1032.shtml

    Grüße, Chris

    Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein !!! :D Ich bin der Fräser Eilig, was ich nicht fräs das feil ich.... Genitiv ins Wasser weil es Dativ ist :pinch:

  • Hallo,

    ich habe mit BR99 5001 mal gesucht und bin auf einige Fotos gestoßen. Die hat wie es aussieht Dennis Papp eingestellt. Leider konnte ich keine Angaben zur Größe des gezeigten Modells finden, halte 5" aber für möglich.
    Feine Lok - richtig kompakt und augenscheinlich ein kleines Kraftpaket

    hier die Bilder

    Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

    Einmal editiert, zuletzt von Dampfspieler (22. Januar 2013 um 17:15)

  • Die Lokomotive 99 6001 (NWE 21) ist auch mit der Winterthurer Schleife ausgerüstet.

    Siehe unter anderem folgende Foto:

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/comm….JPG?uselang=de


    Die preussischen P10 Lokomotiven waren auch mit einer Winterthurer-Schleife ausgerüstet.

    Bild : http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php…188265,page=all

    ca. 3/4 Seitenhöhe nach unten scrollen.

    MfG
    Hans

    Einmal editiert, zuletzt von Hudson (19. November 2012 um 19:48)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Dietrich,

    WoW schön das es doch eine gibt!!!!

    5Zoll wäre möglich, erscheint mir aber etwas zu klein für Spur5. Vielleicht 3,5Zoll...!?
    Auf jeden Fall sauber gebaut .....Danke für den Link!!!! :thumbup:


    Grüße,Chris

  • Hallo Chris,

    Dennis baut das Ding in Fünfzoll, und es ist echt schön. Leider habe ich schon lange nichts mehr gehört von ihm, beim letzten Sinsheim-EDHT kam er noch über den grossen Teich......

    Grüsse von Toni

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Toni,

    ah ok also sicher 5zoll . Ist echt schwer zu schätzen auf den Bildern.
    Bin aber begeistert und hoffe er stellt weitere Bilder ein.

    Danke für die Info....

    Gruß Chris

  • Hallo,

    bei meinen Recherchen bin ich auf folgende Idee zur Umsetzung gekommen:
    Die Steuerwelle ist massiv ausgeführt und weit "aussen" gelagert. An den Enden ist der Aufwurfhebel formschlüssig mit der Steuerwelle verbunden. In der Mitte der Welle befindet sich die eine Lagerbohrung für die Schwinge. Das zweite Lager bildet die andere Seite des Aufwurfhebels.

    Dann werden die beiden Schwingenschilder eingesetzt.

    die Abstandshalter vormontiert und

    die Schwinge inklusive Schwingenstein und Schieberschubstange montiert.

    Jetzt kann die Schwinge frei schwingen.
    Danke für Eure Unterstützung.
    Grüße Mathias