Hilfsbläser selber bauen

  • Hallo ,
    hat jemand eine Bauanleitung , ich möchte mir solch einen mal selbst bauen um mehr erfahrung zusammeln.
    wie der funktiniert? für hilfe bin ich dankbar!

    G Bernd

  • Hallo,

    schau mal hier, da wird die Funktionsweise von dem Bläserring (also die ringförmige Leitung mit Bohrungen) gut wiedergegeben.

    Da ein Bläserring sehr aufwendig und schwierig zu fertigen ist, kann man im Modell auch eine (Hilfs-)Bläserdüse einsetzen. Dafür benötigt man keinen Ring um die Blasrrohrmündung, die Düse kann man davor oder dahinter montieren. Diese zielt leicht schräg auf den Kegel des Schlotes, daher ist eine Düse nicht ganz so effektiv, wie ein richtig gebauter Hilfsbläserring. Allerdings muss man bei einem Hilfsbläserring die Bohrungen richtig machen, sonst bläst der Dampf nicht in den Kegel des Schlots sondern schaut sich die Rauchkammer von innen an.

    Wenn du mehr über die Funktionsweise von einem Hilfsbläser wissen möchtest, empfehle ich dir, heute abend nochmal zu schauen, da gibt es sicher Leute, die ein Buchtipp für dich haben ;)

    Wenn du ein Hilfsbläser bauen möchtest, dann solltest du vielleicht erstmal eine Düse bauen, ein Hilfsbläserring wird dir beim erstenmal wahrscheinlich nicht gelingen und wird dich schnell frustrieren.

    Viel Spaß beim Bauen
    Gruß Johannes

  • Mahlzeit!

    Was bitte ist an einem Bläserring so aufwendig? Ein Rohr wird an einem Ende zugelötet/verschweißt und zu einer Öse gebogen.
    Der Durchmesser richtet sich nach dem Blasrohrkopf und den Bauraum in der Rauchkammer. Über die Öse wird quer eine Stahlklinge aufgelegt und abgezogen, so dass man
    mit hinreichender Genauigkeit die Mitte des Rohres markiert. Je nach Baugröße werden dann 6-12 Bohrungen (bei 1:1 entsprechend noch mehr) mit etwa 0,5-3 mm Durchmesser gleichmäßig über den Teilkreis verteilt angerissen, gekörnt und gebohrt.

    Die Mitte des ringförmigen Hilfsbläsers muß mit der des Blasrohres übereinstimmen und die Oberkante des Hilfsbläsers in der Ebene der Blasrohroberkante liegen. Der Hilfsbläser wirkt ungenügend, wenn die Dampfaustrittslöcher durch Abnutzung zu groß geworden sind. Die Summe der Fläche aller Dampfaustrittsbohrungen muß kleiner sein als die Querschnittsfläche der Dampfleitung zum Hilfsbläser.

    Die Kunst liegt nun im richtigen Positionieren in der Rauchkammer...

    Gruß Sven

  • Mahlzeit!

    Was bitte ist an einem Bläserring so aufwendig? ...

    Die Kunst liegt nun im richtigen Positionieren in der Rauchkammer...

    Hallo Sven,
    DU schließt schon wieder viel zu sehr von Deinen Künsten auf die Fähigkeiten eines "Übenden" ;) !

    Johannes hat schon recht damit, daß in vielen Fällen bei den "Kleinen" - z.B. bei dieser da ... - ein schlichtes ROHR zum Blasen - pardon: ein Cu-Röhrle als "Direkt"-Bläser - "reicht".

    Andrerseits tun sich die "AUCH 1:1 - DAMPFER(-Menschen)" halt schwerer - z.B. - ein simples Röhrle als "OK" zu befinden;
    wenn doch das "in RICHTIG" ganz anders läuft - und {für den Geübt(er)en !} ein "richtigerHilfs BLÄSER-Ring" gar ned mal soooo schwer zu "machen" is ^^ ... !

    DANKE Sven , jedenfalls, für die fundierte BAU-Anleitung !!!
    {Hab Dich in "KA" leider nicht gesehn; warst Du dort !?}

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

  • Hallo Sven,

    du bist in diesen Gebiet schon Experte. Und nun möchte ich dich mal fragen, wie du in eine 5 Zoll Dampflok der Größe Polly einen Bläserring unterbekommen möchtest. Na da darf man ja gespannt sein.

    Bei größeren Maschinen ist ein Bläserring kaum ein Problem, bei kleineren Modellen funktioniert der Kompromiss der Düse sehr gut.

    Zudem: Wenn man bei einem 3mm-Rohr (oder kleiner) ein Loch reinbohrt, sollte man die Mitte treffen, liegt man da nur leicht daneben, dann blast der Dampf neben den Schlot.

    Ich finds super, dass Leute solche Bläserringe anfertigen können. Aber für mich wird wohl vorerst nur Düsen zum Einsatz kommen :)

    Gruß Johannes

  • Mahlzeit!

    Es wurde nach der Bauanleitung für einen Hilfsbläser gefragt, da bin ich mal davon ausgegangen, dass man mit den Grundlagen der Metallverarbeitung vertraut ist ;)
    Und wenn das dann noch zu Übungszwecken geschehen soll, kann man durchaus etwas probieren und variieren, eben üben ;)

    Die Bilder zeigen einen Hilfsbläser, den ich mal während einer Nachtwache gebaut habe. Es war mein Erstlingswerk und hat durchaus zufriedenstellend funktioniert.

    @Johannes: es wurde allgemein ohne Angabe eines Maßstabs oder speziellen Modells gefragt, dafür gab es dann auch nur eine allgemeine Antwort ;)

    Gerald: Leider konnte ich in diesem Jahr nicht nach KA kommen, da ich Maschinen verkaufen, meine Werkstatt umräumen und auf die Ankunft einer größeren Fräsmaschine vorbereiten musste.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • auch in eine 5"-Maschine wie die Polly passt ein Ringbläser, wenn man den Ring einfach über den normalen Bläser stülpt. Ich habe das bei meiner T3 (5") gemacht und ich hatte Platz genug. Einspruch erheben möchte ich aber bei der von Sven vorgeschlagenen Dimensionierung: Drei Bohrungen mit je 1mm Durchmesser genügen vollkommen! Bei meiner 96 habe ich auch nur drei Düsen mit 1,5 mm Bohrung. Bei 7 bar (Betriebsdruck) zieht mir der voll aufgedrehte Bläser die Kohle vom Rost. Wichtig ist, wie schon gesagt, die genaue Ausrichung der Dampfstrahlen. Die müssen unbedingt die Öffnung im Petticoat treffen, sonst wirds nix mit dem Unterdruck in der Rauchkammer! Hier noch ein Tip: Wenn du sicher sein willst, daß die Bohrungen auch wirklich in die Mitte des Schornsteines zielen, nimm ein Stück Messingrohr o.äh. passender Länge als Bohrerverlängerung, kleb den Bohrer in das eine Ende und bohre die Löcher, indem du das Messingrohr von oben durch den Schornstein steckst. Du mußt nur beim Anbohren aufpassen, daß der Bohrer die Mitte des Hilfsbläserrohres trifft und nicht verläuft. Am besten machst du das von Hand und nicht mit der Maschine. So läufst du auch nicht Gefahr, versehentlich durch das Hilfsbläserrohr durchzubohren.
    Heinrich

    Der liebe Gott gab uns die Zeit
    (von der Eile hat er nichts gesagt!)

    Einmal editiert, zuletzt von heinrich (13. Januar 2014 um 17:50)

  • Hallo,

    ich gestatte mir, auch etwas beizusteuern:

    @Bernd: Was willst Du denn üben, mit welcher Ausrüstung? Ein wirklich schöner Hilfsbläser ist hier zu sehen, daran kannst Du Dich so richtig austoben ;)

    Ad Düsen: Habe auf der Heimreise vom EDHT im neu erstandenen Buch "Strömungen von Dampf, Luft und Wasser in Dampflokomotiv-Modellen" von Wilhelm Wallner geschmökert, das dem Thema "Hilfsbläser" ganze 10 Seiten Berechnungen und Diagramme widmet, mit der "Waldenburg" 7 1/4 (1:4) des Autors (allerdings gekauft aus England) als praktische Referenz. Ich gestatte mir frei zu zitieren:

    "Diese Lok hat 4 Düsen je 1 mm Durchmesser, und bei nur 4 bar Hilfsbläserüberdruck reißt es schon das Feuerbett auf und Kohlestückchen in Kesselrohre und Schornstein. Beim Anheizen sind 2 bar Überdruck mehr als genug. Die Strömungsgeschwindigkeit im Schornstein ist schon bei mittlerer Bläserleistung viel zu groß. Wahrscheinlich würde 1 Düse mit 0,5 mm genügen, bei mehreren kleineren ist die Verstopfungsgefahr (durch mitgerissene Partikel aus dem Kessel) zu groß."

    Auch gibt er dort folgenden Tipp: "Bei der Konstruktion und dem Bau des Hilfsbläsers ist darauf zu achten, dass die vier Strahlen den engsten Querschnitt des Schornsteins treffen."

    Soviel vom Autor zum Thema Hilfsbläser und Hilfsbläserdüsen...

    Kristian

  • Mahlzeit!

    Die Anzahl der Bohrungen unterscheiden sich natürlich, bei kleineren Modellen fehlen mir die Erfahrungswerte, danke für die Richtigstellung.

    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

  • Hallo zusammen,
    muss Heinrich zustimmen, das geht sehr wohl sehr klein :)
    Hier ein Kandidat in einer Spur 1 Lok mit 42 mm Kesseldurchmesser. Der Hilfsbläser selber hat einen Außendurchmesser von vielleicht 10-11 mm, das weiß ich nicht mehr so genau. Bohrungsdurchmesser 0,3 oder 0,4 mm. Die drei Strahlen treffen sich an der Schornsteinunterkante.
    Gruß Janosch

    Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt (Gotthold Ephraim Lessing)

  • Hallo zusammen,
    muss Heinrich zustimmen, das geht sehr wohl sehr klein :)
    Hier ein Kandidat in einer Spur 1 Lok mit 42 mm Kesseldurchmesser. Der Hilfsbläser selber hat einen Außendurchmesser von vielleicht 10-11 mm, das weiß ich nicht mehr so genau. Bohrungsdurchmesser 0,3 oder 0,4 mm. Die drei Strahlen treffen sich an der Schornsteinunterkante.
    Gruß Janosch


    Hallo Joschi, du hast nicht villt eine grobe Skizze für mich , das ich denn mal nach bauen kann? G Bernd

  • Hallo Bernd,
    ist im Prinzip nichts anderes, als der Ringbläser aus einem Rohr, nur dass meiner aus Vollmaterial als Lötkonstruktion mit Drehteilen gebaut wurde.
    Sie besteht aus drei Teilen: Dem unteren Grundkörper mit Einstich, dem Deckel mit den kleinen Bohrungen und einem kurzen Stück Leitung.
    Braucht es dafür tatsächlich eine Skizze?
    Gruß Janosch

    Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt (Gotthold Ephraim Lessing)

  • Hallo Zusammen,
    zum Test ob der Hilfsbläser richtig ausgerichtet ist, gibt es einen einfachen Trick.
    Hilfsbläser ein. Einen Papierstreifen von 5mm Breite von außen bis zur Mitte des Schornsteins halten.
    Das Papier muß nach oben verbogen werden. Test umlaufend am Schornstein durchführen.
    Bei Hilfsbläsern mit mehreren Düsen merkt man sofort, ob eine Düse verstopft ist.
    Und wenn man kein Papier hat dann funktioniert das Ganze auch mit einem Grashalm.
    Volker

  • ... Und wenn eine Düse verstopft ist, dann nimmt man KEINE alte Zahnbürste, um den Düsenring zu reinigen, denn damit gehen die anderen Düsen auch noch 'zu', sondern man kann einen Bohrer für einen Wurzelkanal vom Zahnarzt hernehmen. An ein Stück Draht anlöten und von oben durch den Schornstein vorsichtig stochern. Mit etwas üben geht das sogar während des Betriebes.