Nach 4 aktiven Teilnahmen, mein persönlicher Eindruck über das EDHT allgemein

  • Hallo Eisenbahnergemeinde,

    ich bin seit Montag Abend aus Karlsruhe zurück und habe mir in den letzten Tagen meine Gedanken über die Veranstalltung allgmein gemacht und dabei zwei Seiten betrachtet: Wie ich sie von meinen Besuchen als Zuschauer in Sinsheim, später Karlsruhe und nun einige Male in Karlsruhe aktiv erlebt habe. (Ganz besonders kommen mir solche Gedanken, wenn ich meine Fahrzeuge so nach und nach auspacke, inspiziere und auf die Abstellplätze zu Hause schiebe)

    Es ist unbestritten, daß die Veranstaltung in den alten Hallen eine deutlich intensivere Atmosphäre hatte als das jemals in KA sein wird. Allein schon die riesige Halle, in der sich der Fahrbetrieb für alle abspielt lässt keine rechte Stimmung aufkommen.
    Aber bei meinen aktiven Teilnahmen ist mir besonders aufgefallen, daß der Gedanke "Wir machen das zusammen" deutlich zuwenig im Vordergrund steht. Da komme ich als Gastfahrer in eine riesige Halle, bekomme meine Unterlagen, suche mein Abstellgleis, stelle mein Zeug drauf. Ich sehe mir die Strecke an und denke: "Man so ein irre Aufwand, aber schön!"
    Da gibt es ein Aufbau- Team, das sich Tage um die Ohren schlägt, um eine vernünftige Anlage aufzubauen, weitere private Leute, die ebenfalls intensiv weitere Atracktionen konstruieren, aufbauen und betreiben. Und da komme ich mit meinem bisserl Zeug und darf da mitmachen.
    Das gibt mir persönlich schon ein schlechtes Gewissen, wenn sich andere soviel Arbeit machen und ich, der, sei es aus Entfernungs- oder beruflichen Gründen, nicht mitaufbaue.
    Dieses Jahr habe ich zumindest ein wenig beim Abbau mitgeholfen und ich kann nur bestätigen: Das ist wircklich Knochenarbeit! Und das auch noch nach drei Tagen in einer verqualmten, muffigen Halle.
    Beim demontieren der Gleise sind mir so manche Abstellgleise aufgefallen, bei denen die Lokbesitzer oder Fahrer das "saubere Verlassen des Gleises während und nach der Veranstaltung" in den Teilnahmebedingungen garnicht gelesen haben. Um so ärgerlicher ist für das Abbauteam das herraufummeln der Schraubverbindungen aus den Öl- und Ascheresten. Da isser wieder DER GEDANKE: "Wir machen das doch zusammen, irgendwie, oder? !"
    Mein erster Vorschlag für ein besseres Miteinander: Jeder Gastfahrer ist nach der Veranstaltung für den sorgfältigen Abbau von dem von ihm genutzen Abstellgleis verantwortlich. Wie wär das ?
    Jetzt kommt bestimmt Einspruch von denen mit viel Wagenmaterial. Aber hier könnte man doch wieder sagen: " Ja... wir machen die Veranstaltung doch zusammen, oder ?!" Also kann man doch da zusammenhelfen, oder ?

    Mein zweiter Vorschlag: Wie wäre es denn, wenn man die Wagen und die Loks separat auf Abtellplätze positioniert. Die Loks auf die Drehscheiben und Schiebebühnen mit Wasser und Kohle in der Nähe und die Wagen auf dafür vorgesehene Abstellgruppen?
    Verfeinern könnte man das mit einem Rangierdienst, der die Wagen nach Absprache auf einem oder mehrere Gleise zusammenstellt. Einen Abrollberg gibt es ja sowieso. Das wäre dann mal wirklich ordentlicher Fahrbetrieb. Und ich glaube auch das Publikum hätte wieder was g´scheit´s zum zuschauen. (sorry, da kommt ein wenig Dialekt durch, ich werde es in Grenzen halten)
    Das würde auch eine Veränderung der Gleisplanung/ Streckenführung nach sich ziehen. Zumindest hört man hier immer wieder, das die Streckenführung immer das Gleiche ist.

    Was mir auf den Treffen auch aufgefallen ist, daß man keine Möglichkeit mehr hat, sich mal in aller Ruhe nach Besucherschluß an einem ruhigen Ort ALLE zusammen zu setzen, was zu trinken, zu essen, und entspannt zu plaudern und sich kennen zulernen. Das ist sehr schade und sollte sich dringend ändern. Für mich sind die meisten aktiven Leute immernoch ziemlich unbekannt. Ist ja logisch, weil man entweder auf dem Bock sitzt und fährt, oder nach 18 Uhr sofort zum Essen oder ins Hotel fährt. Wie soll man da vernünftig Kontakte aufbauen und zusammen Ideen sammeln, was man für Zugkombinationen u.s.w. für das Publikum machen könnte und was wer heute alles, positives als auch negatives erlebt hat.

    Das sind jetzt mal so meine wichtigsten Gedanken zu dem Thema...

    Ich denke aber, solange sich diese Einstellung "Wir machen das zusammen" nicht deutlicher bemerkbar macht und jeder Teilnehmer irgendwo mitwirkt, wird sich am aktuellen Flär der Veransaltung nichts ändern. Das wäre sehr schade, oder ?

    Gruß Flori

    ...und ist der Berg auch noch steil, a bisserl was geht allerweil.