Stahlkessel reaktivieren!

  • Hallo allerseits,

    es wurrd eine Frage mich herangetragen, die ich nicht so ohne Weiteres zu beantworten weiß!
    Ich habe ihm geantwortetm das ich dazu in einem großen Kreis um Hilfe bitten werde!
    Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann...

    Hier der Originaltext:

    ...vielleicht können Sie mir bei einem Problem weiterhelfen:
    ich habe meine BR64 vor ca. 3 Jahren wahrscheinlich nicht fachgerecht abgestellt, anschließend
    war ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, mich um die Maschine zu kümmern.
    Jetzt möchte ich sie wieder in Betrieb nehmen und habe vorsichtshalber mit einem Endoskop den
    Kessel überprüft. Es ist überall Rost vorhanden, nur oberflächlich aber doch vorhanden. Ist es sinnvoll,
    den Kessel mit Rostumwandler zu befüllen und nach einiger Zeit auszublasen ?
    Oder gibt es eine bessere Möglichkeit, den Kessel zu retten ?

    Herzlichen Dank und schöne Grüße...

    Originaltext Ende


    Danke im Voraus,
    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,
    mit dem Rostumwandler könnte ich mir als letzte Möglichkeit vorstellen.
    Eigentlich hilft nur den Kessel vollständig zu demontieren (von der Lok runter).
    Dann alle Öffnungen freilegen und mit zwei Händen voll von feinem Splitt füllen. Etwas Wasser dazugeben
    und wie die Mopedtanks früher richtig damit ausschmiergeln.
    Dann die ganze Brühe ausspülen und mehrfach auskochen.
    Dann den Kessel sehr gut spülen, bis nichts mehr an Schmutz austritt.
    Am besten das Wasser durch einen Kaffeefilter schütten und kontrollieren.
    Das Ganze so oft wiederholen bis nichts mehr an Schmutz aus dem Kessel kommt.
    Dann wieder fein zusammenbauen und mit einem Kesselmittel (Name weis ich im Moment nicht, kann ich zu Hause nachschauen)
    behandeln. Es bildet bei mehrmaligen Gebrauch eine schwarze Schutzschicht im Kessel.
    Dann sollte es wieder gut sein.
    Grüße
    Wolfgang

    † 2017

  • Hallo Zusammen

    Rost in einem Stahlkessel ist ganz normal! Ich würde folgendes vorschlagen:

    -Den Kessel mit sauberem Wasser auswaschen.
    -Den Kessel mit Wasser und 10% Reinigungsessig (Kein Essigreiniger) befüllen und langsam erwärmen
    -Nach ca 1 bis 1 1/2 Std. das Essig Wasser gemisch ablassen und Kessel erkalten lassen!
    -Anschliessend erneut mit viel sauberem Wasser nachspühlen!

    Danach den Kessel das erste mal unter Druck setzen (8-tung durch Essigrückstände neigt das Wasser zum überreissen, Lok nicht in bewegung setzen!!!)
    Anschliessend das Wasser über das Abschlammventil unter druck ablassen!

    So habe ich vor einigen Jahren den Stahlkessel meiner Chiemsee nach 12 Jahren stillstand gereinigt und der Kessel versieht bis heute (seit 1978 ) zuverlässig seinen dienst!

    Gruss Adrian

    PS: Beim Abstellen eines Stahlkessels ist Wichtig das der Kessel vollständig ausdrocknen kann, das öffnen des Ablassventils reicht nicht da sich am Kesselscheitel noch Feuchtikeit (Dampf) sammelt! Ich demmontiere desshalb immer beim Stillegen meiner Loks die Sicherheitsventile!

  • Hallo Wolfgang

    Ein wenig Rost ist im Stahlkessel normal und schützt das darunter liegende Eisen.

    Ob der Kessel einen Schaden hat merkt man bei einer Kaltwasserdruckprobe.
    Dabei soll die Aussenseite bei 1,3 fachem Betriebsdruck 30 Minuten lang trocken bleiben.

    Beim Bestehen dieser Probe steht einem Anheizen nichts im Wege.

    Das Auskochen mit (Essig-)Säure führt zu noch stärkerer Korrosion und hilft nur gegen Kalkablagerungen, die hier wohl nicht das Problem sind.

    Das Ausschmirgeln mit Splitt führt zwar zur Rostentfernung beschleunigt aber nur die Alterung weil die Innenwand nach dem nächsten Kontakt mit Wasser gleich wieder verrostet ist.
    Der Splitt ruiniert aber alle Ventile und Gewinde.

    mfg


    Thomas

  • Ich unterstütze zu 100% die Aussage von Thomas!
    Rost im Stahlkessel in nicht zu großem Umfang ist 'normal'.
    Das Einzige, was man beim längerem Abstellen eines Stahlkessels tun sollte:
    Aufmachen ein einigen Punkten (SV und Abschlammhahn) und alles Restwasser direkt (durch eingeblasene Trockenluft) oder indirekt (Heißluftgerät oder Glühlampe in der Feuerbüchse) ausheizen, abkühlen und wieder verschließen (Gewinde aber nur lose eindrehen), Kessel an einem trockenen Ort lagern.
    In der nächsten Saison nun aber konsequent ein Kesselschutzmittel dem KSW zumischen!

  • Hallo Dampfbahner,
    hier geht es doch nicht um den leichten Rost, sondern um richtigen Rost im Kessel.
    Hatte ich ja auch geschrieben, dass alles am Kessel abgebaut ist. Also für Ventile besteht da keine Gefahr.
    Danach kann man erst mal Blindstopfen verwenden, bis wieder alles clean ist.
    Ging bei der Frage doch wohl um richtig viel Rost.
    Wenn man den Kessel stillegt hilft Frostschutz bis zur Oberkannte oder richtig austrocknen. Wurde aber in einem anderen Beitrag schon beschrieben.
    Grüße
    Wolfgang

    † 2017

  • Wenn der Kessel innen bereits so (http://www.chaski.org/homemachinist/…php?f=8&t=94755)
    aussieht, dann ist allerdings fraglich, ob der Kessel jemals wieder benutzt werden sollte.

    Hier gab es wahrscheinlich keine Waschluken etc, oder der Besitzer wußte nicht, wozu diese gut sein könnten.
    Meine Vermutung: Salzhaltige Ablagerungen, die niemals entfernt wurden, aber hygroskopisch sind. Auf der Feuerbüchsendecke oder anderswo bildet sich dann ein konzentrierter, korrosiver Schmand.

    Abblasen und Auswaschen ...

    Bei längerem Abstellen:
    Trocknen, Trocknen ...

    Wenn es ein Bild von dem hier betreffenden Kessel gibt - das wäre wirklich interessant.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Johannes,

    den Thread habe ich auch verfolgt. Was mir außer
    den fehlenden Waschluken auffiel, dass an der Feuerbüchse
    keine Stehbolzen verbaut wurden. So machen es viele Amis,
    weiß nicht so ganz was man davon halten soll. Gut, die dicke
    des Kessel Materials ist enorm, dennoch würde ich mich mit
    Stehbolzen wohler fühlen. Eventuell liege ich falsch, wenn die Stehbolzen von dem Schmodder verdeckt sind könnten doch welche verbaut sein.

    Viele Grüße

    Christian

    Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein !!! :D Ich bin der Fräser Eilig, was ich nicht fräs das feil ich.... Genitiv ins Wasser weil es Dativ ist :pinch:

  • Hallo allerseits,

    ein Bild gibt es leider nicht.
    Es ist mehr als Flugrost, aber keine "blühende" Korrosion!
    Er möchte nur den Rost weitestgehend entfernen.

    Folgendes Vorgehen ist geplant:

    Zuerst wird er den Kessel demontieren und dann eine Kaltdruckprobe machen.
    Danach Rostwandler einfüllen. In der Wartezeit wird das Fahrgestell überholt.
    Dann Kessel säubern und mehrfach spülen, nochmals Druckprobe.
    Und wie schrieb er so schön: Geh, und dann schaun wir mal, wie's kommt!

    Danke für die Antworten,

    Wolfgang,