Train Mountain - 58 km Fahrbetrieb; schlicht weit jenseits unserer Grenzen

  • Hallo zusammen,

    kürzlich stieß ich wieder auf diese grandiose Anlage in Oregon, Nordwesten der USA.

    Dort stehen schlichte 35 Meilen, also ca. 58 km zur Verfügung; auch für Gastfahrer ohne eigene Ausrüstung; z.B. Europäer im Urlaub ^^ .

    Schaut einfach: http://www.trainmountain.org/

    Einen ersten Übersichtsplan der Anlage findet man hier: http://www.trainmountain.org/pages/track_pl…plan_maps.shtml

    Ein SEHR detaillierter Streckenplan in Form einer topographischen Karte (61 cm x 97 cm) ist hier erhältlich: http://www.trainmountain.org/Resources/maps/24x38Map.pdf

    Bei diesen Dimensionen erstreckt sich eine Fahrt durch das Gelände schonmal über einen gesamten Tag.

    Man
    - sollte bei diesen Exkursionen in seinem Zug jedoch immer genügend Trinkwasser und Nahrung mit sich führen
    (für etwa zwei Tage), für den Fall, dass....,

    - kann mit seinem Zug aber auch zum Campen ins Hinterland fahren, sofern alles Benötigte auf die Wagen passt und macht bei einer der externen Ausweichstellen Rast.

    Selber war ich noch nicht dort, aber ca. 17 Jahre im Hinterland von Arizona / Nevada (von wegen Trinkwasser und Nahrung).

    Viel Spaß beim Schmökern und

    Grüße

    Volker

    11 Mal editiert, zuletzt von Bigboy (4. Januar 2013 um 01:35)

  • :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

  • Leider wird es zukünftig für die "örtlichen" Gartenbahner einen Einschnitt geben, wenn ich das richtig übersetzt habe.

    Im Rahmen der vorläufigen Verwaltung durch den neu gegründeten Verein Train Mountain Railroad sind im Hinblick auf die zukünftige geplante Übernahme durch Railroad Institute und Betrieb durch Train Mountain Railroad ist zukünftig die Mitgliedschaft erforderlich, um eigenes Equipment auf der Anlage betreiben zu dürfen. Das hängt unter anderem mit der beantragten Gemeinnützigkeit zusammen, die angestrebt wird, um die Steuerbehörde dazu zu bewegen, das Gelände und die Anlage aus dem Steuerforderungsverfahren zu entlassen.

    Ob es für die Triennials eine Sonderregelung geben wird ist mir noch nicht bekannt.

    Auf der anderen Seite ist die Mitgliedschaft wieder auf einem vernünftigen, bezahlbaren Level angekommen.

    Waren es zuletzt 150 $ pro Jahr, die mich dann Ende 2011 bewogen haben, meine Mitgliedschaft auslaufen zu lassen - zumal ja nicht feststand,was mit dem Geld geschehen würde, und in ein Fass ohne Boden wollte ich kein Geld versenken -, sind jetzt verschiedene Level möglich:

    Für 20 $ bekommt man die monatliche Gazette, aber hat sonst keine Rechte
    Für 25 $ gibt es die Railbiker Mitgliedschaft, die einem zwar nicht zur Registration für Meetings berechtigt, aber man darf zwischen den Meetings Fahrzeuge leihen und das Gleis nutzen
    Für 50 $ hat man dann alle Fahrrechte zwischen den Meetings, darf auf dem Gelände campen oder Räume anmieten, darf abstimmen und darf auch eigenes Equipment mitbringen sowie für Meetings sich anmelden. Das ist auch die Mitgliedschaft, unter der ich jetzt wieder registriert bin.
    Darüber hinaus gibt es natürlich noch Familienmitgliedschaften, eine Jugendmitgliedschaft ab 14 jahren (ohne Stimmrecht und ohne das Recht, eine offizielle Position zuübernehmen), die aber einen Sponsor/Betreuer bedarf.
    Und wer darüber hinaus der Anlage finanzielle Mittel zukommen lassen möchte, kann natürlich höherpreisige Mitgliedschaften halten, die dann gestaffelt die Meetings frei haben, einen speziellen PIN erhalten und die teuerste bekommt nach eine ganz große Flagge von Train Mountain.
    Genaues ist im Mitgliedsantrag zu finden: http://trainmountain.org/Resources/forms/RELEASE.pdf

    Hubert The Goose

  • Hi Hubert,

    fährst Du ab und an auf der Anlage und könntest etwas berichten, wie es sich im Outback tuckern lässt?

    Danke und Grüße in den Nordwesten

    Volker

    Einmal editiert, zuletzt von Bigboy (5. Januar 2013 um 01:11)

  • Ja, ich war 2012 das 5te Mal auf Train Mountain, davon 2003 auch mit meinem eigenen Fahrzeug: http://www.7-plus-ngm.org/pcr/ramble_d.htm

    Es ist immer wieder ein Erlebnis, und wer einmal dort gefahren ist, der ist für europäische Anlagen verdorben ;)

    Als ich 2003 mit dem Speeder drüben war, dauerte eine Rundreise so 2 - 2,5 Stunden, wenn man das volle Programm fuhr.
    Inzwischen ist durch die Friends of Train Mountain noch einiges an Mainline dazugekommen, so dass man noch wesentlich länger unterwegs ist.

    Für mich immer wieder beeindruckend ist der Teil jenseits der Straße, der ganz nach Norden hoch führt. Da ist man in der Regel mit sich und seinem Fahrzeug (den Schaffner bitte nicht vergessen) allein. Eingleisige Strecke mitten im Nirgendwo, an einem sonnigen Tag im Juni mit Temperaturen um die 25°, rund um einen herum nur Natur, vor einem die Strecke, einfach genial.

    Leider ist aufgrund der Waldbrandgefahr die meiste Zeit des Jahres genau dieser Streckenteil für Kohle- und Ölgefeuerte Dampflokomotiven gesperrt. Von daher geht dann nur noch Propangefeuerrt oder Verbrennungsmotor oder eben Strom. Ich habe damals mal eine Runde komplett als Batteriefahrzeug absolviert, das war ein herrliches Erlebnis.

    Aber das muss man eigentlich selber erlebt haben, Schilderungen geben das nicht wieder.

    Nächstes Wochenende wird das Polar Bear Meet stattfinden, dann heisst es reichlich Schneeräumung auf der Strecke. Momentan liegt auf TM reichlich Schnee. Wer gern Winterbetrieb macht, auch ein Erlebnis.

    Es gibt auf Youtube reichlich Videos, und die Triennial DVD's sind auch nicht schlecht, wobei die die zum Silberjubiläum 2012 noch nicht gesehen habe. Ist auch erst diese Woche bei mir eingetroffen.

    Hubert The Goose

  • Bei der Größe der Anlage, die fast ausschließlich von freiwilligen Helfern gebaut und unterhalten wird, ist eine gewisse Grundorganisation schon erforderlich. War doch früher das Ergebnis eine Bauwoche im Schnitt 1 Meile (1,6 km) neue Strecke. Wenn da nicht in der Zwischenzeit und über den Winter entsprechend Gleismaterial vorgebaut worden wäre, dann wäre das nicht möglich gewesen.

    Wurde früher ausschließlich Holzschwellen und Aluminiumprofil verbaut, wird jetzt seit rund 10 Jahren auf Stahlprofil (aus Italien) und Kunststoffschwellen aus Recycling-Kunststoff gesetzt. Das Schwellenmaterial wird als Sonderanfertigung in langen Stücken gespritzt und dann passend abgelängt. Aufgrund der Härte ist es sinnvoll, die Befestigungspunkte vorzubohren. Auch müssen aufgrund des Stahlgleises vorgebogene Gleisjoche fabriziert und vorgehalten werden, da man das Gleis nicht mal eben vor Ort anpassen kann, wie es noch zu Aluminiumzeiten üblich war.

    Der große Yard auf dem Foto ist übrigens 1999/2000 für den IBSL 2000 Event entstanden und bedarf dringend der Überarbeitung. 12 Jahre Wind und Wetter haben dem ganz schön zugesetzt.

    Inwieweit noch alle Großfahrzeuge vorhanden sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Sharon hat da einiges zwischenzeitlich verhökert, obwohl sie angeblich nichts mit der Anlage zu tun hatte.

    Ich habe mal meine Mails der Friends of Train Mountain der letzten Monate durchgesehen, da die beiden Angestellten der Friends den Fahrzeugpark für den Winter vorbereitet hatten. Danach konnte ich folgendes Equipment feststellen:

    2 Bulldozer
    1 Grader
    1 Firetruck
    1 Wassertruck
    1 Kenworth Dumptruck (Kipper-LKW) - vermutlich der aus dem Bild
    diverse John Deere Gator

    Dieses Equipment ist auch erforderlich für den Bau einer solchen Anlage, wenn man sich eimal den Streckenausbau Richtung Norden anschaut:

    Als erstes wird grob geplant, wie die Strecke ungefähr verlaufen soll.
    Dann wid das ganze von einem Mitglied (Bill Shepherd) verbessen und damit auch festgelegt, wo Einschnitte erforderlich sind oder wo aufgefüllt werden muss.
    Auffüllungen bedeuten etliche Ladungen Erdreich mit dem Kenworth Dump Truck.
    Das wird dann mit den Bulldozern verdichtet, zwischendurch geplant und gewässert
    Dann wird erneut ausgemessen und anschliessend Finetuning gemacht.
    Bei extremen Füllungen bleibt das auch mal über einen Winter liegen, manchmal auch zwei, damit sich alles setzt.
    Wenn dann das Planunm fast fertig ist, wird erneut vermessen und letzte Nivellierungen vorgenommen.

    Und dann ist das "Plastic Ready", was nichts anderes bedeutet, als das der Streckenbau beginnen kann.
    Als erstes wird eine Gewebetextilmatte ausgelegt (um zu verhindern, dass sich Schotter in den Untergrund verflüchtigt und um Pflanzenwachstum zu vermindern). DAnn werden die Gleisjoche aufgelegt, verschraubt und ausgerichtet.
    Anschließend kommen die John Deere Gator mit Schotter und bringen den Schotter auf, der dann noch verteilt werden muss.

    Die Breite des Trassees liegt übrigens daran, dass man alle Streckenstücke mit einem Gator erreichen können soll/muss, da vieles doch weit ab von der Straße oder Forstwegen liegt. Damit kann dann mit einem Gator zum nächsten Übergang gefahren und dann auf das Gleisbett abgebogen werden, um Hilfe zu bringen oder für Wartungszwecke.

    Hubert The Goose