Geneigte Schieberschubstange bei Heusinger Steuerungen

  • Hallo zusammen

    Vor einigen Tagen hatte ich versucht, die Steuerung meiner 99 4011 im Maßstab 1:20 noch genauer einzustellen, aber das Problem war, dass diese rückwärts immer besser lief als vorwärts. So habe ich mich an Stephan _A, einen Spezialisten auf diesem Gebiet gewandt, der ja bekannterweise ein Simulationsprogramm für die Heusingersteuerung programmiert und erstellt hat.

    Deswegen habe ich ihm eine Mail mit folgendem Inhalt geschickt:

    Mit der Zustimmung von Stephan_A ist hier seine Antwort auf meine Frage gepostet, die sicher nicht nur mich interessiert, sondern auch jeden der sich mit der Heusingersteuerung beschäftigt:


    So nun waren die Bedenken wirklich ausgeräumt. Wie man an den Schieberdiagrammen, die Stephan dankenswerterweise mit beiden Fällen erzeugt hat, sehen kann, ist der Einfluss nicht groß.Mit meiner Steuerung war somit alles OK, und der letzte Zweifel war ausgeschlossen.

    Und klar war im Nachhinein auch das es so sein musste, denn:

    1.Prüfung:

    Ich habe die Triebstange ausgebaut, die Steuerung auf 0 gestellt und etwas Druck auf die Schieber gegeben. Drückt man nun den Kreuzkopf aus der Mittellage wird er sogleich wieder zurück in die Mittelstellung zurück gedrückt. Klar, mit einer bestimmten Hysterese, aber man kann das gut ausmessen. Passt im Grunde bei meiner Lok. Mir fiel nur auf, dass bei geöffneter Entwässerung beide Hähne abgeblasen haben und die Mittelstellung etwas schwammig war.

    2.Prüfung.

    Zylinder in die Endlagen fahren und Steuerung durchkurbeln. Das Horn darf sich nicht bewegen. Macht meine Steuerung tadellos.

    Dann nochmal ins CAD geschaut und den Artikel von FGH durchgelesen. Da stand dann auch schwarz auf weiß das in den Zylinderendlagen bei ausgelenktem Voreilhebel kein Dampf in die Zylinder strömen darf. Nun war mir klar, was da los war.
    Ich hatte die Einströmüberdeckung zu knapp bemessen, was daher rührte, dass ich Voreilung und Hub von der Schwinge falsch überlagert hatte. Da habe ich dann gleich die richtigen Maße kurz im CAD ermittelt und neue Schieber gefertigt und eingebaut.
    Kurze Prüfung, und dann lief das Triebwerk seidenweich an. Ich habe die Überdeckung noch ein paar 1/10tel größer gehalten um Toleranzen auszugleichen.

    Vor- und Rückwärtsfahrt macht nun auch keine Probleme mehr.
    Die Feineinstellung der Schieber mache ich dann wenn die Lok unter Dampf steht.

    Ich danke Stephan_A ( http://www.constructor.valvegear.de )
    recht herzlich für sein Engagement in Sachen Dampf und die nette Beantwortung meiner Frage und die Erstellung so anschaulicher Beispiele. Vielen Dank.

    Beste Grüße,

    Marco