Rosebud

  • Rosebud

    Nicht das letzte Wort des Zeitungszars Citizen Kane auf dem Sterbebett aus dem gleichnamigen Film mit Orson Welles ...

    Gemeint ist hier die Rosebud Mining Co. in USA, deren Kohle mit relativ niedrigem Brennwert auch auf Lokomotiven eingesetzt wurde. Dies funktionierte nur mit Rosten die speziell für diese Kohle konstruiert wurden, und deshalb auch Rosebud Roste heißen.

    Hier sind die Reste eines solchen Rostes von einer Amerikanischen Lok zu sehen.

    Das Bild mag einen falschen Eindruck erwechen... ist halt von einem Schrottcontainer.

    Auch in Australien wurden solche Roste eingesetzt, bei der A2-Lokomotive (Victorian Railways A2 class 1915)

    und anderswo gab es zaghafte Ansätze, eine Wirbelschicht-Feuerung bei Dampflokomotiven einzusetzen.
    zB vielleicht hier nachzulesen: http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17,5196291

    Und eine Wirbelschicht-Feuerung funktioniert sogar bei Dampflokomotiven 'in unserem' Maßstab !
    http://modeleng.proboards.com/thread/6570

    Dieses Rost hier ist so konstruiert, daß es seitlich unter der Feuerbüchse hervorgezogen werden kann.

    Kürzlich hab ich eine STAFFORD Lokomotive (StationRoadSteam) in Betrieb gesehen, die ein Rosebud-Rost in den Marine-Kessel der Stafford integriert hatte.
    Leider hab ich kein Foto von dem Rost hier, doch ich kann versichern, daß die Lok hervorragend damit lief.

    Warum kann ein Rosebud-Rost bzw eine Wirbelschichtfeuerung bei einer Modell-Lok attraktiv sein?

    Der Begriff "Wirbelschichtfeuerung" besagt es beinahe schon. Das brennende Kohlebett ist nicht statisch, sondern es besteht aus einer Wirbelschicht, bei der die brennenden Partikel in einem aufwärtsströmenden Gasstrom 'herumtanzen' oder sogar schweben. Eine Wirbelschicht ist deshalb immer homogen, dh. es gibt keine Löcher oder Klumpen. Eingetragen Kohle verteilt sich immer gleichmäßig über das ganze Wirbelbett. Die tanzenden kleinen Brocken zerreiben sich gegenseitig. Eine Ansammlung von "Klinker" kann es kaum geben (zumindest nicht beim Modell, soweit mir bekannt). Die Rostfläche selbst wird gleichmäßig belastet. Das Rost kann nicht durchbrennen oder verstopfen. Asche und Schlackepartikel werden in Richtung Rauchkammer abtransportiert.

    Es gibt auch Nachteile oder eher "Eigenheiten":
    Die Feuerung wird auf die traditionelle Art angezündet. Nachdem ein erstes stabiles Glutbett vorliegt, MUSS BIS ZUM ENDE des Fahrtages der Wirbelzustand des Wirbelbettes unterhalten werden. Wenn kein Saugzug durch den Auspuff des Blasrohres vorliegt muss immer (!) der Hilfsbläser laufen. Ohne den konstanten Zustrom von Verbrennungsluft sackt das Glutbett in sich zusammen und kann dann doch zusammenbacken. Die Korngröße der Kohle muß der Wirbelschicht angepaßt sein.

    Der Brennstoff einer STAFFORD sind normalweise Kohlebrocken mit Größen zwischen Hühnerei und Zitrone. Die Rosebud/Wirbelschicht STAFFORD fuhr einwandfrei mit der für eine 5" Lok typischen Kohle wie wir sie zB von Karlsruhe kennen. Der Eindruck der Feuerung in der FB war nachhaltig: eine glühende, brodelnde 'Masse'. Ich vermute allerdings, daß das Erlernen des Fahrens mit einem Rosebud-Rost einen wesentlichen Lernprozess erfordert.

    Die wesentlichen Parameter bei einer Wirbelschichtfeuerung sind: Gasgeschwindigkeit, Dichte der Brennstoffpartikel und die sog. Net Free Area (NFA). Das ist der Anteil der summierten Flächen der Löcher in der Rostplatte bezogen auf die totale Rostfläche (der Querschnitt durch die Feuerbüchse auf Rosthöhe).

    Die optimale NFA beträgt nach den Experimenten bei 7,25" Loks etwa 12.5%

    Die Bohrungen in der Rostplatte (12 mm 'normaler' Stahl) sind 3 mm im Durchmesser. Von der Unterseite aus werden die Bohrungen mit einem Zentrierbohrer auf 5 mm aufgeweitet, auf den letzten 3 mm Bohrtiefe behalten die Bohrungen den Durchmesser von 3 mm. Die Rostplatte besteht also aus einem Feld von sehr vielen Düsen, die sich in Richtung FB auf 3 mm verengen.

    Aus NFA und der totalen Rostfläche berechnet man die Anzahl aller Düsenbohrungen. Diese Anzahl definiert dann das zu erstellende Lochmuster. Im Beispiel von Boadicea's Rosebud Grate sind das mal lockere 224 Bohrungen. Wenn der Zustrom von Verbrennungsluft irgendwo durch die vorhandene Konstruktion von Aschkasten oder Rahmen behindert sein sollte, dann kann man einige Bohrungen anpassen.

    Verspürt jemand Lust, es auch mit Rosebud zu versuchen?

    Einmal editiert, zuletzt von Johannes Grabsch (27. April 2014 um 21:58)

  • Hallo Johannes,

    das klingt ja hoch interessant, aber mir fallen da gleich mehrere Pferdefüße ein:


    • Strömungswiderstand des Rostes: ein normaler Rost hat ein NFA von vielleicht 50%, hier ist es ein Viertel, dementsprechend wird dem Luftstrom mehr Widerstand geboten. Ich weiß jetzt nicht, welchen Anteil der Rost vom Gesamtwiderstand des Weges Aschekasten-Schornstein normalerweise hat, könnt mir jedoch vorstellen, dass man doch die Saugzuganlage anpassen muss, sprich höherer Unterdruck in der RK, d.h. engere Düse, d.h. höherer Gegendruck im Zylinder gleich weniger Zugkraft am Haken.
    • Asche und Schlackepartikel in Richtung Rauchkammer: Und von dort direkt ins Gesicht des dahinter sitzenden Lokführers. Oder man hat einen Gitterkorb und darf ihn nach jeder zweiten Runde "entstauben", damit noch Rauch durchkommt. Aber dafür muss man den Aschekasten nicht entleeren :)
    • Stetiger Zug: Bei 1:1 ist fährt man mehr, als dass man steht, in unserem Maßstab mitunter eher umgekehrt, und für die Stehzeiten muss Dampf, d.h. Wasser und Kohle verschwendet werden. Und natürlich muss man andauernd dran denken, den Hilfsbläser aufzudrehen. Wie wirkt sich Schnell- und Langsamfahrt auf längere Dauer aus?
    • Körnung der Kohle: Kann man da wirklich "Kraut und Rüben" reinschaufeln, oder muss man eine bestimmte Korngröße einhalten? Dann braucht man mitunter einen Kohlebrecher mit entsprechendem Sieb. Wäre vielleicht was für die Stokergemeinde unter uns, die müssen ja sowieso kleinere Brötchen backen ;)


    Was sind die Erfahrungen diesbezüglich?

    Dank und Gruß

    Kristian

    • Offizieller Beitrag

    Hi,

    Kristian, warum so kompliziert? Es ist doch keine Schwierigkeit
    beim Kohlehändler einen Sack 6er Nuß zu kaufen (die Größe für den Stoker).
    Bei uns im Pott ist das zumindest gar kein Problem.


    @Johannes

    Erstmal meine besten Glückwünsche zur gestrigen heilig
    Sprechung. :D
    Sehr interessant diese Feuerungsweise. Danke für den schönen Bericht.

    Viele Grüße

    Christian

    Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein !!! :D Ich bin der Fräser Eilig, was ich nicht fräs das feil ich.... Genitiv ins Wasser weil es Dativ ist :pinch:

    2 Mal editiert, zuletzt von Steamchris (28. April 2014 um 15:27)

  • Hallo K/Ch ristian

    Strömungswiderstand:
    Der Strömungswiderstand bei dem traditionellen Feuerungsbett ist die Summe der Widerstände von Rost und Bett. Bei einer Wirbelschicht ist das anders. Der Druckabfall über das Wirbelbett ist minimal. Die totalen Druckverluste sind bei beiden Fällen wahrscheinlich vergleichbar. (müßte ich mal exakt nachrechnen...)

    Fluide Phase:
    Die Gasphase der Wirbelschicht ist immer fast perfekt durchmischt. DIe Konzentration von Sauerstoff nimmt linear ab. Die Reaktionsgeschwindigkeit ist deshalb beinahe über das ganze Bett konstant. Ein Rosebud-Rost wird daher im Gegensatz zur traditionellen Feuerung garnicht so sehr thermisch belastet, weil es ständig durch kühle Zulust gekühlt wird UND NICHT im intensiven, direkten Kontakt mit glühenden Kohlebrocken ist.

    Brennstoff:
    Alle Kohlebrocken, die nicht zu schwer sind, daß sie von der Gasphase noch zum Tanzen oder Wirbeln gebracht werden können, sind als Brennstoff geeignet. Schwerere Brocken sacken auf das Rosebud-Rost durch und müssen deshalb vermieden werden, denn über solchen Brocken stagniert das Wirbelbett und es findet keine gute Durchmischung mehr statt. Zuviel Feinstaub ist allerdings ebenfalls schlecht, weil solche Partikel mit dem Gasstrom abtransportiert werden können bevor sie reagiert haben. Der Uebergang vom Festbett zum Wirbelbett beim Anheizen will gelernt sein...

    Fahren:
    Das Fahren mit der Wirbelschicht-Feuerung soll fast normal sein. Da ich nicht selbst am Regler saß, kann ich hier nur wiedergeben, was der Eigentümer berichet. Anhalten und Hilfsbläser-Auf geht in 'Fleisch und Blut' über. Die Dosierung muss allerdings gelernt werden. Was nicht geht ist ein Ruhefeuer für eine längere Pause. Ein Fehler beim Nachfeuern (wo beim tradtionellen Rost ein schwarzes Loch im Glutbett entstehen kann) ist nicht so schwerwiegend, da das Wirbelbett immer für eine Durchmischung und Verteilung sorgt solange noch genügend Brennstoff in der FB ist. Wenn man nicht nachfeuert geht das Feuer schließlich sehr schnell aus, sobald die Brennstoffmenge im Wirbelbett die Rostfläche nicht mehr komplett bedecken kann, die Wirbelschicht 'aufreißt'.

    Rauchkammer:
    Weil die Verbrennung jetzt intensiver ist, landen in der RK nun nur noch Ascheteilchen, kaum unverbrannter Kohlestaub. In Summe wird man einen Unterschied wohl nicht wahrnehmen (vermute ich).

  • Moin zusammen,

    würde sich als Kohlesorte auch Anthrazit für Automatik Heizungen eignen (Nuß 6 / Erbse, max. Daumennagel groß, eher kleiner) ??
    Wirbelschicht Feuerbuchsen / Kessel werden auch im Buch "Die Anatomie der Dampflok" von Giesl behandelt und beschrieben.

    Gruß Bucki ... der das sehr interessant findet ...

  • Steamchris[/quote]

    ....beim Kohlehändler einen Sack 3er Nuß zu kaufen (die Größe für den Stoker).


    [/quote]


    ist die 3er Nuß auch für den armen Stoker nicht ein wenig zu groß? Ich denke doch, daß der Bucki mit der Größe 6 der Sache näherkommt.
    Heinrich

    Der liebe Gott gab uns die Zeit
    (von der Eile hat er nichts gesagt!)

  • Hallo allerseits,

    das Thema finde ich wirklich interessant, zumal ich eine Schwäche für ausgeklügelte technische Finessen habe (z.B. meinen Dyson-Zyklonstaubsauger :) ). Leider dürfte diese Feuerungsweise wohl nicht für meine "Herzensdame" geeignet sein, da sie einen in Richtung Kessel abfallenden Rost hat (mit Klappsektion vor der Rohrwand) :( Oder ließe es sich retten, indem man die Löcher "vertikal" bohrt, d.h. entgegen dem Neigungswinkel des Rosts?

    Dank und Gruß...

    Kristian

  • Kristian

    Der Rosebud Rost von Lok Boadicea ist doch auch in Richtung Kessel geneigt... Siehe 2. Beitrag oben oder

  • Aha, danke... Hab zu flüchtig draufgeschaut, sorry...

    Aber auch so: Falls die Löcher orthogonal zur Rostfläche gebohrt sind, wandern die Teilchen bei ihren "Hopsern" immer weiter nach vorne - führt das nicht zu Problemen (keilförmig zunehmende Stärke der Schicht)? Oder ist dies umgehrt von Vorteil, weil man die Reste - soweit überhaupt welche übrigbleiben - dann um so einfacher per Klapprost vorne in den Aschekasten entsorgen kann?

    K.

    • Offizieller Beitrag

    Moin,

    wie ich eben erfahren habe, wird diese Feuerungsart sogar
    recht erfolgreich in Kraftwerken angewendet. In meiner
    näheren Umgebung sind zwei Kraftwerke in zwei Städten mit dieser
    Feuerung ausgerüstet.

    Gruß Christian

  • Hallo Christian,

    davon hättet ihr vor dem Bau der Y höhren sollen, was? ;) Wäre ideal bei der langen Feuerbüchse gewesen...

    Ich denke, für Kraftwerke mit ihrem kontinuierlichen Prozess ohne schnelle Schwankungen ist das Verfahren besser geeignet als für Dampfloks, wo die Intensität des Luftstroms breit und schnell schwankt. Da müsste man wohl zuerst jemanden mit viel Betriebserfahrungen befragen, ehe man sich an soetwas rantraut und ggf. eine Fehlkonstruktion riskiert. Oder Versuchsanlage bauen und ausexperimentieren..

    Kristian

  • Hallo Johannes,

    mit diesem Beitrag hast du es mir angetan.
    Ich hab zwar von der Wirbelschichtfeuerung bei Kraftwerken schon gehört (oder besser gelesen) und
    auch, dass man dies bei Dampfloks versucht hatte, doch dass sogar Modellloks damit laufen ist mir neu.

    Sehr interessant auch die Bilder, damit man einen besseren Eindruck bekommt.
    Die DR war ja geschichtlich bedingt von der Steinkohle abgeschnitten und mußte mit dem auskommen,
    was es in der DDR reichlich gab, dank immenser Lanschaftszerstörung durch Tagebau, nämlich Braunkohle.
    Die Kessel der Einheitsloks und der alten Länderbahnloks verloren durch die Braunkohle erheblich an
    Leistung, so dass man nach technischen Lösungen suchte.
    Eine Lösung waren die sogenannten Rekokessel (Reko ~ Rekonstruktion), wodurch die ursprüngliche
    Leistungsfähigkeit der Lok "rekonstruiert", als wiederhergestellt werden sollte.
    Dank größerer Rostfläche und Verbrennungskammer kamen diese Kessel wunderbar mit dem Dreck im Tender
    zurecht.
    "Dem Rekokessel" brauchst du die Schippe nur zu zeigen!" schwärmten manche Heizer.

    Eine andere Lösung war die Kohlenstaubfeuerung, wie die Wirbelschichtfeuerung, eigentlich eher im
    stationären Bereich zu finden.
    Die Bauarten STUG und AEG waren Entwicklungen der DRG aus den 20er Jahren.
    Bei diesen Bauarten wurde der Kohlenstaubb mit einer Förderschnecke zum Brenner (Wirbelbrenner) gefördert und
    in diesem mittels Druckluft in die Feuerbüchse geblasen.
    Das Brennverhalten dürfte ähnlich mit dem der Wirbelschichtfeuerung sein.
    Hans Wendler, Ingenuer bei der DR, vereinfachte und verbesserte diese Feuerung, in dem er u.a.
    die Förderschnecke durch eine reine Druckluftförderung vom Tender bis zum Brenner ersetzte.
    Durch die optimierte Verbrennung waren diese Loks beim Kohleverbrauch so gut wie
    steinkohlegefeuerte Loks, was allerdings mit einem immensen Aufwand durch Mahl- und Bunkeranlagen
    erkauft wurde.
    Lange Stichflammen und Dioxinvergiftungen beim Personal sorgten bis mitte der 70er Jahre für das
    Ende der Kohlenstaubloks.
    Da die Brenner unter dem Führerhausboden angeordnet werden mussten, war das Personal auch
    einem erheblichen Geräuschpegel ausgesetzt, so dass sogar mit Gehörschutz gefahren wurde.
    Eine Rekolok war wohl ungefährlicher und erforderte weniger Ansprüche bei der Infrastruktur.

    Mi über 110 umgebauten Lokomotiven war die DR weltweit Spitzenreiter.

    Hauptsächlich wurden Güterzugloks der BR 44, 52 und 58 umgebaut (BR 58 Kst )
    Auch eine Tenderlok war dabei mit 65 1004

    Doch die Schönsten waren 03 1087, 07 1001, 08 1001 und die BR 17.10

    Empfohlene Literatur zu diesem Thema:
    Kohlenstaublokomotiven der Deutschen Reichsbahn

    Viele Grüße
    Dirk

    M.A. Verick:
    Die gefährlichsten Massenvernichtungswaffen sind die Massenmedien. Denn sie zerstören den Geist, die Kreativität und den Mut der Menschen, und ersetzen diese mit Angst, Misstrauen, Schuld und Selbstzweifel.

  • Kleine Ergänzung.
    Es gab auch Kohlenstaublokomotiven, die mit einem Mahltender ausgerüstet waren. Dies vereinfachte die Bevorratung. Auch sollte man die Br56 (G8.1) nicht vergessen, mit diesen Loks wurde viel Entwicklungsarbeit geleistet. Was heute kaum einer noch weiß, die 05 003 war ursprünglich auch eine Kohlenstaublok, wenn auch mit Steinkohle der Zeche Ewald, Hamm. Diese Lok fuhr rückwärts, d.h. die Rauchkammer zeigte zum Tender und der Führerstand war als Cab-Forward ausgeführt. Das Ende der Entwicklung der Kohlenstaubfeuerung war wohl die UP80 mit gut 5000PS Turbinenleistung.
    Gute Literatur ist auch
    Kurt Pierson Kohlenstaublokomotiven - Schiksal einer bedeutungsvollen Entwicklung im Lokomotivbau.
    Volker

  • Moin zusammen,

    vom EK-Verlag gibt es ein Buch "Kohlenstaublokomotiven der Deutschen Reichsbahn".

    Entwicklung, Technik und Einsatzgeschichte der Bauarten: AEG, STUG, WENDLER

    ISBN: 3-88255-179-8

    Ich finde es empfehlenswert ...

    Gruß Bucki

  • In der neusten Ausgabe von "Model Engineer", No 4519 16-19. October 2015 sind zwei Artikel über die erfolgreiche Anwendung dieser Art von Rost "Rosebud" bei 5" und 3,5" Modellen abgedruckt: Fertigungsmethode und Verhalten unter realen Bedingungen im Modell, inkl. Resultate unter Wettbewerbsbedingungen. Ich kann den Artikel hier sicher nicht wiedergeben, aber es gibt ja andere private Kanäle.

  • Ein paar neue Informationen...

    Ein Blick in die brennende Wirbelschicht auf einem Rosebud-Rost.
    Nebenbei eine interessante Idee: Zu Testzwecken eine Feuertüre aus Pyrexglas !
    Am Ende der Fahrt kann man gut sehen wie die Wirbelschicht zusammensackt.

    Soweit ich weiß gabs sowas ähnliches schon mit "Fenstern" bei den Zylindern in Verbrennungsmotoren.

    In diesem Clubnewsletter gibt es ab Seite 17 einen Erfahrungsbericht.
    Auch hier mal hinein schauen.

    Im Netz tauchen immer mehr Bilder von Rosebud-Rosten auf. Diese beiden hier habe ich etwas handlicher gemacht.

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    ... in einer 7 1/4 Lok: 4mm Bohrungen in einem 10mm Gitternetz.
    Das Rost muß rundum dicht abschließen, sonst stimmt das Strömungsbild nicht mehr. Daher die exakte Umrißform links.

    Beim Vergleich der beiden Roste fällt auf, daß die freie Fläche beim 'klassischen' Rost viel größer ist. Wenn nun das Vakuum in der Rauchkammer durch den Auspuff von den Zylindern identisch geblieben ist, dann muß die Strömungsgeschlwindigkeit in den Rostlöchern links höher sein als als beim klassischen Rost. Höhere Strömunggeschwindigkeit bedeutet bessere Durchmischung, intesivere Verbrennung - aber auch daß mehr Aschepartikel durch den Schornstein gehen und dem Fahrer oder den Fahrgästen aufs Kopf fallen (könnten) und nicht per Schwerkraft in den Aschkasten.

  • Wenn nun das Vakuum in der Rauchkammer durch den Auspuff von den Zylindern identisch geblieben ist, dann muß die Strömungsgeschlwindigkeit in den Rostlöchern links höher sein als als beim klassischen Rost.

    Hallo Johannes,

    danke für die schönen Fotos!

    Die logische Reihenfolge ist etwas anders: Für gleichen angesaugten Luftstrom (Volumen/Zeit) muss die Strömungsgeschwindigkeit in den Löchern höher sein. Ob das mit gleichem Unterdruck erreicht wird oder höherer notwendig ist, hängt vom Strömungswiderstand der Feuerung ab. Der ist bei den Löchern selber zweifelsohne höher als bei klassischen Spalten, aber wie hier schon unlängst an anderer Stelle hingewiesen wurde, kann dies durch den geringeren Widerstand der wirbelnden Kohleschicht (im Vergleich zur ruhig liegenden auf dem klassischen Rost) kompensiert werden, denn es greift ja der Gesamtwiderstand Rost+Kohle. Falls ja, muss der Unterdruck in der Rauchkammer nicht höher sein.

    Interessant wären konkrete Daten - weiß vielleicht jemand von einem Vergleichstest?

    Schöne Grüße...
    Kristian

  • Kristian

    Bei einer klassischen Dampflokomotive sind alle Prozesse rückgekoppelt. Beim Abdampf von der Machine ist es egal wie er erzeugt wurde und die Maschine wird bei gleicher Belastung die gleiche Menge Dampf verbrauchen, Das gleiche Dampfvolumen erzeugt in der Blastnozzle ja auch wohl dasselbe Vakuum. Der Druckabfall in den Kesselrohren ist unverändert, Deshalb ist anzunehmen, daß der 'Durchsatz' an Feuerungsgasen auch unverändert ist.

    Allein WIE die Verbrennungsluft in die Feuerbüchse gelangt und wie die Feuerung arbeitet ist unterschiedlich;
    Bei dem statischen Bett der traditionellen Feuerung fließt reichlich Luft durch die Zwischenräume der groben Glutbrocken und an den Rändern des Rostes entlang, Luft, deren Sauerstoffanteil nicht unbedingt restlost verbraucht wird.

    Das Wirbelbett muß man als homogen betrachten, weil die Kohlestückchen und die Luft ständig (und wahrscheinlich) perfekt durch- und rückvermischt werden.

    Die Konstruktion von Stephenson ist ein System mit positiver Rückkopplung: Mehr Auspuff --> anheizen der Feuerung...
    Der Saugzug muß in beiden Fällen den gesammten Druckabfall der Feuerbüchse überwinden:
    Rost + Glutbett oder Rosebut-Rost + Wirbelschicht.

    Da die Lok mit beiden Alternativen arbeitet ist der Widerstand aus der Feuerbüchse identisch (oder zuminddst vergleichbar).

    Die Strömungsgeschlwindigkeit in den Löchern des Rosebut-Rostes ist höher als in einem statischen Glutbett beim klassischen Rost. Höhere Strömunggeschwindigkeit bedeutet bessere Durchmischung in der Gasphase und intensivere Verbrennung.


    Vielen Lokomotiven fehlt die Fähigkeit, CO vollständig zu verbrennen. Dafür wurde zB Konstrktionen wie Brennkammern oder 'Ober-Luft) entwickelt.

    Bei der Verbrennung im Festbett kann der 2, Reaktionschritt
    2 C + O2 --> 2 CO
    2 CO + O2 --> 2 CO2
    nicht vollständig ablaufen, weil es keine perfekte Durchmischung gibt.

    Unverbranntes CO ist schädlich und ein Energieverlust

    Bei jedem Mol Kohlenstoff (12 g) werden idealerweise (vollständige Verbrennung) 393 kJ frei.
    Wenn - angenommen - 1 g Kohlenstoff unverbrandt bleibt, dann geht 1/12 der Enthalpie des 2. Schrittes (CO zu CO2) verloren. Das ist 6% der maximal verfügbaren Enthalpie (Energie für 'Normalverbraucher').

    Daher ist die vollständige Verbrennung, unter Vermeidung von CO aber auch eines Luft überschusses das A & O eines jeden Designs einer Verbrennungsmaschine.